• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Meine Mama ist gestorben

purzelchen

Mitglied
Bin ich zu alt um so zu trauern ? ich habe solche Angst! Sie starb ganz plötzlich am 1.11. wie kann ich weitermachen. ich bin verzweifelt. Ich habe Angstzustände, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll , ich hab einfach Angst zu schlafen. Mein Mann musste jetzt wieder in die Arbeit, Nachtschicht und ich hab Angst. Sie war alles für mich, ich weiß das hört sich vielleicht etwas kindisch an, weil ich ja schon 41 bin, aber ich vermisse sie so. Sie war meine beste Freundin und ist einfach so gegangen. Ich habe solche Angst.
 
Zuletzt bearbeitet:
als mein opa starb, war ich relativ kühl. sachlich. ungerührt. ich habe ihn gekannt. und eigentlich verdanke ich diesem menschen auch ganz viel. keine ahnung. aber ich blieb relativ kühl. dafür meine mutter und ihre schwestern emotional voll am "abdrehen". ich musste mich um sie kümmern. halten, in den armen, zuhören.

ich finde... du musst jetzt einfach trauern. deine gefühle zulassen. darüber reden. aber wieso hast du angst? was macht dir angst?

ich finde es ganz normal, dass einem die gefühle "durchgehen", wenn ein bekannter, geliebter mensch stirbt. der verlust einer wichtigen person im eigenen leben. ungewollte veränderung. so was kann einschneiden. ich fände es wichtig, dass du mit bekannten darüber sprichst. darüber, was in deinem innersten abgeht. in deinem kopf, in deiner seele, in deinem herzen. lass es raus!

nur du weisst, was es für dich bedeutet und warum.

wenn man gezwungen wird abschied zu nehmen, vom vertrauten, vom bekannten, von angewöhntem. das ist nicht einfach. geschieht es aber immer wieder. es zu akzeptieren. nicht weg zu verdrängen. (mir wurde meine trauer oft ausgeredet, das war nicht gut.. es blieb in mir und rumorte da. erst als ich es "rauslassen" konnte, es für mich akzeptieren konnte, ging es mir besser).

ich hoffe, du hälst deine ängste aus, deine trauer, und all die anderen emotionen, die dich zur zeit bewegen...
 
Als ich die Überschrift deines TH's las, dachte ich du seiest ein Teenager. Aber auch in deinem Alter kann ich deine Betroffenheit gut nachfühlen.

Mir ging es ähnlich. Ich war noch nicht einmal 40, als innerhalb kurzer Zeit meine Großeltern und meine Eltern starben. Ich war plötzlich der Älteste in der Familie. Das ist schon ein sehr komisches Gefühl. Man hat Angst vor der Verantwortung, dass man niemanden mehr um Rat fragen kann usw. Und man spürt, dass man jetzt wirklich nicht mehr jung ist.

Das alles kommt zur Trauer um den verlorenen Menschen hinzu.

Ich kann dir nicht helfen, aber ich wünsche dir Kraft für die nächste Zeit.

Und noch etwas: Deine Mutter ist um ihren schnellen Tod zu beneiden. Ich habe in meinem Freundeskreis mehrere Menschen, die die Ärzte einfach nicht sterben lassen, obwohl sie es gern möchten. Es ist schlimm, dass man heute nicht mal mehr das Recht auf einen menschenwürdigen Tod hat.

Ich habe eine Patientenverfügung geschrieben, in der ich lebensverlängernde Maßnahmen ablehne. Aber ob sich, wenn es so weit ist, die Ärzte daran halten?
 
Ich weiß, dass der schnelle Tod ein Segen für sie war, denn meinen Vater habe ich mit 15 verloren nachdem er über 2 Jahre im Koma lag. und auch ich habe eine Verfügung. Meine Mutter wurde nur 71 und der Arzt war sich nicht sicher, ob es ein Infarkt oder eine Embolie war. Für mich ist es trotz meines Alters ein Alptraum. es fällt mir so unsagbar schwer etwas "normales " zu tun. Bin ich denn wirklich zu alt um so zu empfinden ????
 
Für mich ist es trotz meines Alters ein Alptraum. es fällt mir so unsagbar schwer etwas "normales " zu tun. Bin ich denn wirklich zu alt um so zu empfinden ????

Nein, du bist nicht zu alt. Du hast ein sehr inniges Verhältnis zu deiner Mutter gehabt. Jetzt musst du erst einmal viel "Trauerarbeit" leisten.

Versuche trotzdem, dich aufzuraffen und die normalen, alltäglichen Dinge zu erledigen. Ich wünsche dir die Kraft dazu.
 
Bin ich zu alt um so zu trauern ? ich habe solche Angst! Sie starb ganz plötzlich am 1.11. wie kann ich weitermachen. ich bin verzweifelt. Ich habe Angstzustände, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll , ich hab einfach Angst zu schlafen. Mein Mann musste jetzt wieder in die Arbeit, Nachtschicht und ich hab Angst. Sie war alles für mich, ich weiß das hört sich vielleicht etwas kindisch an, weil ich ja schon 41 bin, aber ich vermisse sie so. Sie war meine beste Freundin und ist einfach so gegangen. Ich habe solche Angst.

























