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Meine Geschichte

  • Starter*in Starter*in sagittarius
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    geschichte
@sternchen und CATCRY: Vielen Dank euch beiden. Es war ein langer Weg, aber ich lass nicht zu, daß mich das fertig macht. Ich werde gebraucht.

@Momo: Auch an dich ein liebes Dankeschön. Ich habe gelitten, aber es geht aufwärts. Die Große macht es mir vor und das gibt viel Kraft.


Danke nochmal an euch alle🙂🙂

lg sagittarius
 
Hallo,

es freut mich, dass du dich hier im Forum so wohl fühlst und ich finde deine Geschichte sehr bewegend. Du bist durch einige Höhen und Tiefen gegangen und es freut mich für dich, dass sich für deine Große sich ein Lichtschimmer am Horizont anbahnt. Sei für sie da, bestärke sie darin in ihrer Therapie mitzuarbeiten und ermutige sie zur Wahrheit....

Die Sache mit dem Missbrauch deiner Schwester und ggf auch deiner Tochter durch deinen Vater stimmt mich ähnlich wie Sori nachdenklich. Aber ich schließe mich Soris Meinung an, dass du dich auf keinen Fall schuldig fühlen solltest. Die Schuld trifft alleine den Täter und hierzu wäre es ggf. wichtig zu gucken ob und wie man ihn für seine Straftaten noch zur Rechenschaft und zur Verantwortung ziehen könnte....ggf. Strafanzeige, Zahlung eines Schmerzensgeldes..... Ein schwieriger Punkt werden noch die Schuldgefühle deiner Schwester die sie ggf. hat wenn rauskommt, dass auch deine Tochter vom selben Täter missbraucht wurde und sie geschwiegen hat....aber da muss sie dann halt durch...und sich klar machen, dass sie niemals die Schuld trifft (allenfalls ne gewisse Mitverantwortung für Späteres...) und sie noch einiges wieder gut machen kann indem sie ihr Schweigen endlich bricht und lernt offen damit umzugehen...auch mit deiner Tochter ..damit da mal Frischluft und Licht in die Seelen kommt.

Meiner Ansicht nach wäre es gut offen mit der Problematik umzugehen...in der Familie sollten alle Bescheid wissen..auch auf die Gefahr hin, dass die family stark erschüttert wird und auseinanderbricht. Aber man sollte klare Stellung beziehen...ein klares NEIN in Hinsicht auf einen Triebtäter in der Mitte...wer Dreck (= den gewalttätigen Vater) in der family hat/hatte und versucht das zu beschönigen oder sogar zu vertuschen fängt sonst selber mit an zu stinken...hier ist Abgrenzung gefragt... Es täte deiner Schwester sehr gut und ggf auch deiner Tochter...damit würde ihr wie ich denke ich eine große Last genommen, da sie sehen, dass nicht sie die Schuld haben sondern der Schuldige mal am Pranger landet und zur Verantwortung gezogen wird..auf die eine oder andere Weise...ggf. mit Strafanzeige. Nichts ist glaube ich schlimmer als schweigen zu müssen weil man denkt man müsse die Familie oder den Täter schützen.....Indem man schweigt übernimmt man an sich die Schuldgefühle des Täters und indem man drüber redet und laut und deutlich: NEIN dazu sagt schiebt man dem Täter seine Schuld zu...ich finde das das ein wichtiger Schritt ist, wenn auch ein unbequemer Schritt...
Du solltest (ggf. in Absprache und unter Anleitung der Therapeutin) mit deiner Tochter über den Missbrauch den deine Schwester erlitten hat sprechen und sie direkt fragen ob deine Vermutung richtig ist und ihr dann gemeinsam gucken wie ihr den Täter rankriegt. Ihr klarmachen, dass du auf ihrer Seite stehst und sie auf keinen Fall einen Täter decken muss nur um des lieben Friedens willen.
Seit seiner Tat/en herrscht Krieg und Unruhe in den Seelen der Opfer...oft hilft es mehr Ruhe reinzubringen indem man hart abrechnet. Aber dazu ist natürlich therapeutische Begleitung und ausreichende psychische Stabilität notwendig. Die Gesundheit sollte immer Vorrang haben.

