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Meine Geschichte

E

Epipis

Gast
Im April wurde ich 8 Jahre. Im Juni wurde ich das erste Mal missbraucht. Danach war alles vorbei. Ich habe schnell lernen müssen das Menschen taub für jeden Schmerz sind.
Meine Mutter sagte das sie schon erleben musste wie in den Kriegstagen ihre Mutter Vergewaltigt wurde und dann`das``noch. Ich war das. Wenn man nicht darüber redet ist es wie nie passiert.Ich weiß noch wie sehr ich mich geschämt habe. Mein Vater sollte nichts erfahren er würde meinen Onkel sonst noch totschlagen. Wieso sollte er Ihn der mir immer und immer wieder wehgetan hatte totschlagen? Was sollte ich auch sagen? Er hat immer nach billigem Fusel gestunken. Beim ersten Mal hat er mich über die Spiegelkommode geworfen. Er hat mir mein Gesicht vor den Spiegel gedrückt und gesagt ich muss zusehen. Du wirst sehen es wird dir gefallen. Ich will nicht mehr sagen was er dann getan hat. Die nächsten Jahre wurde mir beigebracht wie man einen Mann befriedigt und welche Haushaltsgegenstände sich als ,,Toys`` eignen. Heute frage ich mich, warum es niemanden wirklich gewundert hatte dass die Leistungen in der Schule abnahmen. Das ich nicht viel sprach oder mich unter der Couch versteckte wenn Besuch kam und getrunken wurde. Es wurden darüber Witze gemacht. Mit 12 lernte ich E. kennen. Er war 15 Jahre älter als ich. Er gab mir Alkohol und Zigaretten. Wenn er mit mir schlief tat es nicht weh. Ich war mit ihm fast 4 Jahre zusammen. Ich dachte es sei Liebe. Mit 16 wusste ich bei wem man für einen Blowjob den besten Shit bekommt. Trotz allem was ich in mich hineinschüttete habe ich meinen Schulabschluss gemacht. Mit 20 Schwanger geworden, geheiratet. Keinen Alkohol keinen Joint während der Schwangerschaft Baby bekommen. Bis heute einer der wenigen Momente in denen ich Glücklich war. Der Arzt hat sich viel Mühe gegeben chirurgisch Verwachsungen von Narbengewebe im Genitalbereich zu entfernen. Ich glaube er war froh dass ich nicht über die Ursache sprechen wollte. Ich hatte mein Kind ich hatte Tageskinder und abends habe ich die Buchführung für meinen Mann geschrieben. Ich bekam ein 2 Kind. Nichts hat mich so ausgefüllt wie das Zusammensein mit den Kids. Wenn mein Mann mit mir schlafen wollte trank ich genug Alkohol. Ihm war es egal .Ich war ihm egal. Dann habe ich gar nicht mehr mit ihm geschlafen. Mit 29 machte ich eine Ausbildung und bekam nach 3 Jahren mein Staatsexamen. Ich machte sogar Karriere. Hatte einen guten Job, gutes Geld. Ich habe von 5 bis 16 Uhr gearbeitet dann den Mittag mit meinen Kindern verbracht und bin am Abend wieder Arbeiten gegangen um meinen Schreibkram zu machen. Vor 4 Jahren dann der totale Zusammenbruch Psychisch wie physisch. Depressionen Bandscheibenvorfälle, Protussionen sowie Wurzeltaschenzysten. Inoperabel. Mein Gewicht schwankte in den Jahren von 49 bis 150 Kg. Unter starken Schmerzmedikation Arbeiten gegangen. Ich musste nach München. Unterwegs beglückte mich die Vorstellung vor einen Brückenpfeiler zu knallen. Im Hotel angekommen überlegte ich mir wo es in Deutschland Brückenpfeiler gibt an denen man vorher genug Gas geben kann. Es gibt keine. Meine Tochter rief an um nachzufragen ob ich gut angekommen sei. Ich liebe meine Kinder. Ich brauchte Hilfe. Gehe zu einem Therapeuten sagt meine beste Freundin die einzige der ich jemals von den Geschehnissen erzählt habe. Der Psychotherapeut verschreibt mir Cipralex 40mg. Ich erzähle im etwas. Er sagt ich soll jetzt nicht in die Opferrolle geraten es passieren auf der ganzen Welt so schlimme Dinge da sollte sich ein einzelner nicht wichtig nehmen. Ich frage ihn ob er mir sagen will das alles nicht so schlimm ist und einmal drauf pusten und alles ist wieder gut? Nein es wäre sehr schlimm was mir passiert wäre aber ich könnte mich ja noch im Spiegel ansehen der Täter nicht. Ich bin zu müde und kraftlos um zu gehen. Ich höre mir an was psychologisch richtig ist. Ich rede nur noch über die Belanglosigkeiten im Leben nur um die 45 Minuten jedesmal rumzukriegen. Mittlerweile habe ich das Cipralex ausschleichend abgesetzt. Im Januar musste ich am Magen Operiert werden. Bei der Op ging einiges schief. Ein zweite Op wegen eines akuten Abdomens hat mich meinen Magen gekostet. Die Naht war infiziert und musste über Wochen offen behandelt werden. Bekannte der letzten Jahre die nichts von meiner Vergangenheit wissen halten mich für eine angenehm starke Persönlichkeit. Ich bin gut ich sollte Schauspielerin werden. Ich war seid 15 Jahren mit keinem Mann mehr zusammen. Meinen Beruf kann ich auf Grund der Körperlichen Beschwerden nicht mehr ausüben. Bin ausgesteuert worden und lebe seid kurzem von Hartz4 am Existenzminimum. Rente noch nicht durch Ich habe das Leben nicht im Griff es hat mich im Griff. Ich wäre gerne ein Vulkanier vom Raumschiff Enterprise da müsste ich vor mir keine Emotionen zulassen. Die Ironie ist das ich mich so sehr nach Nähe sehne. So älter ich werde umso größer wird mein Wunsch. Und doch kann ich sie nicht zulassen.

