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Mitbewohnerin schreit ihren Partner jeden Tag an

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Gastttt

Gast
Hallo Hilferuf,

in meinem Wohnhaus wohnt eine Frau mit Partner (eventuell auch Kind, aber ich weiß noch nicht genau welche Frau/ welche Wohnung) die jeden Tag ihren Mann/ Freund anschreit.

Es fängt meistens um 7 Uhr an, wiederholt sich manchmal Mittags und am Abend. Die Salven dauern 20 bis 40 Minuten, sie können aber nach kurzen Pausen hintereinander ablaufen.
Das fing schon vor Weihnachten letztes Jahr an. Ich habe es ignoriert weil ich vermutet habe, dass sich ein Pärchen halt in einer schwierigen Phase befindet. Als ich nach Weihnachten aus den Semesterferien zurück in meine Wohnung gekehrt bin, ging das Geschrei schon wieder los. Sie muss auch während meiner Abwesenheit jeden Tag geschrien haben.

Sie schreit so laut, dass es im Treppenhaus hallt und ich kann es in meiner Wohnung in jedem Zimmer deutlich hören. Ihre Stimme überschlägt sich und sie hört sich jedesmal an, als wäre sie nervlich am Ende, es ist eine Mischung aus Anklagen und Heulen, manchmal tendiert sie eher zu blanker Wut. Ab und zu knurrt sie wie ein Dämon und wenn ihre Phase zu Ende ist, hustet sie, ich vermute mal, dass sie nach dem Kreischen Halsschmerzen hat. Selten höre ich auch Krach, es ist möglich, dass sie manchmal Gegenstände wirft, Türen knallt oder einmal hörte es sich an, als hätte sie ein Regal umgeworfen. Ab und zu ist ihr sehr erbärmliches weinen zu hören.

Gestern bin ich ins Treppenhaus gegangen, um eventuell verstehen zu können, was sie schreit. Das meiste kann ich vom Wortlaut her nicht verstehen. Im Treppenhaus war es lauter, als ich vermutet hätte. Ich konnte dennoch nur Wortfetzen verstehen. Alles was ich verstanden habe, waren Beleidigungen und Vorwürfe. "Du *rschl*ch, du bist wie alle anderen (...) Du hast mir das Herz gebrochen! (...) Du bist widerlich, einfach nur widerlich".

Ich habe eine Vertrauensperson im Wohnhaus, die für ein kleine Spende unsere Hausordnung ganz übernimmt. Ich werde heute mit ihr über die Sache sprechen, auch wenn es eine ziemlich unangenehme Angelegenheit ist.
Was soll man da schon machen? Offensichtlich missbraucht sie ihren Partner verbal, so sehe ich das. (Ihn hört man meistens gar nicht, wenn, dann klingt er defensiv). Es sieht aus, als wäre er zu feige, die Beziehung zu beenden oder glaubt, er könnte ihr noch helfen. Und höchst wahrscheinlich ist die Dame psychisch krank. Oder besessen, falls man daran glaubt.

Hat von euch schon mal jemand etwas ähnliches erlebt? Wenn ja, wie ist die Sache verlaufen?

Grüße
 

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Kylar

Sehr aktives Mitglied
Naja, mit psychischen Krankheiten andichten, wäre ich vorsichtig.
Nicht jeder der den Partner so terrorisiert , ist psychisch krank.
Ich würde mich darauf konzentrieren, sollte dieses Geschrei wirklich jeden Tag mehrere Stunden sein, die Polizei wegen Lärmbelästigung anzurufen bzw um die mal gucken zu lassen, was da abgeht. Wenn sie mit Sachen um sich schmeißt und denn Partner so verbal angeht, dann könnte es auch sein dass sie handgreiflich wird. Von häuslicher Gewalt können auch Männer betroffen sein, die sich leider oft nicht weiterzuhelfen wissen.
Wenn auch noch ein Kind beteiligt sein sollte, dann solltest du die Polizei da erst recht mal vorbeischicken, wenn so ein Schreianfall mal wieder losgeht. Auch wenn der Mann vielleicht irgendwas verbockt hat, solle die Frau sich so weit im Griff haben, dass sie nicht jeden Tag hysterisch das Haus zusammenschreit und mit Sachen wirft. Aus so einer Umgebung sollte man das Kind herausholen (wenn denn ein Kind da ist).
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Was innerhalb der Partnerschaft ab geht wirst du nicht ändern können, aber gegen die Lärmbelästigung kannst und solltest du vorgehen.
Ich würde es erst einmal mit einem Gespräch versuchen, hilft das alles nichts dann solltest du den Vermieter kontaktieren und ihm zu verstehen geben das du geneigt bist sollte der Krawall nicht ein Ende haben die Miete zu mindern.