Hallo Purzelchen,
mein Beileid!

Und nein, Du bist nicht zu alt, um so zu trauern. Kindisch finde ich Deine Reaktion auch nicht.
Vergesse den Alltag nicht, denn das Leben geht weiter und sonst.... . Nehme Dir Zeit für Deine Trauer! Nehme Dir richtig Zeit! Und wenn Du Angst hast, folge der Spur der Angst.
Gehe durch die Gefühle, die Du hast. Stehe zu ihnen.
Es ist wie es ist.
Mag auch sein, es kommt eine Zeit, wo Du sauer auf Deine Mutter bist, weil sie gegangen ist, weil... . Alle Gefühle sind okay.
Niemand kann sie Dir abnehmen, aber auch niemand verbieten.
Auch wie lange Du trauerst und wie.... .

Mir helfen immer kleine Rituale: einen imaginären Brief an den Toten schreiben, Fotos sortieren, den gemeinsammen Lieblingsplatz in der Natur aufsuchen. Es hilft mir auch darüber zu reden: was hat mir der verstorbene Mensch bedeutet? Erinnerungen an verschiedene Situationen... .
Ja, und ich frage manchmal sogar heute noch eine Verstorbene um Rat, so innerlich:"Mensch,...., was hättest Du denn jetzt in der Situation gemacht?" Klar, ich kriege keine Antwort, aber durch die Erinnerung an den Menschen, meine Erfahrung, kommt mir dann oft eine Idee und nicht selten auch Trost.

Hey, Deine Mama ist gestorben! Ja, Deine Mama.
Etwas von ihr lebt in Dir weiter und wird bleiben.

Weine ruhig!
Eines Tages werden die Tränen wieder weniger und die Erinnerung an sie wird Dir ein liebendes Lächeln auf Dein Gesicht zaubern.

Ganz liebe Grüsse!
Landkaffee
 
ich danke euch für eure Worte. und ich hab mich auch heute schon aufgerafft mit meinem Stiefvater einige Dinge zu erledigen, die halt so anstehen. Er ist nun ganz alleine in dem Haus und wenn ich rauf fahre erinnert mich alles an sie und ich habe einen knoten im Magen. Sie war alles für mich. Und meine Familie hält zusammen wir helfen uns gegenseitig aber wenn ich dann wieder alleine bin kann ich kaum atmen. und ich denke es fällt nur mir so schwer etwas normales zu tun. und plötzlich bekomme ich wieder einen Weinkrampf. Und ich habe Angst vorallem Nachts und ich weiß nicht warum, ich bin eigentlich kein ängstlicher Typ. Ich hatte mein Leben immer im Griff. Aber jetzt bin ich alles andere als die selbstbewusste Frau, die ich immer dachte zu sein.
 
Das tut mir leid.

Aber versuch es mal so zu sehen, du hattest noch als erwachsene eine Mama. Viele Kinder können das von sich nicht sagen, weil sie ihre Mütter vorher schon verlieren.

Der Tod eines nahen Angehörigen zeigt uns, wie nah der Tod ist. Das er auch Menschen in unserer Umgebung trifft und irgendwann auch uns.

Vielleicht macht dir der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit zu schaffen.

Vielleicht gab es Dinge, die du mit deiner Mutter noch klären wolltest, oder noch erleben....

Danke ihr für die schöne Zeit und lass sie los.
 
Mein herzlichstes Beileid!
Es ist schlimm seine Mutter zu verlieren, vorallem wenn sie eine sehr gute oder sogar die beste Freundin von einem war.
Da spielt es keine Rolle wie alt man ist, denn jeder ist ein Kind in Bezug zu seiner Mutter und da ist es auch verständlich das du sie sehr vermisst.

und falls du mal wieder traurig bist und du dich einsam fühlst merke dir eins... deine Mutter ist immer bei dir -im Geiste und in deinen Erinnerungen- und das kann dir keiner nehmen..du bist also nicht allein oder ohne deine Mutter...

Alles Liebe
 
Jeder Mensch trauert anders. Ich glaube sogar, dass es umso schwerer wird je älter man wird und die Eltern dann sterben. Ich habe meine Mutter mit 19 beerdigt und meinen Vater mit 28 und es war beides mal eher eine Erleichterung da lange Krankheiten voran gegangen sind. Anders hingegen habe ich schon bei mehreren Bekannten mitbekommen die sich viel schwerer mit dem Tod ihrer Eltern taten wenn diese bereits ein recht hohes Alter erreicht hatten. Woran das liegt weiß ich nicht.
Das Leben geht jedenfalls weiter...ob man will oder nicht. Nimm Dir aber die Zeit die Du zum Trauern brauchst.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben