Kirschblüte
Sehr aktives Mitglied
Danke für deine Antwort, in der ich viele "hätte...könnte...würde" lese.Oh, es gibt ja auch ordentliche Rückfragen! 😉
Ich sehe hier so einige Fallstricke, welche die Sache für Colin irgendwann verkomplizieren, sich gar sehr nachteilig für ihn entwickeln könnten.
Das Verhältnis zwischen den beiden Teenagern beinhaltet ein Ungleichgewicht. Alleine schon dadurch das er wesentlich mehr Gefühle für sie aufbringt, im Gegensatz von ihr zu ihm ist ein Thema das ihm irgendwann auf die Füße fallen könnte. Und das geht ganz schnell. Durch das gemeinsame Kind, den wieder eingerichteten Kontakt, können seine Gefühle und der erneute Versuch einer Beziehung wieder sehr viel stärker werden.
Wird dies von ihr nicht irgendwann erwidert, könnte Colin schlechte Karten haben, nicht nur für seine persönliche, emotionale Gefühlswelt, sondern insbesondere für den weiteren Kontakt zu seinem Kind.
Er ist 15, er besitzt nicht die Mittel und die Unabhängigkeit wie ein erwachsener Mann, der auch eine solche Distanz von 4,5h Zugfahrt locker bewerkstelligen könnte.
Ist ihr dieser Kontakt irgendwann zuwider, war es das. Das heisst er ist prinzipiell von ihrem goodwill abhängig. Wir reden hier von 15 jährigen. Ein Alter in welchem man sprunghaft, unkonstant und unberechenbar ist, in Bezug auf die eigene Gefühlswelt. Wenn sie sich neu verlieben würde, vielleicht sogar mit jemand anderem eine Beziehung eingeht, braucht er definitiv nicht mehr ankommen.
Wie soll dieser "Umgang" denn auch laufen?
2 Teenager die nicht zusammen sind, verbringen dann aber das ganze WE zusammen, nur damit Colin seinen Kontakt zum Kind ausreichend wahrnehmen kann? Ach komm, das macht sie zweimal und dann hat sie dazu keine Lust mehr falls ihr wenig an ihm liegt, denn DAS wäre die Voraussetzung hierfür um das über einen längeren Zeitraum zu "dulden". Und wo wohnt er in dieser Zeit? Jedesmal im Hotel? Mit 15? Oder soll er dann bei ihrer Mutter auf der Couch liegen? Und die Kosten für die Zugfahrt und das Hotel trägt Colin dann von seinem Taschengeld?
Wir reden hier von einem Neugeborenen, im Anschluss daran von einem Baby. In vielen Fällen bekommen nichtmal gestandene Kindsväter das Kind verantwortungsvoll in die Hand gedrückt. Normalerweise läuft das in den allermeisten Fällen lediglich über "begleitenden" Umgang, denn er hat zu wenig Alltagspraxis. ER mit 15, ist keine Sekunde mit dem Kind alleine.
Und der Vorschlag der hier gemacht wurde, "Ei du kannst ja das Baby übers WE mit nach Hause zu deiner Mutter nehmen", (mit 9h Zugfahrt dann, bei Colin wären das dann 18h an einem WE), ist so realitätsfern das mir die Spucke wegbleibt.
Und dann frage ich mich eben schon, ob man bei allerlei blumigen Ansichten die Praxis völlig beiseite schiebt, oder was meine konkrete und gesunde Skepsis mit meinem persönlichen Frust zu tun haben könnte. "Frust" welchen ich nicht mal habe, sondern einfach sachliche, durchdachte Ratschläge geben möchte. 🙄
Hoffe das ich dir mit meiner Antwort vermitteln konnte, weshalb ich eben nicht alles rosarot sehe.
Wäre Colin mein Sohn, hätte ich nämlich sofort mehrere Schritte im Voraus gedacht und dazu gehören nun mal auch die Dinge die ich aufführte. Und ich empfinde es als richtig, hierüber auch innerhalb meiner Familie im Dialog zu bleiben. Als Colin wäre ich froh wenn ich einen Vater hätte der auch die Kehrseite der Medaille aufzeigt und mich nicht einfach losrennen lässt.
Deine Bedenken sind ja nicht unbegründet, aber doch gespickt mit viel Glaskugellesen und Spekulationen. 'Sachlich durchdachte' Ratschläge als Außenstehender dürften ja sehr individuell sein. Ich könnte jetzt das positive umgekehrte Szenario aufmachen, auch im Hinblick darauf, dass die beiden älter werden, sich weiterentwickeln und reifer werden, ihre Eltern als Unterstützung haben.
Erfahrungsgemäß ist das Leben und wo es hinführt, nicht in Stein gemeißelt.
(Im übrigen habe ich dir keinen Frust unterstellt).
Wie sich das alles entwickelt, wissen wir nicht. Es sind ja auch noch die Eltern Beider involviert, die sicher genau so besorgt sind, wie du, wenn es dein Sohn wäre.
Ob die Kindes-Mutter irgendwann keine Lust mehr hat und es das dann war, wissen wir auch nicht. Wenn @colin der nachgewiesene Vater ist, hat er ein Umgangsrecht. Wie das umzusetzen sein wird, wird sich herausstellen. Die Entfernung ist natürlich eine Hürde.
Ich sehe auch nicht, dass @colin einfach losrennt, sondern gehe davon aus, dass das Wochenendtreffen mit den Eltern abgesprochen ist und derzeit der Wille von beiden ist. Ich sehe auch nicht, dass colin hinfährt, um seine Gefühlswelt zu ordnen, sondern, wie er hier schrieb, um die Kindesmutter mental zu unterstützen und ihr zu zeigen, dass er bereit ist, Verantwortung zu tragen. Für einen 15jährigen, Hut ab!
Ich würde mich freuen, wenn @colin hier weiter berichtet.