Die Polizei holen ist auch eine gute Möglichkeit um der "Dame" klar zu machen das sie nicht alleine auf diesen Planeten wandelt, und für dich um die Mietminderung durch zu bekommen.

Aber Beziehungstechnisch wirst du da nichts ausrichten können, leider, außer du wirfst mal eine Telefonnummer eines guten Eheberaters und Therapeuten in den Briefkasten, so als Wink mit dem Zaunpfahl.
Was die Mietminderung angeht, so kannst und solltest du dich bei dem Mieterschutzbund kundig machen, die Beiträge sind erschwinglich und brauchen tut man die Leute bestimmt öfters als nur einmal im Leben, es ist also kein rausgeschmissenes Geld.
 
Zuletzt bearbeitet:

SternSucher

Aktives Mitglied
Solch ein Pärchen hatten wir bei uns im Haus auch mal über ein 3/4 Jahr.
Irgendwann ist ein Mieter von ganz unten nach oben gelaufen und hat überall gefragt, ob sie zusammen mal nachschauen sollen. Mit einer Gruppe von 5 Leuten, sind die dann hochgegangen und konnten Ihn grade noch davon abhalten Sie wiederholt grün und blau zu schlagen, dann haben wir natürlich die Polizei gerufen.
Der Mann hatte gigantische Agressionsbewältigungs-Probleme und hatt die Frau andauernd in der Wohnung eingeschlossen, wenn Er mies drauf war. Aber jedes Mal, wenn Er sich entschuldigte, hatt sie ihm alles verziehen.

Ich will damit jetzt kein Horrorbild zeichnen (füht sich etwas so an, verzeihung),
aber ich will damit sagen, dass sich dabei mehr abspielen kann, als man durch den Hall im Treppenhaus hört.

Wir haben ein sehr gutes verhältnis mit den anderen Menschen im Haus, wenn das bei euch nicht so ist, solltet ihr euch direkt an die Polizei wenden. Wenn auch nur um nach dem Rechten zu schauen.

Viel Erfolg
gez.
SternSucher
 
G

Gast

Gast
Da kannst du wenig machen, solange es verbal bleibt.
Das Grundgesetz und Strafrecht enthält keine Paragraphen für den verbalen Umgang unter Eheleuten.
Nur die Hausordnung und Lärmschutz Verordnung greift da.
Selbst Kinderlärm ist auszuhalten bis zu einem gewissen Umfang.
Die normalen Wohngeräusche anderer Mieter sind in einem Mietshaus hinzunehmen; hierzu gehören auch Geräusche, die von Kindern der Mieter ausgingen.
Die Pflichten der Mieter im Hinblick auf Lärmverursachung und Lärmvermeidung umschrieb auch das Landgericht München in einem Urteil aus dem Jahr 1990 genau und ausführlich, andere Gerichte haben ähnlich entschieden:
Nach den Grundsätzen im Mietrecht dürfen durch die Nutzung der Wohnung nicht die Belange anderer Mieter mehr als unvermeidbar beeinträchtigt werden.
Unwesentliche Beeinträchtigungen müssen die Mieter gegenseitig akzeptieren.
Man bezeichnet dies als den privatrechtlichen Immissionsschutz ( § 906 BGB).
Gegen den jeweiligen Verursacher stehen sowohl dem Eigentümer/Vermieter als auch dem Mieter Abwehransprüche gegen den Verursacher zu (§§ 862, 907, 1004 BGB).
Es empfiehlt sich, sich in Fällen einer Beeinträchtigung bei dem Verursacher schriftlich zu beschweren, wobei er gleichzeitig zur Unterlassung aufgefordert werden sollte.
Bringt dies keine Abhilfe empfiehlt es sich dem Vermieter durch eine ensprechende Beschwerde Mitteilung zu machen und Ihn aufzufordern, gegen den Verursacher vorzugehen, um so Abhilfe zu schaffen.
Der Vermieter hat durch das Mietrecht weitergehende rechtliche Möglichkeiten, denn nur kann die Wohnung des Verursachers bei entsprechenden Beschwerden der Mitmieter kündigen.
Das Abstellen von Lärm (Lärmquelle im Haus selbst) gehört nicht zu den polizeilichen Aufgaben.
Die Polizei kann nur in dringenden Fällen - wenn anderweitig keine Hilfe erlangt werden kann - vorläufig eingreifen und Streitigkeiten schlichten, d.h. gegen einen Lärm verursachenden Mitmieter entsprechend vorzugehen, um zu schlichten und um Ruhe herzustellen.
 
