Hallo,
die Idee mit der Email war echt gut. Generell solltest du aber gucken demnächst mal face to face genauso sachlich rüber zu kommen, mehr Präsenz aufbauen und zeigen und klare Grenzen setzen, wenn sich dein Kind dir ggü nicht ordnungsgemäß und achtungslos verhält. Du solltest generell ggf. an deinem Selbstbewusstsein arbeiten und zusehen, dass du dich mehr unter Kontrolle hältst. Schreien oder Schimpfen bringt wenig, man reagiert sich nur ab, aber zollt damit seinem Gegenüber keine Achtung und was dann zurückkommt ist das Entgleiten der Situation, Eskalation und man erhält ebenfalls keine Achtung.
Klares Konzept erstellen, Regeln aufstellen, Struktur bieten das sind ganz wichtige Dinge für Kinder und auch Jugendliche, die hormonverwirrt bereits ziemlich durcheinander sind und eine klare Linie begrüßen. Nicht autoritär, sondern partnerschaftlich, autoritativ versteht sich. Hier musst du dir halt ein Erziehungskonzept zurechtbasteln, dass ausreichend funktioniert und deinen Sohn zu einem gesellschaftsfähigen Mitglied ausbildet. Hier hast du eine verantwortungsvolle Position und Schlüsselrolle. An dir bemisst sich das Maß an Achtung was er später anderen Mitmenschen, Frauen ggü zeigen wird. Zeigt er keinen Respekt und Achtung und läßt du ihm da zu viel durchgehen, erziehst du ggf. einen kleinen Soziopathen mit überkandideltem EGO, der seine Mitmenschen verachtet und missachtet. Achte hier also darauf, dass du klar Präsenz zeigst und unmoralisches und unsoziales Verhalten nicht duldest und im Gegenzug biete ihm ein möglichst gutes Vorbild anhand dessen er sich verhaltensmäßig orientieren kann. Ist oft schwer...aber es heißt ja auch nicht umsonst: ErziehungsARBEIT, was oft auch harte Arbeit an sich selbst beinhaltet, dass man immer wieder dazulernen muss und sich manchmal auch in einigen Punkten seines Verhaltens grundlegend ändern muss.
Hilfsmittel dazu sind Verhaltenstherapie, Erziehungsseminare (= beides Bereiche in denen auch Bewusstmachung und Analyse per Rollenspiel stattfindet), viel Lesen, für eine ausgeglichene Psyche sorgen, indem man sich mal was gönnt, Sport macht, seine Aggressionen abläßt indem man mit Freunden redet, also regelmäßige Seelenhygiene betreibt und sich per Sport abreagiert und nicht am Kind.
Kids in der Pubertät brauchen klare Ansagen, klare Grenzen, das bringt Ruhe in die Familie.
Auf keinen Fall würde ich, wie hier angeraten wurde den Jungen ignorieren oder bestehende Probleme, Konflikte einfach ignorieren oder passiv "aussitzen" Man muss die Dinge anpacken und lösen, von allein löst sich ein Konflikt nicht. Aber das hast du ja bereits richtig erfaßt mit deiner pfiffigen Emailaktion. Weiter so und dann auch ruhig mal etwas mutiger und per face to face versuchen..du kannst dir ja vorher schriftlich die wichtigen Punkte festhalten, Regeln erstellen etc und dann man einen "Stammtisch" einberufen und durchsprechen und auch die Wünsche deines Sohnes mit reinbringen, damit ihr gemeinsam ein "Hausprogramm" für euch entwerft und auch gewisse Umgangsregeln aufstellt etc.
Bevor ich das Jugendamt einschalten würde, würde ich eher eine jugendamunabhängige Erziehungsberatungsstelle aufsuchen oder einen Jugendpsychologen/-psychologin, die einem gezielt Tipps und Ratschläge in Erziehungsfragen geben können.
Tyra