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Mein Studium schafft mich

Tänzerin

Mitglied
Hallo,

ich verzweifel gerade an meinem Masterstudium.

1. Ich muss bald meine Modulabschlusspürfungen machen, habe aber wahnsinnige Angst mich dort anzumelden, weil es dann "ernst" wird. Der Berg Arbeit, der dann auf mich zukommt, scheint mir schon jetzt nicht zu bewältigen.

2. Ich arbeite neben dem Studium 12 Stunden die Woche von morgens 6:30h an und merke immer mehr, wie anstrengend das neben dem Studium ist. Ich wünschte, ich könnte mich nur aufs Studium konzentrieren, aber da ich kein Bafög bekomme, geht das nicht.

3. Ich habe Angst, wie es nach der Uni weiter geht. Ich studiere den Master of Education und werde danach Lehrer sein. In Praktika habe ich immer sehr viel Freude gehabt und der Beruf hat mir gefallen. Jedoch kamen mir auch oft Gedanken wie: "Oh Gott, was machst du, wenn du ganz alleine für eine Klasse verantwortlich bist? Wie bringst du denen das bei? Was ist, wenn sie dich nicht akzeptieren?"

4. Ich sitze gerade an einer Hausarbeit und komme nicht weiter. Ich könnte alles hinschmeißen.... Bin wirklich mehr als verzweifelt.
Mir ist das alles zuviel: Arbeit, Studium, Hausarbeiten, Praktika. Selbst mein Hobby, was mir eigentlich viel Spaß macht, kostet mich teilweise Überwindung, weil ich so antriebslos bin.

5. Habe schon aus Verzweiflung die Stellenanzeigen durchgelesen, aber nichts gefunden, was für mich in Frage käme und was es wert wäre das Studium abzubrechen.

6. Wie erkläre ich meinen Eltern (die mich noch bei sich wohnen lassen), dass ich mein Studium am Liebsten abbrechen würde.

7. Ich bemerke, dass ich mich psychisch total verändert habe. Ich bin sehr leicht angreifbar, fühle mich überfordert, bin hypersensibel, etc.
Physisch merke ich, dass ich kaum noch schlafe, ich friere ständig und habe Magenprobleme.

8. Ich finde einfach keine Motivation, weil ich nur einen riesigen Berg vor mir sehe, denn ich nicht bewältigen kann.

Habt ihr ein paar Tipps für mich? Was würdet ihr machen?

Viele Grüße,
Tänzerin
 
Hallo Tänzerin,

erstmal würde ich dir gerne raten, dass du
dir dein Ziel von der positiven Seite her in
Erinnerung rufst und schon vorab mal mehr
Vertrauen in deine Fähigkeiten (und die dei-
ner künftigen Schüler!) aufbaust. Du warst
doch selbst mal Schülerin 🙂 und hast sicher
nicht vergessen, was die guten Lehrer so
gemacht haben. Daraus würde ich an deiner
Stelle mal ein Rezeptbuch anlegen und die
nächste Zeit immer wieder erweitern.

Was deine Kräfte anbetrifft wäre mein Rat,
dass du deine eigenen Ressourcen wieder
aktivierst - also alles, was dir die letzten
Jahre bis hierher geholfen und gut getan hat.
Ob das nun Bewegung, Meditation, ein gutes
Essen oder was auch immer war - einfach
wiederholen und wieder ins Lot kommen.
Mir scheint, du hast vor lauter hohen Ansprü-
chen die Relationen etwas verloren. Das Stu-
dium besteht doch nicht nur aus Pflichten und
Prüfungen, sondern auch aus Spaß am Lernen
und der Vorbereitung auf einen schönen Beruf!

Deine Beschreibung erinnert mich ein bisschen
an Burnout - wenn es mir so geht, versuche
ich z.B., mir so gut es geht Pausen einzurich-
ten, mich vitamin- und mineralreich zu ernäh-
ren, ausreichend zu schlafen und öfters mal
an die frische Luft zu gehen, etwas Gutes zu
lesen oder einen gehaltvollen Film zu schauen.

Einfach eine lockere Haltung einnehmen, nicht
so verbissen sein und alles perfekt machen
wollen - das kostet viel zu viel Kraft. Und wenn
du so in den Beruf gehst später, bist du deine
Kräfte rasch los, egal, was du tust.

Was ist aus deiner Liebe zu dem Beruf gewor-
den, den du gewählt hast? 🙂

Alles Gute!
Werner

P.S. Was die psychischen Veränderungen anbe-
langt, könnte das durchaus von einer zu geringen
Zink- oder auch Jodversorgung kommen (ich weiß
ja nicht, ob du Rindfleisch und Fisch isst). Mach
doch mal den (kostenlosen) Test auf
www.vitamineraltest.de und schau, dass du evtl.
Lücken gezielt auffüllst. Menschen sind in gewissem
Sinn auch nur Maschinen und wenn da das "Öl" fehlt
läuft der Motor nicht mehr ...
 
Da du in absehbarer Zeit deinen Abschluß haben wirst, würde ich dir raten, einmal über einen Bildungskredit nachzudenken.
Der hat gegenüber einem "normalen" Kredit den Vorteil, dass die Tilgung meißt erst in ein paar Jahren beginnt. So könntest du dir erstmal etwas Luft schaffen. Das Ganze ist zwar an gewisse Kriterien gebunden, aber guck es dir doch mal an.
Oder rede doch mal mit deinen Eltern. Können die dir nicht helfen ? Ich meine, das meißte hast du doch jetzt geschaft und es ist doch absehbar.