Meine Tochter hat einen Kind Meinen wundervollen kleinen Enkel. Wenn ich ihn ansehe weiß ich warum ich jeden morgen aufstehe.Wir spielen ,lachen toben .Ich lebe.
Warum ich einen Teil meines Lebens aufschreibe?? Wahrscheinlich um mir trotz meiner Einsamkeit meiner Sehnsüchte und meines Schmerzen vor Augen halten kann das auch ich mal Glück habe.


​
 
Hallo Epipis,

ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin erschüttert.
Schrecklich, was dir wiederfahren ist und dann noch unter dem Deckmantel deiner eigenen Mutter.
Kannst du deinen Onkel heute noch anzeigen?

Was deine Therapie betrifft, scheinst du wohl an den falschen Therapeuten geraten zu sein.
Deine Op, was immer auch schief gelaufen ist, bei Kunstfehlern kann dir bestimmt ein Anwalt für Ärztepfusch helfen. Klage deine Rechte ein.
Dir ist auch wirklich nichts erspart geblieben.
Ich freue mich, daß es wenigstens einen Lichtblick in deinem Leben zur Zeit gibt, nämlich deinen kleinen Enkel.
Ich wünsche dir alles Gute und sei herzlich umarmt.

Punto
 
Epipis was Du berichtest, könnte von vielen anderen hier im Forum sein, von denen, die ebenfalls missbraucht wurden. Was Du von Deinem Therapeuten erzählst ist kein Einzelfall - leider.

Du siehst Deine Situation sehr konkret und sachlich, dennoch ist Dir Dein Seelenzustand bewusst.
Hast Du schon einmal daran gedacht den Therapeuten zu wechseln? Weiß Dein Mann von Deiner traumatischen Vergangenheit?
Lebt Deine Mutter noch und hast Du mit ihr über die Missbräuche reden können?

...durch meine Tochter habe ich ein Mädchen kennen gelernt, die fast das Gleiche wie Du erlebt hat. "M" war mit meiner Tochter in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Als positiv empfinde ich, dass Du dem Leben trotz allem Gutes abgewinnst.
 
Bitte kümmere dich um einen verständnisvolleren Therapeuten! Das hilft doch keinem weiter! Ich wünsche dir viel Glück im Leben!

