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Mein Bruder hat eine Persönlichkeitsstörung und flippt momentan oft aus

Bei Borderline gibt es leider kein Allgemeinrezept.
Es gibt sowohl umgänglich Exemplare als auch eben die totalen Katastrophenfälle. Momentan scheint er in den typischen Muster gefangen zu sein, wo er nicht akzeptieren will dass er "verlassen wird" (in dem Fall von Therapeut und Betreuer).

Im Grunde genommen kann man sogar hoffen dass der Zustand sich so weit verschlimmert, dass er zwangseingewiesen wird. Kenne einige Borderliner, die erst ab da wieder zu Besinnung kamen.

Klasse, gell? Sperrt sie ein, die BLer , damit ist das Prob erstmal gelöst. Ohne zu wissen, ob das überhaupt die Ursache ist!
Ich könnte kotzen, wenn ich das alles immer und immer wieder lesen muss. :mad:
 
Klasse, gell? Sperrt sie ein, die BLer , damit ist das Prob erstmal gelöst. Ohne zu wissen, ob das überhaupt die Ursache ist!
Ich könnte kotzen, wenn ich das alles immer und immer wieder lesen muss. :mad:

Ob es dir passt oder nicht. Eine Einweisung ist Schutz für den Patienten. Oder würdest du guten Gewissens einen Suizidgefährdeten, der sonstige Therapiemöglichkeiten weigert und sich Freunden und Bekannten verschließt allein in der Bude lassen?
 
Zumindest ist ein Hoffen darauf, dass es dem Bruder noch so viel schlechter geht, dass er suizidal wird und eingewiesen werden kann, ziemlich eklig und zynisch.

Das Leben mit psychisch kranken Familienangehörigen ist in akuten Phasen ganz schön heftig und belastend und Borderline ist eine für alle Seiten schmerzhafte und schwer zu ertragende Persönlichkeitsstörung, wenn sie sich akut Bahn bricht.
Wir "Angeknacksten" sind und bleiben aber Menschen, wir sind nicht die moderne Version der Pest!
(Hier chronische Depression und PTBS)
 
Zumindest ist ein Hoffen darauf, dass es dem Bruder noch so viel schlechter geht, dass er suizidal wird und eingewiesen werden kann, ziemlich eklig und zynisch.

Das Leben mit psychisch kranken Familienangehörigen ist in akuten Phasen ganz schön heftig und belastend und Borderline ist eine für alle Seiten schmerzhafte und schwer zu ertragende Persönlichkeitsstörung, wenn sie sich akut Bahn bricht.
Wir "Angeknacksten" sind und bleiben aber Menschen, wir sind nicht die moderne Version der Pest!
(Hier chronische Depression und PTBS)

Eklig und zynisch ist, wenn man verkrampft den Status Quo einhalten will, nur damit keiner der Beteiligten was unangenehmes erfährt.

Denn irgendwann kommt das Böse Erwachen und der Bruder hängt mit dem Strick am Hals weil er nicht rechtzeitig zu den richtigen Leuten kam.
 
Aber dann kann man ja den Freunden und Angehörigen Tipps geben, wie sie mit ihrem erkrankten Mitmenschen zusammen eine Therapiebereitschaft erarbeiten können und dann kann die auch gerne stationär sein. Ohne "Geschlossene" davor.
 
Aber dann kann man ja den Freunden und Angehörigen Tipps geben, wie sie mit ihrem erkrankten Mitmenschen zusammen eine Therapiebereitschaft erarbeiten können und dann kann die auch gerne stationär sein. Ohne "Geschlossene" davor.

Freunde und Angehörige sind aber keine Therapeuten.
 
Aber dann kann man ja den Freunden und Angehörigen Tipps geben, wie sie mit ihrem erkrankten Mitmenschen zusammen eine Therapiebereitschaft erarbeiten können und dann kann die auch gerne stationär sein. Ohne "Geschlossene" davor.

Geschlossene sehe ich hier auch nicht. Borderliner sind noch (seit ein paar Jahren findet ein Rückgang der Versorgung statt) sehr gut versorgt. Irgendwann in den 80gern gab es da eine Kontroverse und daraufhin sind Borderlinestationen überall aufgemacht worden und die Forschung hat sich unheimlich weiterentwickelt. Von daher weiterhin mein Rat, die Kliniken in der Umgebung abklappern und eine Borderlinestation suchen, die Krisenintervention anbietet.

Aber es wird hier kein gemeinsames Erarbeiten der Therapiebereitschaft, als Angehörige geben. Das kann man bei einer Ptbs sicherlich und beim Bl außerhalb einer akuten Krise auch. Aber nicht in so einer akuten Phase.
 
Hallo, vielen lieben Dank für eure Antworten.
Es ist für mich sehr interessant, so viele verschiedene Meinungen zu lesen.

Eins solltet ihr wissen, es ist eigentlich nicht meine Absicht meinen Bruder in eine Klinik zu bringen. Im Gegenteil. Ich würde ihm gerne helfen, aber er tut sich sehr schwer und das macht mir Sorgen.
Er bekommt so viel Hilfe angeboten. Dann kommt aber dies geht nicht, weil.. Jedes neue, jedes Angebot wird problematisch geredet. Zum Beispiel, dieser neue Therapeut ist zu weit entfernt, die neue Situation, der neue Ort macht mir Angst. Ich habe große Probleme in meinem Job, will aber nicht kündigen, weil was ist wenn ich keinen neuen Job mehr bekomme...
Ich rede ihm dann gut zu, versuche seine Probleme in gute Gedanken aufzulösen, sage ich würde ihn auch das erste Mal begleiten doch nichts hilft um seine Gedanken zu zerstreuen.
Und so nimmt ihn das Ganze immer mehr gefangen und wirft ihn zurück.
Es ist an sich ja auch seine Sache, seine Entscheidung. Ich rede ihm da auch nicht rein sondern versuche nur zu begleiten, Vor-, Nachteile mit ihm durch zu gehen damit es ihm vielleicht leichter fällt. Ich habe ihm sogar angeboten das erste Mal mit zum neuen Therapeuten zu gehen.. Aber nichts ist so richtig gut genug. Statt dessen wird gemotzt, beschimpft und gewütet, weil er sich nicht entscheiden kann.
Diese Phasen können dann schon mal eine Weile anhalten und wenn der "Sturm" vorüber ist, bin ich total geschafft und angeschlagen. Bei ihm habe ich das Gefühl, er merkt trotz schon längerer Behandlung immer noch nicht, daß er mir mit seinen Worten weh getan hat bzw. sieht es nicht als allzu schlimm an. Meistens kommt er dann an und verliert kein Wort mehr über die Sache.
 
Hallo grisou,

danke für deine tollen Erklärungen.

Ich weiß du hast recht mit vielen was Du sagst. Ich versuche mich an so viel zu halten was mir geraten wurde. Wie ruhig bleiben, den Sturm aushalten, ignorieren etc.
Aber leider fällt mir das manchmal nicht so leicht, vor allem wenn der Sturm fast immer gegen mich gerichtet ist.

Teilweise ist es so, ich kann nichts machen soll aber unbedingt. Das Ergebnis ist nicht zielführend aufgrund von Umständen die nicht in meinen Hände liegen, diese werden trotz Erklärung aber nicht verstanden oder ignoriert. Eben auch in Sachen Betreuung. Manchmal gibt es Sachen zu klären, wenn der Betreuer im Urlaub ist. Das soll ich dann machen, was aber nicht geht, weil ich eben nicht der Betreuer bin und auch nicht sein will. Wird aber so gut wie nie verstanden und kommt oft vor.

Dann eben auch, es gibt ein Ereignis an dem ich unabsichtlich beteiligt war oder so. Die Wut kommt bei mir an, nicht bei der anderen Person. Ich werde dann Dinge beschuldigt, für die ich nichts kann. Fragt man dann die zweite anwesende Person war das Ereignis ganz anders als mein Bruder schildert.

Und das ist vor allem Problem, weshalb ich an Euch schreibe und Rat suche. Manchmal schaffe ich es damit umzugehen, manchmal nicht...

Aber irgendwie kann ich meinem Bruder auch nicht vermitteln wie sehr mich das verletzt und auch er einen anderen Weg finden sollte mit seiner Wut um zu gehen.
 

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