Zieh dass auf jeden Fall jetzt durch und gib nicht auf ! Über die Schüler mach dir mal jetzt noch keine Sorgen.

In deiner Situation stecken sehr viele Studenten. Vor allem, seit es dieses scheiß Bachelor/Master System und die Studiengebühren gibt.

Du kannst getrost davon ausgehen, dass dir deine Kopf-Chemie in deiner jetzigen Situation einen Streich spielt. Daher vergiss deine Zweifel und guck, dass du dich jetzt um das Wesentliche kümmerst. Sprech mit deinen Nächsten und schaff dir Verbündete. Mich kannst du schonmal dazuzählen ! (Studiere ebenfalls Lehramt)
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für eure Ratschläge.

@Werner:
Ich habe diesen Test mal gemacht und dabei kam raus, dass ich einen Vitaminmangel haben könnte. Eigentlich esse ich genug Obst und Gemüse, aber ich steiger das einfach mal.

Zu dem Nehmen von Pausen:
Ich habe das Gefühl, dass ich zuviel Pause mache. Heute habe ich den ganzen Tag vor dem PC gesessen und kaum etwas für meine Hausarbeit geschrieben, weil ich nicht weitergekommen bin. Aus Frust darüber habe ich dann angefangen Foren zu lesen etc..
Ich habe aber nicht die Ruhe, dass ich sagen könnte, dass ich mir bewußt eine Pause nehme, denn dann habe ich ein schlechtes Gewissen.

Und das mit dem Verbissen sein, stimmt auch. Ich nehme alles (auch bei Freunden, Hobbies) sehr ernst und sehe es sehr verbissen. Ich versuche perfekt zu sein und bin dann enttäuscht/verzweifelt, weil ich es nich bin.

@Survivor:
Wahrscheinlich werde ich mein Studium auch nicht abbrechen. Aber ich habe einfach Angst vor den Prüfungen, vor dem Abschluss und davor, dass nicht alles so klappt, wie ich es möchte. Ich bin auch mit meinen Noten unzufrieden (liegen zwischen 2 und 3 mit Abweichungen nach oben oder unten).

Viele Grüße,
Tänzerin
 
Eigentlich esse ich genug Obst und Gemüse, aber ich steiger das einfach mal.

Ein paar essentielle Mineralstoffe und Vitamine
bekommst du nicht über Obst und Gemüse, z.B.
Vitamin B12, das für die "innere Ruhe" zuständig
ist, so gut wie nur aus Innereien - oder Zink (für
die mentalen Prozesse unerlässlich, ebenso für
die Augen zusammen mit Vitamin A unerlässlich)
ist gut verfügbar z.B. in Rindfleisch, Cashew-
kernen, Austern oder auch in Kakao enthalten.

Das mit den Pausen sehe ich auch so - mir tut
bei starker Beanspruchung die Sandwich-Technik
gut: eine Stunde Arbeit, dann eine halbe Stunde
Pause. So schaffe ich, wenn es sein muss, durch-
aus mal zehn Stunden oder mehr Arbeit am Tag.

Gruß, Werner
 
Huhu Tänzerin,

diesen negativen Zustand kenne ich von mir in stressigen Zeiten wie aktuell auch...

Ich empfehle Dir jetzt mal das, was ich mir immer selbst sage, wenn ich in einer solchen Situation bin, vielleicht kannst du davon etwas für dich Nützliches herausziehen...

  1. Das Wichtigste zuerst (Prioritäten setzen: was muss bis wann erledigt werden? Das, was am wichtigsten und dringlichsten ist, zu erst machen)
  2. Alles andere für diese Zeitspanne beiseite schieben (wenn du an deiner Hausarbeit sitzt, und nicht weiter kommst, dann lies noch mal in den Texten, schreib von Hand vor, mach Notizen, Korrekturen; wenns gar nicht mehr geht, mach eine Pause, trink einen Tee und spann mal kurz aus. Wenn deine Pause dem Ende naht, nimm dir eine kleine bewältigbare Aufgabe, die dir den Einstieg wieder erleichtert, und nicht gleich den ganzen Berg. Schritt für Schritt wächst das Ganze dann)
  3. Versuch dich davon abzuhalten, dich mit Foren etc. rauszuziehen. Du kannst in deiner Pause schon mal im Internet stöbern, ich empfehle dir aber einen Ortswechsel oder so, damit du für dich selbst merkst, okay ich beschäftige mich jetzt mal mit etwas anderem. Man bekommt ganz schnell ein schlechtes Gewissen, wenn man das Gefühl hat, nur rumzuhängen, weil man nicht weiterkommt. Unterbrechen, andere Situation schaffen, und dann mit kleiner Aufgabe wieder zurück)
Diesen Berg vor sich zu sehen und nicht zu wissen, wie man das bewältigen soll, kommt bei mir auch recht häufig sogar vor. Wenn man das Ganze in kleine Teilschritte zerlegt, und sie einzeln angeht, fühlt man sich echt besser. Eins nach dem Anderen!

Und klopf dir immer wieder selbst auf die Schulter, was Du alles leistest! Respekt, also ich glaube, ich könnte das nicht!

LG Rala
 
Danke für deinen lieben Beitrag.
Ich habe manchmal so Tiefphasen, da könnte ich echt alles schmeißen.
Ich werde versuchen, deine Tipps zu berücksichtigen (*hehe* und nach dem Post das Forum hier verlassen. 😀 ) und mich gleich an meine Arbeit setzen.
Das mit dem Platzwechsel ist eine gute Idee. Vielleicht schreibe ich am Laptop weiter und kappe dort den Internetanschluss. Das ist mal eine Idee!!

LG,
Tänzerin
 

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