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Meine Eltern haben mein Leben zerstört

Keuner

Neues Mitglied
Hallo, ich habe mich mal für meinen Hilferuf für das Forum "Familie" entschieden, obwohl fast alle andern auch gepasst hätten. Ich habe nachfolgend versucht aufzuschreiben, worum es geht, und versucht es so kurz wie möglich zu halten und mich auf das wesentliche zu beschränken. Vielleicht hat jemand einen Rat für mich.

Ich bin 1979 geboren. Bis ich 26 war, haben mich meine Eltern wie einen Gefangenen gehalten, vor allem mein V. Seit ich 12 war, musste ich schwer arbeiten, an einem (sehr abgelegenen) Haus, da mein V. es sich in den Kopf gesetzt hatte, das man ein Haus besitzen muss. (Als ich 15(?) war, haben mich meine Eltern von der Schule geholt, u.a. weil sämtliche Kinder mich extremst mobbten.)
Fast mein ganzes Leben verbrachte ich entweder in (m)einem Zimmer, oder arbeitend am Haus, Freigang gab es nur, wenn etwas eingekauft werden musste, dann fuhr meine M. mit mir los. Ausser meine Eltern bekam ich so - bis auf die Einkaufstouren - niemanden zu Gesicht. Die Schulzeit war darin nur anders, als dass ich dann eben zur Schule musste, um dort gemobbt zu werden. Meine Eltern stritten sich ständig und gaben mir die Schuld dafür. Ich hatte keinen Besitz, bekam kein Taschengeld (nun gut, wenn man niemals das Haus verlassen darf kann man es eh nicht ausgeben), hatte kein eigenes Konto, nichts. Es gab zwar ein Konto auf meinem Namen, doch EC-Karte, PIN und dergleichen hatte meine M. Durch die ganze Arbeit seit Kindestagen ist meine Gesundheit nicht gut. Meine Knie sind z.B. kaputt. Ich habe ständig schmerzen, am ganzen Körper. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, keine Schmerzen zu haben. Ich habe aber das Gefühl, diese Schmerzen (nicht die von den Knien) hätte ich schon immer gehabt. Wer weiss.
Irgendwann, als ich 26 war, ist M. abgehauen, hat alles von Wert mitgenommen, und mich mit meinem mittlerweile über 80 Jahre alten V. alleine gelassen. Ich rief bei der Bank an, und behauptete, das ich meine Karte verloren hätte, um Karte und PIN zu bekommen. So hatte ich mit 26 Jahren zum erstenmal ein Konto, und ich musste mich um alles kümmern und alles herausfinden, was normale Menschen so wissen. Die ganzen Dokumente waren allerdings von M. mitgenommen worden.
Ich fand dann Möglichkeit, zu arbeiten. Ich verdiente sogar sehr viel. Das Haus war mittlerweile in der Zwangsversteigerung, über Umwege gelang es, sich mit M. zu "einigen" (denn diese war lt. Grundbuch Besitzer) und das Haus wurde für 50'000 € von mir ersteigert per Kredit. Mein V. bekam wieder ein Wohnrecht. Die hohe Summe, die ich verdient hatte, ging anschliessend komplett flöten. Eine (unheilbare) Krankheit brach aus, und ich konnte immer schlechter arbeiten. Meine private KV zahlt kein Krankentagegeld und eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich auch nicht - so verschwand das Geld. Ich stelle einen Antrag auf Arbeitslosengeld, aber das Geld reicht nicht mal für 1/4 der Ausgaben. Mein V. macht mir das Leben immer noch mit Psychoterror zur totalen Hölle, bestimmt alles und micht sich überall ein, und ich lebe immer noch wie ein Gefangener, und kann das Haus nicht verlassen. Das Haus verkaufen kann ich "dank" des Wohnrechts nicht. Er (mein V.) weiss auch nicht was er mir angetan hat und streitet alles ab. Ich weiss nicht ob er das wirklich nicht weiss oder verdrängt oder was auch immer.
Und so stehe ich da, 31 Jahre Nichts, ohne Geld, mit Krediten (Haus, Auto (das nur mein Vater fährt, da ich keinen Führerschein habe), Arbeitsgeräte), krank usw., und ich würde doch gerne nur mal ein normales Leben wie andere Menschen führen können, Menschen sehen und treffen, vielleicht mal auf ein Konzert. Aber ich bin hier eingemauert, schon mein ganzes Leben lang.

