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Medikamentenphobie - Wer hat es geschafft?

  • Starter*in Starter*in W24
  • Datum Start Datum Start
Ja, mit der sedierenden Wirkung habe ich auch meine Probleme. Bekomme davon gern so starke Panik, dass Beruhigung gar nicht mehr geht. Habe aber in den letzten Jahren etwas gelernt, da zu versuchen, mit weniger Panik ran zu gehen und mir zu sagen, ja, dann legst du dich eben hin, das geht wieder vorbei. Und bei den erst mal homöophatischen Dosen halte ich das erst mal auch relativ gut aus. Ich muss immer erst sehen, was es mit mir macht, bevor ich die volle Dosis nehmen kann. Anders sieht es zum Beispiel bei einem Antibiotikum aus, das muss man gleich voll nehmen und ich habe da eine enorme Angst vor einer Allergie. Panik pur von Anfang bis Ende der Einnahme, ins Bett legen brauchte ich mich nicht mehr. Hab dann den Notdienst gerufen am WE, der verschrieb mir eine Einmaldosis. Damit bin ich dann ins Krankenhaus gefahren, hab mich dort hingesetzt und das Zeug genommen. Mir wurde sehr schlecht, aber sonst ging es und dann hatte ich es geschafft. Ich hoffe, ich brauche nicht gleich wieder eins. 🙁
Tja, man muss schon ziemlich über seinen Schatten springen und ich brauche da auch eine Menge Anlauf. Fang mit kleinen Stückchen Deines Medis an und danach lenke Dich ab. Geh raus oder mache etwas, wo Du Deinen ganzen Kopf brauchst. Im Allgemeinen merkt man so in zwei Stunden, was es mit einem macht.
Was ich auch mache, ich schaue vorher nach, wie hoch die Halbwertzeit von dem Medi ist, so dass ich ausrechnen kann, wann die Wirkung vorbei ist. Hilft mir auch.
Liebe Grüße, kiablue
 
Hallo Ihr,

ich bin kein Fachmann oder so; aber ich las neulich in einem Arztthread, der hier auch irgendwo war, dass Tuesday von irgendwelchen anderen Therapien gegen Angst/Phobien schrieb. Habt Ihr da eigentlich wirklich alles durch??? Das erschloss sich mir jetzt beim Lesen nicht ganz. Irgendwie ist ja nur von Medikamenten ständig die Rede hier.

Darüber hinaus gibt es ja auch nicht nur Gesprächstherapie. Ich denke, wer noch mal genauere Infos haben will, sollte Tuesday anschreiben...

Mein Vater geht ja auch wegen ner Angststörung, die er bzgl. Ärzte hat, jetzt zum Therapeuten. Die machen neben normaler Gesprächstherapie autogenes Training und die Therapeutin hat ihm außerdem gesagt, dass er 3-4x die Woche Fahrrad fahren oder irgendwas anderes an Konditionstraining machen solle, weil das den Stress abbaue.

Mir hat man das mit dem Sport damals auch gesagt. Ich hatte mittelschwere Depressionen, Unruhezustände (bis hin zur Panik), war suizidal gefährdet, habe dazu zunehmend ne Sozialphobie entwickelt usw. Allerdings ist das meiste bei mir durch exogene Faktoren verursacht worden... und dass ich eben nie gelernt habe, Sachen richtig zu verarbeiten und aktiv anzugehen.
Ich war jahrelang sehr passiv-vermeidend.

LG
eure Panthi
 
Hallo ihr Lieben,

danke mal wieder für Eure Antworten!

@ kiablue:

Danke, danke, danke für deinen Bericht. Es hilft mir total viel von dir zu lesen, da ich das Gefühl habe, dass du mich tatsächlich verstehen kannst. Was das betrifft, scheint unsere Problematik ja ziemlich gleich zu sein. Nur dass du schon einen Schritt weiter bist, als ich - wofür ich dich noch einmal beglückwünschen möchte!
Du hast geschrieben, dass die sedierende Wirkung mitunter so große Panik in dir hervorruft, dass sie quasi aufgehoben wird. Da würde ich gern noch einmal nachfragen, wenn es dich nicht zu sehr nervt 🙂 Ich habe immer diese Horrorvision im Kopf, dass wenn ich durch die sedierende Wirkung Panik bekomme, ich nicht dagegen ankommen werde. Wie wenn man versucht, aus dem Wasser aufzutauchen und immer wieder runtergedrückt wird. Würdest du das auch so beschreiben? Oder löst sich die Sedierung quasi tatsächlich "in Luft auf", wenn der Adrenalinspiegel nur hoch genug ist? Ich weiß, dass es bei jedem anders ist, aber ich würde sehr gern deine Erfahungen lesen.. Vielleicht hilft mir das ja irgendwie. Aber natürlich nur, wenn du magst!

@ Panthi:

Ich habe schon jegliche Therapie und auch Entspannungsverfahren und andere unterstützende Übungen ausprobiert. Es hat auch in anderen Bereichen sehr gut funktioniert und ich habe viele meiner Ängste in den Griff bekommen. Da sich meine Medikamentenphobie jedoch auch auf das Essen allgemein ausgeweitet hat, kann ich diese so nicht stehen lassen. Sie nimmt mir ein erhebliches Maß an Lebensqualität, da auch mein Zahnarztbesuch daran gekoppelt ist.. Das einzige, was ich noch nicht versucht habe, sind Hypnosesitzungen.

GLG
 
Nein, die Sedierung hat sich nicht "in Luft aufgelöst". Ich war todmüde, konnte mich aber nicht hinlegen vor Panik und einmal in der Panik richtig drin, bleibe ich da auch sehr lange. Bin also mit geschlossenen Augen durch die Gegend gelaufen. Bis ich gelernt hatte (dauert seine Zeit), mir zu sagen, dann bin ich eben müde, dann lege ich mich hin und es wird auch wieder vergehen. Seitdem macht mir Müdigkeit nicht mehr solche Panik. Dann lasse ich es eben zu, dass es so ist wie es ist, ich kann es sowieso nicht ändern, Zulassen ist da der kürzere Weg. Genauso versuche ich, mit meiner Angst vor Allergien umzugehen (ich konnte eine Zeit lang deshalb nicht mal mehr was essen), ich sage mir jetzt, wenn es denn so sein soll, dann soll es so sein. Es geht besser jetzt so, war aber jahrelange, harte Arbeit. Gibt dennoch immer wieder Medis, wo ich es nicht schaffe. Aber ich bin einen Schritt weiter und ich versuche auch, das nicht als Drama anzusehen. Hilft ungemein.

