Klar habe ich andere Freunde und klar kann ich mich ablenken und auspowern, hab ich alles schon probiert...es lenkt mich so lange ab, bis ich mich abends ins Bett lege und einschlafen will und nicht kann.
Ich glaube dafür gibt es kein Patentrezept. Wenn Dir drüber schreiben oder reden hilft, dann tue das. Wenn Du Dich jemandem anvertrauen kannst, der Dich ein bisschen tröstet oder Dir einfach zuhört, dann kann das auch helfen.
Du darfst nur nicht erwarten, dass sich die Dinge von heute auf morgen bessern, das wird wohl nur in kleinen Schritten klappen und Rückfälle solltest Du einplanen, aber Dich dadurch nicht vom Weg abbringen lassen. Irgendwann wirst Du merken, dass Du andere Dinge wieder mehr genießen kannst, dass alles wieder in einem etwas positiveren Licht erscheint.
So ist zumindest meine Erfahrung in einem vielleicht ähnlichen Fall, der jetzt ein Jahr zurück liegt.
Ich denke noch jeden Tag an sie und spüre dabei immer noch ganz deutlich eine tiefe Zuneigung und auch Sehnsucht, aber es ist nicht mehr mit diesem unerträglichen Schmerz verbunden. Manchmal empfinde ich auch so eine Mischung aus Freude und Wehmut, bei der unter dem Strich aber ein positives Gefühl bleibt, vielleicht bin ich auch nur dankbar, dass ich so starke Gefühle für einen anderen Menschen empfinden konnte und diese Gefühle, obwohl unerwidert, nicht bloß ein Sturm im Wasserglas waren, sondern immer noch da sind.
An manchen Tagen grüble ich zu viel und dann geht es mir nicht so gut. Ich versuche mir das aber nicht mehr so zu Herzen zu nehmen.
Wahrscheinlich habe ich sie noch nicht losgelassen, aber vielleicht braucht das noch mal soviel Zeit. Die Beschreibung klingt sicher wieder nach dem viel zitierten "Die Zeit heilt alle Wunden", aber selbst wenn es das Letzte ist, was Du momentan hören willst, wirst auch Du hoffentlich mal rückblickend dasselbe sagen. Im Moment der Verzweiflung bringt einem das nichts, ich schreibe diese Zeilen ja auch bloß an einem Punkt, wo ich nicht weiß, wie der weitere Weg aussieht. Ich glaube und hoffe, dass er ab jetzt nicht mehr ganz so steinig und beschwerlich sein wird.
Es wird Dir wahrscheinlich keine große Hilfe sein, da ich außer gewöhnlichen Ablenkungsmaßnahmen keinen besonderen Plan hatte und habe. Blicke ich zurück, dann sehe ich vieles nicht mehr so verbissen, vergesse aber trotzdem nicht, dass es die schwerste Zeit in meinem Leben war.
Ich wünsche Dir wirklich, dass Du die Kraft findest das alles irgendwie zu verarbeiten und dann hoffentlich bald an einen ähnlichen Punkt angelangst, wo Du das Gefühl hast, dass es wieder aufwärts geht. Wenn ich glaube, Dir einen Rat mitgeben zu können, dann vielleicht der, dass Du Dich nicht abkapseln oder zurückziehen solltest, das hat mir gar nicht gut getan.