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"Linker Rassismus"

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 78719
  • Datum Start Datum Start
Ich realisiere dabei aber auch, dass mir viele Menschen in diesem Milieu leid tun.
Geht mir ähnlich, einer de Gründe weshalb ich im Hilfeforum hier aktiv bin. Allerdings gehen mir auch die Ideen aus wie man diese Menschen erreichen kann. Man bräuchte so etwas wie ein Aussteigerprogramm.
Aber abgesehen von Denkanstößen kann man wohl nicht viel machen, bis besagte gedachte Person selbst zu der Einsicht kommt dass Änderungsbedarf besteht.

In dem Interview wird ja auch betont dass es nicht darum geht tatsächlich bestehende Missstände zu verneinen, ganz im Gegenteil, das ist ja immer der Vorwurf den man, auch hier im Forum, dann direkt entgegen gebracht bekommt.
Aber es ist eine Sache den Missstand zu erkennen und sich dann mit der Schuldzuweisung zu begnügen, oder ob man Wege findet damit umzugehen. Den besagten Missstand, so er denn tatsächlich einer ist, was noch mal jeweils ein eigenes Thema ist, abzustellen ist davon ja unbenommen.

Wenn man sich erst erlaubt glücklich zu sein, wenn die Welt um einen herum perfekt ist, dann wird das halt nie was. Schlimmer noch, da die Vorstellung wie die perfekte Welt auszusehen hat, bei Verneinung einer objektiven Realität, rein subjektiv ist, hat ja jeder eine eigene ggf. konkurrierende Vorstellung davon.
Aus meiner Sicht ist die Verlockung externer Schuld(zuweisung), um sich nicht an die eigene Nase fassen zu müssen, DIE psychologische Falle schlecht hin. Denn sie verhindert dass ein Mensch sich persönlich weiter entwickeln kann. Man verbleibt also ewig auf dem Niveau eines Kindes, welches Eltern durch Lehrer und später dann durch den Staat ersetzt, sich aber nie emanzipiert und selbst Verantwortung übernimmt.
Die Selbstreflexion findet nicht mehr, eigene Fehler bzw. Handlungsperspektiven werden nicht erkannt oder sogar aktiv verneint, als Rechtfertigung nicht selbstständig tätig werden zu müssen. Schlimmstenfalls sogar als Erklärung für das ganze bisherige Leben und den sich nicht einstellen wollenden Erfolg. Nämlich dass dieser zwar verdient wäre, aber einem vorenthalten wird. Eben "vom System", "den alten weißen Männern" oder schlicht denen, die den Erfolg erreicht haben. Denen neidet man dann und will dann, so mein Eindruck, zumindest moralisch überlegen sein.

Ich erinnere mich da an die Darstellung in Disneyfilmen, wann immer dort ein Unternehmer auftaucht ist das so ein schmieriger Typ im Anzug mit Haifischzähnen, der Schwächere ausbeutet.
Siehe auch die Tatortstatistik, also die Sendung im ÖRF, wo in ca. 10% der Fälle von über 1000 Folgen der Unternehmer der Mörder war. Übrigens einmal der Gärtner. Bzw. die Gärtnerin, wir sind ja beim ÖRF.
Und so ein unmoralischer Mensch möchte man natürlich nicht sein. Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber so kann man sich auch selbst auf Misserfolg programmieren. Vera F. Birkenbihl hat dazu ja auch einiges gemacht, z.B. dass das Wort "wuchern" in der Bibel positiv besetzt ist. Man solle mit seinem von Gott gegebenen Talent (gab auch eine Währung die so genannt wurde, nicht ohne Grund) wuchern, auf dass man, wenn man nach dem Tod wieder vor Gott steht, vorweisen kann was man Zeit seines Lebens aus diesem Geschenk gemacht hat.
Außer natürlich man möchte auf die Frage von Gott, was man denn damit gemacht habe, antworten: "Nix, hier hast deinen ***** zurück"

