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Mein Lehrer und ich.

MissHeisenberg

Mitglied
Dieser Thread hier könnte etwas länger werden, nur zur Vorwarnung. Ich freue mich über jede Antwort.

Mit 17 kam ich auf eine Privatschule - Wirtschaftsschule - wo ich mein Fachabitur machen wollte. Unser Schulleiter war mir von Anfang an unglaublich unsympathisch. Er ist manchmal ein richtiges A*******. Sehr unhöflich, sehr streng. Die Strenge stört mich nicht, aber dass er so verdammt unhöflich ist, hat mich schon immer aufgeregt. Aber natürlich bekam ich den Schulleiter im Unterricht, er unterrichtet nämlich Politik, und das mit Leidenschaft. Und plötzlich fand ich ihn gut. Ich selber interessiere mich nämlich auch sehr für Politik, das ist ebenfalls meine Leidenschaft und das Beste war, dass der Lehrer das wertschätzte. Ich bekam unglaublich gute Noten, als so ziemlich einzige in der ganzen Klasse. Und plötzlich fühlte ich mich wie jemand Besonderes. Ich war mit Abstand die Klassenbeste, in meinen Politikarbeiten schrieb er mir nette Kommentare unter selbstverfasste Texte zu aktuellen Themen usw. Und das sorgte schließlich dafür, dass ich mich in ihn verliebte. Er war und ist immer noch ein A*******, ich bin so ziemlich die einzige Person, die er gut behandelt, aber mich kennt er schließlich auch schon seit 4 langen Jahren. (Nach dem Fachabitur fing ich eine schul. Ausbildung an) Und gerade diese Sonderbehandlung macht mich wahnsinnig. Vor allem, weil ich nicht weiß, warum er mich so behandelt. Ja, es kann natürlich daran liegen, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben (abgesehen von Politik mögen wir noch viele andere Dinge sehr gerne). Er schreit mich nie an, er lässt mich wirklich alles durchgehen (sogar Essen im Klassenraum, was für ihn eigentlich eine Todsünde ist), er macht mir Komplimente, bringt es offenbar nicht übers Herz mir eine schlechtere Note als eine 3+ zu geben (und dass obwohl ich einmal tatsächlich wirklich mindestens eine 4 verdient hätte) usw. Ich könnte stundenlang weitere Beispiele nennen. Und nein, das ist auch keine Einbildung, denn den anderen Schülern in meiner Klasse fällt es auch auf. Ich höre ständig Kommentare wie "Er mag dich", "Er liebt dich", usw. Natürlich nur aus Spaß - Aber am "mögen" muss wohl ein Fünkchen Wahrheit hinterstecken. Ich wurde auch ernsthaft öfters gefragt, ob wir eine Affäre hätten. Nein, haben wir natürlich nicht.

Als ich letztes Jahr meinen Abschluss hatte, war ich vergeben und mit meinem Freund dort. Aber selbst zu der Zeit konnte ich nicht anders und habe mich nach meinem Lehrer gesehnt. Wir hatten an diesem Abend oft Blickkontakt - öfters als sonst - aber kein Wort gewechselt. Meinen nächsten Abschluss habe ich in weniger als 2 Jahren und ich frage mich, ob ich ihm meine Liebe gestehen soll. Ich muss es endlich loswerden, denn so langsam frisst es mich auf. Falls es sowas wie eine große Liebe gibt - Dann ist er wohl meine und ich weiß, dass das verrückt und schwachsinnig und kindisch ist, aber es ist die Wahrheit. Ich habe niemanden, mit dem ich darüber reden kann. Ich habe eine Therapeutin und auch, wenn es sich schwachsinnig anhört, aber nicht mal ihr kann ich das anvertrauen, weil mir das so peinlich ist. Aber ich sollte es ihr sagen, oder? Was meint ihr? Aber käme das nicht komisch rüber? Immerhin stehe ich seit fast 4 Jahren auf diesen Mann und bei meiner Therapeutin bin ich seit über einem Jahr. Sie würde es vielleicht als komisch empfinden, wenn ich ihr erst jetzt davon berichten würde. Aber ich weiß nicht, ob ich das weiter mit mir rumtragen kann. Und vor allem weiß ich nicht, was ich gegen diese Verliebtheit tun kann. Meine längste Beziehung ging ein Jahr, länger konnte ich mich nie für irgendeinen Kerl begeistern, mit Ausnahme von diesem Lehrer eben (obwohl ich ganz sicherlich keine Beziehung mit ihm will.) Ich komme mir so unglaublich bescheuert und kindisch vor. Irgendwelche Tipps, Ratschläge, mitfühlenden Worte für mich? Dann immer nur her damit.
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Miss Heisenberg,

Dein Problem sind nicht die Gefühle des Verliebtseins – sondern aus meiner Sicht die noch mangelnde Fertigkeit des Umgangs mit (diesen) Gefühlen. Gefühle können wie kleine Kinder sein. Lässt man sie immer gewähren, kommt viel Unsinniges heraus, was man eigentlich nicht möchte.

Du darfst diese Gefühle haben, sie gehören zu Dir. Aber niemand zwingt Dich, Gefühle gewähren zu lassen. Ähnlich ist es mit Gedanken. Dein Ich kann entscheiden, welche Gefühle sich ausleben dürfen und welche Gedanken weiter verfolgt werden sollen. Lerne Gefühls- und Gedankenkontrolle sowie Steuerung von Gefühlen und Gedanken. Dabei kann Dir Deine Therapeutin helfen, hoffe ich.

