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missbrauch oder nicht?

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Gast

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Hallo,

Okay, heute spreche ich zum ersten mal etwas aus was mir vor kurzem erseinmal bewusst geworden ist und ich würde gerne mal eure ehrliche Meinung dazu hören.

Als ich 17 war hatte ich meine erste und einzige Beziehung das ist jetzt etwa 1,5 Jahre her.
Damals wie heute immernoch war ich noch sehr unerfahren was das sexuelle angeht und auxch noch nicht dafür bereit obwohl ich natührlich auch neugier usw. hatte.
Nach zweiwöchiger Beziehung hatte mein Freund mich angebettelt bei mir zu schlafen, ich wollte das eigentlich nicht weil nächsten Tag schule war und mir sowas sehr wichtig ist. Nunja da ICH NICHT NEIN SAGEN kann, stimmte ich dann zu.
Am abend begann er dann im Bett mich anzufassen, ich drückte ihn behutsam weg und meinte ich will jetzt nicht (was sich vielleicht nciht allzu energisch angehört hat, eher quängelich??) naja er machte weiter, also schob ich ihn mehr weg und meinte das ich nicht will, das ging immer so weiter bis ich auch einmal klar gesagt habe er solle jetzt aufhören.
Ernst genommen hatte er es nicht am ende hatte er seine Finger naja... ihr wisst schon wo. Ich habe die ganze Zeit aber nicht wirklich was gemacht obwohl ich das nicht wollte!! Also nur gequängelt und ihn étwas weggeschoben...

Kurz davor hatte ich mit einer Diät angefangen, danach verlor ich die Kontrolle ich hatte mich 3 wochen nichnt gemeldet bis er schluss gemacht hat.
Mein gewichtsverlust ging immer schneller etwas später wurde das ganze dann zur Bulimie, ich denke der Vorfall war mitauslöser.

Allerdings denke ich immer wieder das es ja irgendwie auch meine Schuld war!! Warum war ich so feige ?? Ich hätte ja nur aufstehen müssen!!Mir war danach so elend zumute!! Ich fühlte mich so eklig, schmutzig und das ist immernoch der fall.
Seitdem habe ich mich z.b nicht mehr eingecremt und bei dem Gedanken an Männer würgt es mich!!
Durch die Essstörung habe ich auch meine Regel nicht mehr, vielleciht sind auch nur die Hormone??

Nunja die frage wa sich machen kann, kann mir wohl niemand sagen..
Aber nun meine Frage , bin ich Schuld?? Wieso war ich so feige?? HAt jemand ähnliches erlebt?? War das schon Missbrauch??? Kann es sein das ich nie wieder sowas machen kann (würds momentan auch nicht schlimm finden, wenn nicht)?
Meint ihr das das wirklich ein mitauslöser war?? Ich meine soo schlimm hört es sich ja auch nicht an... aber ... bäh..
bitte helft mir!
Meine BUlimie ist schlimmer denn je!!
 
Ich finde nicht, dass das etwas mit Feige sein zu tun hat, sich nicht wehren zu können. Es gibt sicher Gründe, warum man sich in einer Situation nicht wehren kann - diese könntest du vielleicht erfahren, wenn du eine ruhige, stabilisierende Therapie beginnen würdest, die Bulimie scheint das auch angezeigt sein zu lassen.

Das erste, was ich gelernt habe auf dem Weg des Frei-Werdens war, dass ich mir nicht die Schuld für Dinge gebe, die nicht meine sind. Und, sich nicht wehren zu können, wie könnte das Schuld sein? Die Tatsache ist doch viel eher ein Hinweis darauf, dass dein Selbstbewusstsein nicht gefestigt war zu dem Zeitpunkt und das hat doch Gründe.

Schuldgefühle sind, so meine Erfahrung, sehr unproduktiv. Sie wollen einen immer nur klein halten, aber an den Problemen ändern sie nix. Therapie ändert die Dinge - wenn sie gut ist. Zum Besseren hin🙂

LG
Meli
 
Hallo Gast,

das "Dulden" einer Handlung, die man eigentlich gar nicht will, ist leider sehr verbreitet. Es trifft häufig Mädchen, die dazu erzogen werden, freundlich und unkompliziert zu sein. Sie werden nicht dazu angehalten, auch mal energisch "Nein!" zu schreien, sondern sollen geschmeidig durchs Leben gehen.
Aber das Nein-Sagen muss geübt werden. Und in der Familie führt das oft zu Konflikten. Du hast keine Schuld an dieser sexuellen Handlung, sie ist nur logische Konsequenz einer zu freundlichen, duldsamen Handlung, gepaart mit einem egoistischen, dumpfbackigen Jungen.
Solche Erfahrungen sind widerlich und können einen wirklich runterziehen. Kann da auch ein Lied von singen...Aber sie können auch Anlass sein, über sich selbst nachzudenken, sich zu schützen, sich gut um sich zu kümmern. Auch, wenn das bedeuten sollte, gelegentlich mal andere Menschen durch ein klares "Nein!" zu enttäuschen.
Die Essstörung will dir eigentlich "helfen", weil sie dir das Gefühl gibt, Kontrolle über etwas zu haben. Sie gibt dir die Illusion von Sicherheit. Leider ist es wirklich nur eine Illusion. Kannst du dich mit dem Gedanken an eine Therapie anfreunden? Hast du einen Menschen in der Nähe, dem du richtig, richtig vertrauen kannst?

