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Mein gesamtes Leben ist einfach nur eine Sackgasse

shadoow_1978

Mitglied
Hallo Leute,

da ich zum ersten mal in solch einem Forum bin verzeiht mir meine anfänglichen Fehler.
Mich zu öffnen fällt mir nicht einfach. Aber ich werde es einfach versuchen:

Ich bin ein 36 Jahre alter deutscher Staatsbürger mit türk. Migrationshintergrund. Lebe seit 2001 in Hamburg. Bin ein Scheidungskind. Meine leibl. Eltern liessen sich scheiden als ich ein kleines Baby war. Meine Mutter und ich kamen 1980 nach Deutschland. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa 2 Jahre alt. Sie heiratete ihren derzeitigen Mann 1981 aber nahm mich nicht bei sich auf. Die Gründe welche sie auch sein mögen habe ich nie hinterfragt, da mir niemand eine genaue Aussage gegenüber machen wollte bisher. Also kam es anfang der 80er so, das mich meine Grosseltern(mütterlicherseits) zu sich aufnahmen. Sprich adoptierten, damit ich nicht wieder in die Türkei abgeschoben wurde. Ich lebte seit 84(offiziell) bis 2001 bei ihnen. Bis ca. zu meinem 10 Lebensjahr wurde mir immer erzählt meine Grosseltern wären meine Eltern. Meine Mutter sei eine Tante. Habe aber durch einen Zufall als im Krankenhaus lag rausgefunden, das das so nicht stimmte. Es brache eine heile Welt für mich zusammen. Habe die nächsten 5-6 Monate nachts mein Kissen nassgeweint. Hatte aus Scham und Angst niemandem davon erzählt. Dies dauerte ca. 2 Jahre so an. Dann erst stellte ich sie alle zur Rede. Zuhause bei meinen Grosseltern gabs immerzu nur Streit. Ich war diese Disziplinär Autoritäre Erziehung nicht gewohnt. Bin darunter zerbrochen. Niemand verstand mich. Habe mich immer mehr und mehr in meine kleine Gedankenwelt geflüchtet. Ging in mein Zimmer machte die Tür zu und guckte TV bzw. hörte Musik. Egal was ich machte meinen Grosseltern konnte ich es nicht recht machen. Immer war dieser Druck "Deren Erwartungen gerecht werden zu müssen" da. Zog April 2001 nach Hamburg. Aber auch nach dem Umzug hatte ich immer innerlich diesen innerlichen Kampf. Fühlte mich als "Nichtsnutz". Es hält immernoch an. Egal was ich mache, ich bin unzufrieden. Lebe in den Tag hinein. Habe zwar Arbeit. Aber abgesehen davon bin ich ein einsamer Mensch. Einfach innerlich leer ausgebrannt. Die Erlebnisse, das ich ein Scheidungskind bin, keine Liebe von meinen Eltern bekam und von meinen Grosseltern immer drangsaliert wurde usw. sind sehr Stark ausgeprägt in mir. Egal was ich mache, ich kann nicht dagegen ankämpfen. Mittlerweile sehe ich keine Lösung mehr. Fühle mich durch diese Gefühle wie oben angedeutet einsam und sehr traurig. Weine seit meiner Kindheit ständig nachts. Mir geht es so, als hätte ich die Melancholie nur für mich gepachtet. Träume immer davon, auf einer einsamen Bergspitze zu sitzen und fernab von der Zivilisation diesen ganzen Stress zu vergessen. Einfach die Seele baumeln zu lassen und so. Vorallem durch dieses alles erlebte, wurde mein Charakter geprägt. Jeder beschreibt mich als netten gutmütigen Menschen. Ich aber sehe, das zuviel Herz und Gefühle in mir drin stecken. Traurige Filme verleiten mich zum weinen. Man merkt das sehr stark auch an der Musik die ich höre. Ich bin ein grosser "a-ha" Fan. Höre ständig deren Musik. Ich will endlich nur im Leben einfach glücklich sein. Beziehungstechnisch klappt es wegen alledem auch nicht mehr. Bin seit 3 jahren Single. Diese Einsamkeit macht mir auch zu schaffen Kurzum gesagt. Ich habe einfach kein "Selbstvertrauen". Egal was ich mache, es scheint schief zu laufen. Ich lebe einfach monoton als wenn ich Ziellos im Leben umherr irren würde. Sehe keinen Ausweg mehr ausser die endgültige wenn auch bedauerliche Lösung.
Falls einer von euch sich fragt, ob ich versucht habe mit der Familie zu reden?: Ja, ich habs versucht. Aber sie verurteilen nur anstatt zuzuhören. Wollen nur ihre eigenen Schuldgefühle reinwaschen. Jeder in der Familie weiss, das ich recht habe, aber es wird damit gegenargumentiert... "Wir woll(t)en doch nur das beste für dich". Ich kann das schon gar nicht mehr hören.
Die Frage, ob ich mir professionelle Hilfe geholt habe kann ich so beantworten: Ich war mal vor über 12 Jahren beim Psychologen. Dieser aber hat schon nach der 2. Sitzung mir Tabletten angeboten. Er gab mir aus seinem Vorratsschrank 3 Tabletten zum testen. Ich nahm in 4 Tagen 2 davon. Glaubt mir, es machte mich benebelt träge und so. Fragt mich bloss nicht welches Medikament es war. Kann mich an den Namen nicht erinnern. Aber seitdem meide ich aus Enttäuschung und Angst einen Psychologen

