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Meine Kraft geht verloren...

Tristiane

Mitglied
Hallo zusammen,

meine drei Kinder (inzwischen alle volljährig) haben immer wieder langanhaltende Krisen.

Seit ein paar Monaten ist der Älteste wieder völlig abgesackt.

Allmählich mag und kann ich nicht mehr. Wann werden sie endlich ALLE erwachsen und kommen alleine zurecht??

Doch man kann wütend werden, man kann traurig werden... man kann nach Auswegen suchen und viel Zeit damit zubringen, zu recherchieren, man kann sich von Fachleuten beraten lassen - es nützt nichts, wenn die Betroffenen nicht selbst ihr Leben leben und aktiv anpacken und gestalten wollen. :(

Viele Grüße
Tristiane
 
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Werner

Sehr aktives Mitglied
es nützt nichts, wenn die Betroffenen nicht selbst ihr Leben leben wollen. :(
Hallo Tristiane,
da hast du einen wahren Satz geschrieben. Das Einzige, was in deiner Macht liegt ist das, was du selbst gibst oder auch nicht (Zeit, Geld, Aufmerksamkeit). Alles andere ist außerhalb deiner Möglichkeiten. Nur, solange du das Spiel (aus welchen Gründen auch immer) mitspielst, bist du letztlich Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Mein Tipp daher: Gib nur dann Aufmerksamkeit, wenn deine Kinder etwas machen, das du okay und erwachsen findest - kümmere dich z.B. gezielt um jeweils denjenigen, dem es gut geht, gib ihm Geld und Zeit und viel Zuwendung. Alles andere, was nicht nach Fortschritten und Erwachsenwerden ausschaut, solltest du soweit es geht ignorieren. Versuche es wenigstens mal eine Woche! Die Änderung beginnt bei dir oder sie beginnt nicht (zumindest nicht durch dich).
Guten Erfolg wünscht dir
Werner
 

Tristiane

Mitglied
Hallo Werner,

danke für deinen Rat!

Hmm, ja, kann sein, wahrscheinlich haben wir (also mein Mann und ich) immer wieder mal wegen der ständigen Krisen (von mindestens einem Kind) dann jeweils das Kind, bei dem alles (einigermaßen) rund lief, etwas aus den Augen verloren. Ich werde in den nächsten Wochen mal gezielt darauf achten.

Allerdings, WENN wir aufmerksam gegenüber Positivem waren und zum Beispiel einem der Kinder, bei dem sich glücklicherweise eine günstige Entwicklung anbahnte, besonders Zeit und Geld zukommen ließen, dann kam unweigerlich der NEID der anderen.

Dieser ständige Neid (seit der Kleinkinderzeit) macht mich auch fertig.

Mir will nicht in den Kopf, dass ein junger Mensch nicht von allein Interesse daran hat, seine Zukunft zu gestalten. :confused: Und wenn man sich damit überfordert fühlt, dass man dann eben ärztliche oder therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt? (Als Eltern wird man von den Fachleuten verständlicherweise über kurz oder lang wieder "weggeschickt", denn der/die "Betroffene" soll natürlich selbst kommen.)

Viele Grüße

Tristiane
 
Zuletzt bearbeitet:

Sisandra

Moderator
Teammitglied
Hi Tristane,

vielleicht solltest du deinen Kindern, allen voran aber dem ältesten, vorschlagen, auszuziehen und auf eigenen Beinen zu stehen.

Erstens bekommst du vieles dann gar nicht mehr hautnah mit. Und zweitens lernen sie so sicherlich leichter, Verantwortung für ihr eigenens Leben zu übernehmen.

Solange Mama immer hinterhergeiert und "nervt" mit lästigen Pflichten, brauchen sie ja die Verantwortung nicht zu übernehmen. Mama macht das ja schon, auch wenn es unheimlich lästig ist und nervt. Ob dann ein Mahnbescheid kommt, oder sogar der Gerichtsvollzieher und ursprünglich kleine Rechnungen immer höher ausfallen, wird dann an der verfügbaren Geldmasse schnell spürbar.

Manchmal ist das Leben der beste Lehrmeister.

Liebe Grüße
Sisandra
 

Tristiane

Mitglied
Hallo Sisandra,

danke für deine Anregungen.

Tja, was meinst du wohl, wie oft wir in den vergangenen Jahren diesen Vorschlag schon gemacht haben...

Derzeit leben auch nicht alle im elterlichen Haushalt.

Und was den Ältesten betrifft. Was meinst du, was in den letzten Wochen und Monaten bei ihm schon alles schief ging, weil er wichtige Termine und Pflichten versäumt hat? Da ist ganz schön was zusammengekommen.


