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Meine Ausbildung ist ein Griff ins Klo

bluebanana91

Mitglied
Hi,
Achtung, das wird ein langer Text, sorry! Die Geschichte ist leicht anonymisiert damit mich hier keiner findet.
Zu mir: ich bin 30 und habe zunächst ewig im sozialen Bereich studiert. Aufgrund starker Depressionen und Prüfungsangst musste ich nach 5 Jahren das Ganze in die Tonne schmeißen. Daraufhin habe ich eine neue Ausbildung gemacht im gesundheitlichen Bereich. Dort wollte ich sehr gerne arbeiten und hatte auch sehr gute Leistungen in der Ausbildung. Blöderweise ich kurz vorm Abschluss (mir hat nur ein Praktikum gefehlt) bin ich sehr schwer erkrankt (ich stand kurz vorm Pflegeheim) und war zu Hause fast zweiJahre lang. Ich kann nicht mehr in dem Beruf arbeiten, weil ich einen Schaden am Bewegungsapparat habe. Nach ewiger Suche bin ich dann auf meine jetzige Ausbildung gekommen. Und jetzt stellt sich wieder raus, dass das Ganze ein Griff ins Klo war. Der Leiter in meinem Betrieb hat sich als ziemliches A******* herausgestellt und jetzt wurde neulich eine anderen Azubi herausgemobbt. Wie gesagt, ich bin 30 und habe keinen Abschluss. Ich weiß nicht ob ich in dem Unternehmen bleiben kann. Wir leben in Musterstadt-wegziehen ist aktuell sehr schwierig, weil mein Partner hier eine sehr gut bezahlte Stelle hat die er nicht aufgeben will. Zum anderen möchte ich sehr gerne ein Kind. Von den meisten meiner Erkrankungen bin ich mittlerweile genesen. Was würdet ihr tun? Die Ausbildugn durchziehen, obwohl die Perspektive in dem Job zu arbeiten nicht so vorhanden ist, dann im Anschluss schwanger werden und um eine Umschulung/neue Ausbildung bemühen sobald der Zwerg 2 ist? Ich bin zu diesem Zeitpunkt schon 33 und habe Angst, dass ich dann einfach zu alt bin für Kinder. Die Sorge um einen beruflichen Neueinstieg ist auch nicht gerade gering. Andererseits würde ich erst 38 oder so sein bevor ich schwanger werden kann-das ist mir definitiv zu spät!!!!
Dazu kommen die ganzen Versagensängste die ich habe-es nagt extrem an mir, dass ich schon zwei Mal versucht habe etwas aus mir und dazwischen meine Erkrankungen und vor allem ich selbst gekommen bin! Ich komme aus einem sehr elitären und gehobenen Milieu wo fast jeder sehr viel verdient, mehrere Uniabschlüsse hat usw und ich im Vergleich dazu wie der Loser schlichthin wirke....das ist alles extrem belastend.
 
Zuletzt bearbeitet:

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Bodenschatz

Aktives Mitglied
Was würdet ihr tun? Die Ausbildugn durchziehen, obwohl die Perspektive in dem Job zu arbeiten nicht so vorhanden ist, dann im Anschluss schwanger werden und um eine Umschulung/neue Ausbildung bemühen sobald der Zwerg 2 ist?
Wenn Du "irgend eine Ausbildung" hast, hast Du bewiesen, dass du Ausbildungen absolvieren kannst.
Das, so denke ich, ist etwas anderes als keine Ausbildung zu haben.
Deshalb rate ich, den Abschluss durchzuziehen.
Der Betreib ist aktuell suboptimal - ok. So, dann müsstest Du schauen, ob Du den Betrieb wechseln kannst um wo anders die Ausbildung abzuschließen. Es kann aber auch durch Deine Studienerfahrungen etc sein, dass Du Dich durchsetzt und nicht von dem Chef heraus mobben lässt.


Ich komme aus einem sehr elitären und gehobenen Milieu wo fast jeder sehr viel verdient, mehrere Uniabschlüsse hat usw und ich im Vergleich dazu wie der Loser schlichthin wirke....das ist alles extrem belastend.
Da bist Du nicht alleine. Meine Mitbewohnerin (aus Iran) hat dasselbe Problem: " Wenn ich das nicht schaff bin ich wie ein Spuck im Gesicht der Familie"...
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Und jetzt stellt sich wieder raus, dass das Ganze ein Griff ins Klo war. Der Leiter in meinem Betrieb hat sich als ziemliches A******* herausgestellt und jetzt wurde neulich eine anderen Azubi herausgemobbt. Wie gesagt, ich bin 30 und habe keinen Abschluss. Ich weiß nicht ob ich in dem Unternehmen bleiben kann.
Ist denn das Berufsbild an sich ein Griff ins Klo oder eher die aktuellen Umstände und der Betrieb? Was hat dir ursprünglich an dem Beruf gefallen und warum konntest du dir vorstellen, die Ausbildung anzufangen? Das sind ja zwei Paar Schuhe: Ob mir der Beruf an sich nicht mehr gefällt und was ich dort mache oder ob es "nur" ein Betrieb, Kollegenkreis bzw. Arbeitgeber ist, der mir nicht gefällt.

