Hallo Josef!
Ich kann dich nur ermutigen anders zu denken, da du im Gegensatz zu deinen Eltern nicht einem sehr zweifelhaften Ideal nachjagst und das ist gut so. Ich sage immer, wer richtig gebildet ist, wird auch irgendwann erkennen, dass jeder Beruf wichtig ist für die Gesellschaft und jeder Mensch seine Würde hat, egal wie weit er es im Leben bringt. Man muss sich auch fragen, ob es in jedem Fall erstrebenswert ist, ein Studium vorweisen zu können. Wer hat es schöner? Das ist doch die Frage, die jeder anders beantworten muss. Möchte ich vielleicht als schlauer Kopf etwas lernen, das ich auf jeden Fall mit Leichtigkeit bewältigen kann und verdiene für mich genug Geld, obwohl es kein Studium war? Möchte ich Golfspielen, mache ich es aus reiner Denke, dass es prestigeträchtig ist oder mache ich es, weil es mir eine gute Reputation und Anerkennung einbringt? Möchte ich einen Teil der Gesellschaft ausblenden und mir ein Leben vormachen, in dem es nur den Pöbel und die Bildungsschicht gibt und nichts dazwischen? Wir hatten deine Frage so oft, dass ich dir wirklich raten möchte, dir den verlauf verschiedener Threads mal zu Gemüte zu führen. Da kannst du bestimmt auch etwas Nützliches draus ziehen, wenn dir hier nicht die passenden Antworten zu kommen scheinen.
Ich denke, es kann ein Hindernis sein, wenn jemand nicht die Bildung hat, die der andere mitbringt, aber dieses Hindernis besteht nur, wenn deine Erziehung dich so innerlich gegen andere geringerverdienende Menschen unterbewusst oder bewusst aufbringt oder deine Angebetete für dich nicht in den von dir hochgehaltenen Wissensbereichen das nötige Niveau hat. Ist Niveau nicht etwas, das nur teils objektiv festgestellt werden kann? Du musst dich mit ihr wohlfühlen und deinen Eltern dann nicht die Oberhand geben. Sie können trotz einer Entscheidung für deine Freundin dir das Leben so vergellen, dass du selbst irgendwann nicht mehr kannst und nachgibst, doch es liegt an dir, deinen eigenen Kopf anzustrengen und für dich deine Lebensentscheidungen zu treffen. Möchtest du wirklich nachher überlegen, ob du vielleicht doch deiner Freundin die Chance eines gemeinsamen Lebens hättest geben sollen? Was machst du denn, wenn du bei einer Akademikerin landest, die null mit dir teilt außer deines Abschlusses? Auch keine bessere Wahl. Irgendwann möchte man ja auch mal ne Familie gründen. Entgegen aller praktizierten Modelle ist sowas doch eine Entscheidung, die einen immer mit einer Person verbindet.
Vielleicht beschränkt sich die Bildung deiner Eltern ja auf Luxusartikel und oberflächliches Bücherwissen, das sich am Mainstream orientiert? Schon mal getestet? Bildung hat auch mit Menschlichkeit zu tun.
Es ist doch eigentlich egal, ob deine Freundin mal so eben mit dem Geld hinkommt. Sie kommt hin und sie wäre vermutlich auch im Falle einer Trennung nicht von dir abhängig. Vielleicht mag sie lieber Zelten als Maurizius? Will sie durch dich an Riechtum gelangen? Akzeptieren dich ihre Eltern? Ihre Eltern leben eben so und deine so. Du wirst selbst unter Akademikern nicht eindeutig kongruente Elternpaarungen finden. Vielleicht finden deine ltern ja auch was dran, wenn der Vater einer potenziellen Zukünftigen Biologe ist und nicht Rechtsanwalt? Was würden deine Eltern eigentlich machen, wenn du eine Tochter eines hartzenden Akademikers nett fändest? Bildungstechnisch dürfte ja in beiden Fällen Akademikervernindungen mit nötiger Bildung vorliegen....