Viele Grüsse,

Keuner
 
Ich fand dann Möglichkeit, zu arbeiten. Ich verdiente sogar sehr viel. Das Haus war mittlerweile in der Zwangsversteigerung, über Umwege gelang es, sich mit M. zu "einigen" (denn diese war lt. Grundbuch Besitzer) und das Haus wurde für 50'000 € von mir ersteigert per Kredit. Mein V. bekam wieder ein Wohnrecht. Die hohe Summe, die ich verdient hatte, ging anschliessend komplett flöten.
Warum hast Du das Haus ersteigert? Du hättest Dir auch ein Wohnung... Ok, dann wäre der V. ins Altenheim gekommen und das hätte auch gekostet.

"ging anschliessend komplett flöten" schnell gewonnen, schnell zeronnen. Einfach so? Also die verdiente Summe minus 50.000 Euros für die Hausrückersteigerung.
Aber ich bin hier eingemauert, schon mein ganzes Leben lang.
Jetzt kann Dir doch keiner mehr Vorschriften machen. Die machst Du Dir nur selber. Da gibt es viele Möglichkeiten. Lass Dich mal beraten.
 
"ging anschliessend komplett flöten" schnell gewonnen, schnell zeronnen. Einfach so? Also die verdiente Summe minus 50.000 Euros für die Hausrückersteigerung.

Es kamen einfach ständig Rechnungen ins Haus, hier und da ging was kaputt (das Haus wurde von meinen E. und ihrem Zwangsarbeiter (mich) komplett im Alleingang gebaut - aber immer so billig und provisorisch wie es geht) ... dank Gesundheitszustand immer weniger Aufträge (bei über 2000 € feste Ausgaben im Monat für Kredite, Strom, Wasser usw. usf.), und seit dem ist es ein übers-wasser-halten. Das ist der aktuelle Zustand.

(Ausserdem haben gewisse Leute leichtes Spiel mit mir, da ich mich mit allen finanz. und sonstigen altäglichen Dingen immer noch kaum auskenne (nur G**gle hilft) und noch nicht mal einen Schulabschluss habe.)

Jetzt kann Dir doch keiner mehr Vorschriften machen. Die machst Du Dir nur selber.

Ich bin so aufgewachsen und kenne nichts anderes. Ich habe trotz allem mich-zernagendes Mitleid mit meinem V., der auch niemals in ein Altenheim gehen würde. Gleichzeitig hasse ich ihn für das was er mir jeden Tag antut, wobei er davon überzeugt ist, das er für mich nur das allerbeste tut und will.

Da gibt es viele Möglichkeiten. Lass Dich mal beraten.

O.k., denn ich sehe überhaupt keine Möglichkeiten. Aber wo und von wem beraten lassen? Ich will nur alles loswerden ... und nicht weiter Jahr um Jahr verschwenden, und am Ende keine Lebenszeit mehr übrig haben. Die Gesundheit ist ja schon weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, ich kann schon verstehen, dass Du gefühlsmässig gebunden ist, ist ja auch nicht verkehrt und nachvollziehbar.

Beratungsstellenadressen gibt es in der Zeitung unter Soziales oder sowas.

Auch wenn ihr sehr abgelegen seid, soziale Kontakte mit anderen gibt es durch die Religion. Das hat früher funktioniert und müsste auch heute noch funktionieren. Am siebten Tage sollst du ruhen (mindestens um dich nicht zu überarbeiten und mal was anderes zu sehen).
 
Willkommen im Club, Keuner! 🙁

Schaue dich mal auf der Seite von Caritasverband für die Region Trier e.V. - Startseite um! Die wissen was sie tun und versuchen einen auch nicht in ein Muster zu drängen, was man nicht möchte, also das vorgefertigte Muster.

