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mein vater ist schwerkrank und wird sterben

G

Gast

Gast
Hallo an alle.
Ich schreibe hier weil ich einfach so unendlich viel Angst habe vor dem was auf mich zukommt.mein Papa hatte blasenkrebs
Und es schien mit Entfernung der blase und Prostata alles gut zu sein.doch nun ist er wieder da.in der Lunge haben Metastasen einen
Lungenfluegel befallen.der Gedanke daran löst bei mir die pure Verzweiflung aus und ich weiss nicht mehr weiter.
Ich hab meinen Papa so unendlich lieb und ihn so leiden zu sehen und zu verstehen wo alles enden wird macht mich total fertig.
 
Hallo lieber Gast,

das ist wirklich eine schwere Situation 🙁
Ich denke in so einer Lage solltest Du versuchen - so schwer es sein mag - ruhig zu bleiben, die Ärzte werden sicher alles in ihrer Macht stehende für ihn tun.
Ich hoffe sehr, dass Dein Vater das überstehen wird.

So eine Situation ist auch für Angehörige sehr schwer, und das schlimmste für Dich ist ja die Ungewissheit...

Ich hab meinen Papa so unendlich lieb und ihn so leiden zu sehen und zu verstehen wo alles enden wird macht mich total fertig.

Sag ihm das.....sag ihm, dass Du ihn liebst.
Auch wenn er es sehr schwer hat, es ist - denke ich - sehr wichtig für ihn zu wissen, dass ihn seine Familie sehr liebt.

Leider bleibt einem in so einer Situation oft nichts anderes, als abzuwarten...
Ich wünsche Deinem Vater das er das übersteht und hoffentlich wieder Gesund wird.

Viel Kraft für Dich,
Green Arrow
 
Die Ärzte haben mir und meiner Mama heute gesagt das sie nichts mehr für ihn tun können.es ist echt hart. Er kommt nun auf eine Station die sich mit palliativMedizin beschäftigt.das heisst die tun da alles was ihm gut tut und worauf er Lust hat.
Wir haben viel geweint...keiner kann sagen wie lang wir ihn noch haben.es ist alles so furchtbar.mein Kopf kann nicht verarbeiten was da passiert.
Ich muss in ein paar Tagen zurück in meine Stadt 200km weg von meiner Mama und meinem Papa.ich muss wieder zur Arbeit....und ich hab Angst weg zu fahren..und wenn das Ende kommt bin ich nicht da.....ich bin völlig fertig.
 
Hallo Gast,

ich kann gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Mein Vater ist Ende Juni verstorben, Lungentumor mit Metasen im Gehirn. Auch er war auf einer Palliativstation, kam dann aber nach Hause und wurde dort palliativ vom Pflegedienst versorgt.

Es ist sehr schwer, sich mit dieser endgültigen Prognose "abzufinden", für Deinen Papa genauso wie für Euch als seine Familie. Es braucht sehr viel Kraft - und die wünsche ich Euch von ganzem Herzen - um die kommenden Wochen und Monate zu überstehen. Was zählt noch vor dieser Aussage der Ärzte? Was ist jetzt noch wichtig?

Diese Fragen und viele mehr werdet Ihr zusammen besprechen müssen. Es ist gut, dass Dein Papa palliativ betreut wird. Er wird keine Schmerzen haben und er muss auch keine Angst vor dem Sterben haben (sagt sich leichter, als es sich anfühlt). Wichtig ist, dass Ihr alle zusammenhaltet und füreinander da seid. Auch wenn Du 200 km. entfernt bist wegen Deiner Arbeit, bist Du doch für Deinen Papa da. Und sollte er in eine präfinale Phase kommen, wirst Du auch bei ihm sein und sicher Urlaub nehmen können.

Meinen Vater hat es sehr geholfen, über seine Ängste und Hoffnungen (an die er sich bis eine Woche vor seinem Tod geklammert hat) zu reden. Wir haben ihm immer wieder versichert, dass wir alles so weiter machen wie er es immer gemacht hat (Haus, Garten, Kinder, Enkelkinder). Wir haben ihm immer angeboten, mit ihm zu regeln, was noch zu regeln ist. Als er dann starb, starb er friedlich und ohne Angst.

