Hallo Jungs und Mädels,
Ich weiß gerade echt nicht wohin und denke es wird mir ganz gut tun, mir mal eben ein paar Dinge von der Seele zu schreiben.
Bevor ich vor ca. einem Monat mein Studium begonnen habe, war ich ganz heiß darauf, mein Leben endlich einmal einer großen Veränderung zu unterziehen. Ich habe mein Auto verkauft, den Großteil meines Zimmerinhalts entsorgt und zusammen mit einer Freundin und zwei Freunden eine riesige und wunderschöne Altbauwohnung in der neuen Stadt ergattern können.
"Jetzt wird alles anders!" habe ich mich vor dem Umzug gefreut und die ersten Wochen über war ich dann auch tatsächlich total begeistert von meinem Lebenswandel. Natürlich hatte ich hin und wieder kleine Zweifel, die sind dann aber schnell wieder verflogen und ich habe sie als gewöhnliches Heimweh abgetan und das würde mit der Zeit schon vorbeigehen.
Jetzt bin ich dieses Wochenende das erste Mal wieder in meinen alten Wohnort zu meiner Mutter gefahren. Es hat sich angefühlt, als würde ich aus dem Urlaub zurückkommen. Alles sah so vertraut aus, ich wusste sofort: Hier bin ich zu Hause. Dann öffnete ich die Tür zu meinem alten Zimmer und sah in einen leeren Raum. Und auf einen Schlag ist mir die ganze Tragweite meiner Entscheidung bewusst geworden:
Ich habe ein Kapitel in meinem Leben beendet. Ich werde nie wieder so viel Zeit mit meiner Mutter, meiner Schwester, die auch ausgezogen ist, und meinem geistig behinderten Bruder verbringen wie früher. Gleichzeitig fühle ich mich total egoistisch, weil ich glaube, diese gemeinsame Zeit nie wirklich genutzt zu haben, weil ich ständig nur mit mir selbst beschäftigt war. Und ich hätte gar nicht ausziehen müssen, ich habe in einem Vorort einer Großstadt gewohnt und hätte genauso gut dort studieren können, oder das Auto behalten und zu meiner jetzigen Uni pendeln. Aber aus irgendeinem Grund wollte ich endlich weg von zu Hause.
Gestern an Allerheiligen war ich mit meiner Mutter und meinem Bruder am Grab meines vor fünf Jahren verstorbenen Vaters, das erste Mal seit... ? Ich weiß es nicht mehr.
Irgendwie habe ich mich bis jetzt immer darauf verlassen, dass sich schon alles irgendwie fügen und zum Guten wenden wird. Aber mir ist klargeworden, dass mir im Leben nichts geschenkt wird und dass schon mehr dazugehört, ein guter Sohn und Bruder zu sein, als nur gute Absichten. Meine Mutter bleibt mir nicht ewig erhalten und wenn sie irgendwann auch nicht mehr ist, dann muss ich für meinen
Bruder da sein und dafür sorgen, dass er nicht den Rest seines Lebens in grauer Routine verbringt. Und ich Idiot habe tatsächlich mal von Auswanderung geträumt, was bedeuten würde, meine Schwester mit dieser Bürde im Stich zu lassen.
Den Tag vor meiner Rückfahrt "nach Hause" ging's mir total beschissen. Ich hätte so gerne mit meiner Mutter über alles geredet, aber ich will ihr nicht noch mehr Sorgen bereiten, als sie sowieso schon hat.
Seitdem stelle ich alles in Frage und bin im Studium überhaupt nicht mehr bei der Sache. Ich denke dauernd darüber nach, ob ich es nicht einfach abbrechen und wieder zurückziehen soll, um im Sommer- oder Wintersemester etwas Neues anzufangen.
Achja, ich studiere BWL.
Ich weiß gerade echt nicht wohin und denke es wird mir ganz gut tun, mir mal eben ein paar Dinge von der Seele zu schreiben.
Bevor ich vor ca. einem Monat mein Studium begonnen habe, war ich ganz heiß darauf, mein Leben endlich einmal einer großen Veränderung zu unterziehen. Ich habe mein Auto verkauft, den Großteil meines Zimmerinhalts entsorgt und zusammen mit einer Freundin und zwei Freunden eine riesige und wunderschöne Altbauwohnung in der neuen Stadt ergattern können.
"Jetzt wird alles anders!" habe ich mich vor dem Umzug gefreut und die ersten Wochen über war ich dann auch tatsächlich total begeistert von meinem Lebenswandel. Natürlich hatte ich hin und wieder kleine Zweifel, die sind dann aber schnell wieder verflogen und ich habe sie als gewöhnliches Heimweh abgetan und das würde mit der Zeit schon vorbeigehen.
Jetzt bin ich dieses Wochenende das erste Mal wieder in meinen alten Wohnort zu meiner Mutter gefahren. Es hat sich angefühlt, als würde ich aus dem Urlaub zurückkommen. Alles sah so vertraut aus, ich wusste sofort: Hier bin ich zu Hause. Dann öffnete ich die Tür zu meinem alten Zimmer und sah in einen leeren Raum. Und auf einen Schlag ist mir die ganze Tragweite meiner Entscheidung bewusst geworden:
Ich habe ein Kapitel in meinem Leben beendet. Ich werde nie wieder so viel Zeit mit meiner Mutter, meiner Schwester, die auch ausgezogen ist, und meinem geistig behinderten Bruder verbringen wie früher. Gleichzeitig fühle ich mich total egoistisch, weil ich glaube, diese gemeinsame Zeit nie wirklich genutzt zu haben, weil ich ständig nur mit mir selbst beschäftigt war. Und ich hätte gar nicht ausziehen müssen, ich habe in einem Vorort einer Großstadt gewohnt und hätte genauso gut dort studieren können, oder das Auto behalten und zu meiner jetzigen Uni pendeln. Aber aus irgendeinem Grund wollte ich endlich weg von zu Hause.
Gestern an Allerheiligen war ich mit meiner Mutter und meinem Bruder am Grab meines vor fünf Jahren verstorbenen Vaters, das erste Mal seit... ? Ich weiß es nicht mehr.
Irgendwie habe ich mich bis jetzt immer darauf verlassen, dass sich schon alles irgendwie fügen und zum Guten wenden wird. Aber mir ist klargeworden, dass mir im Leben nichts geschenkt wird und dass schon mehr dazugehört, ein guter Sohn und Bruder zu sein, als nur gute Absichten. Meine Mutter bleibt mir nicht ewig erhalten und wenn sie irgendwann auch nicht mehr ist, dann muss ich für meinen
Bruder da sein und dafür sorgen, dass er nicht den Rest seines Lebens in grauer Routine verbringt. Und ich Idiot habe tatsächlich mal von Auswanderung geträumt, was bedeuten würde, meine Schwester mit dieser Bürde im Stich zu lassen.
Den Tag vor meiner Rückfahrt "nach Hause" ging's mir total beschissen. Ich hätte so gerne mit meiner Mutter über alles geredet, aber ich will ihr nicht noch mehr Sorgen bereiten, als sie sowieso schon hat.
Seitdem stelle ich alles in Frage und bin im Studium überhaupt nicht mehr bei der Sache. Ich denke dauernd darüber nach, ob ich es nicht einfach abbrechen und wieder zurückziehen soll, um im Sommer- oder Wintersemester etwas Neues anzufangen.
Achja, ich studiere BWL.
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