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Mein Vater hat Selbstmord begangen

AW: Mein Vater hat Selbstmord begonnen

Vielen Dank für die Beiträge! Sie helfen mir ungemein, vor allem die verschieden Ansichtweisen. Auch das man das Gefühl “Jetzt ist alles endlich vorbei” auch zulassen darf. Ich hoffe sehr, dass ich meinen Frieden irgendwann damit schließen kann. Es ist wirklich schwer im Moment zu akzeptieren, dass mein Vater wahrscheinlich keinen anderen Ausweg sehen konnte. Ich hatte mir immer gewünscht, dass mein Vater zumindest irgendwann auf mich zukommt und wir es schaffen einfach die letzte Zeit seines Lebens irgendwie ein Verhältnis aufzubauen. Ich war immer bereit dazu, nicht, dass ich die Vergangenheit vergessen kann aber ich war bereit meinem Vater eine Chance zu geben. Zum Glück habe ich ihm das immer wieder signalisiert aber er wollte oder konnte es nicht. Mein Vater hat sehr,sehr viel Unheil in seinem Leben angerichtet und wahrscheinlich ist es ihm irgendwann richtig bewusst geworden. Da war wahrscheinlich schon alles zu spät etwas zu ändern. Ich kenne seine Kindheit und kann nachvollziehen was ihn zu diesem Menschen gemacht hat. Aber ich denke man hat immer die Möglichkeit eine Entscheidung zu fällen, was man von seinem
Leben will. Ich wollte nie wie mein Vater werden, es hat mich sehr viel Kraft gekostet aber ich habe lange Therapien gemacht um meinen Vater zu verstehen und was es aus mir gemacht hat. Es war die schlimmste Zeit in meinem Leben aber hilfreich. Ich hoffe ich schaffe es diesmal auch.
 
AW: Mein Vater hat Selbstmord begonnen

Ja, auf dieses Gefühl warten und haben wir alle gewartet, dass es endlich "einfach gut wird" und man endlich zusammen findet.

Ich glaube, dass ist ganz tief in einem drin verankert - es ist völlig egal, was einem die eigenen Eltern alles an schlimmen Dingen angetan haben, irgendwo in einem selbst ist ein Kind, dass darauf hofft, dass sich alles in Luft auflöst, sich die Eltern für ihre Taten und Fehler entschuldigen und man eine glückliche Familie wird.

Obwohl man selbst doch genau weiß, dass es nie so sein wird, dass sagt einem in ganz vielen Fällen schon der gesunde Menschenverstand?!

In dem Fallen haben Leute wie wir da schon Glück gehabt - die Hoffnung ist weg, lässt einem selbst Raum und Energie für Neues. Das ist total in Ordnung - klar liebt man seine Eltern irgendwo, aber dieser Rest Hoffnung macht einen auch immer ein bisschen fertig.
Auf die Trauer folgt die Ernüchterung und das ist auch okay, es sind deine Gefühle, du musst dich deswegen auch nicht schlecht fühlen oder vor deinen Brüdern rechtfertigen.
 
AW: Mein Vater hat Selbstmord begonnen

Vielen Dank für die vielen Antworten.
Ist es normal, dass man so unendlich erschöpft ist? Ich habe heute mit einer Freundin über den Tod meines Vaters gesprochen und das hat mich unzählig viel Energie gekostet. Letzte Woche habe ich eine Freundin zum Kaffee getroffen, auch das hat mich total erschöpft. Einer anderen Freundin ist fast das gleiche Schicksal widerfahren und ich dachte, es würde helfen, darüber zu sprechen aber mittlerweile bin ich mir darüber nicht so sicher. Auch möchte ich am liebsten im Moment nicht mit meiner Familie sprechen. Ich bin einfach so erschöpft. Habt ihr Ideen wie man Kraft tanken kann?
 
AW: Mein Vater hat Selbstmord begonnen

Ich weiß nicht ob es normal ist, dass man so unendlich erschöpft ist? Ich denke du solltest es dennoch tun, wenn es dir gut tut. Das Maß finde ich wichtig, denn du solltest nicht zu viel verlieren so dass du in einen kritischen Bereich kommst. Generell finde ich reden eines der wichtigsten Methoden um zu verarbeiten. Ich finde es aber auch wichtig, auf sein Bauchgefühl zu hören und auch mal nicht zu reden, wenn man das gar nicht möchte.

