ich war gestern bei ihm und da ist mir nochmal einiges klarer geworden. einer von euch schrieb hier, dass ich wohl selber nicht sagen könne, wie mein freund nun wirklich ist. eigentlich hätte ich erst antworten wollen, dass ich denke, dass er eigentlich lieb ist, jedoch ab und an eben ausraster hat. dass ich aber eigentlich wirklich keine ahnung habe was und wie er nun ist, durfte ich dann gestern spüren. wir waren bei ihm zuhause und hatten uns eigentlich die ganze zeit richtig gut verstanden und dann auf einmal fing er wieder an von wegen ich würde doch mit anderen typen rummachen und keine ahnung was (wir haben fernsehen geguckt und da habe ich auf so einen typen geguckt, aber eher beiläufig), wieder aus völlig heiterem himmel. dann hat er mir gesagt, dass ich verschwinden soll. ich fragte nochmal, ob das denn sein ernst ist und er meinte einfach nur: "verschwinde!" und das obwohl ich bereits ein wenig getrunken hatte und eigentlich nicht mehr wirklich in der lage war völlig unbeeinträchtigt auto zu fahren. ich bin also gegangen, los gefahren und schon kamen prompt sms von wegen ich würde mich total S**** benehmen und was denn das jetzt soll und dass er froh ist mich endlich los zu sein etc. anstatt sich zu entschuldigen, hat er alles auf mich geschoben, mich beleidigt und mir gesagt, dass ich doch krank sei. zuhause angekommen habe ich versucht zu schlafen, doch die sache hat mich einfach nicht los gelassen, ich war so verletzt und kam mir so wertlos vor. was ich anschließend getan habe war dann sehr dumm: ich bin wieder zu ihm gefahren, habe ihn wach geklingelt und gefragt, was das denn soll, dass er ständig versucht mich fertig zu machen und ob es ihm denn wirklich so viel spaß macht mich immer derart nieder zu machen. er kam dann auf mich zu, meinte ich wäre doch verrückt, dass ich jetzt hier auch noch so ein theater mache (vllt hat er damit ja wirklich recht?!) und dass ich jetzt richtig schläge von ihm bekomme. dann ist er zielstrebig und wütend auf mich zu, hat schon die hand gehoben und ich bin dabei vor schreck und angst irgendwie ruckartig zurück und auf den boden gefallen. und dann war er auf einmal wieder wie ausgewechselt: er hat mich vom boden aufgehoben, mich ins zimmer getragen und meinte dann irgendwie mit total zittriger stimme zu mir (vielleicht hat er geweint?! hat sich leicht danach angehört): "denkst du wirklich ich könnte dir ernsthaft was antun?" und ich hab dann einfach nur die ganze zeit geweint, weil ich gar nicht mehr weiter wusste, ich wusste auch gar nicht, was ich darauf antworten sollte. ich hätte ja nicht sagen können: "ja, denke ich manchmal schon, schließlich bist du schon so oft vor dingen nicht zurück gescheut." und nachdem ich mich dann irgendwie etwas beruhigt hatte, fing er dann wieder an die ganze zeit höhnische bemerkungen zu machen, mich verrückt zu nennen, auszulachen, mich zu beleidigen. dann sind wir irgendwann schlafen gegangen, er hat mich ignoriert, ich habe leise geschluchzt und dann kam er dann doch zu mir und wollte auf einmal sex.
das ganze ist so belastend, ich weiß wirklich nicht wie er richtig ist, wie sein wahres gesicht aussieht. von einer sekunde auf die nächste ist es als würde bei ihm ein schalter umgelegt werden und er ist auf einmal ganz anders. ich brauche aber zuverlässigkeit in meinem leben, ein gefühl von sicherheit. manchmal glaube ich, dass ich so abhängig von ihm bin, weil er mich so behandelt wie meine mutter mich in meiner kindheit: ablehnen, dann wieder total fürsorglich sein, die schuld immer bei mir suchen, sagen ich sei ein entartetes kind, was krank ist und mich fragen, womit man das doch verdient, mich ohne wirklichen grund ohrfeigen und dann noch aggressiv werden, weil ich deswegen weine, am nächsten tag aber so tun, als sei niemals etwas geschehen und dann wieder der liebste mensch von welt sein, um mich dann aber bei der nächsten gelegenheit bloß zu stellen und mir dann als entschuldigung teure sachen zu kaufen. auch sie hat mir immer angedroht mich rauszuschmeißen und sitzen zu lassen, wenn ich nicht nach ihren regeln spiele und stets ihre entscheidungen befürworte. beide sind sich enorm ähnlich. ich frage mich nur, weshalb ich mir offenbar tatsächlich einbilde, dass ich das brauche?! ich habe auch schon einmal versucht eine therapie zu machen, weil ich schon immer zu selbstzerstörerischen verhalten neigte (SVV, mehrere selbstmordversuche, anorexie ...), aber die meinte dann zu mir, dass ich dafür mindestens 2 - 3 mal die woche kommen und das aus eigener tasche bezahlen müsste. da ich aber finanziell von meinen eltern abhängig bin und die der meinung sind, dass es mir doch an nichts fehlen kann, werde ich das geld dafür also nicht aufbringen können. ich bin in dem thema zwar nicht allzu versiert, aber ich würde auch mal behaupten, dass der staat mich, angesichts des geldes das meine eltern zur verfügung haben, sicherlich NICHT finanziell unterstützen wird. ich weiß irgendwo auch selber gar nicht wo mein problem ist und warum ich so ein geringes selbstwertgefühl habe und das leiden brauche. ich habe objektiv betrachtet alles: ich sehe richtig gut aus (zumindest sagen das ständig alle), bin dünn (nicht nach meinem bewertungsmaßstab, aber objektiv betrachtet), habe geld, bekomme alles was ich will, fahre ein super auto (keiner meiner freunde fährt etwas vergleichbares), habe einen einserdurchschnitt und werde wegen meiner kompetenzen in der uni respektiert ... und dennoch bin ich nicht glücklich. beinahe jeder beneidet mich und ich kann das nicht mal nachvollziehen,weil ich immer denke die sind doch alle glücklicher als ich. und ich brauche es zu leiden, obwohl ich so viel hab, obwohl es doch eigentlich gar keinen grund dafür gibt. ich begreif einfach nicht, was da schief gegangen ist. mein freund passt ja auch eigentlich nicht mal zu mir. er hat einen wesentlich geringeren bildungsstand, kommt aus einer sehr einfachen familie, besitzt einen geringeren sozialstatus, drückt sich in "gossensprache" aus und ist eher proletenhaft. und dann fahre ich so auf ihn ab?! ich versteh die welt einfach nicht mehr ...
werde versuchen mich an irgendeine einrichtung zu wenden, obwohl ich eigentlich ein befürworter des "unter den teppich kehrens" bin, weil ich eigentlich gar keine zeit habe, um all die sachen aufzuarbeiten und mich mit meinem seelenleben zeitintensiv auseinander zu setzen. dann kommen die dinge doch nur hoch, von denen man eigentlich gehofft hatte, dass sie erfolgreich verdrängt wurden und sie dann nochmal erleben zu müssen, tut umso mehr weh ...