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Missbraucht vor knapp 2 Jahren - Mein Körper kämpft noch, meine Seele ist schon tot..

Hallo Crushed_Soul,

schön mal wieder von dir zu hören + herzliche Gratulation zum geschafften Schulabschluss.
Falls du noch dein Abi machen willst gibt es glaube ich die Möglichkeit das per Abendschule zu machen. Meine Schwester hat das damals so gemacht, nachdem sie 2 oder 3 mal von der Schule geflogen war während ihrer "Anarchozeit".

Du wolltest Kontakt zum Täter aufnehmen? Finde ich an sich keine gute Idee..es sei denn du hast ne gute Therapie hinter dir, dein Therapeut hätte dir dazu geraten und ihr wärt ggf. zusammen hin.
Es geht hier nämlich nicht um Verstehen oder Klarheit..an sich sind die Dinge doch klar! Ein Täter fühlt sich immer im Recht..insbesondere wenn er ja nicht angezeigt und bestraft wurde! Er würde dir oder anderen ggü niemals zugeben, dass er was FAlsches getan hätte.
Als Gewaltopfer ist es immer der beste Abgrenzungsschritt den Täter anzuzeigen und seiner gerechten Strafe zuzuführen...danach kann man mal reden.
Und klar ist ja auch wohl, dass seine Mutter sich schützend vor ihn stellt. Hier solltest du dir keine große Mühe geben die von Schuld oder Unschuld zu überzeugen...es ist wichtig, dass für dich allein diese Frage glasklar geklärt ist...ist sie's nicht, wirds Zeit das mal in einer Therapie zu klären.

Was die Autoaggression betrifft kommst du auch hier nicht um eine Therapie herum. Mit dem offenbar immer noch unbewältigtem Gewalttrauma im Nacken wird der Druck bleiben und auch diese Verhaltensabnormität. Mein Rat: stell dich der Sache, egal was Eltern denken oder sagen, du bist selber in der Lage zu einer Beratungsstelle zu gehen, die dir da weiterhelfen kann. Es wäre ohnehin ratsam einen neutralen und fachkundigen Dritten ggf. auch mal zu deiner Familiensituation mit hinzuzuziehen, damit ihr ggf. da zuner Lösung finden könnt, deine Eltern dich auch mal besser behandeln und aus anderem Blickwinkel verstehen lernen.
O.K. JA ist auch ne Lösung...ich weiss ja nicht wie schlimm es bei dir zu Hause ist, auf jeden Fall solltest du das eine oder andere anleiern um deine Situation zu entspannen. Mit jemand Neutralem über alles Reden zu können würde auch den meisten Druck von dir nehmen, daher such dir rechtzeitig jemanden, bevor der Druck nicht wieder zu groß wird. Es ist prima mit Freunden etc. über seine Probs zu reden, auch über das Ritzen etc...aber deren Möglichkeiten dir da helfen zu können sind äußerst eingeschränkt...hier sollte auf jeden Fall ein FAchmann oder Fachfrau, sprich Psychologe/IN ran! Es wäre auch unfair von Freunden zu verlangen, dass die dich da therapieren sollen....wenn du ne gute Freundin sein willst, siehst du zu, dass du dich selber ausreichend um deine GEsundheit kümmerst und hier auch professionelle HIlfe in Anspruch nimmst. Das würde dich und auch deine Freundschaften sehr entlasten..auf Dauer strapaziert man nämlich mit ständiger Krankheit und v.a. dass man nix effektives dagegen unternimmt jede Freundschaft! Diesen Gedanken solltest du dir mal ein wenig durch den Kopf gehen lassen.

Ich drück dir auf jeden Fall weiterhin ganz feste die Daumen und wünsche dir viel Glück!

Liebe Grüße
Tyra
 
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Hey ihr..!

Hmm.. ja, mich gibt es noch.. naja, so gesehen bin ich da schon stolz drüber.. 😉 mh, anderes, älteres Thema..

Joa.. warum ich mal wieder da bin.. ich bin halt ein treuer Mensch.. leider auch bei dem hier..

Also allgemein gesehen läuft mein Leben eigentlich "perfekt".. meine Zukunft ist weitesgehend in meinen AUgen verplant.. oder eher so, wie ich es gerne haben würde..
Nun sind 7 Monate um.. die ich mich "tapfer" auf der neuen Schule geschlagen habe.. es war anfangs im Vergleich zu jetzt doch eine große Herausforderung für mich.. jetzt, Anfang Februar hatten wir eine 8-tägige Skifreizeit, ist es doch etwas leichter. Und auf meinem Halbjahreszeugnis hatte ich auch eine Prognose, auf der stand, dass ich, wenn meine Noten natürlich so bleiben, sehr wahrscheinlich die Qualifikation und damit die Berechtigung über den Eintritt zum Besuch der Klasse 11 erhalte!!! In 6 Monaten habe ich meinen Gesamtdurchschnitt um 0,4 verbessert!!! D.h. ich werde aller Voraussicht nach nun doch mein Abitur machen können! Auf der Gesamtschule.. und dann gucken, ob und wie ich es bis in die 13 schaffe.. 😛

