G
Gast
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Ich habe das Gefühl, mich selbst in eine aussichtslose Lage manövriert zu haben. Ich war nie ein guter Schüler, allerdings auch kein schlechter. Nie die Schule gewechselt, nie ein Jahr wiederholt, selten geschwänzt oder zu spät gekommen, zeitweise Genialität an den Tag gelegt, nie angestrengt. Abi mit 2.5 bestanden. Dann einfach aufgehört. Andere haben sich im letzten Schuljahr über Berufe informiert, Praktika gemacht etc, ich einfach gar nichts. Größtenteils vor dem Computer gehockt und enzyklopädisches Wissen über den größten Unfug angehäuft (nichts technisches, wäre ja praktisch gewesen). Ich komme nicht aus einer reichen Familie, habe aber nie Ferienjobs oder ähnliches gehabt, schlichtweg weil ich nie Geld für Handys/Mode/Party brauchte, für die meine Schulkameraden teilweise exorbitante Summen ausgaben. Ich Nachhinein nehme ich an, dass ich mich bewusst vor dem Erwachsenwerden oder der echten Welt verschlossen habe. Ich war stolz darauf, nicht dazu zu gehören, die Welt "von außen zu betrachten", ab und zu schnippische Kommentare abzugeben und als Außenseiter zu gelten.
Ich packe meine Probleme (wenn überhaupt) gern rational an. Meine Einschätzung von mir selbst:
Kontra:
-keinerlei Motivation
-keinerlei Selbstständigkeit
-hasse Veränderungen
-Wirke auf andere Menschen oft "seltsam", abweisend, arrogant, albern
Pro:
-überdurchschnittliche verbale Fähigkeiten, kann flüssig Englisch
-Kann recht gut frei sprechen
-Halte mich für durchaus intelligent
Wie gesagt, nach dem Abi habe ich einfach aufgehört. Das selbe gemacht wie immer, nur nicht zur Schule gegangen. Zivildienst musste ich nicht machen. Nach einer Weile wies mich meine Mutter darauf hin, dass die Einschreibefrist für die Uni praktisch fast vorbei ist. Wahrscheinlich in der irrigen Hoffnung, einfach so weiter zu machen wie bisher, schrieb ich mich für Geschichte mit Nebenfach Politik ein, schon in der Schule mein Lieblingsfach.
Das studiere ich jetzt im 3. Semester und die schlechten Zukunftsaussichten dafür dürften ja allgemein bekannt sein.
Am Ende des zweiten Semesters sprach ich mit meinen Eltern über einen Abbruch des Studiums und legte meine Befürchtungen dar. Und bewarb mich auf einen Lehramts-Studiengang für Geschichte und Englisch, für den ich auch angenommen wurde, allerdings stellte sich heraus, dasss meine Durchschnittsnote für Englisch nicht ausreichte und ich zusätzlich den TOEFL test ablegen musste, für den es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät war, weshalb ich es nächstes Jahr noch einmal versuchen muss.
Nun, rational betrachtet eine ungünstige, aber nicht hoffnungslose Situation. Dennoch fühle ich mich in letzter Zeit so deprimiert, wie noch nie. Zum einen habe ich eine ungewohnte Angst vor Menschen entwickelt. Ich fühle mich ständig als "Versager" verachtet und habe in jedem Gespräch Angst, das Thema könnte auf mein Studium oder meine Pläne für die Zukunft fallen.
Ich habe Angst vor einem Scheitern der besagten Pläne. Auch hier zeigt sich wieder ein Verhaltensmuster des Ignorierens: Ich habe ein Gespräch in einer Studienberatungsstelle fast einen Monat aufgeschoben, wegen der irrationalen Angst, eine ablehnende Antwort zu erhalten, nach dem Motto: "Nein, das ist nicht möglich, dumm gelaufen, keine Hoffnung".
Dazu kommen Schuldgefühle gegenüber meiner Mutter, die hart arbeitet, um mir das Studium zu ermöglichen. Mir kam der Verdacht, dass ich eventuell unter Depressionen oder einer ähnlichen Erkrankung leide, aber ich will meine Eltern nicht auch noch mit meinen Problemen belasten, immerhin haben sie selber genug am Hals (Bruder geistig behindert, Großmutter pflegebedürftig, Vater in Frührente wegen Krankheit, nicht zuletzt ich als Vollpfeife vom Dienst).
Auch die derzeitigen ökonomischen Umwälzungen tragen zu meiner Hoffnungslosigkeit bei. Auch wenn viele Leute anscheinend der Meinung sind, es handele sich hierbei um eine der üblichen, vorüber gehenden Krisen, werde ich das Gefühl nicht los, dass es nur noch bergab gehen wird und die westliche Industriegesellschaft in dieser Form nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Ich finde mich noch nichtmal in der heutigen zurecht, meine Prognose für die längerfristige Zukunft ist umso schwärzer.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Gefühl habe, nicht zur Gesellschaft zur gehören und ihren Anforderungen schlichtweg nicht zu entsprechen (nur dass dieses Gefühl jetzt anders als früher negativ besetzt ist).
Ich habe diesen Text in der Hoffnung geschrieben, mir etwas Erleichterung zu verschaffen oder einen logischen Fehler in meinen Vorstellungen zu finden, aber wirklich besser fühle ich mich nicht. Ich will nicht mehr
Ich packe meine Probleme (wenn überhaupt) gern rational an. Meine Einschätzung von mir selbst:
Kontra:
-keinerlei Motivation
-keinerlei Selbstständigkeit
-hasse Veränderungen
-Wirke auf andere Menschen oft "seltsam", abweisend, arrogant, albern
Pro:
-überdurchschnittliche verbale Fähigkeiten, kann flüssig Englisch
-Kann recht gut frei sprechen
-Halte mich für durchaus intelligent
Wie gesagt, nach dem Abi habe ich einfach aufgehört. Das selbe gemacht wie immer, nur nicht zur Schule gegangen. Zivildienst musste ich nicht machen. Nach einer Weile wies mich meine Mutter darauf hin, dass die Einschreibefrist für die Uni praktisch fast vorbei ist. Wahrscheinlich in der irrigen Hoffnung, einfach so weiter zu machen wie bisher, schrieb ich mich für Geschichte mit Nebenfach Politik ein, schon in der Schule mein Lieblingsfach.
Das studiere ich jetzt im 3. Semester und die schlechten Zukunftsaussichten dafür dürften ja allgemein bekannt sein.
Am Ende des zweiten Semesters sprach ich mit meinen Eltern über einen Abbruch des Studiums und legte meine Befürchtungen dar. Und bewarb mich auf einen Lehramts-Studiengang für Geschichte und Englisch, für den ich auch angenommen wurde, allerdings stellte sich heraus, dasss meine Durchschnittsnote für Englisch nicht ausreichte und ich zusätzlich den TOEFL test ablegen musste, für den es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät war, weshalb ich es nächstes Jahr noch einmal versuchen muss.
Nun, rational betrachtet eine ungünstige, aber nicht hoffnungslose Situation. Dennoch fühle ich mich in letzter Zeit so deprimiert, wie noch nie. Zum einen habe ich eine ungewohnte Angst vor Menschen entwickelt. Ich fühle mich ständig als "Versager" verachtet und habe in jedem Gespräch Angst, das Thema könnte auf mein Studium oder meine Pläne für die Zukunft fallen.
Ich habe Angst vor einem Scheitern der besagten Pläne. Auch hier zeigt sich wieder ein Verhaltensmuster des Ignorierens: Ich habe ein Gespräch in einer Studienberatungsstelle fast einen Monat aufgeschoben, wegen der irrationalen Angst, eine ablehnende Antwort zu erhalten, nach dem Motto: "Nein, das ist nicht möglich, dumm gelaufen, keine Hoffnung".
Dazu kommen Schuldgefühle gegenüber meiner Mutter, die hart arbeitet, um mir das Studium zu ermöglichen. Mir kam der Verdacht, dass ich eventuell unter Depressionen oder einer ähnlichen Erkrankung leide, aber ich will meine Eltern nicht auch noch mit meinen Problemen belasten, immerhin haben sie selber genug am Hals (Bruder geistig behindert, Großmutter pflegebedürftig, Vater in Frührente wegen Krankheit, nicht zuletzt ich als Vollpfeife vom Dienst).
Auch die derzeitigen ökonomischen Umwälzungen tragen zu meiner Hoffnungslosigkeit bei. Auch wenn viele Leute anscheinend der Meinung sind, es handele sich hierbei um eine der üblichen, vorüber gehenden Krisen, werde ich das Gefühl nicht los, dass es nur noch bergab gehen wird und die westliche Industriegesellschaft in dieser Form nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Ich finde mich noch nichtmal in der heutigen zurecht, meine Prognose für die längerfristige Zukunft ist umso schwärzer.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Gefühl habe, nicht zur Gesellschaft zur gehören und ihren Anforderungen schlichtweg nicht zu entsprechen (nur dass dieses Gefühl jetzt anders als früher negativ besetzt ist).
Ich habe diesen Text in der Hoffnung geschrieben, mir etwas Erleichterung zu verschaffen oder einen logischen Fehler in meinen Vorstellungen zu finden, aber wirklich besser fühle ich mich nicht. Ich will nicht mehr