Kraft tanken geht meistens in dem du dir was Gutes tust und das Nervige meidest. Ein langer Schlaf, ein ausgedehnter Spaziergang, ein Saunabesuch, eine entspannende Massage, irgendwas womit du dich wohlfühlst.
 
Es ist normal, dass einen ein Sterbefall viel Kraft kostet und die Erschöpfung solltest du dir auch zugestehen.
Es ist in Ordnung, wenn du viel Schlafen und/oder Weinen möchtest, nimm dir die Zeit. Ein bisschen Rückzug mag auch helfen, es kann genauso gut helfen, dass du etwas Schönes machst und gar nicht über den Tod von deinem Vater redest.

Ich habe nach dem Tod meiner Mutter fast 2 Wochen meine Wohnung nicht verlassen und nur geschlafen - die Zeit hatte ich gebraucht.

Jeder macht das ein bisschen anders - gönn dir was Gutes, achte auf dich und deine geistige Gesundheit.
 
Vielen Dank! Aber im Moment weiß ich nicht weiter. Es droht für mich alles wie ein Kartenhaus zusammen zu brechen. Ich habe Angst meinen Partner zu verlieren, Angst im Job etwas falsch zu machen, ich werde aggressiv sobald ich eine Nachricht von meinen Brüdern über meinen Vater bekomme. Mir geht es den ganzen Tag gut bis eine SMS kommt, dass erwas erledigt werden muss. Ich werde dann wahnsinnig aggressiv und ich verstehe mich nicht.
Gestern habe ich einen Termin mit einen Kunden vergessen. Es hat mich total gestresst.
Dann habe ich die ganze Zeit große Sorgen gemacht bzgl meiner Brüder und dem Erbe. Ich war die einzige, die irgendwie den Durchblick hatte und ich musste vernünftig mit ihnen diskutieren und ihnen sagen warum es keinem Sinn macht ein Erbe mit großen Schulden anzunehmen. Das ist mir auch bei fast allen Brüdern gelungen. Mit dem Ergebnis, dass ich die ‘Böse’ bei meinem anderen Bruder bin, die den Vater nicht verehrt. Irgendwie muss mich das alles zu viel Kraft kosten.
Ich bin ziemlich dünnhäutig.
Jetzt kann ich kaum schlafen. Meinem Partner versuche ich nicht zu viel zuzumuten. Ich versuche nicht ständig so traurig zu sein und ihm zu zeigen, dass alles ok ist, da ich merke, dass er ständig versucht mich aufzumuntern. Ich wollte meine eigene Familie gründen aber im Moment sieht das alles so weit entfernt aus und das macht mich sehr traurig und wütend.
Gestern habe ich einer Freundin geschrieben, dass mein Vater gestorben sei, da sie mich gefragt hat wie es mir gehe und warum ich mich nicht gemeldet habe. Sie hat auf meine SMS nicht mehr geantwortet. Auch das macht mich traurig. Ich versuche die ganze Zeit stark zu sein, alles unter Kontrolle zu haben, eine tolle Partnerin zu sein, im Beruf gute Leistungen zu brungen und privates von. beruflichen zu trennen aber irgendwie merke ich das das alles irgendwie gerade nicht geht. Ich möchte nicht depressiv werden aber wie schaffe ich es daraus zu kommen?
 
Ich finde, du bist viel zu hart zu dir und verlangst zu viel von dir selbst!

Was wäre, wenn der Vater von deinem Partner plötzlich verstorben wäre?
Würdest du dann auch denken "Jetzt ist der Pisskopp schon wieder traurig, was für eine Heulsuse! Ich sollte ihn besser verlassen, bringt eh nichts!"?
Ich denke eher nicht 😉
Die Angst sitzt grad nur in deinem Kopf!
Warum sollte er dich aufmuntern, wenn er dich verlassen wollen würde?
Hast du mal mit ihm darüber gesprochen?
Ist doch normal, dass man in einer Partnerschaft nicht immer funktioniert und mal schlechte Zeiten (warum auch immer) hat.
Die Familienplanung kannst du auch noch in einem Jahr umsetzen, deine Eierstöcke werden schon nicht explodieren 😉
Mach dir nicht selbst so einen Stress.

Und lass deine Brüder ruhig auf die Schnauze fallen - du bist doch nicht deren Mutter. Wenn die Schulden haben wollen, lass sie doch. Das sind doch erwachsene Menschen , die ihre eigenen Entscheidungen treffen können.
Du hast deinen Senf dazu gegeben und den Rest musst du nicht zu deinem Problem machen.
Vielleicht ziehst du dich erstmal raus aus der ganzen Geschichte und lässt deine Brüder einfach mal machen.

