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Mein studiertes Umfeld macht mir das Leben schwer

  • Starter*in Starter*in Johann_Gawel
  • Datum Start Datum Start
J

Johann_Gawel

Gast
Hallo zuammen.

Ich (30), habe eine kaufm. Ausbildung und arbeite seither in einer Reklamationsabteilung, die Kollegen sind nett, die Arbeit ist ok, füllt mich aber nicht wirklich aus.

Von meinem Gehalt kann ich keine großen Sprünge machen, dennoch ging es mir eigentlich immer recht gut, bzw. ich war zufrieden wie es war.

Seit ein paar Monaten bin ich durch meine Freundin in einen neuen Freundeskreis hineingekommen wo jeder mind. ein Studium abgeschlossen hat, Auslandsaufenthalte hier und da hat, wichtig da und dort ist, mind. in einer modernen und bekannten Firma sitzt usw... usw...

Und ich muss mich rechtfertigen warum ich mit 30 nichts "erreicht" habe und "nur" ein normales kleines Auto fahre und ob ich mir überhaupt Urlaub leisten kann...

Um ehrlich zu sein seit ich in dem Kreis verkehre fühle ich mich total minderwertig und meine immer noch irgendwas nachholen zu müssen um mit denen gleichzuziehen, weil ich ja sonst "nichts" bin. Dabei würde ich mich sehr wohl als interessiert und gebildet bezeichnen und dumm bin ich bestimmt nicht.

Immer geht es nur ums Geld, als wir bei jemand zum Geburtstag eingeladen waren und einen Geschenkkorb mit ein paar 10 Euro scheinen gaben, war das zu wenig, man muss möglichst viel verdienen, nur das Beste haben usw...völlig Oberflächlich eben und geldbezogen.

Einmal lud ich ein paar zu mir zum essen ein, dann kam doch tatsächlich "wie du hast nur Teppichboden und so einfache Standardmöbel"... !!!

Findet ihr ich sollte mich aus dem Kreis lösen? Aber es sind nunmal die Freunde meiner Freundin. Oder entwickelt sich die Gesellschaft in eine Art Höher Schneller Weiter ? Warum gibts dann überhaupt noch Leute die an der Kasse arbeiten?
 
Hallo Johann,

das ging mir früher auch so. Ich hatte gerade eine solide Ausbildung hinter mir und mein damaliger Freund studierte. Am Anfang war ich oft mit ihm und seinen Freunden unterwegs. Je mehr Kontakt, umso minderwertiger fühlte ich mich.
Also meldete ich mich im Abendgymnasium an, um mein Abitur zu machen, neben dem Job. Ich hoffte auf Besserung in jeder Beziehung: Job, Beziehung, Freunde. Ein Fall von Denkste.
Auf die erhöffte Hilfe vom Freund konnte ich nicht zählen.

Irgendwann begriff ich, dass ich das Abitur nur wegen der anderen machen wollte, um dazuzugehören. Als mir dieser Kronleuchter aufging, schmiß ich die Schule und später auch die Beziehung.

So erging es mir damals.

Sei stolz auf das was Du bist. Du bist einmalig. Du hast Talente und Fähigkeiten, die man sich nicht durchs Studieren aneignen kann. Du hast ganz individuelle Lebenserfahrungen gemacht. Studieren kann fast jeder, richtig das Leben zu genießen ist eine Kunst. Dazu braucht man dieses Oberflächliche nicht.

Mein Tipp: Erweitere Dein Freundeskreis, such Dir Leute mit gleichem Weltbild. Schränke die Kontakte zu dem Freundeskreis Deiner Freundin ein. Eine gewisse Freiheit in der Beziehung tut ganz gut.


Alles Gute

Liebe Grüße

jahana
 
Hallo Johann,

traurig, wenn Leute sich hauptsächlich über Geld u. Status definieren - sie haben wohl sonst nichts....
Ganz arm finde ich das.

Dir zu sagen, du hättest "nichts erreicht" - was für eine Unverschämtheit !!! :mad:

Wie sieht das deine Freundin? Ich stelle mir dadurch eure Beziehung recht unentspannt vor.

Ich würde mich nicht zu den ach so Tollen hinquälen - es macht einfach keinen Sinn. Würde ich mir nicht geben. Stellt aber ein ziemliches Problem in eurer Beziehung dar - ist mir klar. Damit dürfest du dich in einem astreinen Zwiespalt befinden.

Ich hoffe, es gibt eine gute Lösung für dich/euch.

