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Mache mir große Sorgen um meine Schwester (19)

Ermutige sie, aber nimm ihr nichts mehr ungefragt ab (z.B. vollständige Bewerbungen schreiben).
Sie ist noch jung und kann sich orientieren, braucht aber irgendwann klare Ziele im Leben. Es ist an ihr, das zu nehmen und wenn sie dich braucht, als Vorbild oder eine helfende Hand oder einfach nur zum Zuhören, dann kannst du das sein.
 
Ich halte es auch für gut möglich, dass sie einfach überfordert ist. Zum Mobbing führst du ja wenig aus und nicht selten wird der Begriff unpassend angewandt. Viel allein zu sein ist ebenfalls nicht zwingend ein Indiz für eine psychische Fehlentwicklung. Manche bauchen einfach nicht so intensive Kontakte oder innige Freundschaften. Unsere Tochter war z. B. auch eher der Typ (und ist es bis heute), der nicht gerne inmitten größerer sozialer Gefüge hockte. Sie sucht sich ihre Leute schon sehr genau aus und erst in den letzten beiden Jahren vor dem Abi gab es so etwas, was ich vorsichtig als engere Freunde bezeichnen würde. Gefehlt hat ihr das aber nicht; sie mag diese Innigkeit einfach nicht.

Und es gibt unzählige Kids, die nach Ende der Schule völlig überfordert sind, was sie denn beruflich machen sollen. Es gibt einen Overflow an Möglichkeiten, die eigenen Stärken und Interessen haben sich noch nicht so herauskristallisiert. Manchmal dauert das seine Zeit.

Da tut es schon gut, mal an die Hand genommen zu werden. Allerdings sähe ich hier auch deine Eltern eher in der Pflicht, zumal du selber mit deinem Abschluss ja genug um die Ohren hast. Du tust schon sehr viel für sie; vermutlich hat sie aber auch ein bisschen resigniert und ist deshalb auch so träge.

Sofern sie also nicht wirklich eine psychische Störung aufweist, kann sie auch einfach orientierungslos sein. Vielleicht interessieren sie die Art von Praktika nicht, die du für sie siehst. Wäre es nichts für sie, das Abi nachzumachen? Das gäbe ihrem Tag wieder Struktur und sie hätte mehr Zeit, ihren beruflichen Weg zu finden. Oder frag sie doch mal, ob sie nicht ein Jahr Bundesfreiwilligendienst machen möchte. Da gibt es doch unzählige Möglichkeiten. Sie könnte sich aussuchen, was ihr gefällt - mit Menschen, Tieren oder auch handwerklich arbeiten. So kommt sie mit anderen Kontakt, kann sich ein bisschen ausprobieren und vielleicht fällt es ihr dann leichter, einen Weg für sich zu entscheiden, mit dem sie fein ist und der sich für sie passend anfühlt. Schau mal hier: https://www.bundesfreiwilligendienst.de/bundesfreiwilligendienst/platz-einsatzstellensuche Macht sich übrigens später auch gut in Bewerbungen. 😉

Sie als faul zu beschimpfen, obwohl man die junge Frau gar nicht kennt, finde ich unpassend. Dass in dem Alter Ratlosigkeit vorherrscht ist ja nun wirklich keine Seltenheit. Manchmal fügen sich die Kids oder jungen Erwachsenen einfach und machen, wo man sie hinschiebt. Nicht selten ist das dann ein völlig unpassender Weg. Dass sie eine solche Bevormundung nicht einfach akzeptiert kann auch Ausdruck sein, dass sie nicht erneut scheitern möchte und schon absehen kann, dass das, was du für sie vorsiehst, eben auch wieder nicht das richtige ist.

M. E. solltest du deine Eltern mal wachrütteln und sie auffordern, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und sich gefälligst zu kümmern. Deine Aufgabe ist das definitiv nicht - wobei deine Schwester glücklich sein kann, dass sich anscheinend wenigestens 1 Mensch in der Familie Sorgen um sie macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo liebes Forum,

ich mache mir zurzeit große Sorgen um meine Schwester (19 Jahre alt).

Kurze Schilderung der Ausgangssituation: Wir wohnen beide noch im Haushalt unserer Eltern, weswegen ich ziemlich viel von ihr mitbekomme. Ich (26) stehe kurz vor meinem Juristischen Examen und sie ist zurzeit arbeitssuchend.

So, und jetzt zum eigentlichen Thema:

Meine Schwester hatte schon in der Schulzeit keine Freunde, wurde teilweise gemobbt und hat ihren Platz nie so richtig gefunden. Als sie nach der Realschule eine Ausbildung angefangen hat, sah es zumindest eine Weile so aus, als würde es sich in eine positive Richtung entwickeln. Nachdem sich dann aber Probleme abgezeichnet haben (zB musste ich ihr mal eine Belegarbeit in einer Nachschicht schreiben, weil sie sich nicht darum gekümmert hat und mich dann tränenüberströmt angefleht hat, ihr zu helfen), ist sie durch mehrere Module gefallen und ihr wurde gesagt, dass sie für den Beruf (im Gesundheitsbereich) eher nicht geeignet sei. Sie hat dann die Ausbildung letzten August geschmissen und ist seitdem in einer „berufsvorbereitenden Maßnahme“. Das ist ja an sich nicht schlimm, es ist nichts Ungewöhnliches, dass man sich umorientiert.

Nur ist es leider so, dass sie überhaupt keinen eigenen Antrieb hat, etwas aus ihrem Leben zu machen. Diese „berufsvorbereitende Maßnahme“ ist mehr oder weniger eine reine Beschäftigungstherapie. Was die Jobsuche oder ihre Ausbildung angeht, zeigt sie Null Eigeninitiative. Jede freie Sekunde sitzt sie vor Instagram und Tiktok und sie lebt komplett in den Tag hinein und beschäftigt sich mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten. Seit ihrem Ausbildungsabbruch hat sie nicht ein einziges Praktikum o.ä. gemacht und die paar Bewerbungen, die sie auf mein Drängen hin abgeschickt hat habe fast zu 100% ich geschrieben.

Ich habe mit allen Mitteln versucht, sie dazu zu bringen, etwas zu tun, aber sie wird von sich aus nicht tätig, ohne dass ich buchstäblich daneben stehe und sie dazu anhalte. Wenn ich sie nicht kontrolliere, macht sie von sich aus gar nichts. Nicht mal sowas wie Telefonanrufe für potentielle Praktikumsstellen macht sie, ohne dass ich ihr das Telefon in die Hand drücke und daneben stehen bleibe, bis sie tatsächlich anruft.

Das alles ist mental unglaublich anstrengend für mich und manchmal liege ich nachts wach vor Sorge. Ich weiß nicht, was aus ihr in Zukunft werden soll. Mir ist natürlich bewusst, dass sie volljährig ist und damit ihres eigenen Glückes Schmied. Ich habe gerade selbst genug um die Ohren und man kann von mir nicht erwarten, meine volljährige Schwester rund um die Uhr zu betreuen. Aber unsere Eltern arbeiten in Vollzeit und wenn sie zu Hause sind, beaufsichtigen sie sie nicht in dem Umfang, in dem es nötig wäre, dass sie mal produktiv tätig wird (wie gesagt, man muss quasi die ganze Zeit daneben stehen), sodass effektiv alles an mir hängen bleibt.

Eigentlich ist mir klar, dass ich mich nicht dazu verpflichtet fühlen muss, insbesondere weil ich selbst unglaublich viel zu tun habe. Aber ich fühle mich nun mal verantwortlich für meine Schwester und ich kann nicht tatenlos zusehen, wie sie sehenden Auges in einen Abgrund läuft. Aber ich finde es immer wieder unglaublich frustrierend, dass von ihr null Initiative für irgendwas kommt und ich alles für sie machen muss.

Habt ihr vielleicht irgendwelche Ideen, wie man ihr und damit auch mir helfen könnte?
Sie muss ja auch jetzt keine Ausbildung machen. Sie kann doch in teilzeit als Kassiererin jobben. Das wird gesucht wie Sand am Meer. Sie hat mit der Teilzeit Stelle noch genug Zeit für sich und kann nach ein paar Jahren die Prüfung zur Verkäuferin beantragen oder zur Einzelhandelskauffrau. Das ist auch die meist gewählte Berufsausbildung in Deutschland und man kriegt da immer Arbeit und kann auch in anderem Berufen damit arbeiten.
 

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