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Mein Leben?

BladedTwo

Neues Mitglied
Hey Leute,

um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll, weil mein Leben rundherum kaputt ist. Gerade während ich diese Zeilen schreibe, ruft eine fremde Nummer an. Ich kann nicht abheben, speichere sie, suche auf WhatsApp und im Internet – nichts. Vor Kurzem habe ich selbst einen Antrag auf gerichtliche Erwachsenenvertretung gestellt, gestern hatte ich eine Untersuchung bei der PVA, gleichzeitig stecke ich im Konkurs. Der Anruf könnte von jedem kommen: etwas Bedrohliches oder vielleicht sogar jemand, der helfen will. Aber ich schaffe es nicht einmal abzuheben.

Ich kann einfach nicht mehr weitermachen. Ich habe einen Tag im Kopf, an dem ich herausfinden werde, ob ich den Mut habe, mir das Leben zu nehmen. Ein Teil von mir will das nicht und hat Angst vor diesem Tag. Auch dieser Beitrag ist ein letzter stiller Versuch, Hilfe zu finden – oder noch besser: wieder etwas zu finden, das mir Kraft gibt und wofür ich leben möchte.

Ich war in Gesprächstherapie und in der Psychiatrie. Immer wieder heißt es, ich müsse es selbst wollen, selbst aktiv werden und mich um alles kümmern. Aber genau das kann ich nicht mehr. Während meines stationären Aufenthalts bat ich um Hilfe bei einer gerichtlichen Erwachsenenvertretung. Man redete mir diese Möglichkeit aus und meinte, ich solle jemanden aus meinem privaten Umfeld nehmen. Ich wusste eigentlich, dass die Menschen dort mein komplexes Leben nicht richten können oder sich das nicht zutrauen. Trotzdem ließ ich mich nach zwanzig Minuten Einreden darauf ein. Wie so oft führte es ins Leere.

Nach zwei Wochen wurde ich aus der Psychiatrie entlassen, weil es mir angeblich gut genug ging. Ich sei selten im Zimmer, wirke nicht traurig genug, sitze am Raucherplatz, rede und lache mit anderen Patienten. Tut mir leid, dass ich den Crashkurs für das richtige Verhalten suizidaler Menschen nicht gemacht habe. Was andere sehen, ist eine Maske, die ich in Gegenwart anderer nicht ablegen kann. Ich habe nie gelernt, einfach ich zu sein. Obwohl ich jeden Tag sagte, dass ich vorhabe, mir nach der Entlassung das Leben zu nehmen, war ich offenbar nicht kaputt genug.

Es gab eine Zeit, in der mein Herz für Softwareentwicklung schlug. Ich glaube, ich könnte Großes bewirken, wenn ich mich wie ein normaler Mensch acht Stunden hinsetzen und konzentrieren könnte. Stattdessen brauche ich manchmal fünf Stunden, um aufzustehen und eine Tiefkühlpizza zu machen. Computerspiele fühlen sich inzwischen mehr nach Arbeit als nach Hobby an. Früher fuhr ich ganze Nächte mit dem Auto herum. Heute könnte man mir mein Traumauto vor die Tür stellen und ich würde trotzdem mit meinem alten fahren. Es gibt einfach nichts mehr, das ich wirklich will.

Ich hasse mich so sehr, dass ich kaum in den Spiegel schauen kann. Ich bin übergewichtig, habe kaputte Zähne, schlechten Bartwuchs, größer werdende Geheimratsecken und vernachlässige meine Hygiene. Aber ich weiß, dass darunter tiefere Gründe liegen. Ich weiß nur nicht, welcher davon der entscheidende ist: sexueller Missbrauch durch einen Mitschüler mit zehn oder elf Jahren, körperliche Gewalt durch Schüler, die in siebzig oder achtzig blauen Flecken endete, Vertrauensmissbrauch, das Schlachtfeld zu Hause oder die Vergewaltigung im Erwachsenenalter. Ich könnte noch mehr aufzählen, aber keinen einzigen Grund, warum ich den Mann im Spiegel würdigen sollte.

Ich dachte immer, harte Arbeit zahlt sich aus. Teilweise arbeitete ich im Ausland mehr als 350 Stunden im Monat. Mit 23 kaufte ich ein Haus und war stolz darauf. Ich wollte aber mehr aus meinem Leben machen, als im Ausland für etwas zu arbeiten, das ich nur gelegentlich nutzen konnte. Beim Versuch, mich selbstständig zu machen, stand ich wegen vieler kleiner Fehler und Missverständnisse plötzlich allein da – ohne Förderung und ohne echte Unterstützung.

