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Mit 27 Studium beginnen?

Hallo liebe Community 😊

Ich hätte gerne eure ehrliche Meinung zu dem oben genannten Thema. Ich habe nach 13 Jahren Schule mit 19 Jahren das Abitur/Matura abgeschlossen und habe mich danach sofort für Jobanzeigen beworben. Ich wollte damals noch nicht studieren, da ich noch nicht wusste, welche berufliche Richtung ich anstrebe und was mein Traumjob ist. Somit hatte ich nun 6 Jahre lang immer durchgehend einen Vollzeitjob, in 2 verschiedenen Firmen und Berufsfeldern. In der ersten Firma war ich 2 1/2 Jahre lang im Kundenservice tätig und in der jetztigen Firma bin ich seit 4 Jahren im Marketing tätig. Beruflich möchte ich mich jedoch gerne verändern da ich jetzt weiß welche Richtung ich anstrebe und was mein Traumjob wäre, für die gewünschte Berufung setzt jedoch fast jede Firma einen Akademischen Abschluss voraus, sprich Bachelor oder Master.

Jetzt habe ich mich dazu entschieden, nächstes Jahr im Herbst ein Studium im gewünschten Berufsfeld im Ausland zu beginnen. Einerseits freue ich mich schon sehr darauf, andererseits habe ich im Hinterkopf, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits 27 Jahre alt bin, die meisten Studenten sind bekanntlich zwischen 19 und 25 Jahre. Ich frage mich öfter, ob ich nicht dann schon "zu alt" zum studieren bin, wenn ich das Studium abschließe bin ich bereits 30 bzw. 32 Jahre alt. Was mir auch ein wenig Zweifel gibt, sind die finanziellen Aspekte. Das Studium kostet ca. 1000 € pro Semester, ich habe zwar in den letzten Jahren viel Geld gespart und mir einen finanziellen Polster aufgebaut. Aber mir ist klar dass ich mich im Ausland selbstverständlich um eine Wohnung/Unterkunft ebenfalls kümmern muss und mich evtl. mit Nebenjobs durchschlagen um finanziell über die Runden zu kommen. Da hab ich schon etwas Angst, da ich es bis jetzt immer gewohnt war, einen Vollzeitjob zu haben und somit 1500 - 2000 € brutto monatlich zu bekommen. Jedoch bin ich in meinem derzeitigen Beruf auch nicht 100% glücklich, habe das Gefühl, mittlerweile in meiner Komfortzone zu sein und das Gefühl, ich bin "stehen geblieben". Ich kann mich in meinem jetztigen Beruf nicht mehr steigern und weiterbilden und der Beruf fordert mich mittlerweile einfach nicht mehr, ich kann nicht weiter "aufsteigen" oder etwas erreichen. Mir ist bereits länger klar, dass es auch nicht der Job ist den ich mein Lebenlang machen möchte, ich möchte mich gerne weiterbilden und somit meinen Traumjob und berufliches Ziel anstreben, dies geht aber anscheinend nur mit abgeschlossenem Studium.

Ich hätte gerne eure ehrlichen Meinungen dazu bzw. vielleicht ist jemand von euch dabei, der auch erst später zu studieren angefangen hat und damit Erfahrung hat. Danke schon mal im Voraus, bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema. 😊
 

waina

Neues Mitglied
Ich bin mir sicher, dass mit 50 du froh sein wirst, dass du studiert hast, vor allem bei der heutigen Corona Situation. Du kannst auch während des Studiums nebenbei Arbeiten gehen, habe ich auch getan. Ein Studium dauert heutzutage 3.5 Jahre Bachelor an der Hochschule oder 3 Jahre an der Uni. Wenn du fleissig am Ball bleibst, und vor allem diszipliniert bleibst, könnte es für dich mit deiner Erfahrung ein Spaziergang werden. Ich habe auch Quereinsteiger erlebt, die aus 2 Semester 1 Semester gemacht haben. Vielleicht bist du auch so eine Person. Denke positiv, selbst wenn du über 30 Jahre alt bist, wenn du das Studium abgeschlossen hast, wirst du bessere Chance haben, vor allem dein Lebenslauf gibt diverse praktische Erfahrung her, es ist ja nicht so, dass du nach Matura ein Nutzlos warst. Das werden deine zukünftige Arbeitgeber schätzen. Es wird schwer mit wenig Geld auszukommen, aber es ist machbar.
 
G

Gelöscht 55145

Gast
Ja, ich finde das auch tragisch, dass man für viele Berufe angeblich einen akademischen Grad braucht. Ich kann sowas ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Meistens werden doch viele Aspekte eines Studium in einem spezifischen Beruf dann gar nicht benötigt. Das mit den hohen Kosten eines Studium und der potentiellen Gefahr kein finanzielles Auskommen zu haben, würde mir auch missfallen.

Zu alt finde ich es jetzt nicht mit Ende 30 zu studieren. Manchmal kann man sogar noch wesentlich später anfangen, um sich beruflich umzuorientieren bspw.
 
G

Gelöscht 50913

Gast
Mit 27 bist du keineswegs zu alt. Ich habe meinen Bachelor berufsbegleitend gemacht (290€ montlich, Gesamt: 12.500€). Letzten November wurde ich damit fertig und da war ich 29. Seit März 2021 mache ich meinen Master (350€ monatlich, Gesamt: 11.000€). Im Bachelor waren viele um die 26/ 27 Jahre alt. Einige waren 33 und einer war 46! Mit dem älteren Herrn habe ich mich mal unterhalten. Seine Einstellung :"ich muss noch 20 Jahre arbeiten bis ich in Rente gehe. Es ist verdammt lange. In dieser Zeit bilde ich weiter, verdiene nach dem Studium dann mehr Geld. Gleichzeitig steigt meine Rente."