Für dich (und damals auch mich/uns) ist der Punkt Hilfe für psychisch behinderte Menschen und deren Angehörige zutreffend. Stör dich bitte nicht an der Bezeichnung, die ist schon richtig, auch wenn du es z.Z. nicht so siehst (hatten wir damals auch nicht so gesehen)! Du findest ihn oben in der Leiste unter "Hilfe für".

Die Schmerzen können übrigens zwei Gründe gleichzeitig sein.
Die Ersteren sind Folgeerkrankungen, wie deine Knieschmerzen und anderen Schmerzen sind welche die sich das Gehirn einbildet.
Der Körper ist Schmerzen gewohnt und spiegelt deswegen Schmerzen wo keine sind, da er denkt dass da welche sein müssen. Mein Körper meldet mir z.B. dauerhaft Fesselschmerzen an Armen und Beinen, obwohl da keine mehr sind. Das geht sogar so weit dass diese immer zu einer bestimmten Uhrzeit anfangen und einer späteren Uhrzeit wieder aufhören.


Halt die Ohren steif, es kann auch besser werden - wirklich!

Alles Liebe von uns
Kanja_Ewe
 
Danke Kanja, das mit der Caritas klingt nicht schlecht. Ich muss nur aufpassen, das mein Vater davon nicht Wind bekommt, denn sonst wäre die Hölle los. Er hat nichts anderes im Sinn, als weiter in diesem Haus (das nur Geld frisst) zu wohnen, und ich habe nichts anderes im Sinn als hier fort zu kommen und ein normales Leben zu haben (angefangen mit einer kleinen bezahlbaren Wohnung in der Stadt ohne Megaschulden für Dinge die ich nicht will oder benutze).
 
Wollen und können sind leider oft zweierlei Paar Schuhe. Ausziehen und etwas Eignes könnte evtl. zur Zeit ein zu großer Schritt sein.
Sie haben dich ja genauso in Abhängigkeit gehalten wie mich/uns, gewissermaßen könntest du dir zwar eine Wohnung mieten, aber die Freiheit würde dich erschlagen.

Was aber machbar wäre, wäre dein Bildungsstand als Erstes anzugehen. Du kannst dich also bei ihnen beraten lassen wie du deinen Schulabschluß nachmachen kannst. Tarnen kann man den Termin als Vorstellungsgespräch (für irgendeine erzwungene Maßnahme, a la Ein-Euro-Job oder Weiterbildung). 😉 Für dein Vater wäre die Zeit in der du die Schule machst etwa ähnlich dem als würdest du arbeiten gehen. Für dich selbst ist es ein Schritt dahin dass es normal wird einfach das Haus zu verlassen - diese freie Entscheidung ist ja alles Andere als normal für Unsereins.

Ich weiß wie das für dich klingen muss, aber mal kurz überlegt. Was hörte man denn jahrelang gebetsmühlenartig? Man ist zu dumm zum Lernen, man taugt nur zum Arbeiten, Fehler sind ja zu erwarten gewesen usw. - man glaubt nach den Jahren des Kleinhaltens (auf gut deutsch) diesen Mist und macht bei Allem an Herausforderungen eher einen Schritt zurück als nach vorn. Resultat ist dass man zwar große Schritte überlegt, diese aber nicht tut, weil man instinktiv Fehler/Scheitern vermeiden muss. Man tut nur Dinge die gefordert werden und versucht diese möglichst perfekt zu erfüllen, da man ja auch weiß dass von einem das Scheitern an der Aufgabe erwartet wird. Resultat des Ganzen? Man dreht sich weiterhin im Kreis. 🙁
Daher der Tipp sich vorerst an kleinere, eigen gesteckte Ziele wagen, ansonsten schlagen sehr wahrscheinlich falsch erlernte Handlungsweisen zu.

