Liebes Forum,
ich bin Ende 30 und seit 3,5 Jahren in einer Beziehung. Eigentlich ist es sehr schön, eigentlich ist es eine harmonische Beziehung. Wir reden viel, sind auch im Konflikt ruhig und konstruktiv...
Eigentlich.
Wir leben bis heute nicht zusammen. Er zieht sich, will nichts Konkretes planen, hängt (laut ihm wegen der Nähe zum Arbeitsplatz) furchtbar an seiner winzig kleinen Wohnung, wo kein Platz für 2 Leute wäre (er sagt immer er wolle auf jeden Fall zusammen ziehen, mehr aber nicht. Ich habe überhaupt kein Zeitfenster)
Ich kenne seine gesamte Familie, alle Freunde und engeren Bekannten, fühle mich aber trotzdem "draußen". Ich bin nur "die Freundin" die nie fest da ist. Übernachten tue ich ab und an bei ihm, aber wirklich nur selten.
Ich mache es auch super ungern. Ich fühle mich dann wie auf einer Pyjamaparty.
Es macht mich richtig traurig, keinen richtigen Status in seinem Leben zu haben. Wäre so gerne "mehr". Ich habe es schon so oft angesprochen, und super unkomplizierte Lösungen angeboten, die mir ein besseres Gefühl geben würden, aber es tut sich nichts. Er begründet das immer mit Stress auf der Arbeit, und wenig Zeit. Für mich fühlt es sich an, als hätte das ganze Thema null Bedeutung für ihn. Mein Gefühl sagt mir, er würde die jetzige Situation am liebsten bis ins hohe Alter durchziehen.
Seit einiger Zeit hatte ich ein sehr ungutes Gefühl, so als würde er sich von mir abwenden. Nichts Konkretes, nur so ein Bauchgefühl und kleine Veränderungen im Verhalten. Irgendwann habe ich die Ungewissheit nicht mehr ausgehalten und ihn gefragt, ob er eine offene Beziehung führen will. Für mich sprachen alle Zeichen dafür.
Er bejahte das und meinte, es sei aber nur aus sexuellem Interesse, beziehungsweise es wäre ein sexuelles Bedürfnis (konkret andere Frauen). Emotional wäre er ja mit mir glücklich. Das Bedürfnis sei auch ganz neu, weshalb er noch nichts gesagt hätte, und es sei noch nichts passiert.
In mir ist sofort etwas zerbrochen.
Er meinte dann, er würde mir zuliebe darauf verzichten, weil er weiß, wie wichtig mir Treue ist. Er wolle mich nicht verlieren.
Und hier liegt mein Problem. Ich will das auch nicht, aber ich fühle mich, als wäre etwas irreparabel beschädigt: Vertrauen. Hoffnung auf eine Zukunft. Er weiß genau, seit dem ersten Tag, wie wichtig mir Treue ist. Zum Beispiel will ich jetzt auf gar keinen Fall mehr zusammen ziehen. Das Bedürfnis ist tot in mir. Ich fühle mich damit auch nicht mehr sicher (rausgeworfen für andere Frau)
Ich habe mich intensiv mit ihm ausgesprochen, und ich glaube ihm sogar, dass er ernsthaft da eine Lösung anbieten will und diese auch einhält...aber irgendetwas in mir sagt trotzdem, dass es nur Leid erzeugen wird.
Weil ich mich erniedrigt und gedemütigt fühle. Austauschbar. Wertlos. Plötzlich stehen vergangene Entscheidungen in einem neuen Licht: Ich gebe ihr zum Beispiel keinen Ring als Zeichen meiner Treue, weil ich gar nicht treu sein will, etc.
Er sagt, dieses sexuelle Bedürfnis sei eben normal und natürlich bei Männern, und er wolle mich nicht anlügen. Ich glaube das auch, dass das "normal" ist. Aber ich kann es nicht ändern, ich fühle mich so erniedigt und herabgewürdigt, ich könnte den ganzen Tag nur noch weinen. Wie kann ich einem Versprechen glauben, das einen so fundamentalen Graben zwischen uns überdecken soll?
Was mich am härtesten zweifeln lässt: Ich musste konkret fragen.
Ich bin komplett ratlos. Ich liebe ihn, und ich bin bereit Lösungen zu finden, aber wenn ich nur daran denke dass er auf einer anderen Frau liegt und sie küsst, muss ich würgen...und ich kann nicht glauben, dass man so etwas endlos zurück hält.
Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass ich veräppelt werde. Ich bin die Frau für's Emotionale, für die Zuwendungen. Aber mehr nicht, niemals mehr als das. Das ist meine große Angst.
Kann ich ihm überhaupt klar machen, wie tief diese Verletzung geht? Er scheint gar nicht zu verstehen, wie tief Sex und Emotionen verstrickt sind, als wäre es nur ein mechanischer Akt ohne Bedeutung...
Könnt ihr mir helfen? Ich wäre euch so dankbar!
Lena
ich bin Ende 30 und seit 3,5 Jahren in einer Beziehung. Eigentlich ist es sehr schön, eigentlich ist es eine harmonische Beziehung. Wir reden viel, sind auch im Konflikt ruhig und konstruktiv...
Eigentlich.
Wir leben bis heute nicht zusammen. Er zieht sich, will nichts Konkretes planen, hängt (laut ihm wegen der Nähe zum Arbeitsplatz) furchtbar an seiner winzig kleinen Wohnung, wo kein Platz für 2 Leute wäre (er sagt immer er wolle auf jeden Fall zusammen ziehen, mehr aber nicht. Ich habe überhaupt kein Zeitfenster)
Ich kenne seine gesamte Familie, alle Freunde und engeren Bekannten, fühle mich aber trotzdem "draußen". Ich bin nur "die Freundin" die nie fest da ist. Übernachten tue ich ab und an bei ihm, aber wirklich nur selten.
Ich mache es auch super ungern. Ich fühle mich dann wie auf einer Pyjamaparty.
Es macht mich richtig traurig, keinen richtigen Status in seinem Leben zu haben. Wäre so gerne "mehr". Ich habe es schon so oft angesprochen, und super unkomplizierte Lösungen angeboten, die mir ein besseres Gefühl geben würden, aber es tut sich nichts. Er begründet das immer mit Stress auf der Arbeit, und wenig Zeit. Für mich fühlt es sich an, als hätte das ganze Thema null Bedeutung für ihn. Mein Gefühl sagt mir, er würde die jetzige Situation am liebsten bis ins hohe Alter durchziehen.
Seit einiger Zeit hatte ich ein sehr ungutes Gefühl, so als würde er sich von mir abwenden. Nichts Konkretes, nur so ein Bauchgefühl und kleine Veränderungen im Verhalten. Irgendwann habe ich die Ungewissheit nicht mehr ausgehalten und ihn gefragt, ob er eine offene Beziehung führen will. Für mich sprachen alle Zeichen dafür.
Er bejahte das und meinte, es sei aber nur aus sexuellem Interesse, beziehungsweise es wäre ein sexuelles Bedürfnis (konkret andere Frauen). Emotional wäre er ja mit mir glücklich. Das Bedürfnis sei auch ganz neu, weshalb er noch nichts gesagt hätte, und es sei noch nichts passiert.
In mir ist sofort etwas zerbrochen.
Er meinte dann, er würde mir zuliebe darauf verzichten, weil er weiß, wie wichtig mir Treue ist. Er wolle mich nicht verlieren.
Und hier liegt mein Problem. Ich will das auch nicht, aber ich fühle mich, als wäre etwas irreparabel beschädigt: Vertrauen. Hoffnung auf eine Zukunft. Er weiß genau, seit dem ersten Tag, wie wichtig mir Treue ist. Zum Beispiel will ich jetzt auf gar keinen Fall mehr zusammen ziehen. Das Bedürfnis ist tot in mir. Ich fühle mich damit auch nicht mehr sicher (rausgeworfen für andere Frau)
Ich habe mich intensiv mit ihm ausgesprochen, und ich glaube ihm sogar, dass er ernsthaft da eine Lösung anbieten will und diese auch einhält...aber irgendetwas in mir sagt trotzdem, dass es nur Leid erzeugen wird.
Weil ich mich erniedrigt und gedemütigt fühle. Austauschbar. Wertlos. Plötzlich stehen vergangene Entscheidungen in einem neuen Licht: Ich gebe ihr zum Beispiel keinen Ring als Zeichen meiner Treue, weil ich gar nicht treu sein will, etc.
Er sagt, dieses sexuelle Bedürfnis sei eben normal und natürlich bei Männern, und er wolle mich nicht anlügen. Ich glaube das auch, dass das "normal" ist. Aber ich kann es nicht ändern, ich fühle mich so erniedigt und herabgewürdigt, ich könnte den ganzen Tag nur noch weinen. Wie kann ich einem Versprechen glauben, das einen so fundamentalen Graben zwischen uns überdecken soll?
Was mich am härtesten zweifeln lässt: Ich musste konkret fragen.
Ich bin komplett ratlos. Ich liebe ihn, und ich bin bereit Lösungen zu finden, aber wenn ich nur daran denke dass er auf einer anderen Frau liegt und sie küsst, muss ich würgen...und ich kann nicht glauben, dass man so etwas endlos zurück hält.
Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass ich veräppelt werde. Ich bin die Frau für's Emotionale, für die Zuwendungen. Aber mehr nicht, niemals mehr als das. Das ist meine große Angst.
Kann ich ihm überhaupt klar machen, wie tief diese Verletzung geht? Er scheint gar nicht zu verstehen, wie tief Sex und Emotionen verstrickt sind, als wäre es nur ein mechanischer Akt ohne Bedeutung...
Könnt ihr mir helfen? Ich wäre euch so dankbar!
Lena
Zuletzt bearbeitet: