Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Miss Perfect?!

  • Starter*in Starter*in Hazel
  • Datum Start Datum Start
Gel06 hat da in einigen Punkten recht 🙂

Erstmal solltest Du glücklich sein schon ziemlich Selbständig
zu sein, weil manche es nie lernen oder nur sehr spät.

Wenn Dich alles überfordert kannst Du sicherlich auch mal
einige Tage während der Ferien entspannen.


Hazel meinte:
Hallo ihr.

Ich habe jetzt schon eine Weile verdeckt mitgelesen und möchte nun selbst mit Jemandem sprechen ...
also folgendes...

Ich bin 17, gehe auf's Gymi, habe Freunde und verstehe mich gut mit meiner Familie ... aber eben nur oberflächlich.
Ich lebe mit meiner Mom in dem Haus meiner Oma seit meine Eltern sich getrennt haben(da war ich 6). Die Trennung meiner Eltern ist okay, da ich mich nicht mehr an "vorher" erinnern kann. Meinen Vater sehe ich oft und die Beziehung zwischen meinen Eltern ist freundschaftlich.

Mit meiner Mutter komme ich eigentlich auch ganz gut klar, aber sie ist eben keine Mutter, sondern eher eine Freundin.
Irgendwie führt sie sich auf wie eine 14-jährige ... das ist ja auch mal ganz witzig und ich habe viel mehr freiheiten, als z.B. meine freunde ... aber ich kann echt nicht mehr.
Die Frau kriegt ihr leben nicht in den griff, hat einen berg schulden und 2 kredite am Laufen. Einen Job hat sie auch grade nicht, sondern verzieht sich in den Reitstall, wenn sie abschalten will. (und bezahlt das eigene pferd mit dem unterhalt, den mein vater für mich zahlt ... )

Ich weiß genau, dass wir kein geld haben und diese Familie in Schulden/Problemen ersäuft, aber meine Mutter redet ja nicht mit mir.
Ich habe dauernd das gefühl, ich muss ihr helfen und vielleicht zu all meinem stress noch einen job suchen, oder sowas, aber dann werde ich wieder so sauer auf meine Mutter, weil mich die ganze situation ankotzt (sorry.) und sie irgendwie nix zu machen scheint.
Meiner Mom setzt alles auch ziemlich zu, deshalb will ich ihr nicht so offen sagen, dass ich sie manchmal für ne unfähige Träumerin halte, aber ich habe das gefühl, anders geht es nicht.
Meine Mutter hat fast 1000 € schulden bei mir und kümmert sich um nichts. Hat sie noch nie.

Seit der 2. Klasse hat sie alles an Feiern, Elternabenden etc. einfach ignoriert oder ich musste meinen Vater fragen.
Alles muss ich in die Hand nehmen. Sie hilft mir bei nichts und wenn wir uns dann mal wie Freundinnen gegenseitig ausheulen, dann verspricht sie mir dinge, die sie nicht hält.
Das ist schon immer so gewesen. Ich schmeiße den Haushalt und sie macht, was sie will. Verspricht die welt und hilfe und das sich alles ändert - und nix is.

Ich bin einfach überfordert mit meinem Leben und weiß nicht wohin ich mit meinem Kummer soll.
Meine mutter halte ich zu labil für sowas, die macht sich bloß selbst Vorwürfe.
mein vater ist so froh, dass aus seinem vergesslichen, ängstlichen Kind (angeblich) endlich eine starke, zuverlässige junge Frau geworden ist, die weiß was sie will ( sehr witzig.) - das sagt er zumindest.
Meine Freunde können sich vermutlich nicht vorstellen, dass Miss Perfect mit der coolen mutter, irgendwie Probleme haben könnte ...

Ich bin zwar nicht besonders hübsch, aber abgesehen davon, meinen meine Freundinnen, dass mein Leben perfekt wäre ... ich weiß nicht, wie ich ihnen klar machen soll, dass das nicht so ist. Das ich total am Boden bin.
Ich kann mich nämlich nirgendwo ausheulen, weil ich die "Momo" bin.
Soll heißen: Alle kommen zu mir, aber ich habe niemanden.

In der schule bin ich auch ganz gut. die Lehrer mögen mich und ich arbeite hart. Aber meine Clique meint ja, mir fliegt alles zu.
Das macht mich wahnsinnig.

Seit ein paar Jahren bin ich pausenlos im Stress, weil ich versuche es allen recht zu machen und mich so zu geben, wie mich alle haben wollen.
Ich hetzte von Tag zu Tag, kalkuliere "to do"-listen in meinem kopf ... ersaufe in Stress und arbeit, da ich ja nicht nur die schule machen muss, sondern auch noch den haushalt und mein privat-leben irgendwie unter einen hut bringen muss.

Das hört sich vielleicht nicht viel an, aber ich hab permanent das gefühl mein kopf platz.
Alles voller Termine und kein ende. Alle verlassen sich auf mich, immer muss ich helfen, alle erwarten so viel von mir.

