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Midlife Crisis?

Sheena

Mitglied
Hallo liebe Forengemeinde,

aktuell stecke ich in einem wahnsinnigen Tief. Deshalb erläutere ich euch mal kurz meine Situation und hoffe auf neuen geistigen Input bzw. neue Perspektiven!

Meine Situation kurz gefasst:
Ich denke, ich habe eine Midlife Crisis. Im August werde ich 30 - und was kommt dann? Ich habe in meinen jungen Jahren schon alles erreicht, was ich wollte: ich habe einen wundervollen Ehemann, zwei tolle Töchter, ein wunderschönes Haus, zwei abgeschlossene Berufsausbildungen und einen krisensicheren Arbeitsplatz (jedoch derzeit in Elternzeit, Coronabedingt wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten noch bis nächstes Jahr im Herbst).

Was will die denn jetzt? Das werden sich bestimmt viele Leute hier fragen. Ich habe alles. Ausser irgendwelche Ziele. Und keine Ideen. Ich habe das Gefühl, der Zug ist abgefahren. Es kommt nix neues mehr. So kann ich bis zu meinem hoffentlich hohen Alter leben. Glücklich und zufrieden. Versteht mich nicht falsch - ich bin dankbar, dass ich privilegiert bin. Aber für was dann noch weiter machen? Vorallem das weiter stört mich. Es geht ja nicht weiter. Das ist das Problem. Und das, was mir einfällt, was ich noch machen könnte, geht nicht. Wie z.B. studieren gehen. Mit Kindern und fehlender Betreuung unmöglich. Noch dazu kommt, dass ich meinen sicheren Arbeitsplatz nicht kündigen kann oder will. Warum sollte ich das auch. Ich mag meine Kollegen und die Rahmenbedingungen. Die Tätigkeit ist so o lala, jedoch sollte ich mich doch freuen, dass ich so entspannt und ohne Sorgen mein Geld verdienen kann. Andere Leute beneiden mich darum und wünschen sich das. Und ich? Ja, ich mache das, weil es meine Familie und mich absichert.

Viele werden jetzt sagen, ich soll mir ein Hobby suchen, welches mich erfüllt. Hab ich schon alles versucht. Ich treibe etwas Sport, versuche ab und zu kreativ zu sein (malen oder schreiben). Für ein zeitintensives Hobby habe ich schlichtweg keine Zeit - die Kinderbetreuung nimmt viel Zeit in Anspruch. Klar, mein Mann kümmert sich natürlich auch viel um die Kinder. Aber er arbeitet Vollzeit. Da kann ich nicht von ihm verlangen, dass ich mich einem intensiven Hobby widmen kann, welches viel Zeit beansprucht. Zumal alles, was mich interessiert, wie z.B. Wissen über den menschlichen Körper oder neue Sprachen lernen einfach zu viel Konzentration fordert. Und die hat man mit zwei Kindern eben nicht. Weil ständig jemand was will oder „Mama“ ruft. Und abends, wenn alles erledigt ist und die Kinder im Bett sind, habe ich keine Kraft und auch keine Lust mehr für so etwas.

Ich bin einfach total abgestumpft und vom Blick her total vernebelt.

Vielleicht habt ihr ja eine Idee, einen Ratschlag oder eine Inspiration.

Vielen Dank fürs lesen!
 

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Uri

Namhaftes Mitglied
Mit 30 ist es zu früh für eine "Midlife-crisis".

Um Deine Situation zu ändern, solltest Du mit Deinem Mann sprechen:
Er könnte von seinem Vollzeitjob runtergehen.
Ihr beide solltet mit weniger Geld auskommen.
Du machst Dein Studium oder suchst Dir einen Job.

Das Ganze muss in einem "Familienrat" natürlich fair und ausgiebig besprochen werden.
Durch Veränderung eines "Schalthebels" öffnen und schließen bzw. verändern sich andere Optionen.

Es ist sehr gut, wenn sich eine Familie mit der Zeit auch neuen Wegen stellt.
Wichtig ist, das alle damit leben können.
 

Joergii

Aktives Mitglied
Dir fehlt dein persönliches Lebenswerk. Das bisschen Sport und die versuchten Hobbys dienen lediglich zum Zeitvertreib und dem Wohlbefinden in dem Moment. Deine bisherigen erfüllten Wünsche waren nicht weitgenug gedacht um als Lebenswerk weiter anzusehen, denn da gibt es meistens keinen fertigen Zustand. Also mit anderen Worten du hast Träume gehabt und erfüllt, aber noch keine Visionen.

Das beste berühmteste Beispiel wäre jetzt Elon Musk, um den Unterschied zwischen Träume und Visionen zu verbildlichen. Er wird sich jetzt auch nicht denken: Und nun? Es gibt immer mehr und geht immer weiter..

Träume haben dagegen immer ein Endbild..
 

Sheena

Mitglied
Vielen Dank für eure schnellen Antworten!

@Uri: schöne Idee, aber in unserem Fall nicht umsetzbar. Es gibt keine Teilzeitmöglichkeit für meinen Mann. Er ist eigenverantwortlicher Aussendienstmitarbeiter im Handwerk. Seine Tätigkeit gibt einfach keine Teilzeitstelle her. Das wussten wir auch schon vor den Kindern und war auch für uns nie ein Problem, da wir im Prinzip nach dem klassischen Rollenmodell gelebt haben. Was für uns auch gut und richtig ist, weil die Familie hat oberste Priorität.

@Joergii:
Du triffst den Nagel auf den Kopf. Genauso gehts mir. Aber ich habe keine Ahnung, in welche Richtung es gehen soll. Ich habe einfach keine Träume und wünsche mehr. Außer „wir leben alle glücklich und zufrieden bis an unser Lebensende“. Wichtig für mich und meinen Mann ist: die Familie hat die höchste Priorität. Aber ich will mich nicht nur über meine Kinder definieren. Ich habe überhaupt keine Idee, was ich noch aus meinem Leben machen könnte.
 

Joergii

Aktives Mitglied

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