AW: mein Opa liegt im sterben
Hallo, ich habe gerade dies durchgemacht. Mein langjähriger Lebensgefährte verstarb vor 4 Wochen an Lungenkrebs. Lag wochenlang in Kliniken, zum Schluß auf der Pallitativstation (Hospiz). Keiner von den Ärzten konnte oder wollte mir sagen, wie lange er noch hat. Also habe ich mir freigenommen und viele Stunden des Tages bei ihm am Krankenbett verbracht. Von Tag zu Tag ging es schlechter. Schließlich war an ein Aufstehen nicht mehr zu denken. Dazu kamen Panikattacken, hervorgerufen durch die Atemnot wegen der gewachsenen Lungenmetastasen. Man riet mir schließlich, in der Klinik zu übernachten, weil es hätte sein können, dass es in der nacht passiert. Und das hätte ich mir niemals verziehen. An den letzten beiden Tagen hat er mich kaum mehr wahrgenommen, konnte mich nicht mehr sehen, nicht mehr reden, nicht mehr essen oder sonst irgendwie mich wahrnehmen. Doch die Schwestern und Ärzte sagten mir, er würde spüren, dass ich bei ihm bin, und so saß ich Tag und Nacht an seinem Krankenbett, streichelte seine Hand, sein Gesicht, redete mit ihm, von den Plänen, die wir noch gemeinsam verwirklichen wollten, las ihm tagsüber aus Büchern vor. Ich war auch dabei, als er starb. Das ist nicht so einfach, und man kriegt diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Andererseits ist es auch eine gewisse Beruhigung, weil man - da man ja nichts anderes mehr tun konnte - einfach da war, und ich glaube schon, dass er gespürt und gefühlt hat, nicht allein zu sein. Nutze jede freie Stunde, um bei ihm zu sein, sag ihm all das, was Du ihm noch sagen möchtest, bitte Verzeihung für das, was Du bereust, mache ihm Mut, laß ihn spüren und wissen, nicht allein zu sein. Viel mehr kannst Du leider nicht machen. Es ist trotzdem viel mehr, als Du Dir vorstellen kannst. Liebe Grüße und ganz viel Kraft wünscht Dir Vampi
Hallo,
mein Opa hat Krebs und liegt im Krankenhaus. Er bekommt schon viele Schmerzmittel. Und er liegt wo auch ganz entspannt in seinem Bett. Ich denke er wird im Laufe der Woche... Jeder weiß was ich meine.
Wir waren nie die besten Freunde und das bereue ich jetzt wirklich sehr. Ich würde ihm gerne nochmal sagen wie sehr ich ihn lieb habe und wie gern ich ihn habe. Wir haben uns oft wegen Kleinigkeiten gestritten, wie ich dies oder das jetzt baue oder mache. Halt nur Kleinigkeiten.
Ich möchte ehrlich gesagt nicht zu seiner Beerdigung gehen, ich bin lieber für mich allein und gehe nachträglich hin. Aber auf der anderen Seite denke ich, würde ich es bereuen. Was soll ich denn tun?
Danke fürs "zuhören"...