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Medikamente?

Biokatze

Aktives Mitglied
Ich habe schon viel über Antidepressiver (Pflanzliche und synthetische) gelesen und mich informiert, aber kann mich dennoch nicht zu einer Entscheidung durchringen. Meine Therapeutin versucht schon seit mehren Wochen mich zu überreden zu einem Psychologen zu gehen, der mir welche verschreiben soll. Drei "Gründe" habe ich weshalb ich keine Medikamente möchte:

1. Ich verabscheue Medikamente (am schlimmsten sind Schmerzmittel). Seit Jahren habe ich keine mehr genommen. Meine stärksten Medikamente sind Salbeitee und eine Gurgelspülung.
2. Ich habe Angst, die Kontrolle/Wahrnehmung zu verlieren. Mit Schmerzmitteln z.B spüre ich die Schmerzen nicht mehr, obwohl sie da sind und habe deswegen keine Kontrolle. Zu dem Punkt zählt auch eine alte Erfahrung.
3. und wohl mein gewichtigster Grund: meine Eltern. Als ich meinen Eltern gebeichtet habe, dass es mir sehr schlecht geht und dass ich eine Therapie machen möchte, hat das mehr oder weniger zu einer Katastrophe geführt und es hat weit über ein halbes Jahr gedauert, bis es sich wieder halbwegs gebesert hat. Sollte ich Medikamente nehmen würde da meine Familiäre Situation wieder total zerstören und ich weiß nicht ob ich das momentan verkraften kann.

Meine Thrapeutin hat gesagt ich solle zu meinem Hausarzt gehen und mir was pflanzliches verschreiben lassen. Ob ich das dann nehme oder nicht sei meine Sache, aber sie sei dafür. Sie hat mir dazu einen Brief geschrieben, den ich meinem Hausarzt aushändigen soll. Ich habe ihn gelesen und in ihm steht, dass er mir wegen den Medikamenten noch mal ins Gewissen reden soll. Ich wollte die ganze letzte Woche hingehen, aber habe es nicht über mich gebracht. Mir ist klar, dass niemand mir die richtige Lösung sagt, aber vielleicht habt ihr ein paar Gedanken dazu.

Vielen Dank
Biokatze
 

Hallo Biokatze,

schau mal hier: Medikamente?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hey,

Ich kann deine Zweifel gut verstehen.

Ich habe zwei Jahre lang sehr starke Antidepressiva und drei Monate leichte genommen, hinzu kommen diverse Beruhigungs und Schlafmedikation, genommen.
Die Diagnose war zuerst Borderline (war aber falsch), dann PTBS Mut schwerer depressiven Episode und Angststörung.
Ich habe mich lange gegen die Medikation gewehrt, ich wusste nicht, was das in mir auslöst.

Mein Fazit dazu: in einem kurzen Zeitraum (2-5 Jahre) können die Medikamente sehr gut helfen, einen stabil im Alltag halten, stark für eine Therapie machen und einem das Leben retten.

Ich habe mich wie unter einer emotionalen Käseglocke gefühlt, die ALLE Emotionen erträglich gemacht und mir das Überleben möglich gemacht haben.

Die Nebenwirkungen sind hart, aber für das Überleben in Kauf zu nehmen. Bei den Starken hatte ich nächtliche Fressanfälle, Verdauungsprobleme, starkes Schwitzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Probleme beim Sex, zB vaginale Trockenheit und das Ausbleiben vom Orgasmus.

Was du bedenken musst: Die Medikamente brauchen ca. 3 Monate, bis sie zuverlässig wirken.
Absetzen kannst du nicht einfach so...die Absetzung war für mich krass, ich musste aber auch Einen kalten Entzug machen, weil ich das Geld für die Zuzahlung nicht mehr hatte.

Die Beruhigungstabletten haben mir super geholfen, leider haben die Starken ein hohes Abhängigkeitsrisiko und andere Nebenwirkungen.



Mein Fazit: Tabletten helfen einen für einen kurzen Zeitraum, langfristig lösen sie n
 
Hi biokatze

Also ich würde sagen das du es einfach mal probieren könntest. Du könntest auch nebenbei eine Art Tagebuch führen. Dort könntest du dann hinein schreiben was du gerade fühlst wenn das Medikament wirkt. So hättest du für dich Einen Bericht der dir bei deiner angst des kontrollverlustes halt geben kann. Das du siehst "ok ich brauche keine angst zu haben". Das wäre doch eine Option.

LG chronos
 
Danke für deine Antwort chronos89, dass ist für diesen Punkt ene recht gute Idee. Das hauptproblem ist leider der Punkt mit meinen Eltern.
 
Ja das mit deinen Eltern ist schon echt heftig. (Hab mal dein Tagebuch ein bisschen gelesen🙄) Aber bedenk doch mal das es um dich geht. Du kannst doch nicht immer einstecken. Das wird doch sonst zuviel...
 
Merkwürdiger Weise habe ich deine Antwort, Endlich Frei, erst jetzt gelesen. Ich danke dir für deine Ehrlichkeit.

Ich bin zwar noch nicht 100% sicher, aber ich glaube ich werde mich dagegen entscheiden. Ich habe einfach zu viel schiss vor Medikamenten, sowohl vor welche für den Körper als auch für die Psyche.
 

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