Als ich zu Hause keine Maske mehr tragen musste, verlor ich mich vollständig. Ich war psychisch kaum noch in der Lage aufzustehen. Jetzt bin ich im Konkurs, verliere mein Haus und werde womöglich in wenigen Wochen obdachlos. Ich habe keine laufende finanzielle Unterstützung und werde auf einem riesigen Schuldenberg sitzen bleiben, weil das Haus weit unter dem offenen Betrag verkauft wird. Dazu kommen Gerichtsverfahren, Finanzamt und Rechnungen. Ich brauche eine Wohnung, die mehr kostet als meine frühere Kreditrate – bezahlt von Geld, das ich nicht habe. Ich habe lange in diese Systeme eingezahlt. Als ich selbst Hilfe brauchte, begann stattdessen eine Abwärtsspirale. WKO, Schuldnerberatung und andere Stellen konnten mir nicht helfen. Ich kann nur zusehen, wie alles zerbricht, weil ich es allein nicht schaffe.

Wofür soll ich noch leben? Um Schulden abzubezahlen? Um erneut zu versuchen, mir etwas aufzubauen? Um irgendwann psychisch gesund genug zu sein, Berührungen einer Frau zuzulassen, ohne innerlich dagegen anzukämpfen? Um keine Angst mehr davor zu haben, einer Frau in die Augen zu schauen und vielleicht eine Beziehung und Familie aufzubauen, während ich noch tausend andere Baustellen richten soll? Oft wird jedes Problem einzeln betrachtet: Dieses eine sei doch nicht schlimm genug, um sich dafür umzubringen. Aber es ist nicht dieses eine. Es ist alles zusammen, das mich umbringt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Beim Schreiben musste ich mehrere Stunden Pause machen. Erst kam der unbekannte Anruf. Dann eine Mail von der Erwachsenenvertretung, die sich nächste Woche mit mir treffen möchte – und gleichzeitig eine Mail vom Masseverwalter mit der Aufforderung, eine Krankenhausrechnung zu bezahlen. Mit Geld, das ich nicht habe. So sieht mein Alltag aus: Vielleicht öffnet sich irgendwo eine Tür, und im selben Moment fällt die nächste Wand auf mich.

Ich konsumiere derzeit Cannabis, und natürlich beeinflusst das meinen Umgang mit allem. Gleichzeitig ist es das Einzige, das den Teil von mir unterdrückt, der ohne Konsum zwanghaft männliche Onlinekontakte sucht, Treffen vereinbart und mein Trauma wiederholen will. Nüchtern habe ich theoretisch die freie Wahl, mich dagegen zu entscheiden. Praktisch kontrollieren mich diese Muster. Also entscheide ich mich für den Konsum, obwohl ich merke, dass auch er mir schadet. Ich kann mich entweder auf diese Weise sabotieren oder zusehen, wie ich meinen Körper wieder für Dinge zur Verfügung stelle, nach denen ich mich noch mehr hasse. Wenn andere das anders schaffen, haben sie meinen Respekt. Ich kann es momentan nicht. Belehrungen darüber, wie schlecht Cannabis ist, brauche ich nicht. Das weiß ich selbst, und ich hasse mich bereits genug dafür.

Viele Bereiche meines Lebens kann ich nicht so steuern, wie andere es von außen erwarten. Es fühlt sich an, als würden Muster mich kontrollieren und zu jemandem machen, der ich nicht sein will. Ich habe versucht, mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Ich habe versucht, Hilfe zu holen. Niemand konnte mir bisher auf die Art helfen, die ich gebraucht hätte.

Ich verstehe nicht, was Menschen in meiner Situation noch antreibt. Ich kann die Realität nur durch etwas Computerspielen verdrängen. Ansonsten denke ich daran, nicht mehr existieren zu wollen, mich zu verabschieden und meine letzten Atemzüge zu verbringen. Soll ich für Freunde und Familie weiterleben, damit sie nicht trauern müssen, während ich selbst immer mehr Schmerz trage? Für eine Gesellschaft und ihre starren Systeme, die mit dazu beigetragen haben, dass ich so tief gefallen bin? Damit ich weiter Schulden, Steuern und Beiträge zahle, bis mich dieselben Systeme wieder im Stich lassen?