Seit Oktober hat sich auch leider einiges verändert.. es gab zwei Vorfälle, die mein Leben fast wieder mal aus der Bahn geworfen hätten.. gut, teilweise haben sie das auch..
Das eine Mal war am 23. September.. und das andere Mal am 27. Dezember.. beide Male in den Ferien bzw. kurz davor.. meine Mum hatte einen epileptischen Anfall.. kam mit dem Notarzt ins Krankenhaus.. beim ersten Mal wäre ich eigentlich gar nicht zu Hause gewesen, mein Dad ebenso nicht.. denn ich war verabredet, aber hab es zeitlich nicht geschafft und blieb so zu Hause.. es war einfach schrecklich, sie so zu sehen.. und dann im Krankenhaus.. wenn es heißt innere Blutungen, aber keiner weiß warum oder wie es weitergeht.. ich habe geheult bis ich fast am Boden zusammensackte..!!! Ich habe aus dem Fenster geschaut und nur zu Gott gebetet, dass alles wieder gut wird!!!
Es war die ersten Tage noch kritisch, und sie lag auf der Intensivstation.. aber es wurde wieder.. allerdings dann nach den Weihnachtsfeiertagen das Gleiche zum zweiten Mal.. wie ein böser Alptraum.. und ich dachte, dass das doch nicht normal sei, dass die Ärzte bei etwas, was bereits ein zweites Mal in der exakt selben Form auftritt, außer den inneren Blutungen.. dass sie es da nicht auf die Reihe kriegen diesen Patienten vernünftig zu behandeln???
Seitdem Vorfall muss meine Mum jetzt noch mehr Tabletten "fressen".. es sind glaub ich 7-8 verschiedene Medikamente, von denen sie pro Tag 14 Tabletten nehmen muss! Ich bin froh, dass bis jetzt nicht wieder sowas passiert ist.. aber.. sie darf kein Auto mehr fahren, für mind. 1 Jahr nicht.. die Tabletten sind anscheinend auch nicht gerade ohne.. sie schläft viel, ist arbeitsunfähig, was zwar schon vorher so war aber jetzt eben "erst recht" fast.. hmm.. und ab und an scheint es mir so, dass die Folgen von ihrem Schlaganfall (der vor 20 Jahren war..) noch ein bisschen verstärkt auftreten als vorher.. gut, die epileptischen Anfälle sind angeblich noch Nachwirkungen vom Schlaganfall damals.. auch wenn es bislang also seit Dezember "gutging".. Es ist immer Angst da.. mh, und bald sind wieder Ferien.. eigentlich klingt das schwachsinnig, aber es ist halt so.. ich glaube an Zufälle / Schicksal, whatever.. '-' ..

Geritzt habe ich lange nicht mehr.. zum Teil auch deswegen, weil ich das erste Halbjahr für einen gewissen Zeitraum Schwimmen @ school hatte und jetzt auch wieder habe. Neue Schule - neues Glück.. da müssen es die Leute nicht wissen, was mich tief in mir drin beschäftigt.. wieso ich ritze, oder weshalb ich es überhaupt je getan habe.. denn so war das ja leider an der alten Schule.. dass es da teilweise manch Lehrer wusste, aber alles "nach-hinten-losgegangen-ist" bzw. es sie einen feuchten Dreck interessiert hat!!!
Ein- oder zweimal aber ist es dann doch wieder passiert.. aber nicht so, wie sonst.. 🙁 ich hab mich irgendwie gefangen gefühlt..
Vor 2-3 Monaten habe ich es "geschafft" meinem Hausarzt davon zu erzählen, dass ich mich überhaupt nicht gut fühle in der "momentanen" Situation.. soll heißen Life @ home und allgemein.. das mit dem Ritzen habe ich jedoch noch unerwähnt gelassen..! Denn das war so schon Überwindung genug. Ich habe dann von ihm eine Überweisung für eine Psychotherapeutin (bin mir jetzt nicht genau sicher) gekriegt.. und den Rat, mich beim Jugendamt zu melden.. wegen Betreutem Wohnen oder so.. bislang war ich noch nicht da, denn ich hatte viele Dinge zu erledigen! Sei es schulisch oder sonstwas.. dann die Klassenfahrt.. von der ich auch krank wiedergekommen bin und so langsam wieder gesund werde & bin.. joa.. :-l so ist es zur Zeit..