[...]
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Meine Geschichte jetzt Gefühlschaos

[...]

Dieses Tier lebt nicht mehr. Er starb (wie sagte seine Frau) friedlich im Schlaf vor 3 Jahren. Ich werde also nie meine ,, Rache? `` bekommen.
Ich bin in der letzten Woche nicht mehr zu meiner Therapie gegangen. Ich will und werde nicht mit meinem Problem Hausieren gehen. Aber mir ist klar dass ich es nicht alleine schaffe. Ich weiß nicht wie ich einen Therapeuten finden kann der mir nicht sagt ich soll mich nicht zu wichtig nehmen. Der nicht sagt das er sich doch nur den Mund fusselig redet wenn man ihm anvertraut das man keine Nähe zulassen kann.
Ich werde nichts vergessen oder verzeihen aber ist es so viel verlangt wenn ich nach all den Jahren einfach eine Chance möchte um zu lernen damit zu Leben, zu überleben?
Ich werde suchen. Vielleicht bin ich mir das endlich mal schuldig
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Meine Geschichte jetzt Gefühlschaos

[...]


Nehme ich mich zu wichtig??
NEIN! Im Gegenteil, du solltest dich sehr wichtig nehmen. Sei es dir wert, für dich und ein lebenswertes Leben zu kämpfen. Messe deinem Leben und deiner Zukunft Bedeutung zu.

Du bist wichtig!

Ich weiß nicht wie ich einen Therapeuten finden kann der mir nicht sagt ich soll mich nicht zu wichtig nehmen
Es gibt gute Therapeuten und es gibt Nieten. Es tut mir leid für dich, dass du nach allem was du erlebt hast nun auch noch an eine Niete geraten bist. Aber gib bitte die Suche nicht auf, auch dann nicht, wenn du vielleicht mehrere Anläufe brauchst.
Hast du schon einmal erwägt, eine stationäre Therapie zu machen?

Lebst du jetzt alleine? Wie ist das Verhältnis zu deinen Kindern, wissen sie, was dir widerfahren ist?

Du hast in deinem Leben viel geschafft. Hast 2 Kinder großgezogen, einen Beruf erlernt, gearbeitet und deine Vergangenheit ertragen, dann schaffst du es jetzt auch, dir die Hilfe zu suchen, die du brauchst und die richtig für dich ist.

LG
Gemini
 
Zuletzt bearbeitet:
Epipis,
ich fühle aus ganzem herzen mit dir....ich selbst habe so ein ähnliches schicksal.die frage
WARUM solltest du dir erst gar nicht stellen.das verhalten von deinem onkel ist das letzte.es gibt keine argumente für sein schäbiges verhalten.du warst das kind und er der erwachsene.man👎 manipulierte dich.als kind hat man oft keine andere wahl wie sich von seinem körper zu lösen,auszutreten um das was man angetan bekommt zu ÜBERLEBEN!
glaub mir es ist noch nicht zu spät um das geschehene aufzuarbeiten.es geht nicht darum das du jemanden verzweihen sollst.es geht darum das du lernst mit dem schrecklichen leben zu können.noch heute begleiten mich flashbacks,erinnerung mit echten gefühlen,schmerzen und angstzustände.doch ich habe halbwegs gelernt damit zu leben.es gibt manche tage da geht es mir gar nicht gut und manche tage da geht es mir so gut als wäre nie was passiert.stell dir einfach mal vor dein gehirn wäre eine immer wieder bespielbare CD.vieles würde durch dein schicksal geprägt mit ganz natürlichen handlungen.so wie alles über sich ergehen zulassen,sich nutzlos fühlen usw.doch mit hilfe eines wirklich guten therapeuten (wozu deiner definitiv nicht dazu gehört) lernst du deine alte verhaltensmunster neu zu bespielen.so erklärte mir das mein therapeut.ich bin heute 36 jahre alt und stecke mitten in der therapie.ich mußte über jahre hinweg suchen bis ich den therapeuten fand der mir zu sagte.es liegt ein steiniger weg vor uns aber ich weiß das ich,wie auch du ihn schaffen wirst.ohne meine kinder hätte ich mir bestimmt das leben schon genommen.ich kann dich gut verstehen.
deine mama wie auch meine mama (meine heiratete den täter nach meiner anklage an sie und ihn) sind mitschuldig.sie waren es die uns hätten beschutzen müssen,doch sie taten es nicht sondern wurden stille mittäter.DU hast nichts verkehrt gemacht.alles was du als kind wolltest war liebe und zuwendung.und das war und ist dein gutes recht gewesen.es tut mir so unendlich leid für dich.ich hoffe du findest irgendwann einen weg um mit dir selbst ins reine zu kommen.ich wünsche mir so sehr für dich das du lernst das du ein wundervoller mensch bist und das man das was man dir angetan hat das schlimmste überhaupt ist,aber man dennoch lerne kann damit zu leben.gib dem täter nicht noch die chanche das letzte stück in dir zu zerstören.du hast all die jahre so hart gekämpft um jeden tag zu ÜBERLEBN.GIB NICHT AUF! wenn du möchtest schreib mir doch mal privat.ich stehe dir gerne zur seite.vielleicht kann ich dir ein wenig helfen.ich würde mich freuen,wenn ich dein vertrauen gewinnen könnte und dich ein kleines stück deines lebens begleiten dürfte.
fühl dich feste gedrückt....
lg patricia