Jedenfalls musst du dich nicht mit so oberflächlichen Leuten abgeben - das kann einfach nicht sein.
 
Hallo J. G. (du solltest besser nicht Deinen wirklichen Namen angeben!)!

Seit ein paar Monaten bin ich durch meine Freundin in einen neuen Freundeskreis hineingekommen
Darf ich daraus folgern, dass Du erst seit wenigen Monaten mit Deiner Freundin zusammen bist? Wenn nein, warum lernst Du jetzt erst diesen Kreis kennen? Wie steht Deine Freundin dazu?

wo jeder mind. ein Studium abgeschlossen hat, Auslandsaufenthalte hier und da hat, wichtig da und dort ist, mind. in einer modernen und bekannten Firma sitzt usw... usw...
Aber diese angeblich so wichtigen Leute haben ein hundsmiserables Wertesystem. Ihnen scheint so etwas wie Moral und Anstand zu fehlen.

Findet ihr ich sollte mich aus dem Kreis lösen?
Ich könnte das gar nicht (mit denen meine Freizeit verbringen). Es sei denn, ich müßte mich mit denen wegen eines "höheren Grundes" treffen. Es könnte natürlich zu Ärger mit Deiner Freundin kommen.

Ich würde mich wohl nicht mehr mit diesen Hyänen treffen. Schlechter Gesellschaft geht der Kluge besser aus dem Weg.
 
Was sind das denn für Leute?
Ich hab auch nicht studiert und hab einige Freunde die Akademiker sind, aber das sind auch ganz normale Menschen. Da protzt keiner mit seinem Geld und überhaupt gibt es ja auch noch andere Werte.
Wie armselig. Ich kenn so ein oberflächliches Verhalten von vielen Bänkern in Frankfurt. Da wird mit Luxusgütern wie Uhren, Visitenkarten, Autos usw. geprahlt.
Da ich mit sowas nicht umgehen kann, bzw. mich immer beherrschen muss nicht laut los zu lachen kamen solche Menschen erst gar nicht in den Genuss meiner Freundschaft.
Das langweilt mich. Interessiert mich nicht. Geld hat mich noch nie interessiert.

Findest du diese Menschen interessant?

Ich finde nämlich, dass es es immer wert ist auf Menschen zuzugehen die man interessant findet, weil sie einen Teil von sich selber widerspiegeln.

Wenn nicht, brauchst du ja nicht mit denen zu verkehren. Freunde kann man sich nicht erzwingen. Wie sieht das deine Freundin?

Mein Freund kommt auch nicht mit allen meinen Freunden klar, darum bleibt er einfach zu Hause und umgekehrt ist es auch so.

Lg missbi
 
So ist das Leben nun mal...
Alles ist nur noch am Geld ausgerichtet. Und in den Kreisen, in die dich deine Freundin da geführt hat, kommt noch diese ganz eigenartige Großkotzigkeit dazu.
Da ich denke, daß dich mit deiner Freundin aber etwas ganz anderes verbindet, sprich mal mit ihr und schildere ihr deine Unbehaglichkeit. Eine gute Freundschaft funktioniert auch außerhalb dieser Kreise weiter. Oder, wenn sie ihre Freizeit nur mit ihnen und dir zusammen verbringen möchte, hau irgendwann mal bei einem Treffen in einem Szene- Cafe o.ä. auf den Tisch und laß raus, was das doch für armselige Kreaturen sind.
Oder - noch besser - wo du das Geschenk ansprichst, stelle doch für den nächsten herausragenden Geburtstag mal einen Korb mit (sichtbar) billigen Artikeln aus dem Klick und anderen Billig- Läden zusammen.
(dafür würde ICH mir echt Zeit lassen und nur den allermiesesten Ramsch ansammeln 😉 )
Mit einer Karte "HartzIV an Neureich" oder "Es ist nicht viel, was ich geben kann, aber es kommt von Herzen".
Sind nur zwei Beispiele, das kann man sicher noch ausbauen.
Aber ich würde mir das nicht antun.