Ich merke einfach, dass es so wieder mal schlechter wird.. sei es Wohnsituation zu Hause oder oder oder.. ich bin leider total dauergestresst.. und vom Zustand so, dass ich wieder öfters an alles denken muss.. sobald ich nachts in meinem Bett liege.. und mittlerweile jetzt ja auch draußen die Vögel zwitschern.. sowas erinnert heftig an damals!!!
Dauernd irgendwelche Storys mit Kindern / Jugendlichen in den Medien.. ihr wisst was ich damit meine.. x-(
Ich packe es nur sehr schwer die 6-9 Std. pro Tag in der Schule auszuhalten!!! Und der Druck bezüglich des Ritzens nimmt auch nicht ab.. selbst wenn es eigentlich leichter fallen müsste nach der Zeit jetzt..

Ich weiß, dass ich wegen der Überweisung z.B. oder dem Gespräch mit meinem Arzt überhaupt schon einen Schritt weiter bin.. aber ich habe einfach zu große "Angst davor, dass wenn ich dahin gehe, egal jetzt zu wem von beiden Dingen, dass sobald ich das tue und über "mich" erzähle.. über das was los ist.. dass ich dann wieder so tief falle und einfach erstmal nicht fähig bin den Alltag zu leben.. so war es schonmal.. ich habe "geschwänzt" weil ich schlicht fertig war!!! Mh.. bisschen schwer zu erklären.. o0
Außerdem stehen Ende April / Anfang Mai die Abschlussprüfungen an.. die ja 2007 zum ersten Mal am Ende der 10. Klasse durchgeführt werden.. da will ich nicht versagen. Mhmm..

Nächstes Jahr, ab Februar könnte ich ausziehen.. weil ich dann 18 wäre.. aber klar, ohne Geld ohne sonstwas.. ich will es auch eigentlich nicht, aber "momentan".. ist es für mich naja.. eine Belastung(?) hier zu wohnen.. Stress.. und eine schwierige Aufgabe, denn ich muss jemanden verkörpern, der 2003 nicht so etwas erlebt hat wie ich. Und das kann ich nicht, aber muss es gezwungenermaßen.

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Für den Fall, dass ihr mir schreibt.. egal wer & und was.. ich danke euch schon jetzt! Ich bin froh, dass es Leute wie euch gibt!

Dankeschön :-*

Crushed_Soul
 
Hallo,

freut mich mal wieder von dir zu hören 🙂
Die Nachrichten über deine Mutter und deren angespannter gesundheitlicher Situation sind ja nicht so schön, ich drücke die Daumen, dass es ihr bald wieder besser geht.
Gratuliere zu deinem Mut dich deinem Hausarzt anvertraut zu haben und eine Psychotherapie beginnen zu wollen. Das war ja ein erster super Schritt! Darauf kannst du zurecht stolz sein. Und auch darauf, dass du solange nicht geritzt hast!
Du solltest dir in Hinsicht auf Therapie ein bissel mehr zutrauen..es ist wichtig, dass auch alte unschöne Erinnerungen kontrolliert hochkommen und verarbeitet werden..sonst wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Druck und dadurch bedingt auch die Autoaggression ein Leben lang ständige Begleiter sein. Seelenmist will halt raus, sonst macht er dich auf Dauer krank...Und sowas wäre nicht so dolle, oder??
Ich an deiner Stelle würde also größere Angst davor haben keine Therapie zu machen! So solltest du die Sache sehen! Es wird nicht leicht werden..Therapie ist schon Arbeit und kann zwischendrin auch recht belastend sein..aber ich denke, dass man da durch muss..per aspera ad astra...über steinige Pfade zu den Sternen..nun zu den Sternen wirst du nicht in echt gelangen...aber zumindest in ein glücklicheres stabileres Leben ohne die große Belastung eines unverarbeiteten Traumas im Nacken und das ist ja bereits ne Menge wert, oder?
Meistens hat man bei Psychotherapeuten eh erstmal ne Wartezeit von bis zu einem Jahr...du solltest dich mal umschauen und zumindest schon einmal auf eine Warteliste setzen lassen.

Die Erkrankung deiner Mutter, in Kürze bevorstehende Prüfungen, Frühling und Erinnerung ans Trauma...das alles ist ein bissel viel, du brauchst da jemanden mit dem du drüber redest. Guck mal wie du deine Lage entlasten kannst...du hast ja genügend Anlaufstellen...JA, Lebensberatungsstellen, Arzt etc...und dann immer einen Schritt nach dem anderen. Klar musst du dabei Prioritäten setzen...wenn du Schwierigkeiten damit hast kann dir ggf. ne Lebensberatung dabei helfen. Die können ggf. auch ne Wohnung oder WG-zimmer oder sowas vermitteln, womit zumindest deine Wohnsituation bereits entlastet wäre.

Gruß
Tyra
 
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