Missis
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Hallo alle zusammen!
Heute muss ich mich hier mal ausweinen. Und das trifft es im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe wirklich Tränen in den Augen.
Es geht um meinen Sohn. Er ist letzten Monat 16 Jahre alt geworden. Er ist ein lieber, fröhlicher, umgänglicher Junge, der nie Probleme hatte, Anschluss zu finden und ist überall sehr beliebt. Wir hatten nie Ärger mit ihm, er geht jedem Streit aus dem Weg, ist nicht frech oder aufmüpfig. Einziges Manko ist, dass er sehr unsicher und schüchtern ist, wenn er mit fremden Menschen zu tun hat. Und ich denke mal, darin liegt unser Problem begraben, welches ich im Folgenden nun mal erläutern will:
Mein Sohn hat im Mai die Hauptschule mit einem guten Abschluss beendet. Anfang des Jahres hatte er sich bei der Berufsschule beworben für eine 2-jährige Schule mit Schwerpunkt Technik und Erlangung des Realschulabschlusses. Zunächst bekam er eine Absage und war am Boden zerstört. Doch Anfang Mai, als er auf der Abschlussklassenfahrt war, erhielten wir Bescheid, dass er nun doch angenommen werden würde, da jemand abgesprungen war. Meine Güte, was hatte er sich da gefreut, als ich ihn anrief und es ihm erzählte. Er war selbst die ganzen Ferien durch noch total begeistert, zumal er als einziger aus seiner Schule dort angenommen wurde, da er die Voraussetzungen erfüllte. Nicht einmal die lange Zugfahrt morgens und nachmittags schreckte ihn.
Nun ja, nach den Ferien ging es also in der neuen Schule los. Doch von Anfang an liess seine Begeisterung mit jedem Tag nach. Er kannte keinen einzigen dort, weil er als einziger aus seiner Schule dort angenommen worden war. Seine Klassenkameraden kennen sich alle aus der alten Schule, alles Realschüler ohne Abschluss.
Immer häufiger sagte er uns, dass er "es nicht packen" würde, fragte uns bei den Hausaufgaben um Hilfe. Dabei stellte sich heraus, dass dort Wissen vorausgesetzt wurde, dass er als Hauptschüler gar nicht haben konnte. Die Lehrer machten dann wohl häufiger auch "Sprüche" über ihn, wenn er nachfragte oder um Erklärung bat. Weil er sehr schüchtern Erwachsenen gegenüber ist, traute er sich dann gar nicht mehr, die Lehrer zu fragen. Hinzu kam, dass die Mitschüler sich dann über den "Hauptschüler" lustig machten. Im praktischen Unterricht dagegen kam er gut zurecht.
Auch klagte er des öfteren, dass er auf dem Weg zwischen Bahnhof und Schule von fremden Jugendlichen belästigt werden würde. Dies liess er aber immer nur nebenbei einfliessen und zunächst machten wir uns keine Gedanken darüber.
Letzten Donnerstag kam es dann aber beim praktischen Lötunterricht zu einer sehr schlimmen Situation, als mein Sohn seine Lötarbeit beendet hatte und aus Langeweile aus Lötzinnresten einen Stern formte (er war halt schon immer sehr kreativ 😉 ) Er hatte sich nichts böses dabei gedacht und den Stern auch offen auf seinem Platz liegen. Das sah der Lehrer und beschuldigte ihn einen Wurfstern hergestellt zu haben. Mein Sohn stammelte dann, dass er keinen Wurfstern gemacht hatte, sondern einfach so einen Stern, ein Symbol halt. Daraufhin mokierte sich der Lehrer über die Sweatjacke meines Sohnes, auf der ein Tribalemblem aufgestickt ist und unterstellte rechtsradikale Symbolistik. Ich meine, hallo die Jacke ist eine 08/15 Jacke von Kik!!! Wäre mir neu, dass Kik Jacken mit nationalsozialistischen Symbolen verhökert!
Wie auch immer, er bekam eine einseitige Strafarbeit auf, in welcher er die Werkstattregeln erläutern sollte. Da ihm das ganze ziemlich an die Nieren gegangen war und ich auch ziemlich verärgert wegen der Jackenbemerkung war, rief ich dann in der Schule an. Dort wurde das ganze dann relativiert, es wäre wohl ein Mißverständnis von Seiten meines Sohnes gewesen, etc. die Strafarbeit erfolgte angeblich nur, weil er Arbeitsmaterialien der Schule zweckentfremdet hätte. Der Punkt war für mich ja auch nachvollziehbar. Jedenfalls wurde mir versichert, es wäre ansonsten nichts drastisches geschehen, wäre man von rechtsradikaler Gesinnung usw. ausgegangen, hätte man mich von Seiten der Schule umgehend angerufen, nochmals: alles ein großes Mißverständniss!
