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hallo,

meine oma hat seit samstag vergangene woche die diagnose krebs. es sieht richtig schlimm aus. morgen wird sie operiert. sie selbst möchte nach der op nicht wieder aufwachen und so dem leidensprozess entgehen. sie hat sich sogar von mir verabschiedet.

ich weiß jetzt nicht mal, ob ich dass jetzt öffentlich sagen kann und will... ich wünsche mir, ihr wunsch erfüllt sich. denn ich habe sie sehr sehr lieb.

darf man sich so etwas wünschen?
 
darf man sich so etwas wünschen?

Hallo Gast,
da dein Wünschen keinerlei Einfluss darauf hat, was mit deiner Oma geschieht, darfst du es natürlich wünschen.

Auch dass jemand nicht unnötig leiden möchte, ist verständlich. Aber andererseits ist heute die Schmerztherapie sehr weit entwickelt und man kann oft bis kurz vor dem Tod noch eine hohe Lebensqualität erzielen.

Ich würde meine Oma eher zum Leben ermutigen, auch wenn es beschwerlicher ist als bisher. Und dann die verbleibende Zeit mit ihr so gut es geht verbringen - vielleicht hat sie ja noch Wünsche offen, für die jetzt Zeit ist.

Gruß, Werner
 
Hallo Gast,
da dein Wünschen keinerlei Einfluss darauf hat, was mit deiner Oma geschieht, darfst du es natürlich wünschen.

Hallo,

selbstverständlich hat unser Wünschen Einfluss auf uns Nahestehende. Das wäre ja furchtbar, wenn es nicht so wäre.

Wenn die Oma das selber möchte und der Enkel ihren Wunsch emotional unterstützt, hat sie es leicher, ihren Wunsch zu leben und sei es der Tod.

Es sind schon genug Leute viel zu lange nicht gestorben, weil ihre Angehörigen meinten, sie könnten nicht ohne sie und derjenige müsse doch kämpfen usw.

Für diejenigen, die sich ein Bild machen möchten, hier ein Link:
Krebs-Kompass Forum - Powered by vBulletin

(Liebe Admins, ich weiß grad nicht, ob es ok ist, Links anderer Foren zu posten, wenn nicht, bitte entfernen.)

Alles Gute für Dich und Deine Oma,
Weidebirke
 
hallo,

meine oma hat seit samstag vergangene woche die diagnose krebs. es sieht richtig schlimm aus. morgen wird sie operiert. sie selbst möchte nach der op nicht wieder aufwachen und so dem leidensprozess entgehen. sie hat sich sogar von mir verabschiedet.

ich weiß jetzt nicht mal, ob ich dass jetzt öffentlich sagen kann und will... ich wünsche mir, ihr wunsch erfüllt sich. denn ich habe sie sehr sehr lieb.

darf man sich so etwas wünschen?

Ja natürlich darf man sich so was wünschen.
Ich habe es mir für meine Mutter auch gewünscht, dass sie schnell stirbt und nicht lange leiden muss.
Leider ist es nicht in Erfüllung gegangen und sie hat fast ein Jahr gelitten wie ein Tier.
Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft für die schwere Zeit, die euch bevorsteht.
 
Es kommt darauf an, wie alt deine Oma ist. Und um was für einen Krebs es sich handelt.
Dein Wunsch, ihren Wunsch zu unterstützen ist natürlich vollkommen in Ordnung.
Bei Patienten über 60 sind die Heilungschancen nicht so groß wie bei einem 20-jährigen. Und die meisten Ärzte tun auch nicht mehr viel dafür, wenn man alt ist.
Je nachdem wie alt deine Oma ist, hat sie vielleicht auch schon mit ihrem Leben abgeschlossen, wozu dann noch Schmerzen ertragen? Das ist okay.
Wo lebt denn deine Oma? In einem Heim, alleine, oder bei euch?

Ich denke nicht, dass es moralisch verwerflich ist. Du wünscht ihr ja nicht aus Groll ihren Tod. Wenn es ihr Wille ist und du ihn unterstützt, finde ich das gut.
Und ich denke, der Arzt deiner Oma hat ihr auch nicht sehr viel Mut gemacht, sonst würde sie es nicht so nüchtern betrachten.
Wie gesagt, je nachdem wie alt sie ist, und welcher Krebs es ist, wird ihr Arzt sie bestimmt zu den Risiken aufgeklärt haben.
Es gibt ja auch eine Menge alter Menschen, die bei so einer Diagnose, überhaupt keine Behandlung mehr anfangen und ihre letzte Zeit einfach nur noch genießen wollen.
Das ist vollkommen natürlich und in Ordnung.
Du brauchst dir deswegen keine Schuldgefühle zu machen.
 
hallo,

ach amadea, das darfst du doch so nicht sagen. die ärzte tun doch was sie können und was in ihrer macht steht.auch sie sind manchmal am ende mit ihrem latein.ausserdem haben sie den eid des h...geschworen, sie müssen leben erhalten . dann sieh dich mal in den kliniken um, was da am leben , wenn man das so nennen kann, erhalten wird....
krebs ist nunmal kein schnupfen.
ob man 20 jahre ist oder 60 jahre.

die oma wird jetzt operiert, denn wenn sie mit sich abgeschlossen hätte, dann wäre sie irgendwo anders und nicht inm kh.

auch sie hängt an ihrem leben, wie jeder andere auch.

und wenn es nicht leicht wird, für die oma, für die familie,
man weiss ja nicht was folgt, chemo, bestrahlungen, reha...

jeder normale mensch verabschiedet sich vor der o.p
das ist ganz normal und sagt nichts aus.
oma ist voller angst, sie weiss doch nicht was folgt..
ausserdem muss es noch lange nicht das todesurteil bedeuten.

lg
traurigesherz
 
Aber es ist so, die Ärzte stellen besonders Ältere vor die Wahl, ob es sich für sie noch lohnt, sich einer OP zu unterziehen. Ich meine, sich mit 80 oder so noch den Krebs entfernen zu lassen... was hat das noch für einen Sinn? Das muss dann jeder selbst für sich entscheiden. Natürlich ist es schön zu leben, zumindest für die meisten Menschen, aber uns ist allen bewusst, dass wir nicht ewig leben werden. Und im Alter wird einem das immer mehr bewusst.
Da hilft keine rosa Brille mehr, und auch die Ärzte sehen das realistisch.
Ärzte wollen Leben erhalten, das ist richtig, aber sie sind nicht allmächtig und wissen, dass auch sie Grenzen haben. Und ab 60, 70, 80 Jahren nimmt das Leben nun mal seinen Lauf. Im Alter ist die Erhaltung des Lebens nicht mehr ganz so wichtig, wie die Qualität des Lebens.
So schwer es auch manchen fällt, das zu akzeptieren, es ist nun mal so.
Klar hängt die Oma an ihrem Leben, tun wir ja alle irgendwie. Ich denke aber, wenn sie sich schon sozusagen von ihren Lieben verabschiedet hat, wird sie schon ein bisschen akzeptiert haben, dass es vielleicht bald vorbei ist. Und dass sie die Op macht, heißt wahrscheinlich, dass sie das Schicksal entscheiden lässt.
Sie wünscht sich, nicht mehr aufzuwachen, weil sie Angst vor den Schmerzen hat. Dass ihr Enkel sie bei diesem Wunsch unterstützt ist doch toll.
Ich weiß ja nicht, wie alt sie ist, aber je nachdem, könnte die Op überhaupt nicht anschlagen und der Krebs frisst sich immer tiefer. Das wäre nicht schön. Und ich denke, dass sie sich dieser Tatsache bewusst ist und deshalb lieber sterben möchte als zu kämpfen.
Und ihr Arzt wird das mit ihr auch beraten haben und sie nach ihrer Meinung gefragt haben.
Ich meine, jeder wird spätestens im Alter oder bei einer schweren Krankheit mit dem Thema Tod konfrontiert und sollte den Tod nicht unbedingt als die schlechtere Wahl ansehen. Es gilt Vor- und Nachteile und Risiken abzuwägen und nach eigenem Gewissen und Willen zu entscheiden. Und Aussenstehende sollten das so akzeptieren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und das finde ich auch richtig.
 

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