G

Gastttt

Gast
Erstmal dankeschön für die vielen, schnellen Antworten!

Beziehungstechnisch ist da wohl nichts zu machen und ich maße es mir auch nicht im Geringsten an, als fremder Mitbewohner die Partnerschaft von zwei Menschen zu reparieren. Dennoch sehe ich das Verhalten der Frau eindeutig als Missbrauch. Seit Monaten kreischt sie den Mann jeden Tag aus voller Lunge an, er ist extremen Stress ausgesetzt. Außerdem ist es eine Demütigung, dass inzwischen jeder im Haus mitbekommt, wie er zur Schnecke gemacht wird. Selbst wenn er einen Fehltritt gemacht haben sollte (Seitensprung etc.) sollte das nach Monaten schon weit genug geklärt sein, dass nicht das ganze Haus auf den Kopf gestellt werden muss. Oder die Frau soll sich doch endlich trennen, wenn der Typ wirklich so schlimm sein soll.

Es scheint eine gute Idee zu sein, die anderen Bewohner des Hauses mal zusammen zu trommeln, um gemeinsam der Sache auf den Grund zu gehen. Von dem, was ich bisher mitbekommen habe, messe ich der Frau ein hohes Gewaltpotenzial zu. das Risiko einer Auseinandersetzung werde ich mir um jeden Preis sparen.

Neben Lärmbelästigung ist gegebenenfalls auch das Kind der Frau meine Sorge. Wir haben ein junges Pärchen mit Baby Haus, sie zahlen mir Untermiete für mein Kellerabteil. Ich habe dieses Pärchen im Verdacht, weiß ja noch nicht genau, wer hier den Lärm macht. Ich werde mich aber noch heute bemühen, es herauszufinden und entscheide später, wie ich weitermache.
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Erstmal dankeschön für die vielen, schnellen Antworten!

Beziehungstechnisch ist da wohl nichts zu machen und ich maße es mir auch nicht im Geringsten an, als fremder Mitbewohner die Partnerschaft von zwei Menschen zu reparieren. Dennoch sehe ich das Verhalten der Frau eindeutig als Missbrauch. [...]
Das kannst du auch tun, mehr allerdings auch nicht. Offenbar liegt bei dem Mann ein hochgradiges Abhängigkeitsverhältnis vor, anders kann man sich seine Duldsamkeit nicht erklären und in dem Fall wird es ganz schwer. Wenn du Pech hast, dann stellt er sich noch demonstrativ auf die Seite seiner Frau und du hast die Brille auf, alles schon erlebt.
Du wirst froh sein können wenn du die Lärmbelästigung eingedämmt bekommst.
 
G

Gasttt

Gast
Ich bedanke mich abschließend für all die wertvollen Anregungen, die ich hier erhalten habe.

Für die Neugierigen schreibe ich hier noch, was ich herausgefunden habe.

Ich habe mich eben mit meiner Nachbarin und Vertrauensperson unterhalten und wie es sich herausstellt, handelt es sich nicht mal um eine Mieterin. Die Krachmacherin ist die alkoholabhängige "Freundin" eines Mitbewohners. Seit Jahren versöhnen sie sich abwechselnd nach einem Seitensprung seinerseits und gehen wieder im Streit auseinander. Sie trinkt bei ihm Vodka oder kommt von vorneherein besoffen zu seiner Wohnung und macht dann einen Aufstand.

Meine Nachbarin hat schon vor Monaten die Polizei geholt aber sie können nichts machen.

Meine persönliche Meinung zu dem Mieter und seiner Freundin spare ich mir an dieser Stelle. Ich bin froh, dass mir mein Schicksal bessere Karten in die Hand spielt.

Grüße
 
G

Gast

Gast
Es scheint eine gute Idee zu sein, die anderen Bewohner des Hauses mal zusammen zu trommeln, um gemeinsam der Sache auf den Grund zu gehen.
Nee, schlechte Idee! Das geht Euch nichts an, und da werdet Ihr auch nichts bewirken. Das sind erwachsene Menschen. Ihr könnt eher gemeinsam ein Schreiben an den Vermieter aufsetzen, dass Ihr als Nachbarschaft Euch durch das Rumgebrülle sehr gestört fühlt.


Ruf die Polizei. Immer und immer wieder. Sag, dass Du lauten Streit hörst und Dir Sorgen machst, dass da jemand verprügelt wird. Dann wird da wohl was passieren.

Ich empfehle auch ein Lärmprotokoll, am besten sollten das auch andere Nachbarn führen. Schreib auf, welche Art Lärm, wann, und wie lange. Und dann schreibt den Vermieter mal an, dass Ihr diesen Zustand nicht länger hinnehmen möchtet.
 

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