Auf jeden Fall sollte Auseinandersetzung erfolgen...nicht auf Verdrängen schalten, oder tabuisieren, denn das würde ggü den Opfern falsche Signale aussenden...das vermittelt wird, es wäre alles nicht so schlimm und sie sollten sich nicht so anstellen etc..was ganz schlecht für den ohnehin angeknaxten und unter Normallevel liegenden Selbstwert wäre. Was passiert ist ist ein schlimmes Verbrechen (das allein der Täter zu verantworten hat!!) und das sollte man nicht herunterspielen oder einfach drüber hinweggehen sondern auf den Tisch legen und klipp und klar besprechen anstatt es unter den Tisch zu kehren. Sonst ist kein Lerneffekt da und die Tradition schlaffer Selbstwertgefühle und Selbstgefährdung wird fortgeführt...es muss ein klarer Break erfolgen..sonst bleiben die Opfer weiter gefährdet und vererben ihre ungünstige Grundhaltung, ihren Opferhabitus auch an ihre Kinder weiter...hier also etwas längerfristig denken und planen und einen guten Selbstschutz aufbauen, der auch an die Nachkommenschaft weiter vermittelt werden kann...Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Gewaltopfer die sich nie auseinandergesetzt haben immer wieder an die gleichen Scheisskerle geraten und ihre Kinder oft dasselbe Schicksal wie sie erleiden..weil da nie genügend Veränderung in die Grundhaltung (Habitus) reingekommen ist und sich somit eine Art pervertierte Normalität (des Missbrauchs, schlechter Behandlung und Diskriminierung der Frau etc.) etablieren konnte.

Was in Hinsicht auf deine Schwester wichtig ist, dass du dich dabei nicht übernimmst und nicht ihren Therapeuten spielst, sondern sie in Therapie lotst und drin hältst...sie braucht einen Therapeuten und ihr braucht diese Unterstützung sonst geht die Sache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schief. Es ist total wichtig nur Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, sonst geht der Schuss nach hinten los und man schafft zu viel Abhängigkeit und ggf. Funktionalisieren einer Erkrankung und das ist dann ganz schlecht für alle Beteiligte. Richtiges Helfen will auch erstmal gelernt sein..ich würde mir hierzu auf jedenfall in einer Beratungsstelle Rat geben lassen und diese Ratschläge befolgen. Es wäre kontraproduktiv dass du aus unangebrachten Schuldgefühlen heraus den Babysitter für deine Schwester spielst...damit entwürdigst du dich und auch sie...also achte bitte auf die richte Grundhaltung bei der Hilfestellung und vermeide die Erschaffung einer zu engen Abhängigkeit oder das deine Schwester ihre Krankheit (Depression wie ich annehme) funktionalisiert, womit ihr Leben erst recht im Eimer wäre. Es sollte ne klare Zielsetzung und Hinarbeiten auf einen Punkt geben, Überwinden des Traumas...sowohl bei deiner Schwester als auch ggf. deiner Großen...den Hauptjob dazu müssen beide selber erledigen, Einsicht zeigen, Leistungsbereitschaft zeigen etc. Achte darauf, dass da nicht zu viel auf dich abgewälzt hat, sonst rennst du ggf. in den Burn Out und ihr könnt zu dritt in ne Klinik...damit wäre dann keinem gedient!

Auch du benötigst ggf. fachkundige Hilfe, nutze also bestehende Möglicheiten, damit du nicht in die Überforderung gerätst. Achte also auf dich und ich wünsche euch allen viel Kraft und Bedachtheit auf eurem weiteren Weg.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

mir kamen die Tränen bei deiner Geschichte.
Aber schaut nach VORNE und haltet zusammen!
Ich wünsche euch alles Liebe und viel Kraft!!
 
@Tyra
Wir alle in der familie haben über den Mißbrauch gesprochen. Das war oberstes Gebot. Die Kinder haben so feine Antennen, daß man das nicht geheim halten konnte, geschweige denn wollte. Der Mißbrauch war auch Gegenstand der Therapie bei der Großen. Schmerzhaft, denn es ist ihre Lieblingstante. Gut, weil sich die Vermutung nicht bestätigt hat.
Mit der Schuld, das ist so eine eigene Sache. Das ist der Bauch, der mir das sagt. Der Kopf weiß, daß ich keine Schuld habe. Ich konnte das nicht verhindern. Aber der Bauch sagt halt, he du bist die Große, warum hast du nicht besser aufgepasst?

Ich bin keine Therapeutin, den Schuh zieh ich mir auf keinen Fall an. Das würde mich zerstören. Aber ich bin da, wenn es ihr schlecht geht. Reden, trösten, Blödsinn machen. Vielleicht auch mal in den Hintern treten. Einfach da sein. Ich zieh mich aber auch mal zurück, wenn ich merke daß ich mich zu sehr rein hänge. Sie ist seit ihrem letzten Klinikaufenthalt sehr stabil, das ist sehr gut.

Den Täter zur Verantwortung zu ziehen, denke ich, ist ausschließlich die Sache des Opfers. Ich habe ihr meine Meinung dazu gesagt, aber es ist trotzdem alleine ihre Entscheidung. Und egal, wie sie sich entscheidet, werden wir das akteptieren.

Inzwischen sind drei Jahre seit ihrem Zusammenbruch vergangen. In dieser Zeit haben wir alle viel erfahren und gelernt. Und wir kämpfen. ALLE.

@Lili26 vielen Dank
 
Liebe sagittarius

deine geschichte hat mich tief getroffen und macht mich traurig. Tut mir sehr leid, was du und deine familie erleiden musstet.
Ich wünsche dir, das ihr weiterhin als familie zusammen haltet und nicht aufgebt.

lg Waage
 
Hallo Waage!

Vielen Dank für deine Zeilen. Eines haben wir tatsächlich aus dieser Katastrophe mitnehmen können:wir haben uns als Familie wieder ganz neu entdeckt und zwar nur im positiven.

lg sagittarius
 
@Tyra
Wir alle in der familie haben über den Mißbrauch gesprochen. Das war oberstes Gebot. Die Kinder haben so feine Antennen, daß man das nicht geheim halten konnte, geschweige denn wollte. Der Mißbrauch war auch Gegenstand der Therapie bei der Großen. Schmerzhaft, denn es ist ihre Lieblingstante. Gut, weil sich die Vermutung nicht bestätigt hat.
Mit der Schuld, das ist so eine eigene Sache. Das ist der Bauch, der mir das sagt. Der Kopf weiß, daß ich keine Schuld habe. Ich konnte das nicht verhindern. Aber der Bauch sagt halt, he du bist die Große, warum hast du nicht besser aufgepasst?

Ich bin keine Therapeutin, den Schuh zieh ich mir auf keinen Fall an. Das würde mich zerstören. Aber ich bin da, wenn es ihr schlecht geht. Reden, trösten, Blödsinn machen. Vielleicht auch mal in den Hintern treten. Einfach da sein. Ich zieh mich aber auch mal zurück, wenn ich merke daß ich mich zu sehr rein hänge. Sie ist seit ihrem letzten Klinikaufenthalt sehr stabil, das ist sehr gut.

Den Täter zur Verantwortung zu ziehen, denke ich, ist ausschließlich die Sache des Opfers. Ich habe ihr meine Meinung dazu gesagt, aber es ist trotzdem alleine ihre Entscheidung. Und egal, wie sie sich entscheidet, werden wir das akteptieren.

Inzwischen sind drei Jahre seit ihrem Zusammenbruch vergangen. In dieser Zeit haben wir alle viel erfahren und gelernt. Und wir kämpfen. ALLE.

@Lili26 vielen Dank
Liebe Sagi.Genau das ist das wichtigste Euer Zuammenhalt ,die Ehrlichkeit das ist die beste Medizin für Euch. Lg
 

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