Ich denke, es ist für dich jetzt wichtig abzuwägen, ob du dir prinzipiell vorstellen kannst, in dem Job zu arbeiten - oft kann man ja auch trotzdem in verschiedenen Branchen arbeiten oder sich spezialisieren und weiterbilden usw. - oder ob das so gar nichts für dich ist. Dagegen steht aber dann auch der Fakt, dass es zumindest Anfangs mal eine Zeit gab, in der du dir das vorstellen konntest und dir der Beruf gefallen hat. Und das ist ja meistens nicht ohne Grund so.

Persönlich würde ich dir raten, die Ausbildung zu beenden. Damit du etwas abgeschlossenes in der Tasche hast. Und auch, wenn dir das vielleicht nicht zusagt, das ist trotzdem erstmal etwas, auf das du bauen kannst. Sowas ermöglicht dir immer mehr Freiheiten und Unabhängigkeiten, als wenn du nichts abgeschlossen hast. Dann hast du auch etwas im Lebenslauf vorzuweisen, das du beendet hast. Später kannst du dich immer noch informieren, ob du dich in dem Job weiterbilden kannst oder ob es möglich ist, in übergreifenden Bereichen zu arbeiten oder anzuknüpfen. Oder ob du vielleicht in ähnlichen Berufen die Ausbildungszeit verkürzen darfst. Das alles wäre dann mitunter nicht ganz so lang, als wenn du ohne irgendwelche Vorkenntnisse das machst.

Hinzu kommt dass ich denke, dass es mit einem kleinen Kind erst recht schwierig wird, sich beruflich neu zu orientieren oder überhaupt eine Ausbildung zu beenden. Ich halte es nicht für unmöglich! Vor allem dann, wenn du von deiner Familie und deinem Partner Unterstützung bekommst. Und das haben auch schon viele andere Alleinerziehende geschafft. Aber es ist ohne Kind immer einfacher, eine Ausbildung zu machen, als wenn man dann eines hat, für das man die Verantwortung trägt. Du weißt auch nicht, ob dein Kind dann beispielsweise besonders fordernd wird oder wie du in die Mutterrolle hineinwächst. Es geht mir nicht darum dir Angst zu machen oder dir das schlechtzureden, nur Überlegungen mit einzubinden, die ich wichtig finde und die deinen Werdegang beeinflussen können. Wenn es an deinem Umfeld liegt, weswegen dir die Ausbildung keine Freude mehr macht, dann könnte es schon helfen, den Betrieb zu wechseln. Das geht im Rahmen einer Ausbildung und du musst dann auch nicht wieder ganz von vorne anfangen.

Ich würde an deiner Stelle auch versuchen, mir nicht so viel Druck zu machen. Du denkst an sehr vielen Fronten und machst dir Sorgen. Ich verstehe das, weil es um deine Zukunft geht. Nur erzeugt Druck auch Angst und Unsicherheit und für deine Situation finde ich es auch wichtig, dass du für dich Ruhe und Sicherheit reinbringst.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Ich würde die Ausbildung beenden.
Du hast bereits ein Studium und eine andere Ausbildung abgebrochen - es wäre gut für deine persönliche Entwicklung, wenn du etwas beenden würdest. Danach ist auch noch Zeit für ein Kind.
 

F.A.N.T.

Mitglied
Hallo BlueBanana,

Eine abgeschlossene Ausbildung, auch wenn Dir der AG oder Job nicht gefällt, ist ein solides Fundament von dem Du weiterkommen kannst. Mit Fortbildungen, Branchenwechsel etc.

Ich verstehe aber auch, dass Du ein Kind willst.
Sehe ein Kind bitte NIE als Hemmschuh. Mutter sein ist der heiligste Beruf auf der ganzen Welt!!!

Wieso machst Du die Ausbildung nicht fertig und bemühst Dich gegen deren Ende schwanger zu werden. Wenn Dein Partner gut verdient, kann er das Kind unterstützen und wenn die Kinderkrippen-, KiGazeit anfängt kannst Du Dich auch wieder um Arbeit bemühen.
Also so würde ich das machen.
Sorge Dich nicht, lebe! :)

Und weil in Deiner Familie viele Akademiker sind, die viel Knete haben etc.
Einen Dissertation oder ein Uniabschluss macht nicht unbedingt glücklich.
Und vielleicht warst ja Du auf Deinen Weg eigentlich erfolgreicher, weißt es nur noch nicht:
Depression aus Studium überwunden und Ausbildung angestrebt
Aus der Krankheit zurück ins Leben gekämpft.
Weitere Ausbildungsstelle gefunden
Dir werden sicher noch mehr solcher Dinge einfallen
... das sind Wert die z.B. für mich mehr zählen als ein schnödes Diplom an der Wand.
Du weißt, dass Du wieder aufstehen kannst nach nen Fall. Viele, bei denen alles gradlinig war, wissen nicht, ob sie die Kraft dazu hätten.
Du bist wertvoll, vergiss das nicht.

LG
der F.A.N.T.
 

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