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Midlife crises

Hesekiel

Mitglied
Jetzt bin ich 41 und stelle fest das ich in meinem Leben genau das erreicht habe was ich mir als junger Mensch erträumte, nämlich - NICHTS!!!

Ja, ich hatte als Kind, als Teen nie wirklich Träume oder Vorstellungen vom Leben das mich erwartet. Ich bin einfach von Tag zu Tag älter geworden und habe dabei die Wege beschritten die mir vorgegeben und vorgelebt wurden auch wenn ich einst mal dagegen rebellierte, irgendwann wurde ich genau das was ich als Kind nie werden wollte, weil ich keine wirkliche Vorstellung davon hatte was ich werden will.

Und heute? Heute steh ich da, 41, männlich, glücklich verheiratet, Eigenheim, kinderlos, 1 Hund. Seit 25 Jahren im gleichen Unternehmen tätig mit regelmäßig, mehr ungewollten, wechselnden Tätigkeiten. Die Erkrankung meiner Frau vor ein paar Jahren war ein Wachrütteln. Für uns beide. Ich fing an mich für das Leben zu interessieren, aber anders als früher. Ich machte Veränderungen durch und genoss das. Ich entdeckte neue Fähigkeiten.
Ich entdeckte meine kreativen Seiten. Schauspiel, trommeln, tanzen, malen, ...

Mein Arbeitgeber will in absehbarer Zeit Arbeitsplätze innerhalb Deutschlands verlagern. Was für mich eine Anfahrtszeit von zwei Stunden bedeuten würde. Ich will nicht mehr. Mein Job ist okay. Aber die Tatsache, dass unser Standort aufgelöst werden soll löst in mir eine Ohnmacht aus. Und tut auch bei meinen Kollegen seine Wirkung. Verbaler Austausch von Krankheitssymptomen gehört hier zum täglichen Bild. Ich erlebe das nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal mit dieser Größenordnung. Zwei Stunden Anfahrt + zwei Stunden Abfahrt + acht Stunden Arbeit = 12 Stunden täglich.

Kurz ich steh an einem Punkt in meinem Leben, wo ich nicht weiß wie es weitergeht. Ich wäre gerne Schauspieler, also so richtig halt mit Gage zum Auskommen. Ich habe nie wirklich gelernt mich selbst zu organisieren und doch will ich es erlernen. Aber das stellt sich als schwierig dar sich mitten im Leben neu zu konditionieren.

Wer dazu einen Rat weiß, möge mir schreiben. Ich freu mich. Danke.
 
Ich bin nicht ganz dein Alter, deshalb weiß ich auch nichts zu midlife crises, aber ich kann die Fakten zusammenzählen, die du hier vorlegst.

Ich kann dich gut verstehen, ist echt eine schwere Entscheidung!
Welches der richtige Weg ist, hängt von deiner Persönlichkeit ab, die du und dein Partner am besten einschätzen können.

4 Stunden Fahrzeit/ Tag ist auf Dauer zu viel- eindeutig!

Das heißt es gibt 2 Möglichkeiten:
1. Du suchst Dir so schnell wie möglich einen neuen Job, notfalls nimmst du die 4 Std täglich in Kauf bis du was Neues hast.
2. Du ziehst um.

Ich frage mich, was für mich schlimmer wäre.
Nach weiteren 20 Jahren auf mein Leben zurückschauen und mich ärgern nichts gewagt zu haben oder zurückzublicken und denken, hätte ich damals nur nicht...

Eindeutig das Erstere!

---> Variante1 (Umstrukturieren an Ort und Stelle)

Gefahr Variante1: Alte Umgebungen, können hinderlich sein, sich zu verändern, daher nicht auf die völlige Umstrukturierung verzichten - wenn nötig Ortswechsel. Daraus ergibt sich die 3. Variante:

Zieh um, mach deinen alten Job zunächst weiter und such dir in neuer Umgebung was Neues.

Hoffe ich konnte dir einen Perspektivwechsel bieten.
 
Haben nicht viele Menschen in deinem Alter tatsächlich so einen Anflug von "Hab ich was erreicht?" "War es das?" "Hätte ich nicht mehr erreichen können?"

Zurückblickend denken viele, sie hätten es besser machen können oder sogar sollen, ohne mal zu berücksichtigen ob sich dafür tatsächlich jemals eine Tür aufgemacht hat. Eine Karriere als Schauspieler, die dir jetzt aktuell vorschwebt, ergibt sich nun mal auch nicht für jeden und ist ehr etwas "exotisches".

Ich würde sagen, dass es eine Frage der Bewertung ist - wenn du, wie du schreibst, nur die Wege gegangen bist, die sich dir quasi aufgetan und vorgelebt wurden - dann muss das aber ein ziemlich guter Weg gewesen sein. Ich meine, Eigenheim, glücklich verheiratet...da träumen sicher nicht wenige Menschen von.

Außerdem endet das Leben nicht mit 41 und es stehen dir immer noch jede Menge Möglichkeiten offen. Mit deiner Berufserfahrung kannst du dir durchaus etwas Neues suchen, es wird heute nicht mehr unbedingt Wert darauf gelegt, dass der Bewerber U30 sein muss, heute werden ehr erfahrene Haudegen mit Knoff-Hoff gesucht. Also schau mal, was sich evtl. für dich ergeben kann - deine Berufserfahrung kann dir ohnehin niemand nehmen und.... eine Fahrtzeit von insgesamt 4 Stunden ist wirklich etwas heftig...

Dr. Rock
 
Und heute? Heute steh ich da, 41, männlich, glücklich verheiratet, Eigenheim, kinderlos, 1 Hund. Seit 25 Jahren im gleichen Unternehmen tätig mit regelmäßig, mehr ungewollten, wechselnden Tätigkeiten.

Willst du mal hören, was bei mir auf der Habensseite steht, auch wenn ich noch nicht so alt bin? Das würde dich aufbauen. Was du da hast, davon kann ich nur träumen. 😉
 
hallo, kesekiel!!
ist das nicht schon eine positive aufregung?!?! eine neue stadt, neue menschen, die deine frau und du kennenlernen werden? einfach noch "gar nicht zu wiswsen", was kommen wird?
hast du denn gute freunde in der stadt, in welcher du jetzt lebst? fühlst du dich isoliert?
vielleicht die adoption eines kindes, sorry, wenn ich zu forsch sein sollte...
ach mensch, ich umarm dich grad einfach mal so...frara

 
Ich kann einiges nachvollziehen, was du schreibst, aber wie hast du es geschafft mit 40 noch an diesem Punkt zu sein ? Ich bin zur Zeit an einem ähnlichen Punkt, aber ich bin gut 20 Jahre jünger.
Ist nicht böse gemeint, aber ich finde irgendwann muss man doch mal sich selbst gefunden haben, oder ? 😕
 
aber ich finde irgendwann muss man doch mal sich selbst gefunden haben, oder ? 😕
Und dann? Was ist dann? Wenn man „sich selbst gefunden hat“? Ist man dann am Ziel? Ist man da angekommen wo man hingehört? Und ich meine hier das Leben als Ganzes. Also Partnerschaft, Sex, Beruf(ung), Job, Wohnsituation, Finanzlage, ect. pp.. Einmal gefunden und fertig? Ist man immer der Taffe der man mit 20 war? Oder fängt man irgendwann mal an nachzudenken? Das Leben als starres Gebilde?

Ich Danke Dir für Deine Worte. Ich nehme nichts böse, denn jeder sagt auch nur das was er für richtig hält. 🙄
 

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