Eisherz
Sehr aktives Mitglied
Hi Crissi, erstmal kein Problem - Namen sind eh manchmal nur Schall und Rauch ... Aber ich mag lieber Eis statt Eisen ... 😛
Von einer Mutter-Tochter-Beziehung mit Höhen und Tiefen kann ich nicht nur ein Lied singen, sondern einen ganzen Opern-Zyklus könnte ich damit füllen ...🙄 Von meinen drei Kindern ist die mittlere das Mädel, inzwischen 31 Jahre alt ... und Mutter eines kleinen Töchterchens von 1 1/2 Jahren ...
Die Mutter-/Tochterbeziehung wird oft zu einer hoch emotionalen Beziehung mit übelst viel Konfliktpotential. Mal ist man die beste Freundin, mal die ärgste Feindin der Tochter. Die Kurven der Beziehung schwingen ab und an in mehrerer Hinsicht zum Extremen, denn sie ist vor allem besonders intensiv, besonders emotional und besonders konfliktanfällig. Mütter und Töchter reden zwar (mal mehr, mal weniger) viel miteinander, aber oft auch nur aneinander vorbei und Missverständnisse sind scheinbar wie vorprogrammiert. Da wabern sehr oft ganz unterschwellig Botschaften, wo ein Aufeinanderprallen fast unvermeidbar scheint.
Unsere "lieben großen Kleinen" haben scheinbar, wenn sie erwachsen sind, den Irrglauben, dass sie berechtigt sind, uns eine Litanei von Vorwürfen und Schuldzuweisungen vor den Latz zu knallen, die es in sich hat. Da konnte man ihnen auch sehr wengi recht tun: waren wir ganztags berufstätig, haben wir sie in Fremdbetreuung abgeschoben, haben wir Familie und Beruf halbtags miteinander vereinbart, hatten sie wiederum eine gehetzte Mutter, die nicht wirklich Zeit für ihre Kinder hatte. Haben wir uns ganztags um die Kleinen gesorgt, sind sie von einem Hausmütterchen erzogen worden, die als Vorbild nun auch nicht mehr taugt.
Wenn es nicht manchmal zum Heulen wäre, dann würden wir uns bestimmt über sowas an unreifen Vorwürfen amüsieren: schließlich haben wir uns gut überlegt, ob, wann und unter welchen Umständen wir wie viele Kinder in die Welt setzen und wie wir sie aufziehen - so war es jedenfalls bei mir 🙂. Doch egal, was und wie wir es gemacht haben – jetzt sieht es aus, als wäre es verkehrt gewesen ... Was in aller Welt haben wir eigentlich verbrochen, dass wir an allem und jenem schuld sein sollen?
Crissi, dass wir keine Dankbarkeit für unsere Leistungen als Mutter erwarten können, das ist uns ja schon fast klar. Aber eigentlich hat man auch als Mutter keine Probezeit, das Leben ist ohne Generalprobe ... und wir haben auch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt ... kann ich auch von mir behaupten.
Und doch habe ich auch mit meiner Tochter sehr schwierige Jahre durch ... die sehr, sehr weh getan haben ... Und ich glaube nicht Crissi, dass alle nur Muster-Kinder haben ... Vielleicht sieht es hinter den Fassaden anders aus ... Bis zum 18. Lebensjahr waren meine tochter und ich wie beste Freundinnen ... nicht ganz, aber sehr nahe daran ... Und danach begann dann die Zeit, in der wir eine sehr konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung hatten, die erst von wenigen Jahren sich wieder gebessert hat. Jetzt ist sie wieder wunderbar. Aber ich habe auch gelitten wie ein Tier ... Ich liebe meine Kinder sehr ... und es tut dann doppelt und dreifach weh ... und man weiß nicht, wie der Schmerz aufhören könnte ...
Aber eines habe ich nie getan: niemals die Tür verschließen. Ich habe gesagt, egal, was passiert, meine Tür wird immer für Euch offenstehen ... ich bin und bleibe mein Leben lang Eure Mutter ...
Macht doch mal voneinander Pause, aber ohne einen Bruch zuzulassen ... Denn ansonsten wird die Mutter-Falle vermutlich immer wieder bei Dir zuschnappen ...