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Zeit sehr schnell vorbei geht. Ich habe mich nicht nur fachlich entwickelt, sondern auch persönlich. Ich bin z.b. sehr belastbar geworden. Über Vollzeitstudenten, die sich begklagen wie "hart" ihr Leben sei, kann ich nur lachen. Darüber hinaus geht es nichts schöneres als einen Beruf auszuüben, den man sehr gerne ausübt und Spaß dabei hat.

Ein berufsbegleitendes Studium hat auch viele stuerliche Vorteile zumindest in DE. Die Kosten (Studiengebühren) kannst in der Steuererklärung vollansetzen. Ebenfalls die Fahrtkosten (Hin- und Rückfahrt). Da du offiziell den Studenten Status hast, kannst du Tablets, Schreibtisch und andere Materialen absetzen.
Tablet kaufen 1 Jahr nutzen, von der Steuer absetzen und privat verkaufen... im nächsten Jahr ein neues Tablet kaufen & nutzen, von der Steuer absetzen und privat verkaufen... ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
G

Gelöscht 117789

Gast
Warum solltest Du zu alt sein?
Meine damalige, ungelernte Chefin , mit eigenem Betriebsanteil, hat mit über 30 noch eine Lehre absolviert, weil sie ihren Kindern zeigen wollte, dass es möglich ist und es ihr wichtig war.
Warum also nicht?
 
G

Gelöscht 118802

Gast
Zerbrich dir nicht unnötig den Kopf, das ist schon gut so, wie du es machst. Der Großteil der Studenten ist unter 25, aber es gibt einige Ausreißer nach oben und damit hat in der Erwachsenenbildung niemand ein Problem.
 
Vielen Dank für eure Antworten!

Dein Alter bringt ja nunmal auch schon einiges an Berufserfahrung mit. Du kennst bereits die Arbeitswelt. Für die meisten Jobs ist das ein totaler Pluspunkt, wenn da jemand mit Akademischem Grad + jahrelanger Berufserfahrung auftaucht. Ein erheblicher Vorteil gegenüber Absolventen, die bisher nur eine Universität von innen gesehen haben.
Daran habe ich auch tatsächlich schon gedacht, da ich dann sozusagen mehr Erfahrung gemacht habe, ich kenne die Schulwelt, die Arbeitswelt und die Uni-Welt und bin dann sozusagen nicht "frisch" aus der Uni sondern habe ja bereits mehrere Jahre Berufserfahrung.

Dafür hast du dann nach dem Studium wahrscheinlich ein angenehmeres Leben.
Da bin ich mir ebenfalls sicher. Beruflich würde ich jedenfalls dann wirklich das machen, was ich meinen Traumjob nenne und was mir Freunde bereitet.

Ich habe auch Quereinsteiger erlebt, die aus 2 Semester 1 Semester gemacht haben. Vielleicht bist du auch so eine Person.
Das habe ich tatsächlich noch nie gehört aber das hört sich super an 😀 ich war auch immer schon so ein Mensch, dass wenn ich etwas wirklich will, dass ich hart dafür arbeite und alles gebe.

Ja, ich finde das auch tragisch, dass man für viele Berufe angeblich einen akademischen Grad braucht.
Das frage ich mich tatsächlich auch oft, aber dann ist es leider nun mal so. Nach dem Studium weiß ich zumindest dass ich qualifiziert genug bin für den Job.

Einige waren 33 und einer war 46! Mit dem älteren Herrn habe ich mich mal unterhalten. Seine Einstellung :"ich muss noch 20 Jahre arbeiten bis ich in Rente gehe. Es ist verdammt lange. In dieser Zeit bilde ich weiter, verdiene nach dem Studium dann mehr Geld. Gleichzeitig steigt meine Rente."
Ich finde das irgenwie cool. Und diese Einstellung teile ich auch, ich denk mir so was sind ein paar Jahre Weiterbildung wenn ich sowieso noch mein lebenlang arbeiten muss, dann soll es schon ein Job sein der mich glücklich macht und nicht irgendein Job der mir garnicht gefällt und den ich nur mache, damit ich halt sozusagen meine Rechnungen bezahlen kann.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Zeit sehr schnell vorbei geht. Ich habe mich nicht nur fachlich entwickelt, sondern auch persönlich. Ich bin z.b. sehr belastbar geworden.
Genau das ist ebenfalls ein Gedanke, der mich dazu bewegt zu studieren, da es für einen selbst sicher ebenso eine persönliche Entwicklung ist.

Wie sieht es denn aus mit nebenberuflich den beachlor machen?
Habe ich auch schon überlegt und nach Unis gesucht, die das anbieten, also Teilzeitstudium und wo ich die gewünschte Richtung studieren kann. Jedoch habe ich leider nur unseriöse Unis gefunden, die dir zB. versprechen dass du nach 1 Jahr mit dem Bachelor fertig bist, zudem sind diese Unis auch sehr (sehr sehr) teuer und ich habe auch Erfahrungsberichte von Studenten an den besagten Unis gelesen, hier habe ich leider nur negatives gelesen, sogar teilweise dass der Bachelor dann später im Berufsleben nicht anerkannt wurde weil die Uni bekannt ist und nicht seriös und dass der akademische Grad nicht offiziell anerkannt wird. Und sowas möchte ich ebenfalls nicht. Zudem macht mich die Vorstellung glücklich, in ein anderes Land zu ziehen um zu studieren, ich wollte immer schon die Erfahrung machen, einige Jahre im Ausland zu leben um meine Komfortzone zu verlassen und etwas neues auszuprobieren. Deshalb habe ich mich auch entschieden, das Studium in einem anderen Land zu machen.
 

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