Aber durch unverarbeitete Traumata oder Verletzungen in gewissen Hirnregionen etc. kann es manchmal zu Abweichungen kommen.
Ich war lange in der SM-Szene unterwegs und habe mit den verschiedesten Leuten über den Ursprung ihrer Neigung gesprochen. Der überwiegende Teil der Leute, die auf SM stehen, haben niemals einen Missbrauch, eine Vergewaltigung, ein Trauma oder eine schwerere seelische Verletzung erlebt. Sehr viele sagen im Gegenteil, dass ihnen ihre Neigung schon als Kind bewusst war. Man hört oft die Geschichte, dass sie Cowboy und Indianer-Spiele geliebt haben, weil man dabei an den Marterpfahl gefesselt wird.
Und die, die Gewalt in welcher Form auch immer erleben mussten, mögen SM
trotz der Erlebnisse und nicht wegen der Erlebnisse!
Es gibt in dieser Szene keine übermäßig hohe Anzahl an Leuten mit Gewalterfahrungen. Das besagen mittlerweile auch Studien.
Wenn es eine Gruppe gibt, die in der devoten Hälfte der Szene tatsächlich häufiger vertreten ist, so meine Erfahrung, dann der selbstbewusste, mit beiden Beinen in der Wirklichkeit stehende Typ, der einfach Bock darauf hat, von Zeit zu Zeit die Führung einem anderen zu überlassen.
Die meisten Menschen stehen drauf, beim Sex den Partner auch mal festzuhalten, kleine Liebesbisse zu verteilen, den Ton anzugeben, mal einen Klaps auszuteilen oder zu bekommen. Sex ist alles andere als nur Kuscheln. SM ist einfach nur eine Steigerung davon.
BDSM-Fantasien sind keinesfalls selten.
Die Schätzungen über den Anteil sexueller Vorlieben aus dem Bereich BDSM in der Bevölkerung reichen von 5 bis 25 Prozent, je nach der Art der Fragestellung. Eine 1997 veröffentlichte nicht-repräsentative Untersuchung auf Fragebogenbasis über die sexuellen Gewohnheiten US-amerikanischer Studierender kam bei einer Antwortquote von knapp 8,9 Prozent zu dem Ergebnis, dass 15 Prozent der bekennenden homosexuellen Studenten, 21 Prozent der bekennenden lesbischen und bekennenden bisexuellen Studentinnen, 11 Prozent der heterosexuellen Studenten und 9 Prozent der heterosexuellen Studentinnen BDSM-Phantasien angaben.
Quelle: BDSM ? Wikipedia
Müssen wir uns hier echt Märchen über den Ursprung der Neigung ausdenken? SM ist seit Jahrzehnten aus der Nische des "Krankseins" draußen. Können wir so erwachsen sein und akzeptieren, dass jeder Jeck nun mal anders ist?
und bei häufigerem Missbrauch speichert das Hirn die Kombination von Lustempfinden und Gewalt.
Ich kenne eigentlich nur Frauen, die sich für diese sexuelle Erregung während der Vergewaltigung zu Tode schämen. Es verwirrt, es macht verletzlich. Und es verwirrt noch viel mehr Missbrauchserfahrungen zu haben und trotzdem auf härteren Sex zu stehen.
Was du da schreibst, klingt so, als würden Frauen, die ihre Kindheit hindurch missbraucht wurden, irgendwann anfangen die Gewalt zu mögen und als könne man sie dazu konditionieren. Also muss man Mädchen nur lange genug missbrauchen, um die perfekte Sex-Schlampe herzustellen?
Ich habe Kontakt zu Frauen, die als "Liebesdienerinnen" in Kinderbordellen ausgebildet wurden. Ja, man kann diesen Kindern beibringen, einen Orgasmus zu haben. Phädophile zahlen dann besser. Aber was im Kopf dabei abgeht, das hat nichts mit Lust zu tun. Keine dieser Frauen hat mir je gesagt, dass sie Gewalt anmacht. Ganz im Gegenteil.
Die Krux ist nur: diese Verhaltensweise ist recht unsozial...ein moralisches Dilemma sozusagen.
Fraglich ist es ob es fair sich selbst oder auch der Allgemeinheit gegenüber ist diese Kopplung bei zu behalten..sie ist an sich auch wieder rekonditionierbar in den meisten Fällen.
Was ist unsozial und unfair daran, wenn zwei Menschen einvernehmlichen Sex miteinander haben? Sind wir es, die bestimmen, was als Spaß gilt und was nicht? Ich lebe im Jahr 2010. Und du?
Was die TE hier beschreibt, ist für mich sowieso eher eine normale körperliche Reaktion und hat mit SM wenig zu tun.
Tuesday