Früher wollte ich etwas verbessern. Obwohl ich viel Leid erlebt hatte, konnte ich das Gute sehen und wollte selbst etwas Positives bewirken. Dieser Gedanke gab mir Kraft. Heute verstehe ich nicht einmal mehr, was ich damals gesehen habe. Jetzt sehe ich Leere und Zeitverschwendung. Ich habe immer versucht, das Richtige zu tun, aber ich sehe keine zukünftige Version von mir mehr, die auch nur ansatzweise glücklich ist.

Manchmal frage ich mich, ob ich nur eine Diva bin, die um Aufmerksamkeit bettelt. Vielleicht ist das teilweise wahr. Vielleicht ist es aber auch der Versuch, offen zu zeigen, wie es in mir aussieht. Ich wollte erklären, warum ich keinen Ausweg mehr sehe, und Freunden und Familie vermitteln, dass sie nicht schuld sind. Gleichzeitig weiß ich, dass ein Teil von mir diesen Text schreibt, weil er eben doch noch gefunden und gesehen werden will.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein paar Nachrichten reichen, um an meiner Situation noch etwas zu verändern. Ein Freund hat mich inzwischen in die Psychiatrie gebracht. Ich weiß nicht, was daraus wird und auch nicht genau, was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Ich möchte hier niemandem eine Verantwortung auferlegen oder Forderungen stellen. Ich wollte einfach ehrlich sagen, was Sache ist und wie es gerade in mir und meinem Leben aussieht. Vielleicht liest es jemand, der etwas davon versteht oder sich in manchen Teilen selbst wiedererkennt. Vielleicht meldet sich jemand in den Kommentaren oder schreibt mir privat. Keine Ahnung. Aber der Teil von mir, der diesen Text geschrieben hat, wollte zumindest nicht aufgeben, ohne auch das noch versucht zu haben.

Nachtrag: demnächst 29 Jahre
 

Hallo BladedTwo,

schau mal hier: Mein Leben?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Das ist sehr viel und ich kann eigentlich grad gar nicht drauf eingehen, leider ..
Nur eine Frage: warum machst du eigentlich keinen Privatkonkurs? Oder geht das nicht wegen dem Konkurs der Firma?

Ich hoffe, dass dir in der Psychiatrie wenigstens ein bisschen geholfen wird!
Hattest du einmal schon Therapie wegen dieser zwanghaften 'Onlinesucht'? Das gibt's ja auch ganz auf Kasse..
Manchmal gehen Dinge auch nur Schritt für Schritt und der Berg verschwindet trotzdem langsam..
 
Guten Abend, hast du schon einmal darüber nachgedacht, ein ganz neues Leben anzufangen? Im Kloster, auf einer kleinen Insel, auf einer Alm, auf einem Bauernhof, am anderen Ende der Welt. Ich weiß, man sagt, man nimmt sich selbst immer mit. Aber ich habe an mir selbst schon beobachtet, wie mit wachsender Entfernung von meinem Lebensmittelpunkt auch die Probleme etwas kleiner werden. Zugegeben, solche Probleme wie du hatte und habe ich nicht. Trotzdem sieht es zeitweise sehr düster in meinem Kopf aus und ich kann deine lebensmüden Gedanken nachfühlen.
Vielleicht musst du dem Konsum total entsagen... Geld, Haus, Arbeit, Cannabis und zu dir, deinem Innersten finden und Heilung erfahren von den Verletzungen der Vergangenheit. Vielleicht in einem Ashram in Indien. Ich wünsche es dir!
 
sexueller Missbrauch durch einen Mitschüler mit zehn oder elf Jahren, körperliche Gewalt durch Schüler, die in siebzig oder achtzig blauen Flecken endete, Vertrauensmissbrauch, das Schlachtfeld zu Hause oder die Vergewaltigung im Erwachsenenalter.
Wurden die sexuellen Missbräuche je gezielt in einer Therapie zum Thema gemacht?
Gleichzeitig ist es das Einzige, das den Teil von mir unterdrückt, der ohne Konsum zwanghaft männliche Onlinekontakte sucht, Treffen vereinbart und mein Trauma wiederholen will.
Du siehst das ziemlich klar.
HIER würde ich therapeutisch ansetzen.
Ich habe immer versucht, das Richtige zu tun, aber ich sehe keine zukünftige Version von mir mehr, die auch nur ansatzweise glücklich ist.
Das kannst du jetzt auch nicht sehen. Du steckst mitten im Chaos und hast Angst. Ich bezweifel, dass eine Betreuung das Mittel der Wahl ist, passgenaue Beratungen müssten eigentlich reichen. Du hast entweser schlechte Sachbearbeiter abbekommen oder bist vor Ort nicht in der Lage, deine Angelegenheiten angemessen zu schildern.
Du schreibst, dass KEINE Beratungsstelle dir helfen konnte. Das ist ungewöhnlich und legt den Schluss nahe, dass da in der Kommunikation etwas hakt.
Hast du einen guten Freund oder einen Verwandten, mit dem du die nächsten Schritte besprechen und planen kannst?

Niemand konnte mir bisher auf die Art helfen, die ich gebraucht hätte.
Welche Art brauchst du denn konkret?

Den Rat, eifach auf irgendeiner Alm oder im Kloster "ganz neu" anzufangen, teile ich nicht. Du musst da jetzt durch und die Dinge regeln. Die Schulden klären, die Gewalterfahrungen verarbeiten, das Scheitern im Beruf analysieren. Es gibt beratungsstellen für männliche Opfer sexualisierter Gewalt. Fang da mal an, das geht auch online.
Soll ich für Freunde und Familie weiterleben, damit sie nicht trauern müssen, während ich selbst immer mehr Schmerz trage? Für eine Gesellschaft und ihre starren Systeme, die mit dazu beigetragen haben, dass ich so tief gefallen bin? Damit ich weiter Schulden, Steuern und Beiträge zahle, bis mich dieselben Systeme wieder im Stich lassen?
Es ist deine Angelegenheit, ob du leben oder sterben willst. Ich finde, bevor man ein Leben wegschmeißt, sollte man es ändern. Und das wird dir nicht gelingen, solange du die Verantwortung für dein Scheitern anderen zuschreibst. Die "starre Gesellschaft" kann nichts dafür, wenn du dich übernimmst und mit Rosinen im Kopf ein Haus baust, welches du nicht finanzieren kannst.
Ich habe keine laufende finanzielle Unterstützung
Bist du arbeitsunfähig? Dann stünde dir Grundsicherung oder ähnliches zu.
Ich verstehe nicht, was Menschen in meiner Situation noch antreibt. Ich kann die Realität nur durch etwas Computerspielen verdrängen. Ansonsten denke ich daran, nicht mehr existieren zu wollen, mich zu verabschieden und meine letzten Atemzüge zu verbringen.
Aus Fehlern lernen ist ein enormer Antrieb. Du schämst dich für dein Versagen und deligierst Verantwortung. Jetzt willst du dich wegschleichen, um dich dem Scherbenhaufen nicht zu stellen. Du bist 28, du kannst das alles ändern. Aber dazu musst DU aktiv werden. Kein Betreuer, keine "starre Gesellschaft" oder sonstwer.
Wofür soll ich noch leben? Um Schulden abzubezahlen? Um erneut zu versuchen, mir etwas aufzubauen?
Du musst nichts "aufbauen", es reicht, einfach einen Job zu machen und zur Miete zu wohnen. Gehe kleinschrittig vor; kümmere dich um deinen Körper, zocke kontrolliert und mach dir einen vernünftigen Plan.
Beantrage beizeiten einen Wohnberechtigungsschein. Und lass dich hinsichtlich einer Erwerbstätigkeit beraten.
 
ja, hmm, was soll man da sagen?
Ich verstehe dich total, das du dich z.zt. wie gelähmt fühlst und nicht weisst, wo du anfangen sollst.
Das ist ja alles eine Verkettung von sehr unglücklichen Dingen.
Nur ist das doch nicht alles miteinmal passiert, wie konnte es denn überhaupt soweit kommen?
Hättest du da nicht beizeiten gegensteuern können?
Ich weiss, das hilft dir jetzt nicht, nur würde ich das gern verstehen.
Den Rat, eifach auf irgendeiner Alm oder im Kloster "ganz neu" anzufangen, teile ich nicht. Du musst da jetzt durch und die Dinge regeln.
Das sehe ich auch so.
Auch dieser Beitrag ist ein letzter stiller Versuch, Hilfe zu finden – oder noch besser: wieder etwas zu finden, das mir Kraft gibt und wofür ich leben möchte.
Der Wunsch ist sehr verständlich.
Nur wird das schwer, für uns hier im Forum, die dich nicht kennen und keine Macht über irgendwelche Behördenvorgänge haben, da etwas zu tun.
Es müsste schon jemand in deiner Nähe sein, der da etwas bewirken kann und dir beistehen.
 