Das wünsche ich Deinem Papa auch.

Liebe Grüße

Micha
 
Hallo micha...vielen dank für die Worte.leider haben wir wohl mit ihm keine Wochen und Monate mehr.uns wurde gesagt.er kann jetzt jeden Tag
Soweit sein das er uns verlässt.es ist so traurig und ich kann es kaum glauben.er sieht besser aus als die letzten Tage.ich weiss das der Krebs in der Lunge sehr heimtückisch ist.ich weine und hoffe das er keine Angst hat vor dem was kommt.ich baue zur Zeit Überstunden ab.ich möchte jetzt nich mehr weg von hier.ich möchte ihn nich und auch meine Mama nich allein lassen. Es ist schwer loszulassen.mein Herz tut weh....ich bin so traurig.ich seh ihn im bett liegen....und zuhause weiss ich das er nie wieder kommen wird....es ist schrecklich.....mein Papa....
 
Es tut mir sehr leid.
Ich habe meinen Papa im Februar verloren.
Kann mir vorstellen, wie dir zumute ist. Wie sich alles dreht und dennoch stillsteht und rauscht und dann schreckliche Stille.

Schicke dir viel Kraft.

Halte seine Hand, so oft du kannst.

Und erzähle Geschichten aus eurer schönsten Zeit.

Es tut mir so leid.
 
Hallo Gast und alle die auch trauern,

ich bin neu hier und auch meine Mutter ist schwer krank und liegt im Sterben. Sie ist im November schwer erkrankt nachdem sie jahrelang meinen Demezkranken Vater gepflegt hat. Als sie ins Krankenhaus kam, musste mein Vater ins Pflegeheim in dem er wenig später starb. Das war am 3. Januar - drei Tage später kam die entgültige Diagnose meiner Mutter - Creutzfeld-Jakob-Erkrankung, ihr Todesurteil. Wie ich die letzten Monate überstanden habe, weiß ich selbst nicht. Es ist schrecklich sie so liegen zu sehen, seit Juli ist sie nicht mehr bei Bewusstsein. Da ich nicht in ihrer Nähe wohne, kann ich sie nur Sonntags besuchen und auch das klappt nicht immer. Da sie ja noch lebt, kann ich noch nicht richtig trauern, nur verdrängen und manchmal bete ich dass sie es bald überstanden hat, es gibt ka keine Hoffnung mehr. Die Belastung ist riesengroß und liegt wie ein schwerer Stein auf mir. Sicher geht es allen in der gleichen Situation genauso, es tut gut, wenn man sich austauschen kann.

Gruß an alle
 
Hallo Gast und alle die auch trauern,

ich bin neu hier und auch meine Mutter ist schwer krank und liegt im Sterben. Sie ist im November schwer erkrankt nachdem sie jahrelang meinen Demezkranken Vater gepflegt hat. Als sie ins Krankenhaus kam, musste mein Vater ins Pflegeheim in dem er wenig später starb. Das war am 3. Januar - drei Tage später kam die entgültige Diagnose meiner Mutter - Creutzfeld-Jakob-Erkrankung, ihr Todesurteil. Wie ich die letzten Monate überstanden habe, weiß ich selbst nicht. Es ist schrecklich sie so liegen zu sehen, seit Juli ist sie nicht mehr bei Bewusstsein. Da ich nicht in ihrer Nähe wohne, kann ich sie nur Sonntags besuchen und auch das klappt nicht immer. Da sie ja noch lebt, kann ich noch nicht richtig trauern, nur verdrängen und manchmal bete ich dass sie es bald überstanden hat, es gibt ka keine Hoffnung mehr. Die Belastung ist riesengroß und liegt wie ein schwerer Stein auf mir. Sicher geht es allen in der gleichen Situation genauso, es tut gut, wenn man sich austauschen kann.