Bitte helft mir. Was kann ich noch tun. Sehe keinen Ausweg mehr... Bin total aufgewühlt

Vielen Dank im voraus. Ich weiss eure Kommentare bestimmt zu schätzen

shadoow_1978
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo.

Du schreibts wirklich sehr... schoen, wenn auch der Inhalt traurig ist.

Ich hoffe fuer dich, dass du deinen Weg findest und es schaffst dich emotional von deiner Vergangenheit abzugrenzen.

Und eben auch zu akzeptieren, dass deine Familie kulturell bedingt teilweise andere Sichtweisen hat als du und ich, zum Beispiel.

Es tut mir aber sehr leid fuer dich, dass du so viel leiden musstest in der ganzen Geschichte.

Sieh deine Emotionen an sich nicht als Schwaeche an. Das ist etwas sehr, sehr Schoenes. Versuche sie nur gezielter einzusetzen... es gibt so viele Bereiche in denen Menschen mit grossem Herzen gebraucht werden.

Alles Gute.
 
Ich danke für deine Nachricht. Entschuldige bitte wenn ich einfach spontan "Du"tze. Aber ein zu grosses Herz zu haben ist sehr oft hinderlich. Glaube mir, dies wirkt sich bei mir immer so aus das ich immmer mehr an andere gedacht habe als an mich. Es gibt ein Sprichwort: Das trifft sehr auf mich zu... "Wer behauptet etwas zu sein, hat schon aufgehört etwas zu werden". Ich bin ein extrem bescheidener/Bodenständiger Mensch. Man kann dies auch auf mein eher fehlendes Selbstvertrauen zurückführen. Dieses "Ich bin" gehabe liegt mir nicht. Ich bin meistens sowas von mir "un"überzeugt. Weil ich halt nunmal immer den Erwartungen meiner Grosseltern gerecht werden sollte, habe ich eher das Gefühl... "Nichts klappt wie ich es will". Bin dann schnell frustriert. Gebe zu leicht auf, weil mir die innere Stärke fehlt. Wurde ja als Kind nicht gefördert zuhause. Man wollte mir immer nur weissmachen das ich froh sein solle einen schlafplatz und was zu essen bekommen zu haben. Liebe, geborgenheit usw. wäre ein Luxus den meine Familie hätte mir nicht geben müssen. Das ich die ebengenannten beiden anderen Dinge bekam reichte für meine Grosseltern. Die erwarteten von mir nur striktes Gehorsam ohne jemals den Wunsch zu äussern Liebe, geborgenheit, freundlichkeit usw. zu wollen. Ich solle einfach das was sie mir gaben akzeptieren und basta. So in etwa wollten sie es haben.
Aber ein Mensch will glücklich sein mit seinen Eltern. Geliebt werden und sich wohlfühlen. Nicht als Kind schon fürs gesamte Leben mit solch schrecklichen Gefühlen "gebranntmarkt" werden. Ich kann nur sagen. Würde man alle meine Tränen seit ich mich entsinnen kann bis einschl. heute sammeln... Man könnte die Erde damit inkl. dem Mount Everest überfluten(Bildlich gesehen). Das habe ich wahrlich nicht verdient. Obwohl ich mittlerweile 36 bin, arbeite und so... Aber dennoch bin ich gezeichnet vom Leben. Schlafe unruhig seit jahrzehnten. Fühle mich immer so leer und müde. Habe sehr oft immerwieder Depressionen. Auch bei meinen Entscheidungen kommen immer wieder diese Erinnerungen hoch. Es ist wie eine CD mit nem Sprung drin. Ich stecke in diesen alten Gefühlen und Erlebnissen drin. Wieder und wieder. Kann mich um Gotteswillen davon nicht lösen. Vorallem hat sich meine Familie in diesem Falle nicht geändert. Sie können es einfach nicht akzeptieren das ich schon ü30 bin und selber meine Entscheidungen treffen muss. Werde oft von denen überstimmt. Sehr oft aber wenden sie folgende Taktik an. Sie entscheiden bei mich betreffenden Dingen klammheimlich hinter meinem Rücken und teilen mir dies mit. Aber erst dann wenn es zu spät ist. Wenn ich sie alle dann daraufhin anspreche heisst es immer "Du wolltest doch" und so... Man muss sich das so vorstellen: Sie wollen immernoch für mich entscheiden, aber es soll nach aussen hin so wirken als hätte ich freie Entscheidungsgewalt und ich hätte entschieden. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Man will mir immerwieder einreden "Wir woll(t)en doch nur das beste für dich". Aber wenn ich diese Methoden in Frage stelle, bin ich das schwarze Schaf in der Familie. Seit je her bin ich das ja in den Augen meiner Grosseltern/Familie.
Soviel nur dazu...