Kanja_Ewe
 
Hallo Angus, ich habe nur mein bisheriges Leben aufgezeichnet, damit man sich etwas besser vorstellen kann, wie meine (auch finanz.) mom. Situation ist und wie es dazu kam, auch als psychologische Anhaltspunkte.

Was hindert dich, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest?

Es ist z.B. so, das wenn ich jetzt irgendwas machen würde (z.B. das Auto wieder loswerden), das mir mein V. das Leben total zur Hölle machen würde, ohne Ende Geschrei und Terror ...

Ich habe da ziemliche Verständnisprobleme: Du zahlst für ein Auto, das du nicht nutzen kannst?

Das Haus ist so abgelegen, sodaß ein Auto die einzige Möglichkeit ist, Dinge (essen usw.) zu kaufen. Mein V. hat einen Führerschein und kann noch fahren. Es gibt auch keinen Nahverkehr, höchstens hätte es Taxi gegeben. Aber hauptsächlich hat mein V. mich zu dem Auto gezwungen und ich "musste" (s.o. Terror :mad🙂 mitmachen. Er ruft dann ja einfach irgendwo an, macht einen Termin mit nem Händler, der bringt dann das Auto usw. usf. ...

Trägt dein Vater einen Kostenanteil daran? Wenn nein - warum nicht?

Ja, sein Geld (nicht viel) geht darin komplett auf.

Ich finde es übrigens überhaupt nicht nett, wenn man hier gleich mit vielen Vorwürfen konfrontiert wird ... 🙁

Heute würde ich die Aktion mit dem Auto nicht mehr mitmachen, aber nun ist es da und frisst ebenfalls Geld.
 
Hallo Kanja!

Ich habe bei meinen Ausführungen vergessen, das ich das "Glück" hatte, von zu Hause aus arbeiten zu können. d.H., auch für die erwähnte Arbeit habe ich das Haus nicht verlassen. Und da meine Beine nicht mitmachen, ist zu Fuss auch nichts zu erreichen (die nächste kleinere Stadt ist etliche km entfernt). Und zum Arbeitsamt fährt er mich ja auch ... und wenn ich ein Taxi nehmen würde, täte er Verdacht schöpfen ... und dann ... "terror" ...

Ich habe übrigens tatsächlich sehr viele kleine, aber auch grössere Ziele. Aber zumindest diese scheitern allesamt daran, das man hier wie begraben ist. Hier sind weder Möglichkeiten, noch Menschen, noch irgendwas. Ich muss hier weg.

Leider lässt sich ein Wohnrecht nicht kippen, denn sonst könnte man das Haus verkaufen. Wenn er doch bloss mitmachen würde. Dann könnte man das Haus auf Vordermann bringen, gewinnbringend (!) verkaufen und dann woanders hinziehen. Zusammen! Aber er würde lieber sterben, als hier auszuziehen, und liesse mich dafür sterben.

Viele Grüsse und danke für Deine Zeilen, ich lese alles genau und nehme es mir zu Herzen, auch wenn meine Antworten vielleicht nicht so klingen. Dies als Hinweis, da ich meistens missverstanden werde (oder ich missverständlich schreibe).
 
Ich finde es übrigens überhaupt nicht nett, wenn man hier gleich mit vielen Vorwürfen konfrontiert wird ... 🙁

Überlese das bitte! Sie meinen es nicht als Vorwurf.
Die Meisten können sich nicht einmal in ihren schlimmsten Alpträumen solch ein Leben vorstellen. Es fehlt die Nachvollziehbarkeit für sie, ähnlich wie wir uns eine heile-Welt-Familie als Normalzustand, so Mutter-Vater-Kind-alle-lieben-sich-Familien, nicht vorstellen können.

Kanja



Ps.: Ja, ich kenne das mit dem Lesen und zuerst nachdenken müssen. Wir haben einen Freund der immer sehr treffende Antworten gibt, meistens auch sehr Kurze, da müssen wir sehr häufig schreiben dass wir verstanden haben was er schreibt, aber es erstmal mit der eignen Logik erfassen müssen. Du musst ja nicht jedes Mal etwas dazu schreiben.

Kanja_Ewe
 
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