LG, Nordrheiner
 

Petra47137

Sehr aktives Mitglied
........es liegt in der Natur der Mensche sich schnell zu begeistern, wenn wir Zuwendung erfahren - nicht selten verwechselt man dieses Zuwendung mit Verliebtheit und letztendlich ist man so in diese Gefühlswelt eingesponnen, das man die Realität nicht mehr sieht und nur das wahrnimmt, was den eigenen Gefühlen entgegenkommt - es ist ein verfälschte Wahrnehmung aus der man sich schnellstens befreien sollte, bevor sie einen zum Gefangenen falscher Gefühle macht

egal welche Privilegien Dir Dein Lehrer zugesteht - es ist nicht Deine Sache darüber nachzudenken - er muss es verantworten, denn es ist sein Job und Du nur eine Nutzerin - die in seinen Augen eine Schutzbefohlene ist - mehr darf und kann es nicht sein

vermeide es Deinen Lehrer in Verlegenheit zu bringen, durch Blickkontakt ect - Du machst es ihm unnötig schwer seinen Job zu machen - denn für ihn bist du ein unreifes Küken welches auf der Suche nach sich selbst ist und im wirrwarr der eigenen Gefühle noch keinen roten Faden kennt - kannst Du auch nicht, das kommt erst viele Jahre später

Gefühle sind wie kleine Schmetterlingslarven, die sich erst verpuppen müssen, um als Schmetterling sich voll entfalten zu können

Du bist noch im Larvenzustand :rolleyes: und ganz am Anfang
 

marut

Aktives Mitglied
guten morgen miss heisenbergerin
ich möchte, anders als meine vorschreiber, deine gefühlslage nicht diskreditieren.
im gegenteil - ich würde dich gern ermutigen, dass du deinem lehrer deine liebe gestehst. warum?
anders als gefühle der freude oder müdigkeit usw., die jeden tag in vielfältiger form kommen, gehen und sich abwechseln, und die man tatsächlich (in grenzen) auch kontrollieren kann und sollte, ist die liebe ausdruck unseres ureigenen ICHs. sie ist der sinn unseres seins. sie zu ignorieren und zu unterdrücken, ist der grösste fehler den man machen kann, weil man sich dann zwingt, nicht man selbst zu sein.
der nächste punkt: du bist volljährig und er ist nicht mehr dein lehrer. wenn ich das falsch verstanden habe, dann warte mit dem geständnis, bis er nicht mehr dein lehrer ist. maW ihr seid frei und unabhängig und euer liebesleben geht niemanden etwas an. wenn deine therapeutin etwas taugt, wird sie dich auch darin unterstützen.
das dritte, deine therapeutin: ne therapie machen, so hat es mir mal jmd gesagt, ist wie zwiebel schälen - nach jeder schale kommt eine neue und jede führt zu tränen. dass du deiner therapeutin von deiner liebe bisher nichts erzählt hast, wird sie dir nicht krumm nehmen, sie wird sich im gegenteil freuen, dass ihr eine tiefere schicht erreicht habt.
soweit meine meinung
viel kraft und mut
marut
 
W

Windlicht

Gast
ne therapie machen, so hat es mir mal jmd gesagt, ist wie zwiebel schälen - nach jeder schale kommt eine neue und jede führt zu tränen. dass du deiner therapeutin von deiner liebe bisher nichts erzählt hast, wird sie dir nicht krumm nehmen, sie wird sich im gegenteil freuen, dass ihr eine tiefere schicht erreicht habt.
Netter Vergleich - das mit der Zwiebel :) Da ist was dran!

TE, ich würde es auch mit der Therapeutin besprechen. Mit dem Lehrer jedoch erst danach reden (wenn es dann noch "nötig" ist).
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Leute, das, was MissHeisenberg hier beschreibt, ist nicht therapiebedürftig, jedenfalls nicht im Bezug auf sie.
Solche Situationen sind ja nicht mehr so selten, und es kommt im Grunde nur auf das Handling durch die Betroffenen an. Und da gilt aus meiner Sicht: Distanz zwischen Vorgesetzten und Abhängigen, um jegliche Vermischung zu vermeiden, gerade und besonders in der Schule. Pädagogen/Pädagoginnen wissen das. Und reflektierte Schüler/innen wissen das auch.
Wissen sie es nicht, muss man es ihnen klarmachen. Basta.

Burbacher
 

MissHeisenberg

Mitglied
Es tut mir leid, dass ich erst so spät antworte, aber ich hatte in der letzten Zeit wirklich verdammt viel zu tun und musste auch über viele Dinge nachdenken.
Ich habe mit meiner Therapeutin mehrere Stunden über dieses "Problem" gesprochen. Ich habe es ihr so ausführlich erzählt, wie nur irgendwie möglich. Ich habe nichts verschwiegen und jede "seltsame" Situation geschildert. Und sie ist zu dem Schluss gekommen, dass es sehr gut sein könnte, dass mein Lehrer romantische Gefühle für mich hegt. Und ich muss zugeben, dass mich dieser Gedanke glücklich macht. Natürlich kann sie sich täuschen - Das kann jeder Mensch und sie kennt ihn schließlich nicht persönlich - aber ich bin mir jetzt ganz sicher, dass ich ihn an meinem Abschluss in 2 Jahren meine Gefühle gestehen werde. Bei den Gesprächen mit meiner Therapeutin ist mir nämlich klar geworden, dass ich wirklich verliebt bin.
 
L

lol 123

Gast
Ich würde sagen das er dich bevorzugt als die anderen Schüler ist ja schön und gut das du bessere Noten hast und so aber hinterher denken alle du hättes was mit ihm und dann wirst du gemobbt und so also mein Tipp ist behandelt ihn als ganz normaler Lehrer und wahrscheinlich behandelt er dich dann auch wie eine ganz normale Schülerin ich weißt Gefühle kann man nicht einfach weg werfen aber probier es mal ich wünsch dir viel Glück:)
 

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