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Moderne versus Naturvölker

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M

meila

Gast
Ich tue mich immer sehr schwer damit, unsere "Zivilisitation" wirklich vom Herzen aus zu akzeptieren.
So viele schreckliche Dinge passieren, weil die Menschen diesen Lebensstil wollen: der Erde gegenüber,anderen Lebewesen und Menschen gegenüber und auch uns selbst gegenüber.

Und trotz dass so viel Schlimmes passiert, will anscheinend die Großzahl der Menschen genau diesen Lebensstil.
Oder doch nicht?

Wie ist es bei euch? Was mögt ihr am Leben der Moderne? Was mögt ihr nicht?
Würdet ihr, wenn ihr die Wahl hättet, lieber als eines der Naturvölker leben, zB der Native Americans/Indianer?

Was hat die Zivilisation uns Gutes gebracht und zu was wird sie uns noch führen?
Ist das all das Morden und das Unheil wert, das sie angerichtet hat und tagtäglich anrichtet?
 
Ich habe ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken in Hülle und Fülle, muss nie frieren oder raus in die Hitze und habe unendliche Vielfalt Dinge zu tun. An jeder Ecke ist ein guter Arzt.

Zudem reise ich sehr gern und habe schon die "halbe Welt" gesehen.

In einem Naturvolk ist das Leben aus meiner Sicht wesentlich anstrengender. Zudem sieht man ja nichts von dieser wunderbaren Welt. Klar, wenn man da reingeboren wird merkt man ja nicht was man verpasst. Aber mit meinem jetzigen Wissen würde ich das nie wollen, viel zu langweilig!!!
 
Und trotz dass so viel Schlimmes passiert, will anscheinend die Großzahl der Menschen genau diesen Lebensstil.

Hallo meila,
genau das wundert mich auch immer wieder. Der Lebensstil wird von der nächsten Generation einfach übernommen und fortgeführt. Obwohl in der heutigen Zeit wirklich jedem klar sein müsste wohin das führt, egal ob gesellschaftlich oder gesundheitlich etc.

Klar ist auch: Nur weil alle das Gleiche machen muss es noch lange nicht richtig sein. Allerdings ist es schwierig nicht mit dem Strom zu schwimmen.
 
In einem Naturvolk ist das Leben aus meiner Sicht wesentlich anstrengender.
Ich denke, dass das Leben in einem Naturvolk zum einen nur in kleineren Gemeinschaften möglich ist. Wir sind einfach zu viele Menschen geworden, und wenn wir nach Naturvolk-Manier unsere Lebensmittel erarbeiten würden, dann würde das niemals für alle von uns ausreichen.

Dazu kommt, dass auch das Leben in einem Naturvolk oft nicht ohne Grausamkeiten auskommt. Zum einen gibt es häufig irgendwelche Initiationsrituale, die eher an Folter denken lassen. Und außerdem ist man den natürlichen Gegebenheiten viel stärker ausgeliefert (Tiere, Kälte/Hitze, Unfälle und Krankheiten ohne medizinische Hilfe), und kriegerische Auseinandersetzungen mit benachbarten Volksstämmen sind auch nicht unbekannt.

Ich persönlich weiß nicht, ob ich das Leben in einem Naturvolk unbedingt vorziehen würde. Wahrscheinlich kommt man am besten damit klar, wenn man da hinein geboren wird und es nicht anders kennt.
 
Nein, nach Art der Naturvölker möchte ich nicht wirklich leben.
Aber so wie die meisten Menschen in einer Großstadt möchte ich auch nicht leben.
Ein bescheidenes Leben auf dem Land, fast so wie ich es habe, das ist für mich der ideale Lebensstil.
Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, (warmes) Wasser zum Duschen, Essen und trinken.
Bücher, Fernsehen und Internet.
Das reicht aber auch.
Meiner Meinung nach wird heute alles so übertrieben.
Jeder fliegt 2, 3mal im Jahr sonstwohin in Urlaub.
Es wird Nahrung im Überfluss produziert.
Und es wird viel zu viel konsumiert.
Z.b. der Blödsinn mit der Mode...sich jede Saison mit den Klamotten eindecken die "in" sind...
Für mich nicht nachvollziehbar und sogar schädlich.
Viele Menschen sehen im immer höher weiter schneller nur Gutes.
Ich denke, man sollte auch mal stehen bleiben und schauen, wo es reicht, wo es gut ist, was gut ist, wo vielleicht auch ein "zurück" sinnvoll wäre.
Und m.M. nach geht es in Zukunft auch nicht mehr anders. Wo sollen wir und unsere Ansprüche denn noch hinwachsen? Auf den Mars...🙄
 
So umweltfreundlich und sozial sind oder waren Naturvölker auch nicht.
Auch Naturvölker haben Arten ausgerottet (Hawaii und anderswo), ganze Ökologien zerstört (Osterinsel, Australien), auch in Naturvölkern gibt es Streit, Repressalien, Auseinandersetzungen untereinander und z. T. extrem brutal geführte Kriege gegen Nachbarvölker (Yanomami-Indianer).

Das ökologische Denken ist oft sogar geringer ausgeprägt als bei uns heutigen Europäern, allen frommen Sprüchen von irgendwelchen Indianerhäuptlingen zum Trotz, weil Leute, die täglich von der Hand in den Mund leben, nicht wählerisch sein können, da wandern auch vom Aussterben bedrohte Arten (Affen) bedenkenlos in den Kochtopf, und auch sie roden Felder, indem sie den Wald abbrennen.
Der einzige Unterschied ist der, daß sie halt nur kleine Flächen abbrennen, anders als ein moderner Plantagenbesitzer, der riesige Flächen haben will. Aber auch Kleinvieh macht reichlich Mist bzw. Umweltschäden, wenn es irgendwann in Massen kommt wie ein Schwarm Wanderheuschrecken, und der übriggebliebene Wald kleiner und kleiner wird.

Ihr Leben mag - aus unserer Sicht - "einfacher" sein (wenn man strenge Stammeshierarchien außer Betracht läßt, z. T. brutale Zeremonien - wie den Sonnentanz der Prärieindianer oder das Baumstammschleppen bei brasilianischen Eingeborenen etc.), aber der reine Sonnenschein ist es auch nicht, wenn einen jede Infektion, jeder entzündete Zahn umbringen kann, eine Geburt sowieso, weil das nächste Krankenhaus unerreichbar fern ist, aber selbst wenn es um die Ecke wäre, könnte man eine Behandlung nicht finanzieren, ohne Moos nix los.
 
Nein, nach Art der Naturvölker möchte ich nicht wirklich leben.
Aber so wie die meisten Menschen in einer Großstadt möchte ich auch nicht leben.
Ein bescheidenes Leben auf dem Land, fast so wie ich es habe, das ist für mich der ideale Lebensstil.
Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, (warmes) Wasser zum Duschen, Essen und trinken.
Bücher, Fernsehen und Internet.
Naja, in der Großstadt kann man aber ganz ähnlich leben, nur dass man halt häufig keinen eigenen Garten hat. Ich habe ehrlich gesagt den Eindruck, dass viele Großstädter relativ bescheiden leben, weil sie sich auf wenig Wohnraum beschränken, und aufs Auto kann man in der Stadt auch besser verzichten.

Einer meiner wichtigsten Motivationsgründe für ein Leben in der Großstadt besteht tatsächlich zum Teil darin, dass es mir hier möglich ist, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Dazu kommt mein Bedarf an guten Bibliotheken, einer vielfältigen Kino- und Theaterlandschaft und so weiter, was ich aber gar nicht als so luxusbetont sehen würde.
 
Ist es nicht manchmal eine eher romantische Vorstellung, natürlich wie die Naturvölker zu leben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und warum denkt man bei "Naturvölkern" immer an ferne, exotische Orte wie die Prärien Nordamerikas, Brasilien, Australien, Pazifik, warum nicht an unsere eigenen Vorfahren hier in Europa in der Bronzezeit oder vorher, an einfache bäuerliche Gemeinschaften, die das ganze Jahr lang ihren bäuerlichen Tätigkeiten nachgingen, sich in Leinen und Leder kleideten und mit Feuerstein und Bronzewerkzeug arbeiteten, in Großfamilien in Langhäusern mit Vieh und Sklaven zusammenlebten, hin und wieder vielleicht Besuch von durchreisenden Händlern aus fernen mythologischen Ländern (Griechenland - Bernsteinstraße) erhielten, wenn sie zufällig an den antiken Hauptreiserouten lebten, und sich zu Feiertagen an ihren Heiligtümern (Observatorien wie Stonehenge oder andere Kultzentren) versammelten?

Oder sind die für Natur-Romantiker schon "zu" zivilisiert gewesen?
 
So umweltfreundlich und sozial sind oder waren Naturvölker auch nicht.
Auch Naturvölker haben Arten ausgerottet (Hawaii und anderswo), ganze Ökologien zerstört (Osterinsel, Australien), auch in Naturvölkern gibt es Streit, Repressalien, Auseinandersetzungen untereinander und z. T. extrem brutal geführte Kriege gegen Nachbarvölker (Yanomami-Indianer).

Das ökologische Denken ist oft sogar geringer ausgeprägt als bei uns heutigen Europäern, allen frommen Sprüchen von irgendwelchen Indianerhäuptlingen zum Trotz, weil Leute, die täglich von der Hand in den Mund leben, nicht wählerisch sein können, da wandern auch vom Aussterben bedrohte Arten (Affen) bedenkenlos in den Kochtopf, und auch sie roden Felder, indem sie den Wald abbrennen.
Der einzige Unterschied ist der, daß sie halt nur kleine Flächen abbrennen, anders als ein moderner Plantagenbesitzer, der riesige Flächen haben will. Aber auch Kleinvieh macht reichlich Mist bzw. Umweltschäden, wenn es irgendwann in Massen kommt wie ein Schwarm Wanderheuschrecken, und der übriggebliebene Wald kleiner und kleiner wird.

Ihr Leben mag - aus unserer Sicht - "einfacher" sein (wenn man strenge Stammeshierarchien außer Betracht läßt, z. T. brutale Zeremonien - wie den Sonnentanz der Prärieindianer oder das Baumstammschleppen bei brasilianischen Eingeborenen etc.), aber der reine Sonnenschein ist es auch nicht, wenn einen jede Infektion, jeder entzündete Zahn umbringen kann, eine Geburt sowieso, weil das nächste Krankenhaus unerreichbar fern ist, aber selbst wenn es um die Ecke wäre, könnte man eine Behandlung nicht finanzieren, ohne Moos nix los.


Nun, für den direkten Vergleich, zähle einmal all die Grausamkeiten auf, die die "zivilisierte" Welt in den letzten sagen wir 2000 Jahren begangen hat und weiterhin begehen wird.
 
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