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Mit 44 zu alt?

  • Starter*in Starter*in Waldmänchen
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W

Waldmänchen

Gast
Hallo.
Ich habe nach einer Bandscheiben-op ärger in der Arbeit. Habe aber schon vor der Op versucht was anderes zu finden.
Bisher habe ich gut 30 Bewerbungen geschrieben und erst 3 Vorstellungsgespräche gehabt. Bei diesen Gesprächen habe ich 2 mal erwähnt, dass ich an den Bandscheiben operiert worden bin. Seither habe ich nur Absagen. Es heißt immer, dass es Bewerber gibt, die besser zur Stellenbeschreibung passen. Komisch ist nur, dass die selbe Anzeige eine Woche Später wieder ausgeschrieben ist. Gehört eigentlich angezeigt solche Betriebe. Wegen Diskriminierung.
Ich habe ein bewegtes Arbeitsleben. Zum einen weil ich in einigen Betrieben gemobbt worden bin, wegen meines Herzfehlers, zum anderen, weil ich einige Schicksalsschäge durchlebt habe, und mich da um mein behindertes Kind kümmern musste. Es war bisher immer eine verzwickte Situation mit Beleidigungen aus der Chefetage gegenüber mir und meiner Familie. Ich möchte so gern eine Anstellung, die Spaß macht und bei der ich in Rente gehen kann. Der Verdienst sollte such stimmen. Habe bei der momentanen Position auf 500 € Gehalt verzichtet, um diese zu bekommen. Wir brauchen dies aber.seit einem Jahr bringen wir fast nichts auf die Seite.
Ich möchte auch beim Lebenslauf und beim Vorstellen nur die Wahrheit sagen. Ich denke dass viele ein Problem mit meinem behinderten Kind haben. Das hab ich mittlerweile bemerkt, dass da Reaktionen beim gegenüber passieren. Hab dafür mittlerweile ein Gespür bekommen. Auch beim Gehalt ist es auch so.
So langsam kommt Verzweiflung auf. Ich bin auch schon bei mehreren privaten Arbeitsvermittler bzw. Engineering Firmen registriert, aber das kann dauern. Jeder sucht nur noch Universität und Hochschule, sogar für Berufe, die vor 10 Jahren noch eine Lehre reichte. Auch wollen die Betriebe Leute haben, die die Position sofort beherrschen. Da Jammern sie immer wegen Fachkräftemangel, tun aber nichts mehr dafür. Ich bin momentan so wütend, enttäuscht und verzweifelt in einem. Vom Arbeitsamt will ich erst gar nicht reden, da diese Institution für mich fehl am Platz ist. Die helfen einem auch nicht mehr.
 

Hallo Waldmänchen,

schau mal hier: Mit 44 zu alt?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Mein erster Eindruck:

Du stellst Einschränkungen zu sehr in den Vordergrund. Familiäre Verpflichtungen und körperliche Einschränkungen gehen den potentiellen Arbeitgeber nichts an und er will das auch nicht hören. Sagen musst und solltest Du sowas nur, wenn es sich konkret auf die Ausübung der ausgeschriebenen Tätigkeit auswirkt. Und dann kann man mit Recht hinterfragen, ob die Stelle überhaupt für Dich geeignet ist.

Mein Tipp wäre: Deine Bandscheibe ist in Ordnung? Dann erwähne sie nicht. Dein Kind ist normalerweise versorgt? Dann erwähne es und seine Behinderung nicht über das übliche Maß hinaus.

Versteh mich nicht falsch, Du sollst nichts verstecken und auch nicht unehrlich sein. Aber jede Information nur dort, wo sie auch angebracht ist. Oder erzählst Du einer neuen Flamme von Deinen Erfahrungen mit Geschlechtskrankheiten oder von Phasen der Impotenz?
 
Mein erster Eindruck ist ähnlich dem von weidebirke.

Wie läuft denn bei dir ein gewöhnliche Vorstellungsgespräch ab?

In der Regel solltest du das Gespräch nicht zu sehr in Richtung deiner privaten Situation lenken. Es wundert nicht, dass die Gegenüber so reagieren, wenn du den Fokus vielleicht zu sehr aufs Private legst.

