Bitte verschließe dich nicht komplett gegen eine Psychotherapie, nur für den Fall das es dir doch schlechter damit geht als bisher angenommen.
Es muss auch nicht gleich eine Psychotherapie sein, manchmal hilft schon, wenn man jemanden zum Reden hat und das sortiert sich in ein paar Wochen. Dafür sind diese Beratungsstellen da. Was Du jetzt genau brauchst, wirst Du für Dich rausfinden.
In einer solchen Situation ist man hilflos. Man ist ja nicht darauf vorbereitet und hat keine wirklichen Strategien, um damit klar zu kommen. Gerade auch, wenn man mit der Person befreundet ist. Vertrauen bricht nicht so schnell, wie man denken sollte. Es kann eine ganze Weile dauern, bis einem klar wird, was passiert, geht zu weit.
Sie hat sich, nachdem sie es gemacht hat, entschuldigt. Sie habe sich ausgenutzt gefühlt und ich hätte sie provoziert, aber die leichte Brandwunde täte ihr Leid, und so schlimm war es ja nicht mit einem Augenzwinkern…
Sie hat sich, wie du geschrieben hast, ENTschuldigt. Sie hat versucht, sich aus ihrer Schuld zu winden, indem sie dir die Schuld zuschiebt und Dein Leid zur Seite schiebt.
Klar, wir lassen uns alle mal provozieren. Und du wirst schon mal in einer Situation gewesen sein, wo Du jemanden provoziert hast. Das muss nicht mal absichtlich passieren. Sagen wir, Dein Verlobter würde sich provoziert fühlen. Wie weit darf er gehen? Was lässt Du ihm durchgehen? Was lässt Du Dir selbst durchgehen? Ist es okay, wenn Du jemandem eine reinhaust?
Und selbst wenn Du jemandem eine reinhauen würdest, würdest Du dann noch zutreten? Ihm mit einer Vase eins übergeben. Irgendwann ist mal Schluss mit "ich bin provoziert worden". Sie hat Probleme mit ihren Grenzen und daran muss sie dringend arbeiten.
ich war dann u.a. kleinlaut weil sie zumindest gegen Ende nicht ganz Unrecht hat
Wenn sie am Anfang nicht Recht hatte, wieso hat sie dann am Ende Recht?
… ich gebe mir keine Schuld, jedoch hätte ich mich anders Verhalten können
Damit übernimmst Du die Verantwortung und damit eben auch die Schuld daran, dass passiert ist, was passiert ist und wie es passiert ist.
Sie hätte sich nicht nur anders verhalten können, sie hätte sich anders verhalten MÜSSEN.
… sie ist ja kein fremder Mann gewesen wo es noch bedrohlicher gewesen wäre, und man aus Angst vielleicht mitgemacht hätte.
Es war sogar noch schlimmer. Sie war eine vertraute Freundin, jemand, dem man so etwas gar nicht zutraut. Jemand, der sehr genau wusste, was sie Dir damit antut. Ich denke, dagegen kann man sich noch viel weniger wehren. Angst kann einen dazu bringen, dass man sich wehrt, aber aus dem Vertrauen heraus hat man viel weniger eine Chance.