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Meine Freundin hatte Sex mit ihrem Bruder! Was nun?

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Sie hätte es dir besser nicht erzählt. Du wirst jetzt dauernd "angewidert" sein und sie durch dein Verhalten daran erinnern, was damals geschah. Durch dich wird es auch für sie erneut zum Problem. Wenn du die Beziehung in Frage stellst wegen dieser Sache, ist es eine wacklige Verbindung.
 
Hallo Gast,

es ist toll, daß du deinen Weg gefunden hast, auch wenn er vielleicht noch ein wenig wackelig ist. Und ich finde es gut, wenn dir die ganz verschiedenen Ansichten über dieses Thema in diesem Forum geholfen haben, deinen -eigenen-Weg zu finden.
Ich wünsche euch beiden Glück ! :daumen:
 
Keine Panik. Mädchen entwickeln sich deutlich früher als Jungs und sind auch deutlich früher reif. Oft sehr viel früher. Von daher ist das, was du für dieses Alter mit "sexuelle Überlegenheit" umschreibst, durchaus real. Gerade bei sehr jungen Mädchen in der Pubertät fällt der Entwicklungsvorsprung gegenüber etwa gleichaltrigen Jungs ins Gewicht. Die Pubertät beginnt bei Mädchen oft schon mit 9 und ist biologisch betrachtet mit der ersten Regelblutung, also mit dem Eintritt der Reproduktionsfähigkeit abgeschlossen.

Pubertät

Ich frage mich, weshalb du für dich das Gefühl der Überlegenheit gegenüber deiner Partnerin brauchst beziehungsweise die Nicht-Überlegenheit als Mangel reklamierst, bevor du dich in der Bindung wohl fühlen kannst. Für mich hört sich das nach einem eher traditionell orientierten konservativen Rollenbild an. Meine Erfahrung ist, dass Beziehungen erst dann für beide Partner gewinnbringend gestaltbar sind, wenn Momente der Überlegenheit in den Hintergrund treten. Wo Machtaspekte regieren, wo im weiteren Sinne die Pole Überlegenheit und Unterwerfung regieren, kann eine gleichberechtigte Partnerschaft kaum funktionieren. Natürlich bringen beide Beteiligten in eine Partnerschaft immer ganz unterschiedliche Erfahrungen ein. Dennoch ist der Schlüssel für eine erfüllte Beziehung, sich gegenseitig mit unterschiedlichen Erfahrungen zu akzeptieren und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Wenn du dir den Abschlussbericht der Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann durchliest, geraten Mädchen auch viel früher als Jungs mit dem Thema Sexualität in Kontakt. Seit den 90er Jahren wird das Thema Sexualität und Pubertät in wissenschaftlichen Arbeiten vor allem unter dem Aspekt des sexuellen Missbrauchs untersucht. Davon kann man halten was man mag, der Wind des gesellschaftlichen Konsens hat sich spürbar verändert. Die Folge ist, dass sexuelle Kontakte von Jungs und Mädchen in diesem Alter vor allem in Täter und Opfer polarisiert werden.

Ganz gleich ob als Opfer oder aktive Täterinnen, Mädchen sind früher in sexuelle Beziehungen verstrickt, die nach offizieller Lesart als nicht altersgerecht gelten und rechtlich betrachtet oft strafrechtliche Relevanz besitzen. Etwa 30 Prozent der Mädchen berichten demnach schon in recht jungem Alter von sexuell konnotierten Erfahrungen fast ausschließlich innerhalb der Familie.

Sexuell aktive Bruder-Schwester-Beziehungen gelten zwar moralisch als nicht normal, sind aber weit verbreiteter Alltag. Wirklich miteinander schlafen, das passiert eher weniger. Aber alles unterhalb dieser Schwelle schon eher. Sehr viel häufiger sind indes entsprechende Beziehungen zwischen Töchtern und Vätern. Nach den in Deutschland geltenden rechtlichen Bestimmungen sind junge Mädchen in solchen Beziehungen stets als missbrauchte Opfer zu betrachten. Auch wenn die individuelle Selbstwahrnehmung der Betroffenen davon abweicht.

Ob solche Beziehungen mitunter auch auf entsprechende Bedürfnisse der Mädchen treffen, ist eine spannende Frage. Besonders bei Bruder-Schwester-Beziehungen unter etwa gleich alten Beteiligten könnte das eine Rolle spielen.

Spannend ist auch, in welcher Weise Mädchen selbst Motor solcher Beziehungen sind. In etwa 20 Prozent nannten männliche Opfer Frauen als Täterinnen. Der wirkliche Anteil dürfte deutlich höher sein. „Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten wiesen jedoch darauf hin, dass der Missbrauch durch Täterinnen, beispielsweise durch Mütter, subtiler und weniger deutlich ausgeübt werde, weshalb er häufig nicht als solcher thematisiert werden könne.“ Viele Jungs sind auf eine Art sozialisiert, dass sie sich selbst in eindeutig übergriffigen Beziehungen nicht als Opfer fühlen.

Etwa jeder fünfte Fall im familiären Umfeld, bei dem Jungs durch Frauen oder Mädchen zum Objekt realisierter sexueller Wünsche werden, geht dem Bergmann-Bericht zufolge auf das Konto pubertierender oder spätpubertierender Mädchen. Brüder treten in 9, Schwestern in 5 Prozent der Fälle als Täter in Erscheinung. Gemeint sind hier ernsthafte Übergriffe, nicht etwa einvernehmliche neugiergetriebene Doktorspiele.

Weibliche Teenager werden als Cousinen demnach deutlich häufiger übergriffig, als Cousins. „Cousinen als Täterinnen sind prozentual unter den weiblichen Familienangehörigen relativ stark vertreten“, heißt es in dem Bericht. Das Gefälle in der Häufigkeitszahl scheint deutlich. Cousins sind im familiären Umfeld demnach nur für drei Prozent der Übergriffe verantwortlich – Cousinen hingegen für 17 Prozent.

Realistisch betrachtet dürfte also auch deine Freundin mit neun Jahren wahrscheinlich deutlich weiter entwickelt und interessiert gewesen sein, als ihr ein Jahr älterer Bruder. Ich denke, es war einfach Neugier- und Probierverhalten. Dazu passt auch ihre von dir wiedergegebene Sicht,sie "war sich eigentlich sicher dass es nicht vom Bruder erzwungen war". Nimm es, wie es war: eine vorübergehende Phase zwischen den beiden. Beide haben den Ausweg gefunden. Das ist alles andere als ein Debakel.

Die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und rufen "Ach wie schlimm", das hilft niemandem. Am meisten belastest du sie, wenn du ihr eine moralische Standpauke hältst und ein schlechtes Gewissen einredest. Menschen sind eben unterschiedlich und genau das macht es doch auch interessant. Wenn du lernst, damit umzugehen und lernst, andere Ansichten zu tolerieren, dann bist du auf einem guten Weg zu einer erfüllten Partnerschaft.

Den Missbrauchsbericht mit allen Zahlen kannst du dir hier herunterladen Unabhängige Beauftragte Sexueller Missbrauch: UBSKM-Plattform Nicht überall, wo das Label Missbrauch draufgeklebt wird, ist auch wirklich Missbrauch drin. Vor allem nicht bei Mädchen und Jungs in diesem Alter, die zudem strafrechtlich noch nicht verantwortlich sind. Also einfach mal durchatmen ...
 
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