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Missbrauch

G

Gast

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Ich habe in der Kindheit Missbrauch erlebt, einmal. Wenn ich an den Missbrauch denke und versuche ihn zu beschreiben(Gespräche mit meinen Therapeuten), empfinde ich Erregung. Wieso? Ich kanns mir nicht erklären. Ich bin froh, dass ich hier anonym schreiben kann, sonst würd ichs mich wohl gar nicht trauen.
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Missbrauch. Hier findest du vielleicht was du suchst.

hallo, ich kann nur von mir aus sprechen. dachte auch schon, dass wäre vielleicht krank. also ich wurde auch sexuell missbraucht als kind und einmal vergewaltigt. also wenn ich an die taten denke, ekelt es mich total an. aber wenn ich z.b. im fernseh eine vergewaltigung sehe (da weiss ich aber auch, es ist ja nicht echt) erregt mich das auch. keine ahnung, warum. wirklich helfen konnte ich dir jetzt wahrscheinlich nicht, außer dass du weisst, du bist nicht alleine damit, auch wenn es bei mir ein kleines bisschen anders ist.


gruß
 
wenn ich an jeden meiner vergewaltigungen denke,würd ich mir gern ein schnellfeuergewehr zulegen,damit ich auch jeden treffe.ein paar davon sind schon gestorben,aber noch ne menge am leben.schade,ich darf mich nicht rächen!warum nicht?
 
Hallo,

es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen bei einer Vergewaltigung erregt sind. Vor allem Männern geht es oft so. Auch ein Orgasmus ist möglich. Das ist ein Automatismus des Körpers und hat nichts mit Lust zu tun.

Bei Frauen ist es unter anderem auch ein Schutzmechanismus des Körpers, wenn sie feucht wird. Die Verletzungsgefahr ist dann kleiner.

Möglich, dass du dich einfach an diese Erregung erinnerst. Auch möglich, dass dich Gewalt an sich antörnt, du also tendentziell maso bist.

Der Sexualtrieb ist eben ein Trieb und funktioniert unabhängig vom Verstand. Für ihn sind Schlüsselreize entscheidend und nicht, ob etwas freiwillig ist oder nicht.

Deine Reaktionen sind also völlig normal.


Tuesday
 
Wie sind deine Erinnerungen an den Missbrauch selbst, was hast du damals empfunden, während es geschehen ist?
Wie alt warst du zum Zeitpunkt des Übergriffes und wie alt bist du jetzt?
Kann es sein, dass du damit wie etwas schlechtes in etwas gutes umwandeln möchtest?
Dass du auf diese Weise versuchst, das Ganze zu verarbeiten?
 
Von diesem Zusammenhang lebt die S/M-Industrie. Interessanterweise habe ich in einem Forum für Missbrauchsopfer im linkbereich einen link entdeckt, in dem ein "Domino" seine Dienste detailliert und für Kohle anbot. Scheint verbreitet zu sein und ist ein interessantes Thema. Der link wurde nach Meldung natürlich entfernt, aber der Sachverhalt bleibt ja bestehen.
Ich glaube, es ist ein Indikator und es besteht ein Handlungsbedarf.
 
Bei mir war das eine reine Körperreaktion. Ich sagte dann sogar zu meinem Mann "nimm mich halt einfach wie du willst, ich liege nur da". Es hat mir gefallen, doch ich glaube nicht das mich das "wie" erregt hat. Sondern eher das ich mir nicht zugestehen wollte, trotz Missbrauch, auch sexuell aktiv sein zu können.

Weil alleine die Vorstellung daran ein Eigenverrat dargestellt hatte.

Heute, nach dem verarbeiten, ist das alles weg.

Lg.
Nell
 
In der Regel sind Menschen durch Gewaltszenen oder Gewaltfantasien etc. nicht erregt sondern eher das Gegenteil.

Aber durch unverarbeitete Traumata oder Verletzungen in gewissen Hirnregionen etc. kann es manchmal zu Abweichungen kommen.

Oder durch Umkonditionierung...das ist auch der FAll bei Vergewaltigungsopfern/Missbrauchsopfern...
Beim Missbrauch reagiert der Körper obwohl die Seele nein schreit dennoch oft erregt (ist einprogrammiert...daran kann man nix ändern...) und bei häufigerem Missbrauch speichert das Hirn die Kombination von Lustempfinden und Gewalt. Und somit reagiert das Gehirn dann ggf bei Gewaltszenen oder Gewaltfantasien mit Erregung und zwar immer häufiger je häufiger man diese Kopplung praktiziert...es bilden sich dementsprechend Strukturen im Gehirn aus...diese sind jedoch in der Regel reversibel, sprich wieder weg zu kriegen...indem man andere Verhaltensmodi aufbaut.

Bei Männern in extremen Stresssituationen in denen sie mit Tod konfrontiert sind tickt manchmal auch was aus...vgl die Kriegsvebrechen an Frauen und Kindern...Und V***, Triebtäter sind erregt aufgrund des Machtkicks in Hinsicht was Verbotenes zu tun und jemanden zu demütigen etc...oft auch ganz ohne Schlüsselreize...

Oder Männer und Frauen, die Gewaltvideos gucken und anfangen sich dabei einen runter zu holen oder danach zu vögeln etc....dann hat man erneut die Konditionierung Lust+Gewalt-Koppelung.
Lust an der Gewalt bekommt man also quasi entweder bei häufigem Missbrauch ggf unfreiwillig anerzogen oder man setzt sich dem freiwillig aus und erzieht sich so diese Kopplung an.

Die Krux ist nur: diese Verhaltensweise ist recht unsozial...ein moralisches Dilemma sozusagen.
Fraglich ist es ob es fair sich selbst oder auch der Allgemeinheit gegenüber ist diese Kopplung bei zu behalten..sie ist an sich auch wieder rekonditionierbar in den meisten Fällen.

Und zwar an sich relativ einfach indem das Gehirn umlernt und z.B angstfreie Freude mit Lust verbindet..dazu muss man natürlich solche Situationen herstellen...geht natürlich net in der Therapie...außer in Spezialtherapien...

Aber man kann das an sich auch eigenständig hinbekommen 😉

Besprich das offen mit deinem Therapeuten und frag nach Möglichkeiten..die Therapeuten kennen dieses Phänomen eh und können damit umgehen.

Tyra

Möglichkeiten zur Rekonditionierung und um ein neues Körperbewusstsein her zu stellen:
Viel Sport...
Taktile Übungen...Kopplung der Lust an positive Dinge...einen schönen gewaltfreien Film gucken oder Softporno oder Liebesfilm etc. und sich dabei selbst befriedigen. Oder vom Partner ...bei der Partnerwahl gezielt einen sanften Typen suchen und nicht erneut einen der nach Gewalt riecht...leider fliegen Gewaltopfer oft auf solche Typen...die Konditionierungssache..hier hilft nur: Achtsamkeitstrainig, sich aufmerksam selbst beobachten und sich selbst Grenzen setzen.
 
nochwas in Hinsicht auf Monaroses Hinweis auf S-M etc...es ist ein Unterschied ob ich zwanghaft aufgrund erlittenen Missbrauchs S-M praktiziere oder freiwillig aus Spass an der Freud.

Ich rate nicht dazu S-M als Therapieersatz an zu sehen.

Ein solides gesundes und intaktes Selbstwertgefühl und genügend geistige Reife ist auch für guten Masochismus oder vernünftigen S-M wichtig...😉

Und als Missbrauchsopfer lieber erst nach Therapieerfolg + wenn das Leben rund läuft, man ne intakte Partnerschaft lebt, Job hat etc..sich mit solchen Dingen beschäftigen...

Das Leben besteht nämlich nicht nur aus Sex und Lust und Triebbefriedigung etc.

Nur wer in guter Beziehung zu sich selbst steht kann auch starke Beziehungen zu anderen aufbauen und letztlich braucht man auch was fürs Herz und nicht nur für die Möse. Sprich Körper (Triebbefriedigung etc.) ist eine Sache aber seelische und geistige Grundbedürfnisse sollten auf jeden Fall denselben Stellenwert, wenn nicht höheren Stellenwert haben!

Tyra
 
Aber durch unverarbeitete Traumata oder Verletzungen in gewissen Hirnregionen etc. kann es manchmal zu Abweichungen kommen.