Viele Grüße
Tristiane
 
Zuletzt bearbeitet:

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hmm, ja, kann sein, wahrscheinlich haben wir (also mein Mann und ich) immer wieder mal wegen der ständigen Krisen (von mindestens einem Kind) dann jeweils das Kind, bei dem alles (einigermaßen) rund lief, etwas aus den Augen verloren.
Hallo Tristiane,
das ist interessant, dass da der Neid einsetzt. Eine Tante von mir, die auch gerne und reichlich Gutes tut, hat das so gelöst: Sie führt exakt Buch (wie auf einem Konto), wer was bekommt, behält sich aber selbst vor, WANN sie etwas gibt. Seit ich sie kenne, unterstützt sie nur Positives bei ihren Neffen und Patenkindern usw. Wenn sie mal stirbt und man die Listen findet, wird es bestimmt ein breites Grinsen über diese nette Pedanterie geben :)

Wichtig wäre, dass ihr eine solche Strategie auch kommuniziert - dann hieße das für die anderen, dass der Erfolg und das Positive beim einen auch bei den anderen ein Plus auf dem "Konto" bedeuten würde und sie im Falle der entsprechenden Situation auch damit rechnen könnten, das abrufen zu können. Könnte mir z.B. einen "Rundbrief" an alle drei vorstellen, in dem ihr so eine neue "Politik" mitteilt.

Ich war mal bei einem Krankenbesuch im Kinderkrankenhaus und ein kleiner Junge im Nebenbett hat immer wieder gejammert, so dass die Schwester, die über Babyfon das hörte, gelaufen kam und ihn tröstete und herzte. Meine Wette war, dass die Abstände zwischen den Jammerattacken immer kleiner werden würden - und genau so war es. Meine Nichte, die ich besuchte, hatte viel Spaß dabei und wir konnten praktisch erleben, wie sich Aufmerksamkeit auf das Problem auswirkt (mehr Aufmerksamkeit durch mehr Problemkommunikation). Es fängt beim Beobachter an, dass er wahrnimmt, was (noch) gut ist und ob er es schafft, darauf zu reagieren und das andere freundlich zu ignorieren. Wäre die Schwester ein paar Sekunden vor der nächsten Jammerkommunikation gekommen und hätte geherzt, hätte sie dann die Abstände von selbst ausweiten können.

Noch einen kleinen Lesetipp zum Thema "Unterschiede bei Kindern". Eins meiner Bücher heißt "Warum Kinder so verschieden sind" (VAK-Verlag). Ich könnte mir denken, dass euch das beim Verständnis für eure Kinder sehr helfen wird. Im Grunde geht es hier darum, drei grundsätzlich verschiedene Persönlichkeitstypen zu unterscheiden und auch sich selbst einzuordnen - dann versteht man einerseits, warum jemand völlig andere Ziele oder Themen im Leben hat, andererseits, wie man in seiner Sprache mit ihm kommunizieren kann, damit er sich verstanden fühlt. Einen ersten Einblick bekommst du bei Interesse an was Neuem auf den drei Seiten http://www.beziehungstyp.de/ http://www.sachtyp.de/ und http://www.handlungstyp.de/

Mir will nicht in den Kopf, dass ein junger Mensch nicht von allein (ungeachtet des Verhaltens seiner Geschwister und der Reaktionen seiner Eltern darauf) Interesse daran hat, seine Zukunft zu gestalten.
Die Köpfe sind halt verschieden :) und auch die Zeitpunkte im Leben, wann jemand Interesse daran hat, seine Zukunft zu gestalten und vor allem, WIE. Solange du davon ausgehst, dass dein Weg der einzig lebenswerte ist, hast du ihn nicht verstanden. Er hat einfach gerade andere (seinem Typ, seiner Persönlichkeit) entsprechende Prioritäten. Was dir jetzt wertvoll ist, wird es ihm vielleicht erst in 20 Jahren, vielleicht nie. Das sollte man einfach respektieren ...

Viele Grüße,
Werner
 

heiligebirma

Mitglied
Oh man, wie ein deja vu habe ich deinen Bericht über deinen Sohn vernommen.

Mein Sohn ist 23 und wir haben haben ebengleiches Problem.

Man wird völlig verrückt, wenn man sieht in was die Kinder hineinsteuern.
Und man kann sie aber nicht abhalten.
Und ist der Karren dann im Dreck steht er mit Triefaugen vor mir und sagt: Mama, die hattest sooooo recht.

Pffff.....
 
T

Truth

Gast
Hallo Tristiane,

hab mich gerade so durchgelesen. Innerlich schreit es in dir: Stehe nicht mehr zur Verfügung und ich glaube, wenn es ein Buch gäbe, dass du gerne schreiben würdest, hätte es den Titel : Bin dann mal weg.. :) Trotz allem schaffst du es nicht dich rauszuhalten.

Kann es sein, dass du generell die Kontrolle in der Familie hast? Auf mich machst du den Eindruck einer taffen Frau. Bist du eine taffe Frau? Was für einen Leistungsanspruch gab es prinzipiell für deine Söhne als sie noch jünger waren, z.B. in der Schule, den sie dir gegenüber erfüllen mussten?

Aufgestauter Frust kann sehr destruktiv sein. Du übermittelst ihn ob du willst oder nicht. Und ich lese hier sehr sehr viel Aufgestautes.

LG Truth
 

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