Das teilte ich meinem Sohn dann auch so mit, trotzdem liess er sich nicht beruhigen. Am vergangenen Freitag, also am folgenden Tag blieb er ohne unser Wissen einfach der Schule fern. Und auch gestern ging er nicht mehr hin. Ich bekam das gestern auch nur durch einen dummen Zufall raus, weil ich etwas eher von der Arbeit zurück kam, bevor er sich in die Wohnung seiner Schwester verkrümeln konnte. Wir sind wirklich keine hyperstrengen Eltern und haben viel Verständnis, aber ich war natürlich nicht begeistert über dieses Schwänzen und sagte das auch. Und da ging ein wahres Drama los.
Fakt ist, der Junge wird freiwillig nie wieder einen Fuß in diese Schule setzen. Das Vorkommnis vom Donnerstag war nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Er heulte wie ein Schlosshund und erzählte etliche Dinge, die mich selbst zum heulen brachten. Auch jetzt stehen mir wieder die Tränen in den Augen. Vom ersten Tag an ist er auf dem Weg vom Bahnhof zur Schule von mehreren Schülern einer anderen Schule in der Nähe verbal und körperlich drangsaliert worden. Er bekam Kopfnüsse, ihm wurden die Beine weggekickt, A...tritte, etc.
Von den Klassenkameraden wurde er nur hintenrum gehänselt und vera..., die Lehrer kanzelten ihn ab, wenn er etwas nicht wusste (die andern können das doch auch!) und schlussendlich dann der letzte Donnerstag. Und er hat es einfach nicht geschafft, sich zur Wehr zu setzen.
Ich hab meinen Jungen noch niemals im Leben so verzweifelt weinen gesehen. Was hat er sich gefreut im Mai, dass er nun doch auf "seine" Schule gehen durfte. Und jetzt so ein Elend. Ich könnte schon wieder heulen. 🙁
Tja, heute habe ich erstmal bei der Berufsberatung angerufen und wir bekommen ganz kurzfristig diese Woche noch einen Termin. In der alten Schule habe ich noch nicht angerufen, ich bin einfach noch zu aufgewühlt und möchte das was ich zu sagen habe auch nachdrücklich zu Gehör bringen können, nicht mit erstickter Stimme.
Ob wir die Möglichkeit eines Schulwechsels haben werden, scheint im Moment weniger der Fall zu sein, da das neue Schuljahr ja bereits seit 4 Wochen läuft. Ausbildungsplatz sieht auch schlecht aus, erst recht nur mit Hauptschulabschluss.
Ja, so sieht´s im Moment aus, von der großen Hoffnung und Freude meines Sohnes ist nichts geblieben.
Vielleicht möchte jemand hier ja seine Meinung dazu kundgeben, Rat wird wohl kaum möglich sein, denn ändern können wir an dieser besch... Situation eh nichts mehr.
Viele Grüße
Heute muss ich mich hier mal ausweinen. Und das trifft es im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe wirklich Tränen in den Augen.
Es geht um meinen Sohn. Er ist letzten Monat 16 Jahre alt geworden. Er ist ein lieber, fröhlicher, umgänglicher Junge, der nie Probleme hatte, Anschluss zu finden und ist überall sehr beliebt. Wir hatten nie Ärger mit ihm, er geht jedem Streit aus dem Weg, ist nicht frech oder aufmüpfig. Einziges Manko ist, dass er sehr unsicher und schüchtern ist, wenn er mit fremden Menschen zu tun hat. Und ich denke mal, darin liegt unser Problem begraben, welches ich im Folgenden nun mal erläutern will:
Mein Sohn hat im Mai die Hauptschule mit einem guten Abschluss beendet. Anfang des Jahres hatte er sich bei der Berufsschule beworben für eine 2-jährige Schule mit Schwerpunkt Technik und Erlangung des Realschulabschlusses. Zunächst bekam er eine Absage und war am Boden zerstört. Doch Anfang Mai, als er auf der Abschlussklassenfahrt war, erhielten wir Bescheid, dass er nun doch angenommen werden würde, da jemand abgesprungen war. Meine Güte, was hatte er sich da gefreut, als ich ihn anrief und es ihm erzählte. Er war selbst die ganzen Ferien durch noch total begeistert, zumal er als einziger aus seiner Schule dort angenommen wurde, da er die Voraussetzungen erfüllte. Nicht einmal die lange Zugfahrt morgens und nachmittags schreckte ihn.
Nun ja, nach den Ferien ging es also in der neuen Schule los. Doch von Anfang an liess seine Begeisterung mit jedem Tag nach. Er kannte keinen einzigen dort, weil er als einziger aus seiner Schule dort angenommen worden war. Seine Klassenkameraden kennen sich alle aus der alten Schule, alles Realschüler ohne Abschluss.
Immer häufiger sagte er uns, dass er "es nicht packen" würde, fragte uns bei den Hausaufgaben um Hilfe. Dabei stellte sich heraus, dass dort Wissen vorausgesetzt wurde, dass er als Hauptschüler gar nicht haben konnte. Die Lehrer machten dann wohl häufiger auch "Sprüche" über ihn, wenn er nachfragte oder um Erklärung bat. Weil er sehr schüchtern Erwachsenen gegenüber ist, traute er sich dann gar nicht mehr, die Lehrer zu fragen. Hinzu kam, dass die Mitschüler sich dann über den "Hauptschüler" lustig machten. Im praktischen Unterricht dagegen kam er gut zurecht.