Gruß an alle

Guten Morgen zusammen,

liebe Nefissa - liebe TE: Es tut mir sehr leid zu lesen, dass es Eurer Mutter/Eurem Vater so schlecht geht. Es ist so schwer, hilflos dazustehen und die Dinge annehmen zu müssen... Die Zeit wird immer knapper, dabei hätten Beide noch so viel vorgehabt. So vieles bleibt ungesagt, so viele Dinge ungetan. Ich bin allerdings an einen Punkt gekommen, an dem ich meinem Vater dann gewünscht habe, endlich sterben zu dürfen/können. Er war im Mai nochmal im KH gewesen, danach hatte er einen Blasenkatheter. Er bekam einige Woche sehr genau mit, was mit ihm passiert. Dass er keine Kontrolle mehr über seine Blase hat. Dass er Dinge nicht mehr festhalten kann, dass er sich beim Essen bekleckert, dass er Wortfindungsstörungen hat... Er bemerkte seinen schnellen geistigen und körperlichen Verfall genau und die Logik (klingt sehr nüchtern) hätte ihm "sagen müssen", dass es jetzt schnell bergab und dem Ende entgegen geht. Aber der Verstand wollte nicht so recht mitspielen, immer wieder spielten ihm die Hoffnung und das Nichtwahrhabenwollen einen Streich. Er hat bis eine Woche vor seinem Tod nicht annehmen können und wollen, dass es keine Heilung mehr gibt...

Ich habe in dieser Zeit auch hier gepostet, aus meiner damaligen Situation als pflegende Tochter heraus ("Hilflos vorm Bett eines sterbenden Menschen stehen"). Was sehr schwer für mich war, war die Tatsache, dass mein Verstand - anders als der meines Vaters - sehr wohl wusste, was da passiert und was kommt und mein Gefühl damit übereinkam, dass ich also hoffte, dass ihm weitere Demütigungen, Ängste, Schmerzen erspart bleiben und er bald sterben soll. Dann hatte die Hausärztin die Idee, seinen Flüssigkeitshaushalt mittels subkutaner Infusionen in Schwung zu halten. Ich dachte damals und denke heute noch, dass das sein Leiden unnötig verlängert hat um gut 14 Tage. Mein Vater hatte eine Patientenverfügung, nur war der Punkt "künstliche Flüssigkeitszufuhr" darin nicht explizit definiert, somit gab es seitens der Ärztin Handlungsspielraum. Da mein Vater nicht mehr in der Lage war, dem zu widersprechen und meine Mutter glaubte, ein Unterlassen dieser Flüssigkeitszufuhr käme einem Verdursten-lassen gleich, bekam er jede Tag 2 x 500 ml. Ringerlösung. Der Oberwitz: Er zog sich die Nadeln jeden Tag raus. Zwar schien das nicht bewusst zu passieren, aber eben doch stetig. Ebenso verweigerte er Nahrungsaufnahme und er wollte auch keinen Sauerstoff mehr (er hatte immer so eine Sauerstoffbrille und bekam 2-3 ltr./Std.). Die Nahrungsverweigerung und die Sauerstoff-Ablehnung wurden hingenommen, das Herausziehen der Infusionsnadeln leider nicht. Einen Tag vor seinem Tod habe ich mich dann mit der Hausärztin auseinandergesetzt und ihr erklärt, dass wir als Familie einer weiteren Infusionsgabe nicht mehr zustimmen und statt dessen für eine Erhöhung der Schmerzmedikation plädieren. Das hat sie auch mitgetragen, der Pflegedienst wurde informiert und damit war klar, dass es jetzt nicht mehr lange dauert. Ich weiß, dass wir damit dem Willen meines Vaters entsprochen haben, der immer gesagt hat, er möchte nicht, dass sein Tod unnötig hinausgeschoben wird, wenn er denn mal schwer krank ist. Er wollte nie abhängig sein von Maschinen, Apparaturen, Schläuchen... Das alles wäre auch so weit nicht gekommen, hätten wir diesen einen Punkt in der Patientenverfügung genauer definiert.

