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Lokführer... geht's noch?! -> Total geschockt über so 'ne Dreistigkeit!

Wir leben hier einfach zu gut, so gut das menschen sich selbst probleme suchen um mal einen auf depressiv zu machen



Selten so einen Schwachsinn gelesen!


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Ich glaube, hier schreiben eigentlich alle zu emotionsgeladen und von eigenen Erfahrungen geprägt.

abendtau hat es relativ passend gesagt: "Die Handlung ist zu verurteilen, nicht jedoch der Mensch, der dahinter steht."

Wobei ich den Satz noch so umformulieren würde: "Die Handlung könnte man verurteilen, nicht jedoch den Menschen, der dahinter steht."

"Könnte" sage ich aus folgendem Grund: Mittlerweile weiß ich, dass man unter stärkesten Depressionen auch in der Lage sein kann, so eine Handlung zu begehen. Es gibt bei der Depression einfach Momente, in denen man unzurechnungsfähig ist und man völlig unüberlegt handelt.

Und natürlich ist ein Suizid egoistisch; man sollte dem Wort "Egoismus" jedoch nicht ausschließlich negative Assoziationen zuschreiben. Manchmal muss man egoistisch sein (zwar nicht gerade in Bezug auf: andere mit in den Suizid hineinziehen, aber ich sagte ja schon: manchmal ist der Mensch in stark depressiven Phasen nicht mehr zurechnungsfähig).

Ich finde weder den Lokführer dreist, noch die Angehörigen eines Suizidanten. Beiden haben ihre Berechtigung zu trauern, verzweifelt zu sein, bestürzt und verärgert zu sein, etc.......

.......und das unterschwellig angesprochene Thema: "aktive Sterbehilfe" kommt in meinen Augen nur bei schwerst tödlichen Krankheiten infrage. Depressionen (solange sie nicht über mind. 5 Jahre ununterbrochen schwerst auftreten) zählen für mich nicht dazu.....


LG tulpi
 
Zuletzt bearbeitet:
Du bist noch jung, erst 23. Und du machst es dir sehr einfach, finde ich. Für dich gibt's nur Schwarz oder weiß. Ja oder nein. Es gibt aber auch noch Zwischenfarben.

Vielleicht denkst du ja irgendwann mal anders über Depressionen, Ängste, Vergewaltigung, eine unschöne Kindheit.......
 
Ach...

Ich hab nicht alles gelesen... kein Bock mehr... immer das Gleiche. Es gibt Menschen die es verstehen und welche die es nicht verstehen. Es ist eine Frage der eigenen Realität. Es gibt keine für alle gültige Antwort.

Ich stand schon mal am Gleis. Es gab dann doch einiges was mich zurück gehalten hat. 'Technische' Umstände was den Suizid angeht, Liebe zu Menschen die mit trotz allem etwas bedeuten...

Ich will niemanden verurteilen. Man will da nicht drinstecken, versteht ihr?

Aber es war auch der Gedanke da wie es dem Lokführer geht damit. Ich kenn ihn nicht, ich sehe ihn nicht - ich bin ihm nichts schuldig, und er mir auch nicht. Es ist auch für mich kein Gefühl da das mich hindert. Ich hab keine Vorstellung wie es ist, jemanden zu überfahren. Es war die Vernunft. Das Gewissen - der Gedanke daran das mich ein Mensch später vermutlich dafür hasst weil es ihn ruiniert hat. So in etwa.
Aber allein das hätte mich nicht zurückgehalten. In dem Moment ist die Welt so dunkel, so hart und kalt - sicher gefällt einem der Gedanke nicht an den Zugfahrer. Egal warum. Aber es ist im Ernstfall nichts das einen zurückhalten kann. Die Welt erscheint so schrecklich, das auch das Leid anderer keine Rolle mehr spielt. Und man sucht sich das nicht aus. Egal wie es nach aussen hin erscheint. Der Zugfahrer ist letztlich auch nur Teil dieser Welt die man verlassen möchte, eine Welt die nichts Angst, Hass, Trauer & Schmerzen bereitet.

Angehörige zu verklagen finde ich vermessen, weil auch diese darunter leiden und an sich nichts dafür können. Weder für die gewählte Methode, noch dafür welcher Zug. Das geht so nicht.

Jemand der Lokführer wird ist sich dessen bewusst, dass so etwas auch ihm passieren kann. Jemand der freiwillig Soldat wird, und möglicherweise in einen Einsatz geschickt wird und dort psychischen Schaden erleidet - der kann auch niemand verklagen.
Man kann es nicht wenn man sich des Risikos bewusst ist.
Für den Lokführer sieht so aus - abgesehen davon das er psychisch dann erledigt ist (ist er sicher, egal was es sagt), ist durch die Arbeitsunfähigkeit auch in seiner finanziellen Existenz bedroht. Eine Möglichkeit die Kosten zu decken besteht eben darin erfolgreich auf Schmerzensgeld zu klagen.
(Das ist meine eigene Vermutung)

Jemand schrieb das ihm nicht gefällt, das es zur Mode wird depressiv zu sein - das finde ich selbst noch viel schlimmer als das was Lokführer geäussert hat (so denn der Artikel ihn - auch im richtigen Zusammenhang - korrekt zitiert.). Es ist absolut nicht vergleichbar und unpassend hier. Abgesehen davon - niemand, wirklich NIEMAND legt/wirft sich vor einen ZUG, der nur Aufmerksamkeit sucht. Aber ich glaube die wenigsten begreifen was es bedeutet - vor einen Zug... Das tut man nur wenn man nicht anders kann.
Sicher gibt es auch die die Aufmerksamkeit suchen - aber wenn so jemand sich vor einen Zug wirft war das entsprechende Krankheitsbild wohl so ausgeprägt das auch hier keine Möglichkeit besteht anders zu handeln. Und das kann man nicht verurteilen.

Sicher gibt es jemand dem das jetzt nicht passt - aber ich hab keine Lust zu diskutieren. War lediglich hier um meine Gedanken dazu zu äußern.

lg, Shubunkin
 
@ Ali

Jeder Mensch empfindet anders. Was den einen nur ein müdes lächeln abringt, bringt den anderen völlig aus der Bahn.
Vergleiche mit Krisenregionen sind aus meiner Sicht unfair... Es gibt immer Menschen denen es objektiv betrachtet vll. schlechter geht, was zählt ist das eigene Empfinden. Betroffene die sich wertlos, schlecht fühlen nützt die Erkenntnis wenig, das anderswo das Schicksal evtl. noch härter zugeschlagen hat.


Zum Thema Lokführer:

Ich kann seine Reaktion verstehen. Man muss sich nur in die Situation des Lokführers reinversetzen, um zu verstehen, wie er sich nach so einen Vorfall fühlen muss. Man kann von dieser Person nicht erwarten, das er sich in die Gefühlswelt des Opfers (Suizidant) reinversetzt. Würde ich wohl in einer vergleichbarer Situation auch nicht machen.

@Miss
Mein Beileid. 🙁
 
Einem guten Bekannten ist das auch schon passiert.

Er erzählte mir daraufhin, daß es wohl rein statistisch im Leben eines Lokführers dreimal vorkommt, daß er so etwas erleben muss.

Er muss halten (klar)
Er muss nachschauen.
Als erster, vor Ort.
auch wenn es klar ist, daß ein Überleben weitestgehend auszuschliessen ist,
ist das wohl die Verfahrensweise, dienstlich.

Wer da noch meint, der Lokführer wäre nicht das Opfer ............ ich schweige mal lieber, besser ist das.

Und darum ging es Eingangs.
Nicht um das Elend dieser Welt.
 
PS:

Was mich auch sehr stört: Das sich immer viel zu viele Menschen (meist) 'negativ' dazu äussern die absolut keine Grundlage für ihre Aussage haben. Keine Erfahrungen haben, weder eigene noch im direkten Umfeld welche.
Wer hier weiß wie es ist, ausgeprägt Suizidgedanken zu haben? Wer hier hat Versuche hinter sich? Wer hat einen Menschen dadurch verloren? Wer hat den vorangehenden Leidensweg begleitet oder selbst durchgemacht? Wer ist Lokführer und kennt einen Kollegen der jemand überfahren hat, oder ist einer dem es selbst passiert ist? Hat jemand ein vergleichbares Erlebnis hinter sich? ??
Und - wer der so etwas erlebt und hinter sich gelassen hat, hat nicht verdrängt und vergessen wie es wirklich war? Wer ist seiner Vergangenheit 'treu' geblieben?
Und immer fehlen die Stimmen der Gegangenen, aber sie sprechen für sich, durch ihren Tod.

Ich glaube nicht das man etwas dazu sagen kann, wenn nicht etwas von der Fall ist, weil man einfach nicht weiß wie es ist. Es hat nichts mehr mit der 'normalen' Realität der Masse zu tun, es ist eine in der andere Regeln gelten, mit anderen Werten, anderen Gefühlen, anderen Idealen, einem anderen Glauben, anderen Denkweisen.

Und - bevor jemand was dazu schreibt - bitte richtig darüber nachdenken wie es gemeint ist, und im Zweifelsfall 2x lesen. Danke...

lg
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Shubunkin 44: Vielleicht eine legitime Ansichtsweise die du da hast, aber dann kannst du auch keinen Mörder oder V*** etc. verurteilen, solange du nicht selbst jemanden umbringst oder vergewaltigst.
 
Hallo Miss You

1985 hat sich eine gute Bekannte von mir vor den Zug geschmiessen.

Der Lockführer dieses Zuges war danach Arbeitsunfähig,konnte sein Haus das er für Seine Famielie gebaut hatte nicht mehr abbezahlen.

Es war sein Traum ein Behindertengerechtes Heim für sein an MS erkrankte Frau und seine Tochter.

Er fühlte sich als Versager und nahm sich daß Leben weil Er sich schämte diesen Traum
Er hatte Ihn aufgeben müssen.


Die MS Kranke Frau blieb mit dem Kind zurück.
Es ist schwer zu sagen was ich empfunden hatte
Wut auf meine Bekannte-keine Trauer

es war nur Wut da.

Klar man kann keinen depressiven Menschen vorwürfe machen
oder gar Urteilen

Wut aber die habe ich hatte ich.

Jeder Mensch soll Dankbar sein nicht deppresiv zu sein
den Suizidale denken nicht was passiert danach

eine Minute tötet ein Leben
aber vernichtet auch die Zukunft und das Leben eines Lokführers und dessen Familie.

Ich weis zu gut was Suizidgedanken sind,da ist kein Knopf mehr zum denken oder umschalten.

Urteil bilden ja kann man schnell
seid einfach froh wen Ihr gesund seid,versucht Euch in beide Seiten einzufühlen.

Lg
 
Voweg: Natürlich tun mir die Menschen leid, die den Tod als einzige Lösung sehen. Da läuft definitiv in der Gesellschaft etwas falsch, wenn Probleme nicht erkannt oder nicht adäquat behandelt werden.

Ich kann zu dem Thema was aus der Sicht der Lokführer schreiben.
Mein Opa war einer und hat im Laufe seiner Arbeitszeit mehr als einen Schienensuizid als Fahrer erlebt. Zudem wurde er oft als Sachverständiger gerufen, wenn es einen Suizid gab. Hat diverse Leichenteile von den Loks entfernen müssen (das ist schon einige Jahre her, ja), die man teilweise nicht mehr als Körperteile erkannt hatte.
Er musste unmittelbar nach solch einem Fall weiter arbeiten, da gab es keine Schonung.
Dies hat er mir alles vor einigen Jahren mal erzählt und ich war zu tiefst erschüttert.
Er sagte selbst, dass er damals gerne Betreuung in Anspruch genommen hätte, da er das nicht so einfach verarbeiten konnte. Weiterfahren, weitermachen war die Devise. Aber er hat das alles nie richtig verarbeiten können, sodass er sich im Laufe der Zeit ein "dickes Fell" aneigenen musste. Er sagte dies selbst, dass er nur durch eine gewisse Kälte dieses Situationen selbst überstehen konnte.
Ich habe meinen Opa immer als starken und auch harten Mann erlebt, aber in dem Moment habe ich das erste Mal Tränen in seinen Augen gesehen.

Ich bin weiß Gott nicht in der Position zu sagen, wie sich suizidgefährdete Menschen verhalten und ich bin auch wirklich froh drum.
Mit Sicherheit kann man in solchen Situationen nicht mehr klar denken.
Dennoch finde ich, dass wenn man schon Suizid begehen möchte, dies ohne Beteiligte tut.
Die Folgen sind unabschätzbar, wie hier viele Geschichten zeigten.
 

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