Lieben Gruß, kiablue
 
Ich.. Ich hab's fast geschafft!!!
5 Jahre mit schlimmsten Phobien...und dann war es so weit. Ich musste zum Kieferchirurgen und 2 Zähne und Knochen entfernen lassen. Eine 2 stündige OP unter örtlicher Betäubung...
Ich erklärte mein Problem und er sagte :
Wissen Sie... Sie kommen jetzt eh nicht drum rum eine Betäubung zu bekommen... Sie können das!...ich sehe eine starke Frau die Kinder bekommen hat.. Die das früher auch konnte... Und jetzt ebenfalls kann! Ich bekomme jetzt eine sehr starke Betäubung und wir legen die ganze Gesichtshälfte lahm und den Rest macht er schon... Und wenn mir schwindlig wird ist das normal... Das sind die nerven und das ist nicht so schlimm da das jeder hat und damit ist das Routine.
Er setzte die spritze an und meinte das ich es gleich geschafft habe und das Gefühl genießen soll weil gleich nichts weh tut und ich die Zeit zum entspannen nutzen solle und das gute daran spüren werde ...
Wärend mein Gesicht taub wurde versuchte ich das gute Gefühl ohne schmerzen richtig zu fühlen !...er kam immer wieder rein und ich konnte in der halben std die op nebenan hören und verfolgte aufmerksam das drüben alles glatt lief und wie der Patient wach wurde und alles okay war!!!... Sie kamen zu dritt rein und meinten das wie dann mal loslegen und schnitten bohrten und zogen die Zähne und entfernten Knochen... Es tat nicht weh!..er meinte er haut mir was nach wenns sein muß kein Problem.. Er macht das schon...
So geschafft... Nur noch nähen!!! Nach insgesamt 4 std war ich fertig und bekam sogar noch medis antibiotikum.. Was ich nach all dem tatsächlich nahm weil ich fast gestorben wäre weil ich keine medis nahm... Nicht wegen den medis vor denen ich so Angst hatte... Ich musste jeden Tag hin und nachbehandelt werden... Mit medis und Lösungen. Es half war gar nicht schlimm!!!
2 Wochen später heftige schmerzen auf der anderen Seite... Ich nahm tatsächlich Schmerzmittel was ich nicht mal nach der op nahm... Es half kaum... Aber ich hatte keinen Schwindel.. Angst... Oder irgendetwas.. Nur magenrumpeln... Und nahm etwas nach...
Morgen gehe ich mir freiwillig 2 Zähne ziehen... Weil ich es kann!!!
Weil wir alle es können!!!...weil tief unter der Angst unser Mut liegt. Weil wir Kämpfer sind! Es ist nur blockiert und nicht weg! Wir können uns auf uns selbst verlassen!!!!.. Und den Mut nehmen und den weg gehen und uns ein kleines bisschen was trauen.. Weil was früher ging können wir jetzt noch viel mehr!!!
Ich möchte euch Mut machen und zeigen das es kein ewiger Kreislauf ist... Wir können da raus!!!... Und ich werde jeden einzelnen dabei helfen der es möchte!!!.. Damit ihr das Gefühl von Freiheit wieder fühlen könnt und genauso erleichtert und glücklich sein könnt wie ich!!!... Ihr seit nicht allein!!!... Es gibt Menschen die uns helfen...und ich werde nie vergessen wie es war als es mir so wie euch ging und werde deshalb versuchen euch zu zeigen wie ihr da raus kommt!
Euch allen alles gute!.... Und nur Mut!... Ein kleiner schritt wird immer einen neuen weg nach sich ziehen!!!
 
Auch wenn die die Zahnarztphobie außen vor gelassen hast: Bei mir hat Akupunktur super geholfen , wäre vielleicht ein Versuch? Es gibt einige Zahnärzte, die auch Akupunktur anbieten.

Ich selbst habe eine Emetophobie und kann daher keine Tabletten schlucken, aus Angst, würgen zu müssen (mir ist es auch tatsächlich mal passiert, dass ich eine nicht runterkriegte). Auch Antidepressiva konnte ich nicht nehmen, weil ich zu sehr Angst vor den Nebenwirkungen (Übelkeit etc...) hatte. Mit den Tabletten habe ich es gut hingekriegt, weil es irgendwie möglich war, immer auf Tropfen umzusteigen... aber ich werde hier mal mitlesen, welche Tips es da noch so geht.

Achja, früher ging es, kleine Tabletten zu nehmen, indem ich sie in eine Himbeere gesteckt habe. Das ging relativ gut, aber eben auch nur mit keinen. Kapseln sind unmöglich für mich, die mache ich immer auf.
 
Verrückt, diesen Beitrag aus dem Jahr 2013 zu lesen und zu realisieren, dass das alles hier schon seit 11 Jahren so geht.. Ihr habt es wahrscheinlich schon erraten: Ich bin tatsächlich die Thread-Erstellerin und hab mein Problem mit der Medikamentenphobie immer noch nicht im Griff. Auch die Essstörung, die sich daraus entwickelt hatte, ist immer noch da. Mittlerweile gibt es durch versäumte medikamentöse Behandlungen und eine sehr einseitige Ernährung auch Folgeerkrankungen, die Situation spitzt sich immer weiter zu.. Ich sitze gerade hier und kann es wirklich nicht fassen, dass das alles immer noch so ist. In der Zwischenzeit sind eine Menge Erkenntnisse aus der Therapie dazugekommen und ich kenne die Wurzel allen Übels, jedoch hat mir das keine Erlösung gebracht. Warum ich wieder hier schreibe? Keine Ahnung. Irgendwie hatte ich einfach nur das Bedürfnis, das nochmal hier zu lassen. Ich hoffe, dass alle von "damals" es geschafft haben und heute wieder selbstbestimmt und gesund leben können. Und falls hier noch jemand mitliest: Danke fürs Zuhören und eine schöne Nacht!
 
Ich kann Euch alle so gut verstehen.
Ich habe seit ca. 10 Jahren eine Medikamentenphobie entwickelt und bekomme panische Angst bei allem, was neu ist und was ich noch nie genommen habe. Bei Medikamenten, die ich schon mal hatte, ist diese Angst zwar auch in Maßen vorhanden, ich kann sie aber kontrollieren. Bei allem was "neu" ist, raste ich völlig aus, ich kriege Tage vorher Albträume wenn ich weiß, dass ich ein Medikament nehmen muss. Ich konnte mich zwar manchmal dazu überwinden etwas zu nehmen, stehe dabei aber Todesängste aus und durchlebe jegliche möglichen Nebenwirkungen (im Kopf...was sich allerdings dann aufgrund der Panik auch in körperlichen Symptomen bemerkbar macht).
Aktuell muss ich eigentlich heute ein neues Präparat ausprobieren, was mir bei meinem jahrelang bestehenden Kinderwunsch helfen soll und obwohl dieser Wunsch so stark ist, kann ich mich nicht überwinden. Ich werde wohl heute Nachmittag versuchen das Medikament mit einem starken Beruhigungsmittel (Tavor) zu nehmen und die möglichen allergischen Reaktionen schon vorher mit Fenistiltropfen abzudämpfen. Früher hatte ich überhaupt keine Probleme mit Medikamenten, aber inzwischen ist es mir unmöglich z.B ein Antibiotikum einzunehmen. Ich muss dazu sagen, dass ich viele tatsächliche Allergien habe und auch schon nachweislich ein paar Mal auf Medikamente und Lebensmittel reagiert habe, allerdings läuft ja auch jeder andere Mensch Gefahr eine allergische Reaktion zu erleiden, die denken jedoch nicht schon tagelang vorher darüber nach...
 
Hallo liebe Leidensgenossen,
Ich habe auch eine Medikamentenphobie wobei es eigentlich eine Phobie Unbekanntes zu mir zu nehmen ist, denn das betrifft auch Lebensmittel die ich nicht kenne oder die bekannt dafür sind Allergische Reaktionen auszulösen wie Nüsse…
Letztendlich ist es eine Angst vor Kontrollverlust.
Das verrückte ist, ich hatte noch nie eine echte allergische Reaktion, weder auf Lebensmittel, noch auf Medikamente. Ich hatte mal mit Erbrechen und Schwindel zu tun als ich begonnen habe ein Psychopharmaka zu nehmen, auch diverse Panikreaktionen, aber keine Allergische Reaktion… genau davor habe ich Angst. Mit ein paar harmlosen Nebenwirkungen komme ich zurecht, meine Ängste beziehen sich auf lebensbedrohliche Zustände. Ich habe weder eine Ahnung woher das kommt, noch wie man es überwinden kann. Freue mich wenn wer einen guten Tipp hat, denn so langsam wird diese Vermeidung zum gesundheitlich Problem….
 

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