Was ich damit sagen will: Es ist schwer, das Unabwendbare hinzunehmen. Aber mir fiel es noch schwerer, das Unabwendbare hinauszuzögern. Oft ist es so, dass die Sterbenden selbst schon innerlich viel weiter sind als die Angehörigen, die hilflos am Bett stehen. Die vielleicht entgegen jeder Logik noch versuchen, sich und dem Sterbenden einzureden, dass alles wieder gut wird. Oder die einfach nicht wahrhaben wollen, dass es keine Heilung mehr gibt. Oft fiel mir dann ein, was ich immer wieder denke, wenn ich einmal die Woche im Pflegeheim zu Besuch bin: Wenn ich ein todkrankes Tier habe, darf ich es erlösen (lassen). Menschen müssen leiden bis zum bitteren Ende. Ich will hier keine Lanze brechen für die aktive Sterbehilfe. Aber es gibt viel, was wir für todkranke und sterbende Menschen tun können. Sei es, bei ihnen zu sein und ihre Hand zu halten. Sei es, ihnen deutlich zu machen, dass sie gehen dürfen. Sei es, ihnen die Angst zu nehmen vor dem was wird, wenn sie gegangen sind. Sei es, ihnen noch zu helfen, wichtige Angelegenheiten zu regeln... Sei es, mit ihnen über ihre Angst vor dem Sterben und Tod zu reden. Und auch darauf zu achten, dass nichts getan wird (auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht menschlich erscheint), was ein Leiden unnötig verlängert. Dagegen stand oft mein Wunsch, dass er nicht stirbt. Aber letzten Endes wusste ich doch, dass der Tod unabwendbar ist. Nur wenn wir als Angehörige es schaffen, uns mit dem Unfassbaren und Unumkehrlichen abzufinden, dann können wir unseren sterbenden Angehörigen helfen, ebenfalls das Leben los zu lassen. Aber das ist so unendlich schwer...

Alles Gute!

Micha
 
Hallo Gast,

das ist eine so schwere Lage. Als im Fall meiner Mutter klar war, dass der Krebs bald gewinnen wird, hat sie nur noch getan, was ihr am liebsten war. Sie hat in ihrem Garten gesessen und wir haben geredet, geredet, gelacht, geweint....und ich konnte ihre Hand halten, als sie ging. Sei da. Sei da. Lebe und erlebe die Minuten bewusst. Für deinen Vater und für dich. Ich wünsche dir Kraft. Viel Kraft.

Hallo an alle.
Ich schreibe hier weil ich einfach so unendlich viel Angst habe vor dem was auf mich zukommt.mein Papa hatte blasenkrebs
Und es schien mit Entfernung der blase und Prostata alles gut zu sein.doch nun ist er wieder da.in der Lunge haben Metastasen einen
Lungenfluegel befallen.der Gedanke daran löst bei mir die pure Verzweiflung aus und ich weiss nicht mehr weiter.
Ich hab meinen Papa so unendlich lieb und ihn so leiden zu sehen und zu verstehen wo alles enden wird macht mich total fertig.
 
Hallo Micha,

auch wir (mein Bruder und ich) haben uns gegen alle Lebensverlängerenden Maßnahmen ausgesprochen, sie bekommt auch keine Magensonde, nur Flüssigkeit falls sie welche braucht. Wir dachten auch, dass wir sie nicht verdursten lassen können, vielleicht war das falsch, wir wußten es nicht besser. Es war eine sehr schwere Entscheidung für uns, aber wieso das Leiden verlängern? Es ist alles schwer genug, jedemal wenn ich vor ihrem Bett stehe denke ich es ist das letzte Mal dass ich ich sehe. Leider bekommt sie es nicht mehr mit wenn ich bei ihr bin, oder vielleicht doch irgendwie, es kommt halt nichts mehr rüber von ihrer Seite. Ich hätte sie gerne in einem Hospiz untergebracht, aber das Pflegeheim lässt es nicht zu und blockt. Die Pflege für sterbende Patienten ist dort viel intensiver weil viel mehr Personal für den einzelnen Patienten vorhanden ist. Das macht mich total traurig und auch wütend.

Meine Mutter sagte ganz zu Anfang ihrer Krankheit " Ach, wenn ich doch nur schon tot wäre ", als hätte die es geahnt dass sie bald sterben wird. Die Zeit die uns noch blieb bis sie nicht mehr sprechen konnte war viel zu kurz, es hat uns regelrecht überrannt. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft ihre Telefon-Nr. aus meinem Speicher zu löschen, obwohl ich nie wieder mit ihr telefonieren kann, ich glaube abschließen kann man erst nach dem Tod und nach der Beerdigung. Ich fürchte mich vor diesem Tag.....der morgen schon da sein kann.

Gruß an alle
 

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