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Mit 27 noch eine Chance auf eine Ausbildung?

Paddy069

Neues Mitglied
Hallo liebe Community,

ich habe ein Problem welches mich echt ziemlich beschäftigt. Kurz zu mir, ich bin aktuell 26 und studiere Mechatronik im ersten Semester. Dieses Studium, merke ich allerdings jetzt schon, wird mich nicht glücklich machen. Daher überlege ich, auch aus gewissen Umständen in meinem aktuellen Privatleben nächstes Jahr eine Lehrer als Automobilkaufmann zu beginnen. Jetzt ist die Frage wie stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in diesem Bereich. Ich habe 2010 meine Realschule gemacht und wusste anschließend nicht in welche Richtung ich gehen soll. Habe ab da immer wieder in verschiedenen Bereichen gearbeitet um einen für mich passenden Weg zu finden. Erfolglos! 2013 entschloss ich mich dann schließlich mein Fachabi zu machen um an die Uni zu gehen. 2016 kam ich dann auf die Warteliste für ein Maschinenbaustudium. In dieser Zeit habe ich nebenher gearbeitet. 2017 war es dann soweit und ich hab mit dem Studium in Gießen angefangen. Allerdings hat sich familiär etwas verändert was mich dazu veranlasst hat die Uni zu wechseln sodass ich in Frankfurt studieren kann. Habe dann das Mechatronikstudium hier in Frankfurt begonnen. Nun merke ich aber immer mehr dass das alles irgendwie so garnicht meins ist. Ich schlafe nachts nicht gut deswegen und denke mir dass ich lieber eine Ausbildung machen möchte. Da ich durch meine Zahlreichen Jobs unter anderem bei Sixt und im Einzelhandel Erfahrungen im Umgang mit kaufmännischen Abläufen sowie Autos sammeln konnte halte ich die Wahl des Automobilkaufmannes für die Richtige. Autobegeistert war ich eigentlich schon immer. Jetzt lässt mich aber der Gedanke nicht los dass ich evtl. für eine Ausbildung in dem Bereich zu alt bin und mein Lebenslauf für die Autohersteller nicht attraktiv genug ist! Dieser Konflikt zwischen Angst davor wieder ohne da zu stehen und dem Abbruch meines Studiums nimmt mich echt heftig mit.

Ich bin 26 Jahre, verheiratet seit mittlerweile 2 Jahren und habe einen Sohn.

Für ein Paar Ratschläge wäre ich wirklich unendlich dankbar
 
Dein Lebenslauf wirkt schon sehr sprunghaft und das du 2 Jahre für ein Studium gewartet hast das dir dann doch nicht zusagt kann dir auch zulasten gelegt werden.

Versuchen solltest du es, aber du wirst den Lebenslauf erklären müssen und du solltest dir sicher sein, denn langsam brauchst du mal was abgeschlossenes.

Persönlich würde ich das studium so lange weiter machen bis du ne zusage bekommst damit du nicht noch einen umbruch im lebenslauf produzierst. Wenn du nichts bekommst kannst du so zumindest das Studium abschließen und hast was fertigs.
 
Automobilkaufmann ist kein Beruf mit Zukunft. Der Trend geht in Richtung weniger Autohäuser und mehr Internet, bzw bestellen beim Hersteller direkt. Oder willst du direkt bei den Herstellern arbeiten?

Aber natürlich hast du noch Chancen auf eine Ausbildung
 
Hallo Paddy,

ich kann dich sehr gut verstehen. Nach der Schule wird man auf den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt geworfen und soll mit 16-18 Jahren wissen, in welchem Job man die nächsten 50 Jahre arbeiten will.

Dass das sehr oft zu vielen Anläufen führt, die auch scheitern können, ist ja quasi vorprogrammiert.

Aber in einem Bewerbungsgespräch und auch in einem Anschreiben geht es immer darum, dich zu verkaufen. Du kannst aus negativen Dingen, positive Erfahrungen sammeln. Das musst du deinem Gegenüber dann nur plausibel erklären.
Du kannst im Gespräch deinem Gegenüber auch direkt den Wind aus den Segeln nehmen und das Thema direkt ansprechen: Ich habe nach der Schulzeit viel ausprobiert, weil ich für mich noch nicht den richtigen Weg gefunden hatte. Dadurch kann bei Ihnen der Eindruck entstehen, dass ich sprunghaft bin und das war ich sicherlich auch. Allerdings haben sich meine Lebensumstände geändert: ich bin jetzt verheiratet, habe einen Sohn und will meiner Familie mit einer Ausbildung eine sichere Zukunft bieten.

Mit deinen 27 Jahren bist du auch auf keinen Fall zu alt für eine Ausbildung. Im Gegenteil, als Familienvater hast du andere Motive, als ein 18-Jähriger, du bist ruhiger, trägst Verantwortung usw.Auch das sind Argumente, die du bei eventuellen Rückfragen benutzen könntest.

Ich habe das Gefühl, du bist nicht ganz überzeugt von der Ausbildung als Autohändler...weil du Autos magst, ok, kannst du ja auch in deiner Freizeit. Und weil du Erfahrungen im Handel hast - naja, Spaß kann dir das ja nicht sonderlich gemacht haben, sonst würdest du ja noch in dem Job arbeiten...

Ich fand mein Studium auch nach der Hälfte ca. ziemich lausig. Ich habe mich dann aber entschieden, es zu Ende zu machen und arbeite heute in einem ganz anderen Berufsfeld.

Mein wichtigster Tipp wäre: zieh eine Sache bis zum Ende durch. Du kannst anschließend immer noch irgendwo quer einsteigen, aber dann mit Ausbildung oder Studium in der Tasche!
Viele Grüße

Susann
 

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