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Meine Mutter

als meine mutter fort wollte, habe ich bemerkt, dass das häutchen um ihre seele versuchte, sich zu sprengen, um der seele freiheit zu verschaffen...

wir sind da, monarose
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo frara,

schau mal hier: Meine Mutter. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Liebe Monarose,


wenn Deine Mutter nicht mehr kann, dann lasse sie gehen... .
Sei bei ihr so Du kannst und schenke ihr Deine Liebe und Aufmerksamkeit.
Manchmal kann es reichen, einfach nur noch zusammen zu sein.
Ja, auch schweigend.

Gut, wenn sie keine Angst hat.
Gut für sie und auch gut für Dich.
Ich hoffe jedenfalls, dass Dir das auch Deine Furcht etwas nimmt.

Alles hat einen Anfang und ein Ende.
Eure Wege werden sich bald trennen, aber bis dahin wünsche ich Dir und Deiner Mutter
eine friedvolle Zeit!
Manchmal da gibt es am Sterbebett Situationen, in denen sich Leben und auch Verbundenheit noch einmal anders zeigt.
Situationen, die Kraft geben..... .
Ende und Anfang.


Ganz liebe Grüsse! Viel Kraft!
Landkaffee
 
wird immer kleiner.
Ihre Hände sind jetzt ganz dünn und zart.
Ihre Stimme klingt verwaschen, denn spricht so wenig.

Ich habe Angst um sie.

Sie
hat keine Angst.

Liebe Monarose,
Dein Mütterchen will es Dir so leicht wie möglich machen, damit Du keine Angst haben musst.
Nimm ihre dünnen und zarten Hände in die Deinen und gib ihr Wärme. Gib ihrer Stimme durch Deine Kraft und Klang. Und lächele, dass gibt ihr Kraft!
Weine, wenn Du es willst, denn Schmerz muss man nicht immer ertragen und die Starke musst Du auch nicht sein. Ich sehe, wenn ich hier schreibe, meinen Papa vor mir - der nicht mehr reden konnte und seine grossen und angstvollen Augen voller Tränen waren - es zerbricht mir noch jetzt das Herz...
Sei einfach für sie da. Du weisst am besten, was ihr gut tut. Viel Kraft Dir und pass auch auf Dich auf!!!!
 
Alles, was berührt im Leben, ist das Wesentliche. Lass die Gefühle zu, lebe sie ganz bewußt, verleugne nichts. Gefühle sind Leben, und das Leben geht tief.
 
wird immer kleiner.
Ihre Hände sind jetzt ganz dünn und zart.
Ihre Stimme klingt verwaschen, denn spricht so wenig.

Ich habe Angst um sie.

Sie
hat keine Angst.

Hallo Monarose,

es liest sich für mich, als wäre Deine Mutter schon recht alt oder sehr krank und auf ihrem letzten Weg. Diesen Weg als Kind mitzugehen, ist nicht leicht. Angst, Hilflosigkeit, Trauer und Resignation sind da ganz bestimmt die Gefühle, die obenauf liegen. Umso erstaunlicher ist es oft, wenn man jede Reisenden betrachtet, die offensichtlich sehr gefasst und stark ihrem Ziel entgegen gehen. Ist das nicht etwas, was wir uns alle wünschen? Trotz dem Tod vor Augen das Leben rückblickend zu betrachten, Abschied nehmen zu können und loszulassen? Auch, wenn das, was kommt ungewiss ist. Die Einen bekommen Kraft aus ihrem Glauben, die Anderen gehen mit der Gelassenheit, dass schon alles gut werden wird irgendwie und irgendwo. Und wieder andere sagen sich: "Ich gehe, das war meine Zeit hier - damit ist es gut."

Wenn ein Mensch im Frieden mit sich und der Welt dieses Leben hinter sich lassen kann, dann kann auch uns Zurückbleibenden dadurch viel Mut und Kraft geschenkt werden. Mein Vater ist verg. Jahr an seinem 68. Geburtstag verstorben - auch er wurde immer stiller, zog sich in sich selbst zurück, kam bei sich an und verfiel zusehends. Sein letzter Tag auf dieser Welt war ganz friedlich und ruhig, er ist einfach still und leise gegangen. Es war nichts mehr offen, keine Ungewissheit, keine Angst, keine Schmerzen. Das haben wir sicher auch der Palliativpflege zu verdanken gehabt. Aber eben auch unserer Stärke, ihn gehen zu lassen. Den Tod in seinem Fall als erlösenden Freund sehen zu können, der seiner schrecklichen Krebserkrankung und allen damit einhergehenden Demütigungen ein Ende setzt.

Heute vor 15 Jahren starb mein Onkel mit gerade mal 46 Jahren ebenfalls an dieser furchtbaren Krankheit, überhaupt hat es so ziemlich alle meine Verwandten auf auf diese Weise getroffen. Und jedesmal war es ein neuer Abschied, ein neues Zurückbleibe - auch mit der Tatsache vor Augen, dass wir alle einmal gehen.

Am Samstag habe ich mich bei meinem wöchentlichen Besuch im Pflegeheim mit einer Frau unterhalten. Jahrgang '58, MS-krank, im Rollstuhl sitzend. Als sie noch gesund war, hat sie als Kinderärztin gearbeitet. Manchmal hadert sie mit ihrem Schicksal, aber im Großen und Ganzen nimmt sie es an. Und sie sagt: "Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod. Und vor dem Sterben auch nicht. Ich weiß, dass meine Zeit bald um ist und das ist auch gut so. Was danach kommt? Ich weiß es nicht. Aber ich bin sehr gespannt darauf."

Ich wünsche Dir Kraft und Halt bei dem, was Du auf dem Weg mit Deiner Mutter noch erleben wirst. Dass Du Dich von ihr verabschieden kannst und irgendwann weißt, es blieb nichts ungesagt und nichts ungetan.

Wenn es Dir hilft, kann ich Dir per pn gern auch einige Buchtitel und Autoren nennen, die sehr gut mit diesem Thema umgegangen sind.

Gerade kommt mir ein Sprichwort in den Kopf: "Den eigenen Tod stirbt man nur, mit dem der Anderen muss man leben." Vielleicht ist es für die, die gehen wirklich leichter als für uns, die wir bleiben.

Alles Gute.

M.

Noch ein Nachtrag: Gerade laufen ich an einem Buch vorbei, welches meine Frau momentan liest. Es heißt "Platz da, ich lebe! Ein Haus zum Sterben voller Leben. Die Kinder und Jugendlichen des Hospiz Balthasar" Dieses Buch ist ein wunderbares Geschenk. Weil der Reinerlös dem Hospiz zu Gute kommt und weil diese vielen bewegenden Geschichten und Gedanken Mut machen und so viel von dem rüberkommt, was das Leben und Sterben in einem Kinderhospiz ausmacht. Jedenfalls habe ich das Buch aufgeschlagen und da fiel mir dies hier direkt ins Auge:

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschied nehmen heißt. Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben. Sergio Bambaren
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Mutter nimmt Dir mit ihrer Haltung vielleicht ein wenig Deiner Angst.
Den Schmerz wird Dir niemand nehmen können.
Ich hoffe, Du hast Menschen (und/oder auch Tiere) in Deiner Nähe, bei denen Du Trost finden kannst.
Jetzt und später.
 
Ganz tief haben mich deine Eingangsworte berührt - die unendliche Liebe, die aus ihnen spricht.

Deine Mutter hat keine Angst, weil sie ein Kind wie dich hat.
 

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