Gruß Hangman
 
So ist das Leben nun mal...
Alles ist nur noch am Geld ausgerichtet. Und in den Kreisen, in die dich deine Freundin da geführt hat, kommt noch diese ganz eigenartige Großkotzigkeit dazu.
Da ich denke, daß dich mit deiner Freundin aber etwas ganz anderes verbindet, sprich mal mit ihr und schildere ihr deine Unbehaglichkeit. Eine gute Freundschaft funktioniert auch außerhalb dieser Kreise weiter. Oder, wenn sie ihre Freizeit nur mit ihnen und dir zusammen verbringen möchte, hau irgendwann mal bei einem Treffen in einem Szene- Cafe o.ä. auf den Tisch und laß raus, was das doch für armselige Kreaturen sind.
Oder - noch besser - wo du das Geschenk ansprichst, stelle doch für den nächsten herausragenden Geburtstag mal einen Korb mit (sichtbar) billigen Artikeln aus dem Klick und anderen Billig- Läden zusammen.
(dafür würde ICH mir echt Zeit lassen und nur den allermiesesten Ramsch ansammeln 😉 )
Mit einer Karte "HartzIV an Neureich" oder "Es ist nicht viel, was ich geben kann, aber es kommt von Herzen".

Sind nur zwei Beispiele, das kann man sicher noch ausbauen.
Aber ich würde mir das nicht antun.


Gruß Hangman

spitze - da würde ich dann gerne Mäuschen spielen. 🙂
 
Also von außen betrachtet will ich dir nur einmal sagen: Minderwertig brauchst du dich wirklich nicht fühlen. Wer sich über materielle Dinge defniert, ist arm.
 
Meines Erachtens gibt es mindestens zwei Sorten von Akademikern:

Die einen streben nur Macht, Geld und Statussymbole an, über die sie sich definieren. Das sind z.B. die Typen, die Medizin studieren, um einen Porsche fahren zu können, und nicht, weil sie Menschen helfen wollen. Sie gehen ggf. für ihre Karriere über Leichen und machen sich kein Gewissen daraus, gegen die Konkurrenz zu intrigieren. Das ist übrigens auch das Klischee des Akademikers, wie es in kitschigen, seichten Serien auf dem Niveau von Rosamunde Pilcher vermittelt wird.

Die anderen sind dankbar, wenn sie bei den heutigen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt ein vernünftiges Auskommen und eine adäquate Stelle gefunden haben, sodass das Studium sich gelohnt hat und sie intellektuell entsprechend ihren Möglichkeiten gefordert werden. Ansonsten geht es ihnen eher um den Erwerb von Bildung und im Idealfall darum, ihre durch das Studium weiterentwickelten Talente zu einem ethisch guten Zweck (etwa zum Wohle der Mitmenschen oder für andere gesellschaftlich wertvolle Ziele) einsetzen zu können. Solche Leute führen oft einen betont schlichten Lebensstil, treten eher bescheiden auf, protzen nicht mit dem, was sie erreicht haben, sondern betreiben eher ein vornehmes Unterstatement. Sie haben es auch nicht nötig, wie ein Geier darauf zu lauern, wann ein begehrter Posten frei wird und wie sie am besten an wessen Stuhl sägen müssen, um nur ja "Karriere" zu machen.

Die Bekannten deiner Freundin mögen beruflich erfolgreich sein, sind aber in ihrer persönlichen Reife auf der Stufe (bestenfalls) eines Teenies stecken geblieben. So etwas ist typisches Neureichengehabe. Ich würde zu den Typen auf Distanz gehen, ebenso zu der Freundin, falls sie sich mit dieser oberflächlichen, materialistischen Einstellung identifiziert. Nur solltest du nicht den Fehler machen, zu denken, dass alle Akademiker so sind.
 
Findet ihr ich sollte mich aus dem Kreis lösen? Aber es sind nunmal die Freunde meiner Freundin. Oder entwickelt sich die Gesellschaft in eine Art Höher Schneller Weiter ? Warum gibts dann überhaupt noch Leute die an der Kasse arbeiten?

mein Rat, entferne dich von diesen Leuten, ich bin ein Kind wohlhabender Eltern (keine Superreichen), ich selbst kenne dieses Klientel, ich bin zwar selbst drauf und dran zu studieren, aber auf dem zweiten Bildungsweg, Abiturienten sind für mich eine andere Spezies Mensch, mit keinen anderen Menschen hab ich schlechtere Erfahrungen gemacht als mit Abiturienten; es mögen die Freunde deiner Freundin sein, aber das heißt nicht, dass du mit ihnen rumhängen musst, pflege lieber deinen eigenen Freundeskreis, so stehst du im Falle einer Trennung auch nicht alleine da

ich selbst habe mich zu diesem Abiturientenpack, sorry wenn ich es das so sage nie zugehörig gefühlt
 

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