Aber der Teil von mir, der diesen Text geschrieben hat, wollte zumindest nicht aufgeben, ohne auch das noch versucht zu haben.
Ich bin mir sicher, dass es vieles gibt, was du noch nicht versucht hast.
Aufgeben kannst du immer noch.
Dein Leben muss nicht enden, sondern sich ändern.
Ganz von alleine, tut es das selten.
Früher wollte ich etwas verbessern. Obwohl ich viel Leid erlebt hatte, konnte ich das Gute sehen und wollte selbst etwas Positives bewirken. Dieser Gedanke gab mir Kraft.
Du brauchst vielleicht etwas Neues , was dir Kraft gibt.
Was das sein kann, kannst nur du finden.
Irgendwo ist die Hoffnung, die uns weitermachen lässt.
Hoffnung, dass sich etwas bessert.
Es muss sich etwas ändern, damit es sich bessert.
Ich weiß nicht, wo genau du Unterstützung finden kannst.
Vielleicht warst Du bisher noch nicht an der richtigen Stelle.
Ich wünsche dir, dass du die Hilfe findest, die du brauchst!
 
Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein paar Nachrichten reichen, um an meiner Situation noch etwas zu verändern. Ein Freund hat mich inzwischen in die Psychiatrie gebracht.
Hallo BladedTwo,
offenbar hast du in der Psychiatrie Zugang zum Internet ... gut, dass du diesen Hilferuf losgeschickt hast. Das zeigt, dass du noch Hoffnung hast. Und du hast zumindest einen Freund, der sich um dich sorgt.

Wir sind zwar keine "Freunde" hier, aber viele, die hier schreiben, wissen bzw. haben es selbst erlebt, dass das Leben extrem hart werden kann und dass es durchaus Gründe dafür geben kann, sich Gedanken über Suizid zu machen.

Was mir bei deiner Beschreibung aufgefallen ist: Du schreibst, dass du dich "von deinen Mustern" quasi gesteuert fühlst. Tatsächlich ist ja das Unterbewusste in uns sehr stark, aber eben nicht automatisch übermächtig oder nicht zu therapieren. Schon dass du über dein Leben sprichst, ändert ja etwas und dein Unterbewusstes "hört/liest mit".

Und klar: du entscheidest, was du isst, trinkst, rauchst, dir anschaust, mit wem du sprichst etc. – das ist nicht dein Unbewusstes, sondern es sind deine Gewohnheiten, dein Verhalten. Und das lässt sich ja durchaus ändern, wenn die Motivation dafür da ist. Vielleicht wäre das vorrangig: Wieder eine Motivation zu finden, dein Leben, wie es nunmal ist, für eine Herausforderung zu halten und nicht als etwas, das man einfach wegwirft? Es ist ja trotz allem Unheil noch viel in Ordnung bei dir. Darauf könntest du aufbauen.

Ich habe eine zeitlang in einem Verein ehrenamtlich gearbeitet, der Suizidgefährdete unterstützt (Arbeitskreis Leben). Vielleicht magst du da mal Kontakt aufnehmen? Eine gute Frage, die ich in diesem Zusammenhang gelernt habe ist: Was müsste sich denn aktuell in deinem Leben verändern, damit es wieder lebenswerter wird? Also nicht die "große Zauberlösung", sondern ein Schritt in der Richtung, die du dir wünschst.

Kleiner fachlicher Hinweis noch, da du ja in ärztlicher Betreuung bist und das womöglich übersehen wird: Drogen schwemmen große Mengen an Nährstoffen aus dem Körper, auch Lithium und Zink. Mangel an diesen Nährstoffen kann Suizidgedanken auslösen oder verstärken. Da könnten die Ärzte mal draufschauen bzw. du selbst.

Alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:
Früher sagte man mal , der hat nen Durchhänger , bedeutete da lässt sich einer hängen und erfüllt die üblichen funktionalen Schritte nicht mehr , weil ihm der Lebensinhalt fehlt.

Wenn dann alles den Bach runtergeht, weil Briefe nicht mehr geöffnet werden, Dinge nicht mehr getan werden, kommen zwangsläufig irgendwann Probleme, nicht nur finanzieller Art.

