Ist aber nicht genau das, bzw. das Kaufen bei Rücksetzern, eine Form der Gewinnmaximierung?
Bei Rücksetzern ja - zumindest wenn du an den langfristigen Trend glaubst.
Was ich meinte, ist das was du jetzt gemacht hast:
Meine Silberposition hat sich etwas gerappelt. Sind jetzt nicht mehr 30 % Verlust, sondern nur noch 20 %. Na ja, mal schauen, wie das weitergeht. Das Jahr ist ja noch lang. Interessanter ist aber eigentlich, wie das in 4 oder 5 Jahren aussieht.
Hab' halt direkt in den Hype reingekauft - Exit-Liquidität und so. Sollte man eigentlich nicht tun.
Ich versuche nicht in Hypes rein zu kaufen.
Natürlich kann das gut gehen, aber die potenzielle Fallhöhe ist riesig und ich versuche eher VOR Hypes zu kaufen.
Man konnte in den Jahren 2020 und fortfolgenden ahnen, dass Gold und Silber aufgrund expansiver Geldpolitik irgendwann anzieht. Wie bei vielen Dingen, war ich zu vorsichtig und hatte nur auf 8% Gold als Depotanteil erhöht.
Stand heute würde ich einen Blick auf Bitcoins werfen nachdem diese 30% an Wert verloren. Das Hauptargument für die Goldkäufer aktuell ist die langfristige Entwertung von Fiat-Währungen, insbesondere des Dollars, der früher als stabile Leitwährung galt. Kryptos sind in Börsencrashes ein gefährliches Asset, aber wenn die FIAT Angst das treibende Argument bleibt und es nicht crasht, folgen vielleicht Kryptos auf Gold und Silber.
Auch REITS haben durchaus immer noch Potenzial wenn man davon ausgeht, dass FIAT Währungen entwerten und Notenbanken zugunsten der Schuldenbekämpfung die Zinsen eher senken werden. Schau dir an wie bescheiden der iShares US Property Yield UCITS ETF (A0LEW6) in den letzten Jahren gelaufen ist.
Ich persönlich habe inzwischen aber auch einen erheblichen Teil Liquidität aufgebaut und warten auf Crashes oder Chancen wie beim "Trump Zollstreit" Anfang 2025. Damals hatte ich einen Euro Stoxx ETF gekauft (heute Plus 35%) und einen MSCI ETF (Heute Plus 49%). Natürlich war ich wieder mal zu defensiv und habe zu wenig gekauft, aber statistisch ploppen solche Chancen alle 12-24 Monate auf, also kräftige Rücksetzer. Vor allem dann spannend wenn ALLES (der globale Markt) Wert verliert, obwohl man erkennen kann, dass das Problem wie beim "Trump Zollstreit" zwar alle betrifft aber Regionen wie die EM und Europa nicht so stark wie die USA.
Rücksetzer kaufen, ja, aber dabei versuchen die
unbegründeten Rücksetzer zu identifizieren.
Für mich als Long-Investor sind deswegen Aktien Märkte per se die interessanteren Assets, während ich Gold, Krypto und co kurzfristiger sehe.
Für deinen aktiveren Ansatz mögen aber diese kurzfristigen Trends aber genau das interessante sein. Einen Gold-Trend reiten solange es geht, konsequent Rücksetzer kaufen aber dann auch rechtzeitig wieder raus.
Ich mache es wie gesagt fast umgekehrt. Mein Depot hat den Spitznamen "Drachen Depot", mit dem Slogan
"Wenn ein Drache steigen will, muss er gegen den Wind fliegen".
Antizyklisches Kaufen statt Trendfolge, Investieren wenn Andere verkaufen, Kaufen wenn Medien und Finanzexperten davon abraten, tendenziell eher Value statt Hype, langsam dafür beharrlich statt schnellem Gewinn.
Rückblickend ist mein größter Erfolg, dass ich große Fehler und harte Einbrüche vermieden habe. Ein Depot mit minus 30% ist unschön aber es läuft weiter. Ein totes Pferd, läuft jedoch nicht mehr....