Ich war lange in der SM-Szene unterwegs und habe mit den verschiedesten Leuten über den Ursprung ihrer Neigung gesprochen. Der überwiegende Teil der Leute, die auf SM stehen, haben niemals einen Missbrauch, eine Vergewaltigung, ein Trauma oder eine schwerere seelische Verletzung erlebt. Sehr viele sagen im Gegenteil, dass ihnen ihre Neigung schon als Kind bewusst war. Man hört oft die Geschichte, dass sie Cowboy und Indianer-Spiele geliebt haben, weil man dabei an den Marterpfahl gefesselt wird.

Und die, die Gewalt in welcher Form auch immer erleben mussten, mögen SM trotz der Erlebnisse und nicht wegen der Erlebnisse!

Es gibt in dieser Szene keine übermäßig hohe Anzahl an Leuten mit Gewalterfahrungen. Das besagen mittlerweile auch Studien.

Wenn es eine Gruppe gibt, die in der devoten Hälfte der Szene tatsächlich häufiger vertreten ist, so meine Erfahrung, dann der selbstbewusste, mit beiden Beinen in der Wirklichkeit stehende Typ, der einfach Bock darauf hat, von Zeit zu Zeit die Führung einem anderen zu überlassen.

Die meisten Menschen stehen drauf, beim Sex den Partner auch mal festzuhalten, kleine Liebesbisse zu verteilen, den Ton anzugeben, mal einen Klaps auszuteilen oder zu bekommen. Sex ist alles andere als nur Kuscheln. SM ist einfach nur eine Steigerung davon.

BDSM-Fantasien sind keinesfalls selten.

Die Schätzungen über den Anteil sexueller Vorlieben aus dem Bereich BDSM in der Bevölkerung reichen von 5 bis 25 Prozent, je nach der Art der Fragestellung. Eine 1997 veröffentlichte nicht-repräsentative Untersuchung auf Fragebogenbasis über die sexuellen Gewohnheiten US-amerikanischer Studierender kam bei einer Antwortquote von knapp 8,9 Prozent zu dem Ergebnis, dass 15 Prozent der bekennenden homosexuellen Studenten, 21 Prozent der bekennenden lesbischen und bekennenden bisexuellen Studentinnen, 11 Prozent der heterosexuellen Studenten und 9 Prozent der heterosexuellen Studentinnen BDSM-Phantasien angaben.
Quelle: BDSM ? Wikipedia


Müssen wir uns hier echt Märchen über den Ursprung der Neigung ausdenken? SM ist seit Jahrzehnten aus der Nische des "Krankseins" draußen. Können wir so erwachsen sein und akzeptieren, dass jeder Jeck nun mal anders ist?



und bei häufigerem Missbrauch speichert das Hirn die Kombination von Lustempfinden und Gewalt.

Ich kenne eigentlich nur Frauen, die sich für diese sexuelle Erregung während der Vergewaltigung zu Tode schämen. Es verwirrt, es macht verletzlich. Und es verwirrt noch viel mehr Missbrauchserfahrungen zu haben und trotzdem auf härteren Sex zu stehen.

Was du da schreibst, klingt so, als würden Frauen, die ihre Kindheit hindurch missbraucht wurden, irgendwann anfangen die Gewalt zu mögen und als könne man sie dazu konditionieren. Also muss man Mädchen nur lange genug missbrauchen, um die perfekte Sex-Schlampe herzustellen?

Ich habe Kontakt zu Frauen, die als "Liebesdienerinnen" in Kinderbordellen ausgebildet wurden. Ja, man kann diesen Kindern beibringen, einen Orgasmus zu haben. Phädophile zahlen dann besser. Aber was im Kopf dabei abgeht, das hat nichts mit Lust zu tun. Keine dieser Frauen hat mir je gesagt, dass sie Gewalt anmacht. Ganz im Gegenteil.



Die Krux ist nur: diese Verhaltensweise ist recht unsozial...ein moralisches Dilemma sozusagen.
Fraglich ist es ob es fair sich selbst oder auch der Allgemeinheit gegenüber ist diese Kopplung bei zu behalten..sie ist an sich auch wieder rekonditionierbar in den meisten Fällen.

Was ist unsozial und unfair daran, wenn zwei Menschen einvernehmlichen Sex miteinander haben? Sind wir es, die bestimmen, was als Spaß gilt und was nicht? Ich lebe im Jahr 2010. Und du?



Was die TE hier beschreibt, ist für mich sowieso eher eine normale körperliche Reaktion und hat mit SM wenig zu tun.



Tuesday
 

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