Versuche, dass du beim Vorstellungsgespräch deine persönliche/familiäre Situation nicht so in den Vordergrund stellst. Du kannst zum Beispiel so einsteigen: "Mein Name ist XY, ich bin 44 Jahre jung, verheiratet und habe einen Sohn im Alter von X Jahren". Danach gehst du direkt zu deinem beruflichen Werdegang über. Denn das ist das, was deinen Gegenüber am meisten interessiert. Er sucht einen Mitarbeiter, der entsprechende Qualifikationen und Erfahrungen mitbringt.

Sollte dich deine Bandscheiben-OP im Job nicht einschränken, gibt es keinen Grund das zu erwähnen. Sollte es dich einschränken, ist es wohl nicht mehr der richtige Beruf für dich. Falls du denkst, dass du Probleme bekommen solltest, falls du wegen einer weiteren OP mal ausfällst...das ist ein Risiko, dass dem Arbeitgeber bewusst ist und das er bei jedem Arbeitnehmer eingeht. Mit zunehmendem Alter steigt nun mal auch das Ausfallrisiko, was allerdings nicht heißt, dass du "zu alt" bist, wie du es denkst.

Fokussiere dich auf das was für den Job wichtig ist. Erzähle ihn von deiner Ausbildung, eventuelle Weiterbildungen, Firmen und Positionen in denen du gearbeitet hast, etc. Versuche dich dabei auf die ausgeschrieben Stelle zu beziehen, d.h. Abschnitte in deinem Arbeitsleben, die eher weniger mit der Stelle zu tuen haben können nur leicht angeschnitten werden, während du dein Hauptaugenmerk auf die Abschnitte richtest, die für die Stelle von zentraler Bedeutung sind.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Jobsuche.
 
Danke an die Antworten.
Ich erwähne meine Bandscheiben-op nicht mehr. Nur, dass ich mal in Österreich gearbeitet habe und wegen einer Fehlinformation einer Krankenkasse wegen Pflegebezüge Schwierigkeiten hatte. Weil diese kurze Zeit in meinem Lebenslauf so steht. Sonst erwähne ich nichts weiters wegen meinem behinderten Kind. Aber ich denke es reicht schon dieses. Man merkt, dass man da abgestempelt wird und wenn man noch so gute Vorraussetzungen hat.
Es wird immer schwieriger Arbeit zu finden. Keiner will mehr gerechte Löhne bezahlen und Erfahrungen zählen anscheinend auch nicht mehr. Ich denke es ist auch die Mentalität der Firmen so geworden, dass sie lieber jüngere suchen, die nicht so lange im Betrieb sein wollen, weil man sich von denen leichter trennen kann. Und was mir noch auffällt, daß in Gegensatz zu Norwegen, Singles der Vorzug gegeben wird.
Das hab ich sogar malen einer Zeitschrift gelesen, in der Personaler ausgepackt haben. Die haben auch gesagt, dass dies alles auch politisch gelenkt wurde und das alles seit 2003 so ist, wo zuerst die SPD und dann eben die Merkel dran kam. Beide Regierungen haben mehr für die Industrie bzw. AG die Gesetze geändert, siehe gelockerter Kündigungsschutz sowie ausländische Facharbeiter ( die verlangen weniger als ein Deutscher)
 
Mein Eindruck ist, dass du mit einer Menge Wut durch das Leben gehst.
Auch diese Wut und die Enttäuschung, die du ausstrahlst, merken Arbeitgeber. Gehe selbstbewusst und optimistisch in die Gespräche - nicht mit der Ausstrahlung, die du hier zeigst.
Versuche zudem an deiner Artikulation zu arbeiten. Dein Text zeugt arg von geringer Contenance.

Alles Gute!
Gretta
 
Mein Eindruck ist, dass du mit einer Menge Wut durch das Leben gehst.
Auch diese Wut und die Enttäuschung, die du ausstrahlst, merken Arbeitgeber. Gehe selbstbewusst und optimistisch in die Gespräche - nicht mit der Ausstrahlung, die du hier zeigst.
Versuche zudem an deiner Artikulation zu arbeiten. Dein Text zeugt arg von geringer Contenance.

Alles Gute!
Gretta

Ich habe leider ähnliche Erfahrungen machen müssen wie die TE und es erschüttert mich zu lesen das sich in den letzten 20 Jahren daran nichts, aber auch gar nichts geändert hat und da kann man nun mal schlecht nur mit eingehengten Mundwinkeln durch die Gegend laufen. Obwohl ich schon weis was du meinst.🙂 Aber das fällt einem dann irgendwie immer schwerer, vor allem hängt ja auch noch was hinten dran und das beschäftigt einen schon sehr.