Ich habe einfach keine Kraft mehr, dieses Miss-Perfect-schafft-das-alles-image aufrecht zu erhalten, weil es immer schwieriger wird.
In meinem Kopf sind so viele Probleme, die ich selbst mit mir habe und dann kommen nocht die "Probleme" meiner Freunde dazu, die mich um Rat fragen .... die Probleme innerhalb meiner Familie ... die Geldsorgen und Ignoranz meiner Mutter ... die Erwartungen meines Vaters ... die Schule ... die Lehrer, die Miss perfect zwar hoch schätzen, mich aber mit extra-arbeit und hohen erwartungen fast ersticken.

Ich bin einfach so müde.

Ich habe das Gefühl zu rennen und zu rennen und nirgendwo anzukommen.
Ich muss immer mehr schaffen und tun, weil gut eben nicht gut genug für mein Umfeld ist.
Ich muss meine Leistung konstant halten und niemand sieht, dass mich das schon an die Grenzen meiner Belastbarkeit treibt.
"das machst du locker!", "du hast bestimmt wieder ne 1!" ...
und alle fallen aus den wolken, wenn ich auch nur ein ganz kleines bisschen nachlasse.
Ich kann auch schon gar nicht mehr relaxen ... ich habe vergessen, wie man sich entspannt.
Ständig wechseln meine Stimmungen zwischen:
"Ich bin total überfordert" und "Ich muss noch besser werden, denn eigentlich bin ich gar nicht gut."

In mir drin bin ich total ausgebrannt und es merkt niemand, weil ich die Fasade braf weiter aufrecht erhalte.
Ich bin weder starkt, noch gut, noch schlau, noch selbstbewusst.
In mir drin ist totales Chaos: Angst, orientierungslosigkeit, Überforderung und Unsicherheit.

Und ich komme aus diesem strudel nicht raus ... am Tag ist alles wie immer und abends heule ich teilweise einfach nur noch ...
Manchmal würde ich am liebsten einfach zusammenbrechen und von meiner Mutter in den arm genommen werden ... endlich nicht mehr um Anerkennung hecheln müssen ... aber wie? und geht das denn? will ich das wirklich?

Wenn ich aufgebe ziehe ich auch die mit, die sich auf mich verlassen und das will ich nicht.
Aber wie kann ich anderen und auch mir selbst klar machen, dass ich ne Auszeit brauche?
ich kann das nämlich nicht- abschalten- und wenn es nach anderen ginge, bräuchte ich das auch gar nicht.

Ich fühle mich einfach nur leer.


Falls jemand so lieb war, das alles zu lesen ... was meint ihr, was ich jetzt machen soll? Ich kann einfach nicht mehr ...
 
hallo.. ich habe deine Nachricht gelesen und gebe dir eine Rat. Ich habe dies auch einmal erlebt ich sage dir einfach eins, lade eine beste Freundin zu dir nach Hause, aber wircklich eine der du alles vertrauen kannst und eine die dich auch wirklich ernst nimmt. Erzähl ihr alles, einfach alles. Und ich rate dîr das wird helfen. Oder geh einfach ein paar Tage in die Ferien denn deine Freunde müssen auch lernen , ihre Sache selber zu machen, ich würde in den Schulferien irgendwo hingehen z.B mit einer Freundin nach Tessin, Italien etc.
Was ich dir auch empfehlen kann ist anstatt mit einer besten Freundin zu diskutieren , spreche wenn du einen hast mit deinem Freund( Es wird dir sicher nützen).
Oder sag deinen Freunden od.Freundinnen sie sollen dich ein paar Tage in Ruhe lassen , dass du z.B schon in der Gymi viel Stress hast und ja nicht mehr nachkommst. Denn deine Freunde müssen auch einmal selbst wissen welche Entscheidung sie treffen müssen und noch weiteres. FINDE JEMANDEN FÜR DICH DER OD. DIE DIE DIR HILFT UND BEI DEINER SEITE STEHT. DENN NICHT JEDER MENSCH IST PERFEKT ALLE MACHEN EINEN FEHLER UND HABEN NICHT ALLES WAS SIE BRAUCHEN.
 