Liebe Grüße

Monarose
 
Nunja da ICH NICHT NEIN SAGEN kann, stimmte ich dann zu.
Es ist sowohl als auch. Du wurdest sehr unsanft darüber informiert, dass Du keine funktionierende Abwehr hast und er sollte sich mal überlegen, ob er nicht in sich gehen sollte und darüber nachdenken, was ein Kavalier ist.

Du kannst an der Bulimie scheitern. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Du kannst aber auch die Bulimie besiegen, das ist aber dann alleine Dein Sieg. Natürlich darfst Du Dir Hilfe holen, aber es ist alleine Deine Entscheidung.
 
Da ich an einer Esstörung leide war ich bereits in einer Klinik und hatte dort auch eine Therapheutin, allerdings habe ich ihr nicht davon erzählt das wäre mir einfach zu unangenehm, ich weiß das ich meinem Therapheuten danach nicht mehr ins Gesicht sehen könnte, weil ich mich so schämen würde.
Ich habe mich an vielen anderen stellen aber geöffnet aber das reicht auch schon aus, ich kann das einfach nicht! Das Resultat ist am ende immer das ich vor Jeder Sitzung mehr Angst habe. Irgendwann ist mir immer richtig übel geworden ...
Wenn ich allerdings ersdmal anfange zu reden, kann ich auch erstmal nicht aufhören bis das meiste raus ist.
Auch habe ich niemanden zum reden. ich habe zwar meine Familie aber die ist zu "nah" , auch meine zwei besten Freunde können da schelcht helfen. DIe eine ist das absolute gegenteil von mir, ich habe schon lange depressive phasen, sie kennt das einfach nciht und kann sich so überhaupt nicht in mich reinversetzten.
Wenn ich von unangenehmen rede fragt sie immer ob wir nicht das thema wechseln wollen, weil sie sich nie mit schlimmen konfrontiert...
So habe ich sie z.B mal angerufen, ich hatte einen zusammenbruch , aslo seelisch, habe garnicht reden können und nur geheult (war natürlich mit erbrochenem besudelt), arme aufgekratzt und lag ziotternd auf dem bode.
Sie hat nur gefragt ob ich nicht zu ihr kommen kann damit sie mich trösten kann, also versteht ihr??
Jedem muss ja klar sein das das für mich in dem Moment unmöglich war!! Ich mach ihr da aber keine vorwürfe denn sioe versteht es wirklich nicht...
Naja soviel dazu.. Ich weiß einfach nciht was ich machen soll...
Manchmal bin ich soo verzweifelt, ich verkrieche mich obwohl ich mir irgendjemand wünsche der mich versteht oder mir zuhört mich aber doch in ruhe lässt, ich kann das Gewfühl garnicht besc´hreiben... Irgendwie zerissen...
naja danke für die Antworten schonmal
Lg
 
Ach, Gast, denk mal nach: Glaubst du irgendjemand von uns von Missbrauch Betroffenen wäre direkt in das Büro eines Therapeuten marschiert und hätte gesagt: "Hey hören Sie mal, ich muss Ihnen da mal was erzählen?" - Lach, natürlich nicht🙂

Bei dir klingt das so, als seist du die Einzige mit diesem Problem, aber das bist du nicht. Ich konnte früher noch nicht mal Zeitungstexte lesen, in denen von Missbrauchsfällen berichtet wurde, geschweigedenn darüber sprechen. Auch ich dachte, dass ich danach dem Thera nie mehr in die Augen werde sehen können und das überhaupt nie gar nie nicht würde sagen können.

Tja, und habe es doch gesagt. Später, als wir schon eine Weile Therapie hatten. Hatte einen Zettel dabei, wo ich das aufgeschrieben hatte, was ich nicht sagen konnte, hab ihm den gegeben zum Lesen und dazu gesagt, dass wir darüber aber nicht sprechen können. Eine Zeit lang hab ich sogar ne Decke, die der im Zimmer liegen hatte, über mich gezogen, so sehr hab ich mich alles und jedens geschämt...

Tja, und auch das Schämen hat aufgehört im Lauf der Zeit.🙂

Und ich habe meinen Therapeuten noch sehr oft in die Augen gesehen und er hat schöne, sanfte, gütige Augen. Und ich konnte gar nicht fassen, dass er mich noch immer so freundlich ansehen kann.

Weißt, im Grunde ist alles ganz einfach. Die Grundfrage lautet: "Willst du heil werden und was bist du bereit dafür an Risiken einzugehen?" - klar, weißt du nicht, wie ein Thera reagiert auf so was - aber, wenn du nicht darüber sprichst, das ist ,wie wenn eine Wunde immer weiter vor sich hineitern kann - sprechen, Therapie machen, das ist "Luft dran lassen" - dann können sich Dinge zum Besseren verändern, wenn man neue Erfahrungen macht, z.B. eben das Nichtverachtet werden oder das nicht Kritisiert werden oder das echt geholfen bekommen etc.

Also, wie wär's mit Therapie und Mut und wahnsinnig Schiss haben, es aber trotzdem tun und super Erfahrung damit machen und wachsen und gedeihen und glücklich werden?🙂

Go for it, girl🙂

Meli
 

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