Auch klagte er des öfteren, dass er auf dem Weg zwischen Bahnhof und Schule von fremden Jugendlichen belästigt werden würde. Dies liess er aber immer nur nebenbei einfliessen und zunächst machten wir uns keine Gedanken darüber.
Letzten Donnerstag kam es dann aber beim praktischen Lötunterricht zu einer sehr schlimmen Situation, als mein Sohn seine Lötarbeit beendet hatte und aus Langeweile aus Lötzinnresten einen Stern formte (er war halt schon immer sehr kreativ 😉 ) Er hatte sich nichts böses dabei gedacht und den Stern auch offen auf seinem Platz liegen. Das sah der Lehrer und beschuldigte ihn einen Wurfstern hergestellt zu haben. Mein Sohn stammelte dann, dass er keinen Wurfstern gemacht hatte, sondern einfach so einen Stern, ein Symbol halt. Daraufhin mokierte sich der Lehrer über die Sweatjacke meines Sohnes, auf der ein Tribalemblem aufgestickt ist und unterstellte rechtsradikale Symbolistik. Ich meine, hallo die Jacke ist eine 08/15 Jacke von Kik!!! Wäre mir neu, dass Kik Jacken mit nationalsozialistischen Symbolen verhökert!
Wie auch immer, er bekam eine einseitige Strafarbeit auf, in welcher er die Werkstattregeln erläutern sollte. Da ihm das ganze ziemlich an die Nieren gegangen war und ich auch ziemlich verärgert wegen der Jackenbemerkung war, rief ich dann in der Schule an. Dort wurde das ganze dann relativiert, es wäre wohl ein Mißverständnis von Seiten meines Sohnes gewesen, etc. die Strafarbeit erfolgte angeblich nur, weil er Arbeitsmaterialien der Schule zweckentfremdet hätte. Der Punkt war für mich ja auch nachvollziehbar. Jedenfalls wurde mir versichert, es wäre ansonsten nichts drastisches geschehen, wäre man von rechtsradikaler Gesinnung usw. ausgegangen, hätte man mich von Seiten der Schule umgehend angerufen, nochmals: alles ein großes Mißverständniss!
Das teilte ich meinem Sohn dann auch so mit, trotzdem liess er sich nicht beruhigen. Am vergangenen Freitag, also am folgenden Tag blieb er ohne unser Wissen einfach der Schule fern. Und auch gestern ging er nicht mehr hin. Ich bekam das gestern auch nur durch einen dummen Zufall raus, weil ich etwas eher von der Arbeit zurück kam, bevor er sich in die Wohnung seiner Schwester verkrümeln konnte. Wir sind wirklich keine hyperstrengen Eltern und haben viel Verständnis, aber ich war natürlich nicht begeistert über dieses Schwänzen und sagte das auch. Und da ging ein wahres Drama los.
Fakt ist, der Junge wird freiwillig nie wieder einen Fuß in diese Schule setzen. Das Vorkommnis vom Donnerstag war nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Er heulte wie ein Schlosshund und erzählte etliche Dinge, die mich selbst zum heulen brachten. Auch jetzt stehen mir wieder die Tränen in den Augen. Vom ersten Tag an ist er auf dem Weg vom Bahnhof zur Schule von mehreren Schülern einer anderen Schule in der Nähe verbal und körperlich drangsaliert worden. Er bekam Kopfnüsse, ihm wurden die Beine weggekickt, A...tritte, etc.
Von den Klassenkameraden wurde er nur hintenrum gehänselt und vera..., die Lehrer kanzelten ihn ab, wenn er etwas nicht wusste (die andern können das doch auch!) und schlussendlich dann der letzte Donnerstag. Und er hat es einfach nicht geschafft, sich zur Wehr zu setzen.
Ich hab meinen Jungen noch niemals im Leben so verzweifelt weinen gesehen. Was hat er sich gefreut im Mai, dass er nun doch auf "seine" Schule gehen durfte. Und jetzt so ein Elend. Ich könnte schon wieder heulen. 🙁
Tja, heute habe ich erstmal bei der Berufsberatung angerufen und wir bekommen ganz kurzfristig diese Woche noch einen Termin. In der alten Schule habe ich noch nicht angerufen, ich bin einfach noch zu aufgewühlt und möchte das was ich zu sagen habe auch nachdrücklich zu Gehör bringen können, nicht mit erstickter Stimme.
Ob wir die Möglichkeit eines Schulwechsels haben werden, scheint im Moment weniger der Fall zu sein, da das neue Schuljahr ja bereits seit 4 Wochen läuft. Ausbildungsplatz sieht auch schlecht aus, erst recht nur mit Hauptschulabschluss.
Ja, so sieht´s im Moment aus, von der großen Hoffnung und Freude meines Sohnes ist nichts geblieben.
Vielleicht möchte jemand hier ja seine Meinung dazu kundgeben, Rat wird wohl kaum möglich sein, denn ändern können wir an dieser besch... Situation eh nichts mehr.
Viele Grüße