Und 30 Jahre Berufserfahrung bringt auch der 18 Jährige nun mal nicht mit den man hier Massenweise von woanders ankarrt, der arbeitet jedoch für viel weniger. 😉
 
Ich kenne diese Situation aus persönlicher Erfahrung heraus ebenfalls. Bei mir läuft es auf Arbeit auch schlecht.
Und da ich privat ungebunden bin, dachte ich mir dass ich diese Situation nutze und mich wegbewerbe.

Ich habe ein Studium in einem recht verbreiteten Bereich und es heißt es ja immer "Fachkräftemangel". Daher dachte ich mir, dass ich keine Probleme haben sollte. Aber bei mir hat sich inzwischen auch der Eindruck aufgedrängt, dass ich zu alt bin und der Fachkräftemangel dann doch nicht zu groß sein kann.

Ich bin teilweise schon direkt darauf hingewiesen worden, dass ich nicht mehr ganz so jung bin und in dem neuen Team ja eher die "Ältere" wäre. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mit den Ohren gewackelt. Ich bin 41 und habe erst 16 Jahr gearbeit und angeblich noch 26 Jahre vor mir. Ein paar Tage darauf habe ich von der Firma eine Absage bekommen.

In einem anderen Gespräch kam auch die Frage auf warum ich in meinem Alter nochmal wechsel möchte. Danach gab es ebenfalls eine Absage von denen.

Grüße
Andrea
 
Im Vorstellungsgespräch soll man sich ja von seiner besten Seite zeigen, da geht es ja nicht darum, wie schlecht und schwer das eigene Leben ist.

Ob du gemobbt wurdest, ein behindertes Kind hast oder sonst ein bewegtes Leben hattest, interessiert den Arbeitgeber so gar nicht. Er will DICH einstellen wegen DEINER Qualifikation und nicht um dich zu bemitleiden.

Ich sehe das genau so wie meine Vorredner: erwähne nur das, was sich auch auf deinen zukünftigen Arbeitsplatz auswirkt und lass das ganze private Drama weg.

Und das "
Nur, dass ich mal in Österreich gearbeitet habe und wegen einer Fehlinformation einer Krankenkasse wegen Pflegebezüge Schwierigkeiten hatte. Weil diese kurze Zeit in meinem Lebenslauf so steht." würde ich nicht unbedingt erwähnen, das klingt so, als ob du nicht in der Lage warst, dich um deine Bezüge zu kümmern, klingt wie 'ne Ausrede so nach dem Motto: Die Krankenkasse ist schuld...


​
 
Hallo,
...Ich möchte auch beim Lebenslauf und beim Vorstellen nur die Wahrheit sagen...
Du lügst doch nicht, wenn Du Deine Familie nicht erwähnst. Das geht den Arbeitgeber sowieso nichts an. Er schließt (wenn überhaupt) einen Vertrag mit DIR, nicht mit Deiner Familie. -- Und Deine Bandscheiben mußt Du auch nicht zur Sprache bringen. Wenn Du natürlich gleich damit "rausplatzt": aber wegen meiner Bandscheiben kann ich dies und das und jenes nicht... naja, dann brauchst Du eigentlich nicht mehr weiter reden. Suche Dir einen Job, den Deine Bandscheiben verkraften.
... Auch wollen die Betriebe Leute haben, die die Position sofort beherrschen...
Eine Einarbeitung kann vereinbart werden. Ist der AG dazu nicht bereit, war's eben der falsche. Fachlich mußt Du natürlich fit sein. -- Und zum Titel, ja es werden vorwiegend junge Männer gesucht, die weder wegen Schwangerschaft, Altersgebrechen noch wegen kranker Kinder ausfallen. Das ist die Idealvorstellung vieler AG: "der Mensch = Maschine", doch wenn dieser "Markt" "abgegrast" ist, werden sie sich wohl oder übel den "Übriggebliebenen" stärker zuwenden oder das Geschäft aufgeben oder auslagern müssen. Von Seiten der Zuwanderung ist ja da kaum Entlastung zu erwarten und an Nachwuchs mangelt es ebenfalls (branchenspezifisch) - beim Fachkräftemangel. -- Viele Grüße
 
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