Danke fürs lesen dieser schweren Zeilen

shadoow_1978
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
Vielleicht könntest du dich an eine Familienberatung wenden. Die haben oft gute Therapeuten ist meistens kostenlos und wenn du mit der Therapie nicht so gut zurecht kommst, kannst du auch mit denen freundlich sprechen und das ganze beenden.
Ich teile deine Bedenken hinsichtlich Psychologen, denn es ist ein Glücksspiel einen vernünftigen Psychotherapeuten zu finden.
Aber ich denke du brauchst schon eine Zeitlang eine Vertrauensperson der dein Wohlempfinden wichtig ist.

Das Problem das viele Menschen haben ist, das sie sich nicht befreien wollen, von denen die ihnen Leid zufügten. Weil durch das psychologische Zusammenspiel eine Art Abhängigkeit zu diesen Personen entstand. Ob Eltern oder Großeltern oder Pflegeeltern, Mann oder Frau.
Meist geschieht dieser Vorgang ja zwischen Eltern und Kind. Dort werden die Grundfesten gelegt. Erschwert wird das sich Befreien von dem Wissen, das ja nicht alles was diese Vertrauten Menschen taten falsch war.
Der Grund der einem oft hindert sich zu befreien ist eventuell, das man das Befreien mit Beenden gleichsetzt.
Doch der Mensch ist dazu in der Lage, spätestens ab der geistigen Reife, seinen eigenen Weg zu gehen.
Aber befreien kann auch bedeuten sich von dem unnötigen Ballast der so mitschwingt zu befreien. Gleichzeitig darf man dennoch liebe Gefühle zu diesen Menschen hegen, falls sie diese verdient haben, trotz mancher Fehler.

Ob sie die lieben Gefühle verdient haben entscheidet deine Seele, wenn sie sich befreit hat. Solange du noch gefangen bist in dem Ganzen hast du ja sowieso keine Wahl.



Ziel deines Weges sollte es sein dich von den emotionalen Fesseln deiner Großeltern, die ja zu deinen Eltern gemacht wurden, zu befreien.
Erst mal die Blockaden wegräumen, mußt du dir vorstellen wie ein Weg der versperrt ist von lauter Baumstämmen und Ästen, rechts und links gibt es keinen Weg vorbei, zurück willst du nicht, denn von dort bist du gekommen, dein Weg ist nach vorne.
Was bleibt, du streichst dir die Hände, schiebst deine Ärmel hoch und machst dich dran Ast für Ast in die Hand zu nehmen und eine Sekunde zu bedenken (es sind Äste der Vergangenheit) und diesen hinter dich zu legen.
Und während du das so mit jedem Ast tust, werden die Äste immer leichter.
Der Baumstamm, der erst so riesig erschien verändert sich und wird immer kleiner, wenn du bei ihm angekommen bist kannst du ihn mit deiner ganzen Kraft stemmen und beiseite legen. Nun ist der Weg frei. Doch was machst du mit deiner neugewonnen Freiheit.
Genau das ist das nächste Problem. Du brauchst einen Führer, einen anderen Menschen? Nein, der Führer steckt in dir, du bist dein eigener Führer. Darum wäre es gut, wenn du dir ein paar Bücher nimmst die dich begleiten und besonders wichtig, die dich ansprechen.
Denn wenn der Weg frei ist gehts erstmal gradeaus, aber wenn du nicht deinen eigenen Plan im Kopf hast, nicht mit dir Selbst in Kontakt bist, weißt du vielleicht an der nächsten Wegkreuzung nicht welchen Weg du einschlagen sollst.
Darum ist es wichtig, das du dir ein Bild von dem machst, was du gerne fühlen und erreichen möchtest. Dann dies betrachtest und schaut ob es realistisch erreichbar ist.
Und wenn du das erste Mal fühlst, das sich Situationen so anfühlen wie du dir ein Bild davon gemacht hast, dann hast du den ersten Weg zu dir Selbst erreicht. Du darfst dieser leisen Fröhlichkeit in dir Raum geben, und dich daran erfreuen.

Wer weiß, vielleicht bist du ja viel weiter als du denkst, nur hast du es nicht sehen wollen, weil dein Fokus darauf ausgerichtet war nur das schlechte von dir zu sehen, das was du nicht schaffst.
Vertrau dir, sprich dir Mut zu, glaub an dich und deine Fähigkeiten alles zu schaffen, wenn du es ernsthaft in Auge fasst.

Wenn, wenn....wenn meine Großeltern alias Eltern mich nicht so behandelt hätten.... befreie dich davon, und denke weil sie mich so behandelt haben, darum schaffe ich es genau jetzt so richtig zu mir Selbst zu finden, die Einheit zu mir Selbst zu fühlen. Es ist dein Weg, du kannst ihn dir so bestimmen und mit all den bunten schönen Farben Ausmalen die du magst. Lass dir dabei die Zeit die du brauchst, hab Geduld mit dir, Hauptsache du bist auf dem Weg zu dir.

http://Transaktionsanalyse - Wie geht denn das?: Transaktionsanalyse in Aktion I

es gibt darüber auch einiges im I-net wenn du googlest.
Und bedenke jedes Buch ist so gut, wie deine Phantasie mit der du liest. Und was du davon mitnimmst ist aus deiner Kraft entsstanden, so wie du es formst und umsetzt.

Es tut mir so leid, was du alles ertragen mußtest und es ist richtig schlimm, denn als Kind kann man noch nicht wählen, man akzeptiert das, was einen vorgesetzt wird. Und wenn die Suggestionen der Erziehenden erfolgreich waren (ob im negativen oder im positiven Sinne), dann gehört sehr viel Energie und ich nenn es mal eigene Magie, man kann es aber auch Kraft nennen, dazu sich selbst so zu formen wie man sein will, doch hat man den Weg zur eigenen Freiheit einmal beschritten dann läuft es sich fast von allein. Vorrausetzung, du willst keinem anderen Bewußt schaden, und willst zu dir immer positiv und wohlwollend sein.
Es wird alles gut.

Meine Kindheit war auf einer anderen Art voller Schmerz als bei dir. Mein Selbstvertrauen gleich null.
Doch ich habe mich aus eigener Kraft, und ab und zu mit Anreizen von Psychologen da herausgeschafft es umgesetzt nach meiner Art.
Und das Beste was mich immer begleitet, ist meine positive Phantasie, das Bild das ich mir gemacht habe, wie ich mir selbst die beste Mutter und der beste Vater bin. Das kann mir keiner nehmen, weil ich es selbst geschaffen habe.
Jeder Mensch tut in seiner Wohnung zu Hause, irgendwas denken, keinen Fremden interessiert es , aber ich interessiere mich für das was ich denke und auch fühle. Darum fülle ich meine Zeit des Denkens mit positiven Gedanken und Überlegungen.
In Bezug mit meiner Aussenwelt muß ich mich auch mit negativen Situationen beschäftigen, die die halt stattfinden, und lernen damit umzugehen.
Mit meinem, ich nenne es zweitem Fundament, das ich mir selbst geschaffen habe, kann ich auch unangenehmen Situationen begegnen.
Mein erstes Fundament das mir in der Kindheit mitgegeben wurde war nicht dafür geeignet.
Bildlich beschrieben: Wenn sich Steine nicht zum Hausbau eignen, dann benutze ich sie nicht, ich suche nach festen Steinen die mein Haus tragen können auch in schweren Zeiten. Dauert vielleicht länger als das Haus meines Nachbarn, der schon feste Steine zur Verfügung hatte, aber ich werde auch ans Ziel kommen.

Dies wollte ich dir eigentlich als Pn schicken, aber das geht in deinem Profil nicht, vermutlich weil du erst seit kurzem angemeldet bist.

Wenn du damit nicht anfangen kannst, dann tut es mir leid, das ich dir keine Bessere Hilfe geben kann.
Vielleicht findet sich ja ein anderer User.
Ich wünsche dir, alles Liebe
Pecky
 
Hallo Pecky-Sue,

ich danke dir für deine offene und ehrliche Nachricht. Na klar kann ich was damit anfangen. Siehe es mal so: Es ist wennauch ein wenig... "aufmunternd" für mich. Aber beim "loslösen" vom alten liegt mein Problem. Ich habe es jahrelang versucht...

Goethe hat mal einst gesagt: Auch aus Steinen die einem in den Weg gelegt werden, kann man was schönes bauen. Ich aber habe zuviele Steine auf einmal in meinen Weg gelegt bekommen, das ich daran seelisch zerbrochen bin. Schon im Kindesalter fing das an. So mit ca. 10 Jahren wurde mir all dies, alle meine Schmerzen bewusst. Egal was ich machte zuhause war falsch. Wenn man von den Menschen die eigentlich als Adoptiveltern(auch wenns die eigenen Grosseltern sind) nur ständig beschimpft, drangsaliert usw. wird, dann wird man ein in sich gekehrter in einer art Traumwelt lebender Mensch. Kapselt sich innerlich ab von der Familie.

Es ist solch ein hartes Leben, das ich schonmal die Behauptung einem ehemaligem Freund gegenüber aufgestellt habe: Lieber gehe ich 30 Jahre in einem Steinbruch 7 Tage die Woche a 10 Stunden arbeiten, als einen einzigen Tag dieses Lebens nochmal durchmachen zu müssen. Habe versucht immer zu kämpfen, das Feuer aber ist schon in meiner Puberität erloschen. Wenn man wiegesagt als ein ca. 10 Jahre altes Kind schon merkt das etwas nicht stimmt, ist es schon hart. Glaubt mir, damals schon hatte ich diese "Lieber Gott, warum beendest du nicht mein Leben" Gedanken. Rein Gedanklich habe ich in all den ganzen 36 Jahren bestimmt mehr als 30 mal über Suizid nachgedacht. Aber nur im Kopf. Hatte bei der Umsetzung Angst. Bin in sehr vielen Dingen, durch das erlebte ein "eingeschüchterter" Mensch. Fühlte/fühle mich immer wie eine Last. Dabei waren es die Menschen in meiner Familie die mich zu dem machten was ich bin. Der Gedanke ihrerseits "Sie woll(t)en nur das beste für mich" und die umsetzung von alledem was das Endergebnis hervorbrachte sind 2 versch. paar Schuhe. Aber als sture alte Menschen wollen sie das nicht einsehen. Sie argumentieren nur mit der eben in Anführungszeichen genannten Vorstellung, wenn ich diese Erziehung kritisiere. Obwohl ich nicht mehr bei denen wohne, wurde ich dennoch fürs Leben "gebranntmarkt". Immernoch ist diese Angst vor der Familie in mir ansässig. Egal was ich mache, wie ich handle... Ich gehe ängstlich mit allen Themen um. Bin unschlüssig, lebe einfach monoton in den Tag hinein. Arbeiten, zuhause, arbeiten zuhause usw.undsofort... Sehe in meiner Existenz keinen Sinn mehr bzw. ich sah dies sowieso niemals bisher.

Zur meinem Familiären Hintergrund muss ich noch sagen. Meine Mutter die mich damals an ihre eigene Eltern weggegeben hat, lebt in meiner Nähe mit ihrer Familie. Mit ihrem 2. Mann und meinen beiden Halbgeschwistern. Ich zog 2001 hierher nach HH. Der Hintergrund war einerseits, das hier in der Großstadt das Arbeitsangebot besser ist. Andererseits war der Grund das ich von meinen Großeltern wegkam. Es gab ja immerzu bis dato Streit über Streit. Zu meiner Mutter hatte ich immer einen Kontakt. Aber bis zum alter von ca. 10-11 Jahren kannte ich sie als Tante und die Grosseltern als Mutter und Vater. Meinen leibl. Vater habe ich in meinem ganzen Leben bisher nur 2 Wochen insg. in der Türkei gesehen. Aber wiegesagt als ich rausfand wer meine Mutter ist usw. Sprich anfing zu begreifen das ich ein Scheidungskind bin, kam der Stein sozusagen ins Rollen. Vielleicht spürte ich noch früher das etwas nicht stimmte. Kann mich aber daran kaum erinnern. Wiegesagt als Kind fing dieses seelisch grausame Leben an. Ich kann offen und ehrlich sagen das ich ein "seelisches Wrack" bin. Nach aussenhin wirke ich wie ein schüchterner zurückhaltender gutmütiger Mensch usw. Aber innerlich bin ich kaputt...


Obwohl ich mir ein einfaches Leben aufgebaut habe hier in HH steckt all dieser Schmerz so tief in mir drin, das ich ihn nicht mehr rausbekomme von alleine. Man stelle sich das so vor, es ist wie eine "einmal" beschreibbare DVD. Einmal die Informationen drauf und das wars. Man kann um die Info zu verändern, nur die DVD kaputtbiegen/brechen.

Falls evtl. jetzt die Frage aufkommt, ob ich meine Mutter diesbzgl. nicht ansprach?... Doch ich habe es getan. Jahrelang versuchte ich es, aber sie ist einfach nur Stur und verurteilt mich. Sozusagen, kann sie die Wahrheit nicht akzeptieren. Will nur ihre eigenen Schuldgefühle "reinwaschen". An mich denkt ja niemand. Sehr gute Freunde denen ich mich so privat öffnen kann, habe ich auch nicht. Freunde hab ich so ist es nicht. Aber keiner von denen ist so, das ich sagen würde "Wie ein Blutsbruder" mässig. Und wie im ersten Thread angegeben, nen psychologen aufsuchen würde ich ungern. Habe schlechte Erfahungen damit gemacht. Es ist wie mein Vorredner/Vorrednerin angegeben hat ein Glücksspiel, nen passenden "guten" psychologen zu finden.

Danke das ihr diese viell. schwerverdaulichen Zeilen lest

shadoow_1978
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Peggy-Sue,

das, was du shadoow geschrieben hast, ist sehr, sehr schoen. Gut, dass du deinen Beitrag oeffentlich gemacht hast und nicht als pn. Koennte mir vorstellen, dass er auch anderen hilft.

Danke 🙂
 
Lieber Shadoow,

wenn du deine "emotionale Gefangenschaft" mit einer einmal beschreibbaren DVD vergleichst, die nur durch "zerstoeren" zu befreien ist, dann mach das doch.

Zerstoere diese DVD. Beschreibe eine neue. Wer hindert dich daran?

Wer KANN dich wirklich hindern?

VERSUCHEN kann es jeder, aber wem gestehst du es zu?
 
Liebe Cenerentola,

danke noch vielmals für die Antworten. Ich würde gerne die alte DVD zerbrechen und eine neue
schreiben. Wie heisst es doch so schön: Das Leben ist wie eine Leinwand, man kann entweder
tagtäglich von neuem beginnen oder am alten Bild weiterpinseln. Ich leider pinsle immerwieder am
alten Bild weiter. Ich möchte aber von neuem beginnen, habe aber diese innere Unruhe, Hemmungen
diese Angst in mir. Die Angst eine Neuerung in meinem Leben herbeizuführen.

Es kommt dann immer das Bild von meiner Familie in meine Gedanken, wie sie alles ablehnen was ich
machen und für mich entscheiden will. Wie alles was ich mache falsch ist usw. Das ich ein totaler
Versager bin und so. Wenn man seit seiner Kindheit jahrelang solch ein Gericht zum essen vorgesetzt
bekommt, wird man den Geschmack nicht mehr los.

Es ist sowie ich sage, für mich nicht einfach. Seit meiner Kindheit habe ich nie mitspracherecht gehabt
zuhause. Wurde immer angehalten ruhig zu sein. Alle Familienmitglieder wussten alles besser. Ich war
natürlich still. Akzeptierte dann halt die autoritäre Haltung meiner Grosseltern. Ich hatte ja keine andere
Wahl damals, war ja ein Kind. Nachts habe ich alles andere getan als zu schlafen. Mein Kissen vollgeweint
und solcherlei Dinge...

Danke fürs Lesen dieser Zeilen

shadoow_1978 Aber bitte nennt mich wenn ihr wollt gerne bei meinem richtigen vollen Namen: Oktay
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oktay,
Das berührt mich so sehr, mir schießen die Tränen in die Augen.
Ich würde dich am liebsten in meine Arme nehmen und trösten, hinweg über das Leid, das du als Kind erlebt hast.
Du bist so traumatisiert von dem all dem, was du als Kind erlebt hast. Ich bitte dich, such dir einen Traumatherapeuten.
Da gibt es eine Hypnose Klinik in Dahn, vielleicht wäre das ja was für dich. Die Klinik ist Krankenkassen zugelassen.

Ich möchte jetzt nicht viel über meine Probleme schreiben, aber ich habe fast 6 jahre gebraucht das alles hauptsächlich mit mir selbst zu bearbeiten.
Meine Werkzeuge waren die Psychologie, Gottvertrauen, der Buddhismus, Atemübungen, eigene Suggestionen, Visualisierung, die Natur, Musik, Sport, mein Hund, Empathie, Vergebung für mich und Andere.
Ich hatte halt ein Bild von mir da wollte ich hin.

Du schreibst, du hast Unruhe, Hemmungen und diese Angst. Angst vor Neuerungen herbeizuführen.
Ja,es gibt meinerseits drei Möglichkeiten damit umzugehen,
die Angst benutzen als Wegweiser, da muß ich dran arbeiten,
sich an die Situationen trauen, aber nur wenn man stabil ist.
oder die Angst als Wegweiser nehmen, die bestimmten Bereiche erst mal in Ruhe zu lassen, weil du eventuell nicht weißt, mit gewissen Gefühlen umzugehen, die sich dann öffnen.

Aber so kommst du nicht weiter, du wolltest doch etwas freier werden.

Mit Menschen hier aus dem Forum zu schreiben, kann eine Zeitspanne überbrücken, aber richtig helfen wird wohl nur das Leben selbst.
Die Flashbacks die du zwischendurch hast, deuten deutlich auf eine Traumatisierung hin, und du brauchst dabei Psychologische Unterstützung, wirklich.
Die Krankenkasse erlaubt auch das man 2-3 Kennenlerngespräche mit Therapeuten hat.
Und dann läßt du dein Bauchgefühl entscheiden, zu welchem Therapeuten du dich hingezogen fühlst.

Dort kannst du lernen wie du mit deinen Erinnerungen und Gefühlen und Gedanken umgehen kannst. Natürlich wird das Zeit brauchen, Schritt für Schritt, es wird Höhen und Tiefen geben, aber du hast Therapeutische Begleitung, die dich auffangen kann, wenns dir schlecht geht.

Ich habe auch noch einen Therapeuten zu dem ich alle 3-4 Wochen gehe, da spreche ich hauptsächlich über alltägliche Probleme, über meine Kinder.

Vor einen halben Jahr hatte ich mich in einem anderen Forum mit einer Thematik beschäftigt die mich sehr zurück schmiß, ich glaubte ich würde drüber stehen und könne mitreden.
Das hat mich echt in ein Flashback gezogen, ich habe fast 4 Monate gebraucht um aus den Erinnerungen rauszukommen (die einfach so in meinem Alltag zwischen meine Gedanken wieder auftauchten). Auslöser waren manchmal Gerüche, Geräusche oder eingerichtete Räume.
Das ist schon interessant, im nachhinein darüber zu betrachten.
Normalerweise kann ich das sogar, mit diesem Weitblick direkt in den Situationen, aber davon wurde ich einfach überrascht.
Jetzt nach 6 Monaten kann ich sogar schon innerlich drüber lächeln, doch zu dem Zeitpunkt war mir nur zum Heulen.
Hätte ich den Therapeuten nicht gehabt, wär ich vielleicht nicht so schnell aus dem Flashback wieder rausgekommen.

Oktay, wie fühlst du zu meinem Vorchlag, du bist 11 jahre Jünger als ich, du hast noch so viele schöne Jahre vor dir, und jetzt ist ein guter Zeitpunkt dich mit professioneller Hilfe freizuschwimmen.
Was meinst du?

Ganz liebe Grüße
Pecky
 
Liebe pecky-sue,

eines vorweg: um deine Frage zu beantworten. Ja ich möchte mit professioneller Hilfe aus diesem ganzen "freischwimmen". Danke dafür, das du diese schweren Zeilen durchgelesen hast. Aber ich kann nicht froh darüber sein, das du Tränen vergossen hast. Ich würde echt bei dir sein und diese Tränen einfach abwischen und dich auch umarmen(Bitte nicht falsch verstehen). Möchte halt einfach nur, das niemand wegen mir traurig sein muss. Wir alle haben doch schon zu genüge gelitten unser Leben lang.
Dennoch danke ich sehr für diese Anteilnahme deinerseits. Das ist ein positiver Gedanke, das jemand mit mir "mit"fühlt. Andersrum ist es ebenso. Ich fühle auch mit dir und deinen Erlebnissen... Danke vielmals

Es gibt wie du es eben erwähntest bei mir auch Flashbacks situationsbedingt. Gerüche, Geräusche, Menschen usw. lösen sie aus. Manchmal aber kommen sie einfach so. Ich kann sie nicht unterdrücken. Ein Aspekt aber ist mein lebenlang immer gleich geblieben. Bin ein nachdenklich einsam melancholischer Mensch. Je älter ich werde umso stärker werden diese Flashbacks und die Gefühle. Ich weine oft nächtelang. Schlafe unruhig und bin morgens bzw. vormittags(Meiner Arbeitsschicht entsprechend) müde. Stelle von vornherein negative Prognosen auf...

Du musst dir das so vorstellen: Seit meiner Kindheit war die Depression, Trauer, Angst, Hoffnungslosigkeit, vorallem Einsamkeit ein ständiger immerwährender Begleiter. Als ich aber nach Hamburg zog, war ich zwar frei, aber diese ebengenannten Dinge sind nie weggeblieben. Haben sich "nur" im Hintergrund gehalten. Waren nicht dauerhaft Aktiv. Aber wenn diese sog. Flashbacks einsetzten, dann wurden sie nach und nach immer intensiver. Ich lebe sehr zurückgezogen mittlerweile. Ein wenig abgekapselt. Gehe zwar arbeiten, habe meine Mutter und ihre Familie in der Nähe. Bekannte/Freunde usw. gibt es auch. Letztendlich aber bin ich ein einsamer und in mich verschlossener Mensch geworden. Manchmal sitze ich einfach vorm Fenster und starre nach draussen vor mich hin.
So als wenn ich irgendwo an einem einsamen Strand bzw. an einer Bergspitze den Sonnenuntergang betrachten und fernab die Gedanken frei schweifen lassen will...

Mit meiner Mutter habe ich in den letzten Jahren versucht oft darüber zu reden, weil ich
dachte sie versteht mich endlich. Aber ich könnte ja auch glatt mit ner Gefängnismauer sprechen. Sie hört mir nicht so zu wie es hätte sein sollen. Versucht immer mit solchen Gegenargumenten zu diskutieren, die letztendes nur ihre Schuldgefühle und die ihrer Eltern decken soll. Sie will sich und ihren eigenen Eltern keine Fehler zugestehen. Aber wie ich mich fühle interessiert in der Familie keinen

Keiner von denen die Schuld haben, hat sich in all den Jahren je bei mir entschuldigt. Ich hätte als ersten Schritt erwartet das sich einer hinstellt und einfach "Schuldgeständnisse" sich und der Familie gegenüber macht. Mein Opa zum Beispiel hatte vor gut 12 Jahren mal behauptet bei all den Dingen die passiert sind sei ich schuld. Auch das ich "existiere" sei meine Schuld. Voilá der sog. "Sündenbock" wurde gefunden. >>> Ich <<<. So ist das nunmal in meiner kulturell anders denkenden Familie. Vorallem meine unverbesserlich stur autoritär denkenden Grosseltern kommen einfach nur mit dem Argument "Wir wollten doch nur...". Aber es bringt mir nichts.

pecky-sue, ich danke dir für die Tips mit den Therapeuten und der genannten Klinik in Dahn. Ich werde und muss mir auf jedenfall schleunigst professionelle Hilfe holen, bevor das "unausweichliche" passiert. Nämlich "suizid".
Darf ich ehrlich sein?! In den ganzen 36 Jahren habe ich oft daran gedacht. Vorallem daran, das Gott bzw. in meinem Falle "Allah" mir einfach das leben nehmen und alles beenden soll. Ich weiss es ist traurig. Aber es ist nunmal eine unwiederlegbare Tatsache...

Danke das du bzw. ihr euch diese Zeilen durchlest. Ich möchte das niemand tränen vergiessen
soll wegen mir. Es reicht das ich seit meiner Kindheit die 7 Weltmeere vollgeweint habe... 🙁

Ganz liebe Grüsse
Oktay

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
- Albert Einstein -
 
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