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Mental Erschöpft

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Gast

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Hallo Zusammen
Das wird jetzt alles etwas unstrukturiert. Ich bin momentan einfach extrem verwirrt und habe allgemein Mühe mich zu organisieren bzw. Entscheidungen zu treffe. Seien es triviale Dinge, wie etwa was ich anziehen soll oder ob ich nun lieber Schoko- oder Himbeerkuchen haben will.
Ich weiss auch gar nicht so genau was das Problem ist oder was ich mir von diesem Forum erwarte. ich muss einfach mal irgendwas hinschreiben.

Zu mir:
Ich habe normal Matur gemacht, nach dem Militär den Wirtschaftsabschluss (Uni Bachelor). Dann ein Jahr gearbeitet und gemerkt, dass mir das alles nicht passt. Ich wollte lieber etwas technisches machen. Dieses inhaltslose Gelaber ging mir einfach auf den Nerv. Nun, im 6.Semester Informatik an einer technischen Universität ... und es geht einfach nicht mehr. Es fing schon am Anfang an. Das erste Jahr war sehr hart, Durchfallquote 55%. Reiner Psychoterror. Ich hab das Gemetzel mit viel Aufwand überlebt und mich durchs Studium gekämpft. Aber ich spüre einfach dass es nicht mehr geht. Ich kann mich nicht fokussieren und habe irgendwie eine unglaubliche Prüfungsangst und einen Pessimismus entwickelt, der mich vom lernen abhält... wiedereinmal stehen Prüfungen an und ich habs so dermassen Satt. Dieses Prüfungsgeschreibe... ich habe so viele Prüfungen in meinem Leben absolviert und ich habe das Gefühl, dass nichts voran geht. Keine Ahnung... hier einfach mal eine Liste von Gedankengängen die ich habe.. ich bin momentan zu erschöpft einen tollen Text zu schreiben:

- Ich lebe nur für die Zukunft und habe Mühe das Hier und Jetzt wahrzunehmen. Ständig frag ich mich
was ich genau werden möchte. Früher hatte ich klare Vorstellungen ... glaube ich zumindest.
- Alles fällt mir irgendwie schwerer als Leuten in meinem Umfeld. Ich habe Mühe am Leben und sehe wie andere
sich amüsieren.. Spass haben...
- Ich fühle mich alt. Ich bin 26 .... ewiger Student, nichts erreicht ... ich verschwende die 20iger Jahre mit Prüfungen anstatt
Abenteuer zu erleben.
- Ich habe Mühe mit normalen Konversationen ... oft bin ich überfordert wenn eine grössere Gruppe diskutiert. Ich ziehe mich dann oft in meine Welt zurück ....
- Ich lerne Sachen. Verstehe sie und habe sie dann kurz darauf wieder vergessen... ganz zu schweigen von den Blackouts an den Prüfungen usw. Ich hab das Gefühl es geht nichts mehr rein und ich brauche 10 mal länger als andere....

- Ich würde am liebsten einfach ein Semester aussetzen und in ein Kloster (oder so) gehen. Das Problem ist, ich werde immer älter. Ich hab das Gefühl mir rennt die Zeit davon und wegen dem Studiumswechsel darf ich mir keine Zeitverschwendung erlauben... ich habs nicht verdient...

- ich seh wie andere Fortschritte machen und ich dümpel herum mit einem ziemlich anspruchsvollen Studium im Rücken, dass mich zwar interessiert aber mir kaum mehr Freiräume lässt und mich ständig daran erinnert, dass ich doch noch etwas zutun habe. Prüfung hier, Projekte und Übungen dort ....

- Ich habe das Gefühl, dass ich mein Netzwerk verliere. Ich habe kaum Zeit was zu unternehmen und wenn ich Zeit habe, bin ich unendlich erschöpft im Kopf... ich bin dort, sage nicht viel.... bin passiv...

- Ich habe eine Freundin, die ich sehr liebe (eine der wenigen Aspekte, bei denen ich noch was schönes fühle). Aber im Moment ist sie eher eine Belastung für mich. Ich wünschte ich hätte jemanden an meiner Seite, der mich in solchen Zeiten unterstützt. Aber sie ist sehr passiv .. und ich habe das Gefühl, ich muss alles initiieren ... ich habe Angst, dass mein Zustand daran Schuld ist und ich sie vielleicht überfordere oder so, obwohl ich mir eigentlich Mühe gebe mit unserer Beziehung. Es würde mir schon helfen, wenn ich jemanden hätte der an mich denkt... aber das Gefühl habe ich irgendwie nicht...

- ....

Vielen Dank
 
- Ich würde am liebsten einfach ein Semester aussetzen und in ein Kloster (oder so) gehen. Das Problem ist, ich werde immer älter. Ich hab das Gefühl mir rennt die Zeit davon und wegen dem Studiumswechsel darf ich mir keine Zeitverschwendung erlauben... ich habs nicht verdient...

Hallo Gast,
das scheint mir doch eine gute Idee zu sein mit der
Erholungspause. Schau doch mal konkret, wie du das
praktisch hinbekommen könntest und investiere die
noch vorhandene Kraft in diesen Lösungsansatz.

Es macht ja keinen Sinn, völlig erschöpft so ein an-
spruchsvolles Studium weiter zu machen und darüber
krank zu werden und sozial ins Abseits zu geraten.

Gruß,
Werner
 
Ich rate zum Abbruch. Du hast bereits einen Abschluss in einem gern gesehenen Fach. Du hast eine Beziehung, in der du ruhig fordern darfst. Du hast Berufserfahrung und könntest wahrscheinlich leicht einsteigen. Informatik ist ein nettes Fach, aber hat manchmal mit der Realität wenig zu tun, glaube ich. Du könntest hospitieren gehen und schauen, ob dir das alles einigermaßen gefällt.

Wenn du eine Pause wegen Erschöpfung brauchst, dann mache lieber jetzt eine. Ich habe durchgezogen und einen netten Burn Out gehabt, der mich noch immer verfolgt. Denn die Frage ist auch, ob du Versagensängste entwickelst, die nach dem Studium bleiben? Helfen würden soziale Kontakte, vor allem zu Komilitonen. Ich bereue, dass ich mich zurückgezogen habe. Ein Gespräch über Ängste und Probleme, kann super entlasten!!!

Andere Variante mit dem Sabbatmonat könntest du über ein psychologisches Gutachten bekommen. Aber habe keine Gewissheit. Ich hatte eine Therapie angefangen, als es schon schlimm war. Helfen konnte man mir nicht, weil die Therapeuten nichts zu Lernproblemen wissen. Sie kennen sich eher mit Ängsten oder Sucht aus, aber Stress durch Lernen ist schwieriger. Auf der anderen Seite hättest du einen relativ neutralen Beobachter. Vergiss aber nicht, dass deine Worte die Therapie lenken und man lange braucht, um eine Therapie beginnen zu dürfen.

Für mich wäre es schlüssiger, du brichst ab und suchst einen Minijob, bis du etwas Klarheit und Erholung gesammelt hast. Im technischen Bereich gibt es auch Ausbildungen, sogar dual. Außerdem kannst du für eine Firma mit technischen Produkten weitere Aufgaben übernehmen. Die Bezahlung ist ein Knackpunkt, aber du hast sicherlich noch keine Kinder geplant, oder?
 
Ich widerspreche meinem Vorredner und bitte dich darum, möglichst nicht abzubrechen! Dafür hast du schon viel zu viel erreicht, um jetzt auf der Zielgeraden aufzugeben. Du kannst wirklich stolz sein auf das, was du bisher geschafft hast! Bitte wirf das nicht weg.
Es spricht aber wirklich nichts dagegen, dir eine Erholungspause in Form eines Urlaubssemesters zu gönnen, um wieder auf Kurs zu kommen. Gönn dir Zeit für dich und für das, was dir Spaß macht. Bekomm den Kopf wieder frei und lass die Uni erstmal links liegen. Das wird dir gut tun, glaub mir. Ich hab das selbe hinter mir.
Mit einem Burnout ist niemandem geholfen. Geh am besten mal zur Psychosozialen Beratungsstelle deiner Uni und schildere denen das alles ganz in Ruhe. Die sind extra für solche Fälle da und werden dich unterstützen!

Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute

lg
Penny
 

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