Das mit der Freundin ist natürlich blöd, aber da siehst du auch direkt, wer in Krisenzeiten für dich da ist.
Ich habe nach dem Tod meiner Mutter auch gut aussortieren können, weil viele es wussten, aber nur ganz wenige nachgefragt haben, wie es mir geht, eigentlich waren es nur zwei Freunde, die mich unterstützt haben.


Mach dir das Leben nicht selbst unnötig schwer und gesteh' dir die Trauer und die Erschöpfung auch zu. Wirklich.
Eine Depression ist es noch nicht, ich glaube, da machst du dir auch noch zu viele Sorgen.
Immerhin war er trotz allem dein Vater und mit ihm stirbt auch ganz viel Hoffnung.
 
Du merkst das das alles gerade nicht geht? Genau das ist der Punkt, du versuchst das Unmögliche. In so einer Situation ist es vollkommen ok, nicht stark zu sein bzw. sogar Schwäche zu zeigen, nicht für alle da zu sein sondern eher umgekehrt. Du hast Angst deiner Partner zu verlieren? Dann sprich mit ihm und sag ihm das. Mach ihm durchaus klar, dass du ihm jetzt brauchst (was er hoffentlich eh schon weiß). Lass dich von ihm aufmuntern bzw. dich von ihm unterstützen. Versuche bitte nicht alleine mit all dem klar zu kommen, das ist mehr oder weniger unmöglich. Das ist eine Phase in deinen Leben wo du auch mal Hilfe gut gebrauchen kannst und diese Phase wird vorbei gehen.

Ja nach Alter deiner Brüder macht es nicht unbedingt Sinn wenn du dich so engagierst. Wenn die erwachsen sein sollten, dann lass sie machen, die sind alt genug. Sag denen gerne deine Meinung aber akzeptiere bitte auch deren Entscheidung. Jetzt ist es eh viel wichtiger, dass du dich um dich selbst kümmerst und alles verarbeitest. Also nochmal lass dir wenn möglich helfen, sei auch mal schwach und suche dir eventuell professionelle Hilfe.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!
 
Vielen Dank für die Beiträge. Sie haben sehr geholfen. Es ist einfach gut zu wissen, dass es ok ist einfach mal zu akzeptieren, dass es ok ist, nicht stark zu sein!!!
Das hat viel Last von mir genommen. Auch das ich alles nicht auf einmal schaffen kann. Das Erbe haben zum Glück alle ausgeschlagen. Das hat mich erleichtert. Jetzt kann ich scheinbar Trauer zu lassen. Jedenfalls habe ich danach ganz viel geweint. Mein Vater war kein toller Mensch aber irgendwie denkt man sich immer, irgendwann ruft er an und alles wird gut. Aber wenn er weg ist, dann stirbt auch diese Hoffnung und auch die Hoffnung dieses Wunschbild von einer Vaterfigur. Ich habe mit meinem Partner über die Ängste geredet aber es fällt mir so unendlich schwer Vertrauen zu fassen.
 
Nun sind fast 4 Monate vergangen seit dem Tod meines Vaters und es ist eine komische Phase mit ups und downs. Nach der Wut kamen doch endlich die Tränen. Was bleibt ist eine tiefe Traurigkeit und Fassungslosigkeit. Das mein Vater sein ganzes Leben einfach nur weggeworfen hat, sich nie seinen dunklen Seiten stellen konnte. Es macht mich unendlich traurig wie alleine mein Vater gewesen sein muss und das er sich nur durch Hass und Zorn ausdrücken konnte. Es macht mich traurig, dass ich immer noch keine schöne Momente mit meinem Vater finden kann . Es ist so als ob mir alles weggenommen wurde. Als ob mein Vater nie wirklich in meinem Leben war. Was mich wirklich erstaunt, dass kaum jemand über Suizid spricht. Ich habe versucht Berichte zu finden aber es gibt so wenige. Auch gibt es Menschen, die sich kaum noch bei mir melden, nachdem ich es ihnen erzählt habe.
Erwarte ich zuviel? Ich komme klar aber ich merke, dass ich manchmal darüber reden möchte und ich möchte ehrlich sein. Manchmal muss ich einfach nur, dass jemand zuhört. Nichts weiter. Ich möchte erzählen was passiert ist. Aber aus Angst vor Isolation schweige ich. Wie sind eure Erfahrungen?
 

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