Lg Eisherz
Von einer Mutter-Tochter-Beziehung mit Höhen und Tiefen kann ich nicht nur ein Lied singen, sondern einen ganzen Opern-Zyklus könnte ich damit füllen ...🙄 Von meinen drei Kindern ist die mittlere das Mädel, inzwischen 31 Jahre alt ... und Mutter eines kleinen Töchterchens von 1 1/2 Jahren ...
Die Mutter-/Tochterbeziehung wird oft zu einer hoch emotionalen Beziehung mit übelst viel Konfliktpotential. Mal ist man die beste Freundin, mal die ärgste Feindin der Tochter. Die Kurven der Beziehung schwingen ab und an in mehrerer Hinsicht zum Extremen, denn sie ist vor allem besonders intensiv, besonders emotional und besonders konfliktanfällig. Mütter und Töchter reden zwar (mal mehr, mal weniger) viel miteinander, aber oft auch nur aneinander vorbei und Missverständnisse sind scheinbar wie vorprogrammiert. Da wabern sehr oft ganz unterschwellig Botschaften, wo ein Aufeinanderprallen fast unvermeidbar scheint.
Unsere "lieben großen Kleinen" haben scheinbar, wenn sie erwachsen sind, den Irrglauben, dass sie berechtigt sind, uns eine Litanei von Vorwürfen und Schuldzuweisungen vor den Latz zu knallen, die es in sich hat. Da konnte man ihnen auch sehr wengi recht tun: waren wir ganztags berufstätig, haben wir sie in Fremdbetreuung abgeschoben, haben wir Familie und Beruf halbtags miteinander vereinbart, hatten sie wiederum eine gehetzte Mutter, die nicht wirklich Zeit für ihre Kinder hatte. Haben wir uns ganztags um die Kleinen gesorgt, sind sie von einem Hausmütterchen erzogen worden, die als Vorbild nun auch nicht mehr taugt.
Wenn es nicht manchmal zum Heulen wäre, dann würden wir uns bestimmt über sowas an unreifen Vorwürfen amüsieren: schließlich haben wir uns gut überlegt, ob, wann und unter welchen Umständen wir wie viele Kinder in die Welt setzen und wie wir sie aufziehen - so war es jedenfalls bei mir 🙂. Doch egal, was und wie wir es gemacht haben – jetzt sieht es aus, als wäre es verkehrt gewesen ... Was in aller Welt haben wir eigentlich verbrochen, dass wir an allem und jenem schuld sein sollen?
Crissi, dass wir keine Dankbarkeit für unsere Leistungen als Mutter erwarten können, das ist uns ja schon fast klar. Aber eigentlich hat man auch als Mutter keine Probezeit, das Leben ist ohne Generalprobe ... und wir haben auch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt ... kann ich auch von mir behaupten.
Und doch habe ich auch mit meiner Tochter sehr schwierige Jahre durch ... die sehr, sehr weh getan haben ... Und ich glaube nicht Crissi, dass alle nur Muster-Kinder haben ... Vielleicht sieht es hinter den Fassaden anders aus ... Bis zum 18. Lebensjahr waren meine tochter und ich wie beste Freundinnen ... nicht ganz, aber sehr nahe daran ... Und danach begann dann die Zeit, in der wir eine sehr konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung hatten, die erst von wenigen Jahren sich wieder gebessert hat. Jetzt ist sie wieder wunderbar. Aber ich habe auch gelitten wie ein Tier ... Ich liebe meine Kinder sehr ... und es tut dann doppelt und dreifach weh ... und man weiß nicht, wie der Schmerz aufhören könnte ...
Aber eines habe ich nie getan: niemals die Tür verschließen. Ich habe gesagt, egal, was passiert, meine Tür wird immer für Euch offenstehen ... ich bin und bleibe mein Leben lang Eure Mutter ...
Macht doch mal voneinander Pause, aber ohne einen Bruch zuzulassen ... Denn ansonsten wird die Mutter-Falle vermutlich immer wieder bei Dir zuschnappen ...
Lg Eisherz