Hey Hazel,

ich habe mich gerade durch die ganzen Seiten hier geschlagen und bin völlig platt.
Das alles kommt so bekannt vor! Mittlerweile bin ich 22 und habe eigentlich so ziemlich genau das gedacht und gefühlt wie Du, auch wenn die Gründe bei mir ein kleines bißchen anders liegen.
Ich habe das ganze so durchgezogen, wie Du im Moment lebst. Ich habe mir immer von allen alles sogar gern angehört, Glanzleistungen in der Schule gebracht, unendlich viel Zeit beim Nebenjob verbracht, weil ich ja nie nein sagen konnte, versucht den Haussegen zu reden, meine Familie bei Laune zu halten, den Schein zu wahren, meiner Schwester zur Seite zu stehen (sie leidet unter starken Depressionen) und war die Beratungsstelle für wirklich jeden, rund um die Uhr; bin nachts aus dem Haus, um irgendwen zu trösten und nur von einem Termin zum nächsten gehetzt. Wenn dazu dann noch Beziehungen kommen, die ja bekanntermaßen nicht immer einwandfrei laufen, kann das ganz schön stressig werden, vor allem unter den ganzen Erwartungen von allen, die sich auf einen verlassen. Schwach sein ist da nicht... Und das "Du schaffst das schon, wie immer!" ein verdammt harter Satz sein kann, habe auch ich gelernt.

Das alles habe ich bis zum Abitur durchgezogen und versucht, so wenig wie möglich drüber nachzudenken (Das ist definitiv kein Ratschlag!!)
Immer, wenn ich nicht mehr konnte, habe ich Tagebuch geschrieben. Mit jemandem reden wollte ich nur ungern, weil ich niemanden mit meinen Problemen belasten wollte, weil ich dachte, meine Probleme hätten keine "Daseins-Berechtigung" und wären nicht wichtig genug.
Alles Quatsch!!
Mit meinem besten Freund habe ich irgendwann angefangen, über die wirklichen Probleme zu reden. Aber nur ein bißchen, wollte ihn nicht zu viel belasten. Das ist voll nach hinten losgegangen, weil er so falsch reagiert hat, wie man nur reagieren kann in der Situation.
Danach habe ich dann erstmal wieder eine ganze Weile gebraucht, um wieder mit jemandem zu reden. Am Anfang war es am einfachsten, klein anzufangen und "weniger wichtige" Sorgen zu verteilen, auf mehrere Leute immer ein bißchen.
Das und das Schreiben haben mir sehr geholfen.

Miss Perfect zu sein, ist ein verdammt harter Job. Und reifer zu sein, als die anderen definitv auch. Man kann halt nicht ewig die Verantwortung für alle übernehmen.

Ich bin dann nach dem Abitur einfach weggelaufen. Also nicht richtig, sondern hab mir nur möglichst weit weg von zu Hause einen Studienplatz gesucht (mit Baföög oder dualen Studiengängen sehr gut finanzierbar, Nebenjob ist auch noch machbar) und bin vor all den Problemen der anderen davon gelaufen. Hat auch eine ganze Weile gut funktioniert, ist aber auch keine Lösung. Ich kratze jetzt noch an der Grenze, rutsche wieder in das Unwetter von tausenden Problemen anderer Leute, so dass ich häufig einfach das Telefon ausstöpsel, damit ich mal meine Ruhe habe. Mitllerweile esse ich nach einem Plan, weil ich es einfach ständig vergessen habe in dem Stress. Im Moment ist jetzt auch meine Familie dahinter gekommen, dass ich nicht immer alles einfach so mal eben schaffe und unterstützt mich ein bißchen. Wir sind jetzt soweit, dass sie nicht nur erzählen, sondern auch mal zuhören!

Du bist keine soziale Auffangstation! Sei für die Leute da, die dir wirklich wichtig sind. Dazu solltest auch Du gehören!! Gönn dir selbst mal was, und wenn es ein Tag vorm Fernseher oder ein Mädel-DVD-Abend bei einer Freundin ist! Mach sowas öfter, geh aus, denk an dich! Du bist 17, verpass die Zeit nicht!
Wenn Du nicht anfängst, der Welt klarzumachen, dass Du nicht immer alles einwandfrei hinbekommst, dass auch Du mal schwach bist und einfach nur reden möchtest, staut sich so viel auf, dass Du irgendwann tief fällst. Dann gibts Du halt mal ne Arbeit ab, die nicht perfekt ist, na und!? Wichtig ist es auch, private Erfahrungen zu machen. Vergiss nicht, zu leben!

Wenn es dir schwer fällt, zu reden, weil Du Angst hast, die anderen könnten dich nicht mehr mögen, fang langsam an. Erzähl nicht gleich die ganze Geschichte, sondern sag zum Beispiel, was dir in der Schule zu viel wird. "Nein" ist ein unheimlich wichtiges Wort!
Du wirst merken, dass es sicher jemanden gibt, der ein offenes Ohr für dich hat. Wer keinerlei Verständis für dich zeigt, hat es einfach nicht verdient, dich als Freundin zu haben. Aber das ist doch eher unwahrscheinlich.

Dass Du hier angefanen hast, zu reden ist ein super Schritt! Wie Du gemerkt hast, können dich sehr viele verstehen und so vielen geht es ähnlich. Auch deine Welt zu Hause wird das verstehen, Du brauchst nur den Mut haben und es sagen; oder auch zu schreiben, vielen fällt das leichter.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen helfen.
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben