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Meine momentane Lebenssituation überfordert mich

Pseudonym_0815

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Hallo zusammen,

ich lese und schreibe normalerweise selten in Foren, aber heute bin ich irgendwie an einem Punkt angekommen, an dem ich meinen Frust einfach mal von der Seele schreiben muss.

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Vielleicht einfach mal bei meinem momentanen Hauptproblem: meine Masterarbeit. Ich bin fast mit dem Studium fertig und nun steht leider die leidige Abschlussarbeit an. Dazu muss ich generell sagen, dass ich wissenschaftliches Arbeiten hasse. Ich habe inzwischen schon einige Hausarbeiten und auch meine Bachelorarbeit geschrieben und stelle jedes Mal fest, dass es die reinste Hölle für mich ist. Nicht weil ich es nicht könnte, im Gegenteil ich werde immer von meinen Profs für meinen Schreibstil gelobt und hatte bisher auch ausschließlich 1,0en und 1,3en. Der Prozess bis zur finalen Arbeit ist für mich jedoch die reinste Qual. Ich kann mich einfach nicht dazu motivieren was zu tun. Ich bin ein Mensch, der nur unter Druck wirklich funktioniert. Das resultiert letztendlich immer darin, dass ich kurz vor knapp anfange und dann zum Ende hin ein nervliches Wrack bin. Ich schaffe es leider einfach nicht aus diesem Teufelskreis rauszukommen.
Das ganze hat nun irgendwie in meiner Masterarbeit seinen krönenden Höhepunkt gefunden. Ich muss Ende November abgeben, für meine Verhältnisse eigentlich noch genug Zeit, habe auch schon eine Gliederung, Literaturrecherche weitstgehend abgeschlossen, aber ich kriege es einfach nicht hin etwas zu Papier zu bringen. Jedes Mal, wenn ich mich dransetze, steigere ich mich so in meine Unlust herein, dass ich mich überhaupt nicht mehr konzentrieren kann und richtig wütend werde. Es ist nicht so, dass ich glaube es nicht zu schaffen die Arbeit rechtzeitig abzugeben, hat noch immer irgendwie geklappt. Aber vielleicht ist es gerade das. Ich weiß, dass es klappen wird, weiß aber auch wie schlimm die nächsten Wochen werden. Ich glaube das lässt jegliche Motivation verschwinden. Das "schlimme" ist jedoch, dass ich bei einem Unternehmen schreibe und deshalb meine übliche Arbeitsweise nicht wirklich verfolgen kann. Mein Chef fragt schon ständig nach, wann er denn mal erste Ergebnisse sehen kann. Das setzt mich so unter Druck, dass es immer schlimmer wird und ich am liebsten alles hinwerfen würde. Gleichzeitig weiß ich allerdings auch, dass ich das niemals tun würde.
Damit kommen wir auch schon zu meinem zweiten Frustrationspunkt: die Jobsuche. Ich schreibe bei einem großen Unternehmen, habe dort zuvor über ein Jahr als Werkstudent gearbeitet. Habe dabei auch festgestellt, dass ich einfach lieber praktisch arbeite und die Forschung nichts für mich ist (auch wenn ich nicht schlecht darin bin). Während meiner Tätigkeit dort wurde ich immer wieder für meine Arbeit gelobt und mir wurde auch immer wieder eine Festanstellung nach der Masterarbeit in Aussicht gestellt. Es kam wie es kommen musste, durch einige interne Veränderungen herrscht Einstellungsstopp und man kann mir keine Stelle anbieten. Das frustriert mich zwar und ärgert mich, aber ich finde es nicht sooo schlimm, da das Unternehmen zwar super ist, aber mir die Arbeit in der Abteilung nie wirklich Spaß gemacht und mich auch nicht wirklich herausgefordert hat. Was mich allerdings extrem ärgert ist, dass ich nun ein Thema angenommen habe (weil ich dachte, dass ich übernommen werde), das mich nicht wirklich interessiert und mir auch keinen Spaß macht. Nun muss ich mich leider zusätzlich noch nach einem neuen Job umsehen. Ich habe zusätzlich vorher noch zwei längere Praktika bei renommierten Unternehmen gemacht und ich finde, dass sich mein Lebenslauf durchaus sehen lassen kann. Leider ist es dennoch so, dass ich auf 13 Bewerbungen bisher 6 Absagen bekommen habe, der Rest steht noch aus. Es ist nicht so, dass ich in der Illusion lebe, dass jedes Unternehmen darauf wartet, dass ich mit dem Studium fertig werde, aber etwas leichter habe ich es mir dennoch vorgestellt. Nun darf ich also neben der Masterarbeit noch regelmäßig Bewerbungen schreiben.

Der dritte Punkt, der mich frustriert, ist mein derzeitiges Liebesleben. Ich bin schwul und hatte noch nie einen wirklichen Freund. Affären hier und da, aber irgendwie hat es nie so gepasst. Vor fast einem Jahr habe ich dann einen Mann kennengelernt. Wir haben uns immer gut verstanden und hatten auch schon mehrfach etwas miteinander, aber mehr war da nicht wirklich, zumindest von meiner Seite. Er wollte offenbar schon länger mehr, aber irgendwie habe ich das nicht so wahrgenommen und war auch mehr an einer Freundschaft interessiert. Wir hatten zwischenzeitlich keinen Kontakt, weil er wohl etwas sauer war, dass ich seine Gefühle für mich nicht wirklich erkannt habe. Als wir den Kontakt wieder aufgenommen haben, hat sich irgendetwas verändert. Ich habe gemerkt, dass ich auch etwas für ihn empfinde. Wir hatten seitdem ein paar Dates und es war super schön und total vertraut, als wäre man schon ewig zusammen. So ist es zumindest, wenn wir uns sehen. Per Whatsapp habe ich manchmal das Gefühl, dass er sich für mein damaliges Hinhalten rächen will. Ich bin nun endlich bereit mich voll auf ihn einzulassen und nun ist es eher so, dass ich ihm hinterherlaufe. Ich warte wie so ein dummer Teenie drauf, dass er online kommt und mir antwortet oder, dass er Zeit hat was zu unternehmen. Es nervt mich einfach nur noch. Ich verbringe den halben Tag damit über unsere Beziehung nachzudenken. Ich bin mir sicher, dass er auch mehr von mir will, aber dieses Rumgeeiere nervt mich. Habe es auch schon angesprochen und er meint es wäre nicht so. Ich habe lange auf meine erste Beziehung gewartet, aber leider kommt das ganze nun zum völlig falschen Zeitpunkt und viel zu kompliziert. Ich sollte mich auf meine Masterarbeit und die Jobsuche konzentrieren und nicht den ganzen Tag an ihn denken.

Ich bin momentan echt frustiert und würde mein Leben einfach gerne ein paar Monate vorspulen, um das alles schon hinter mir zu haben. Die Vorstellung da durchzumüssen macht mich momentan einfach fertig.
Sorry für den superlangen Text, aber ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben.
 

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