Es gibt aber caritative Vereine die Betreuer stellen, es gibt freiwillige Betreuungsverträge , die jeder in Anspruch nehmen kann, wenn der sich nicht mehr in der Lage sieht sich selbst um die Dinge zu kümmern.

Du versuchst eine gerichtliche Bereuung zu bekommen -warum ??? dafür muss ein Gutachten erstellt werden , das kostet nur unnötiges Geld. Ein freiwilliger Betreuungsvertrag ist da jederzeit besser und schneller in ....aber den hast Du nicht - wieso nicht ?

Da denke ich warst Du in einer schlechten Beratung oder hast nicht zugehört.

Du bist doch erst 29 , hast das ganze Leben noch vor Dir und nur mal im übrigen Deine Aussage mit 23 hast Du ein Haus gekauft und hast 350 Stunden im Monat gearbeitet .......

Der Monat hat 30 Tage arbeitest Du jeden Tag 10 Stunden bist Du bei 300 ( Samstag u. Sonntag dazugerechnet ) - arbeitest Du am Samstag und Sonntag nicht , erhöht sich die Stundenzahl pro Woche .
Also 20 Arbeitstage im Schnitt a 18 h am Tag ?????? Das steht aber im absolut krassen Gegensatz um 5 Stunden zu brauchen um ne Tiefkühlpizza zu machen , wenn Du mich fragst.

Es gibt ja so Workoholics aber zu denen zählst Du ja nicht , was hat sich also geändert an Deiner Leistungsbereitschaft ????? An Deiner Leistungsfähigkeit ? Denn von 23 , wo sie noch da war , bis 29 sind grade mal 6 Jahre und die Faulheit der Du fröhnst, die Du psychisch bedingt siehst , sehen andere auch Du hast keinen Bock .

Warum Du aber keinen Bock hast und auf der anderen Seite versuchst eine gerichtliche Betreuung anzustrengen , was sich für mich widerspricht, sagst Du ja nicht .

Sind es die Erlebnisse sexueller Verwirrtheit oder Übergriffe ? Muster, die Du gelernt hast - wieso und warum - wenn Du 18 Stunden am Tag arbeiten kannst - jeder Selbstständige würde sich freuen wenn er so eine Range hätte , machst Du halt was anderes - Haus hast Du ja - wo ist also das Problem ....
für mich total unverständlich ......und was macht das also Dein Leben dann kaputt ?
Cannabis ist schlecht ???
Woher diese Erkenntnis -ich finde das ist gut.

Ein tolles Genußmittel. Wegen der wissenschaftlich bewiesenen Unbedenklichkeit ist es legalisiert.....


Auch das für mich nicht nachvollziehbar, vielleicht solltest Du Deine Aussagen noch mal in Ruhe überdenken, nur Du weißt, wieso Du Dir ne Pizza aus der Tiefkühltruhe kaufst und nicht selbst eine backst . Nur Du weißt, wieso Du 5 Stunden brauchst um einen Karton aufzureißen, die Tiefkühlpizza aus der Tüte zu befreien, den Herd anzustellen ( dauert bei mir 5 Minuten - wenn überhaut , aber ich backe lieber , schmeckt besser)?

Schreib doch mal was darüber ...
 
Vielleicht kannst du anfangen, den Teil in dir, der noch nicht aufgeben will, ein bisschen zu 'füttern'.. das können auch ganz kleine Kleinigkeiten sein - ein Kaffee, der dir besonders gut schmeckt,.. (ein kurzer Aufenthalt an einem Ort im Garten, der dir besonders gefällt, ein spezieller Geruch, ein Comic, .. ) Ich kenn dich nicht und hab keine Ahnung, was diese Kleinigkeiten sein könnten, aber vllt kannst du es herausfinden
Ich weiß, du hast gesagt, dich reizt nichts mehr..🙁 aber wenn man sich diesen Teil in dir wie ein Tier vorstellt - was würde es sich automatisch schnappen, wenn man es ihm vors Maul hält?

Ich weiß, das ist natürlich überhaupt keine Lösung deiner Probleme. Aber vielleicht könntest du, wenn dieser Teil in dir ein klein bisschen Freude immer wieder bekommt, daraus ein bisschen Kraft gewinnen, um überhaupt eine Lösung angehen zu wollen..
Ein bisschen frische Luft schnappen sozusagen, um dem Muffnebel, der sich über alles gelegt hat, ein bisschen zu entkommen, und wenns auch am Anfang nur ganz kurz ist
 

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