[...]
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich kann hier nur mit einem Goethe-Zitat antworten, was im Grunde aussagt was auch schon vorherige User anrieten:

Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen....rufet die Arme der Gottheit herbei....sprich versuche dir selbst zu helfen indem du einen guten Therapeuten für dich suchst und versuchst die Vergangenheit ausreichend zu verarbeiten.
Betr der Depressionen: die Disposition für die Krankheit besteht weiterhin...du solltest weitere Akutschübe durch gute Lebensweise vermeiden, sprich regelmäßig mit Menschen sprechen (auch mit einem Therapeuten in einer Traumatherapie über die vergangenen Traumata), viel Sport machen, dich pflegen...
Wenn du merkst du wirst akut (kennzeichen: Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit etc) direkt wieder zum Psychiater oder ggf in eine Klinik. Danach ambulante Therapien weitermachen...auch selbst gebastelte nicht nur die durch die Fachärzte...

Du kannst sehr stolz auf dich sein über das was du in deinem Leben alles erreicht hast und ich hoffe sehr du überwindest deine derzeitige depressive Phase auch bald wieder.

Tyra


nicht so gut fand ich dass du obwohl du keinen Sex mochtest dich selbst dazu unter Alkoholbetäubung gezwungen hattest...über dieses Verhalten solltest du mal mit einem guten Therapeuten reden...damit du dein Opferverhalten ablegen lernst..dich von der Vergangenheit und dem damaligen Täter lösen kannst und ggf noch lernst auch mal Spass am Sex zu haben...lieber spät als nie finde ich.

Apropos lösen:
hattest du den Täter je angezeigt?
 
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es wurden mehrere Beiträge gelöscht, die meisten enthielten Reaktionen auf einen nun gelöschten Beitrag.

Ich möchte nochmals bitten, bei solchen Beiträgen den Meldebutton zu drücken u nicht weiter auf solche Beiträge zu reagieren.

VG
4711
 
AW: Meine Geschichte jetzt Gefühlschaos

Ich werde nichts vergessen oder verzeihen aber ist es so viel verlangt wenn ich nach all den Jahren einfach eine Chance möchte um zu lernen damit zu Leben, zu überleben?
Ich werde suchen. Vielleicht bin ich mir das endlich mal schuldig
Damit zu leben wäre es vielleicht. Darüber zu sprechen, es einzuordnen, zu verstehen, dass man nicht nur aus Mißbrauch besteht. Dass man auch Mensch ist. Dass man als Mensch sogar alles darf - wenn man die Konsequenzen trägt. Aber man darf schon so einiges.

Den Therapeuten kannst Du Dir selbst aussuchen. Du entscheidest, wer gut für Dich ist.

Wenn Du jetzt abbrichst, sprich mit Deiner Krankenkasse. Ein Therapieabbruch kann zu Problemen führen, wenn Du eine andere Therapie anfangen möchtest.

Günter
 

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