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Moin

  • Starter*in Starter*in DerMisanthrop
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D

DerMisanthrop

Gast
Tach Leute - schön hier zu sein, schön mal ein bisschen davon mitzubekommen wieviele andere auch damit Schwierigkeiten im Leben ordentlich klarzukommen. Die Seite heisst Hilferuf.de - aber ich will eigentlich gar keinen konkreten Hilferuf starten, sondern eher eine Suche nach etwas Sympathie und Verständnis. Wenn ich die hier nicht finden sollte, was soll's, dann halt auf zum nächsten Forum. 😛
Die Ursache meiner Probleme ist schnell umschrieben - Depression. Seit ungefähr 10 Jahren. Hab alles mal durchprobiert, von Diskussionsforen über Gesprächstherapie bis zu Antidepressiva. Und so wirklich umgehauen hat mich nichts davon. Inzwischen bin ich durchaus standfester und so ziemlich "mitten im Leben" (mit leichten Schwankungen), aber diese innere Antriebslosigkeit ist irgendwo immer geblieben. Das hängt sicher auch damit zusammen dass ich ein Idealist bin, für mich sind viele gesellschaftliche Konventionen unmenschlich und verachtenswert. Ich bin politisch gesehen libertärer Sozialist (nicht wirklich engagiert, aber klingt gut), ich bin Veganer aus ethischen Gründen und beschäftige mich ausgiebig mit Taoistischer Philosophie. Sprich ich glaube an so altmodische, oft belächelte Werte wie Nächstenliebe, Brüderlichkeit, Gewaltfreiheit, individuelle Freiheit und allgemein einfach dass der Mensch nur dann wirklich Mensch ist wenn alles was er tut und denkt durch Liebe motiviert ist. Mit diesen Wertvorstellungen fühl ich mich halt oft alleine und seh eigentlich immer wenn ich mich aus meiner Wohnung rausschleiche wie diese Werte total unwichtig geworden sind. Mir kommt es so vor als ob sich jeder nur noch um sich selbst kümmert und keiner den anderen mehr wirklich ernst nimmt. Das macht mich manchmal traurig, und manchmal wütend. Aber egal, das ist zwar sicherlich ein Faktor der zu meiner Depressivität beiträgt, aber wohl nicht der ausschlaggebende. Ausschlaggebend ist vielmehr meine Einsamkeit. Ich habe zwar ein paar Freunde die ich schon gerne mag, hatte bis vor kurzem eine Freundin die ich sehr geliebt habe, und mit meiner Familie versteh ich mich soweit auch gut. Aber ich kenne einfach niemanden der mich und meine Ansichten teilt und versteht. Und das macht mich hin und wieder schon ziemlich fertig. Also, lange Rede kurzer Sinn, wenn hier ein paar Leute unterwegs sind die sich gerade irgendwo angesprochen gefühlt haben, wär prima von euch zu hören. Wenn nicht, auch ok. 😀
Servus und so!
 

Hallo DerMisanthrop,

schau mal hier: Moin. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo,

erstmal heiße ich dich Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum und hoffe du fühlst dich wohl hier.

Aus dem was du geschrieben hast,lese ich viele gute Eigenschaften die du besitzt. Die Dinge die du als Altmodisch bezeichnet, sehe ich teilweise genauso nur leider gibt es zuwenig Menschen davon,aber es gibt sie.

Depressionen sind ein weitverbreitetes Problem, man kann sich vielseitig unterstützen lassen wie Therapien und Medikamenten,aber án erster Stelle steht man selbst.

Vielleicht magst du ja noch ein wenig mehr von dir erzählen.

LG sexy-hexy
 
Was möchtest du denn wissen? 🙂
Ganz allgemein - zur Zeit mach ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker, privat mach ich Musik, lese gerne und hab nen Fable für Horrorfilme. Alles andere steht ja schon oben. 😉
 
Hallo Misanthrop.

Das was du schreibst kann ich mehr als gut nachempfinden, denn gerade gestern erst habe ich mit einem sehr guten Freund wiedermal ein langes Gespräch geführt, wo es ebenfalls über mein Werteempfinden ging.

Wiedermal sind wir nicht übereingekommen! Und leider ist unter meinen Freunden keiner, der jemals in diesen Belangen mich verstehen konnte.

Und jedesmal frage ich mich nachher, wer Recht hat. Ich auf lange Sicht oder die anderen im Sinne auf den Moment - das rasche Leben.

Nur würde mich interessieren, da du von Antriebslosigkeit sprichst, was in deinem Leben anders sein müßte, damit diese verschwindet. Du sagst, du beschäftigst dich mit Taoismus. Wäre es für dich da evtl. nicht eine Möglichkeit, in das Ursprungsland zu reisen und eine neue Wertevorstellung anzunehmen - eine mit der du dich indentifizieren kannst? In der du ICH sein kannst und dich nicht verstellen mußt?

Weil ich trage mich mit einem ähnlich Gedanken, nur sähe das bei mir eher nach Einsiedlerleben in den Rockies aus, um der Hektik und dem statischen Denken zu entkommen.
 
Von mir auch ein Herzlich Willkommen 😉

Danke!


Gleich mal zu deiner Aussage:


Ja da stimme ich dir zu.
Kann man aber Leider nicht viel gegen tun.
Der Mensch ist ein Rudel Tier, aber auch dort gibt es Machtkämpfe.
Alphemännchen/weibchen und schwarze Schaafe.
Wir leben in einer Ellenbogengesellschaft wo nur der Stärkste überlebt.
Und trotzdem heißt es "Nur gemeinsam sind wir stark"
Doch wer ist "gemeinsam" ?
Und da gilt auch wieder, der Stärkere überlebt.
Konzerne und Politiker, hohe Tiere Rotten sich zusammen und jeder will ein Stück vom Kuchen und nichts davon abgeben.
Und "gemeinsam" bilden sie Clubs, Räte, Vorstände.
Du überlebst nur wenn du Stark bist, wenn du andere ausschaltest, potentielle Bedrohungen eliminieren.
Dazu kommt das es Leute gibt die garnicht "gemeinsam" leben wollen.
Dauer Arbeitslos, auf Kosten des Staates, nicht weil sie nicht können, weil sie nicht wollen!
Wer will mit solchen Leuten schon ein "gemeinsam" führen?
Ich nicht. Genausowenig mit den Alphamännchen.
Aber es ist nunmal so wie es ist.
Würde es nicht so sein, wären wir nicht Individuell.

Tut mir leid wenn ich das sagen muss aber..
Ich bin auch einer der "Ich bin mir selber der nächste" Menschen.
Auf dieser Welt wird dir nichts Geschenkt, das Prinzip des Stärkeren ist present und wird es wohl auch immer bleiben.
So fahre ich am besten.
Jedoch denke ich auch "Was man nicht will, was man dir tut, das füge keinem anderen zu"
Ich bin Egoist, solange es nicht auf schwere Kosten anderer geht.

Find ich grundsätzlich nicht kritisch, wenn alle so denken würden wären wir schon ne ganze Ecke weiter.

Ich hab im Laufe meines Lebens halt einen ziemlich hohen moralischen Anspruch an mich selbst entwickelt. Ich hab oft gesehen wie "die Schwachen" von "den Starken" fertiggemacht worden sind, und anstatt daran teilzunehmen hab ich mir irgendwann gedacht dass wir Menschen doch eigentlich schon lange das Potential dazu haben uns besser zu verhalten. Wenn man das Leben liebt und respektiert, muss man doch auch das Leben anderer lieben und respektieren. Wir haben, im Gegensatz zu den Tieren, doch die Fähigkeit, uns in die Situation unseres "Opfers" hineinzuversetzen. Wir können Schmerz und Leid nachfühlen, warum begreifen so wenige, dass uns das dazu verpflichtet, Schmerz und Leid zu vermeiden?

Whatever, die Einstellung dass man sich selbst der Nächste ist solange man niemand anderen dadurch schadet find ich in Ordnung, ich hoffe halt nur dass ich irgendwann auch mal ein paar Leute kennenlerne die das Ganzen wie ich noch einen Schritt weiterdenken.
 
Hallo Misanthrop.

Das was du schreibst kann ich mehr als gut nachempfinden, denn gerade gestern erst habe ich mit einem sehr guten Freund wiedermal ein langes Gespräch geführt, wo es ebenfalls über mein Werteempfinden ging.

Wiedermal sind wir nicht übereingekommen! Und leider ist unter meinen Freunden keiner, der jemals in diesen Belangen mich verstehen konnte.

Alright, das kann ich gut nachffühlen. 😀

Und jedesmal frage ich mich nachher, wer Recht hat. Ich auf lange Sicht oder die anderen im Sinne auf den Moment - das rasche Leben.

"Recht haben" ist in dem Fall natürlich schwer zu definieren, aber ich persönlich glaube solange man für Gerechtigkeit, Frieden und Toleranz eintritt kann man garnicht falsch liegen.
Und meine Erfahrung ist, dass das rasche Leben auf Dauer auch nicht glücklich macht...

Nur würde mich interessieren, da du von Antriebslosigkeit sprichst, was in deinem Leben anders sein müßte, damit diese verschwindet. Du sagst, du beschäftigst dich mit Taoismus. Wäre es für dich da evtl. nicht eine Möglichkeit, in das Ursprungsland zu reisen und eine neue Wertevorstellung anzunehmen - eine mit der du dich indentifizieren kannst? In der du ICH sein kannst und dich nicht verstellen mußt?

Weil ich trage mich mit einem ähnlich Gedanken, nur sähe das bei mir eher nach Einsiedlerleben in den Rockies aus, um der Hektik und dem statischen Denken zu entkommen.

Find ich absolut geil als Idee, langfristig hab ich das schon aufm Zettel. Ich hab in meinem Leben viel verbockt und hab erst seit ca. 3 Jahren mich richtig zusammenreissen können und angefangen daran zu arbeiten, dass was aus mir wird. Dass ich mein Potential wirklich nutze. Ich mach derzeit eine Ausbildung, will danach ein paar Jahre in einer gemeinnützigen Einrichtung arbeiten, damit ich mit meiner verbockten Vergangenheit abschliessen kann. Wenn ich das geschafft habe - ouh ja, Indien wär schon ein Traum. Viele Menschen sind da hinduistische Mönche und haben trotzdem noch ein "normales" Leben. Ich glaube das könnte mich schon glücklich machen so zu leben.
 

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