Generell könnte man ja auch seine persönliche Einstellung so ändern, dass der Erfolg um so größer zu bemessen ist, je mehr Hindernisse man dafür überwunden hat. Ich denke da immer gerne an die Paralympics. Ich interessiere mich zwar nicht für Sport, aber was diese Menschen trotz Einschränkung erreichen können ist imho eine tolle Symbolik.
Aber da uns in der Schule ja schon früh die Angst vor dem Scheitern antrainiert wird ist natürlich der Weg nicht scheitern zu können, nämlich in dem man es erst gar nicht versucht, kombiniert mit der externen Schuldzuweisung, sehr verlockend.
Und die Reduzierung von Sozialleistung, also die Möglichkeit auf Kosten derer die einen anderen Weg gegangen sind, und ja ggf. auch einen leichteren Weg, stellt diesen Lebensweg und damit das eigene Selbstbild, natürlich infrage. Entsprechend hält man, aus dieser Perspektive, diese Leistungen vermutlich sogar für einen berechtigten Anspruch, weil einem der Erfolg (angeblich) vorenthalten wurde, und die eigene Lebensweise die moralisch überlegene ist/sei.
Zumindest erkläre ich mir so auch den Zuspruch zu Degrowth und ähnlichem. Den anderen soll es gefälligst auch schlecht gehen. Zumindest kommt es bei mir so an. Siehe damals den Thread zum Thema "neid".


Mein Hauptansatzpunkt um Menschen zu erreichen bleibt dabei der wirtschaftliche Aspekt, da die fehlgeleitete Kritik am bösen kapitalistischen System ja mit den Verwerfungen des Fiat-Geldsystems aka Geldsozialismus einen durchaus wahren Kern hat. Und weil Geld jeden angeht und jeden ständig betrifft, so meine Erfahrung, kann man die Leute dort noch am ehesten abholen.
Nur der Schritt dass weniger Sozialismus und mehr Marktwirtschaft die Lösung wäre, der scheint dann oft zu groß zu sein. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:
Mehr Sozialleistungen => mehr Steuern => weniger Produktivität => höhere Preise => mehr Sozialleistungen...
So lief es ja seit mehr als 30 Jahren, aber die andere Richtung ginge halt auch.

Nur scheinen die Leute bei "Steuersenkung" immer nur zu hören "Reiche noch reicher machen", an diesem Filter scheint es kein Vorbeikommen zu gehen. Denn alle Darlegungen wie Marktwirtschaft funktionieren würden ja den Willen voraussetzen diese Zusammenhänge auch verstehen zu wollen.
Aber da ist man ja schon längst in der FDP-Schublade (oder Schlimmeres), egal was man noch sagt.
 
A

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Re: "Linker Rassismus"
Hallo Gelöscht 78719,

schau mal hier:
"Linker Rassismus". Hier findest du vielleicht was du suchst.
Leude, Leude 🙈 Alleine, dass ihr den Begriff "linker Rassismus" jetzt nutzt, als sei das ein festtstehender Begriff.

Laut Studien ist es eher umgekehrt @Andreas900 , nämlich so, dass Konservative / eher rechts eingestellte Menschen eher zu Ängsten neigen / das alte bewahren wollen / Angst vor Veränderungen haben.


Also nö, Mitleid mit mir brauchste nicht haben, ich komm klar. 🙂
 
Viele davon haben Ängste, sind mit sich selber unzufrieden
Wovor genau haben denn insbesondere linksorientierte Menschen Angst? Vor Rassismus und Feindseligkeiten, sofern man im Fokus von Bedrohungen steht, ja das stimmt. Ich merke inzwischen selbst, dass ich mir ein politisches Amt (insbesondere auch auf lokaler Ebene) nicht mehr zutrauen würde, weil ich Angst vor Anfeindungen und Gewaltandrohungen hätte.
 
Hast du einen Beleg für deine These?
Auch das Linke und "Woke" (wer damit wissenschaftlich auch immer gemeint sein soll) häufiger von sowas betroffen sind als der Durchschnittsmensch bzw Menschen anderer Vergleichsgruppen?

Auf mich wirkt es nicht so, als würden diese Menschen dir aufrecht leid tun. (...)
(...)
Ich habe nur die Kernaussagen des verlinkten Videos wiedergegeben und gesagt, dass man die Menschen leid tun.
Ob das aufrichtig auf dich wirkt, ist mir dabei aber ehrlich gesagt egal.
 
Geht mir ähnlich, einer de Gründe weshalb ich im Hilfeforum hier aktiv bin. Allerdings gehen mir auch die Ideen aus wie man diese Menschen erreichen kann. Man bräuchte so etwas wie ein Aussteigerprogramm.
Aber abgesehen von Denkanstößen kann man wohl nicht viel machen, bis besagte gedachte Person selbst zu der Einsicht kommt dass Änderungsbedarf besteht.
Ich glaube, es ist wichtig, dass Menschen wie du im Hilferuf Forum aktiv sind. Du zeigst eine andere Sichtweise als die linke Bubble auf und eröffnest Menschen Wege zur Selbstreflexion.

Aus meiner Sicht ist die Verlockung externer Schuld(zuweisung), um sich nicht an die eigene Nase fassen zu müssen, DIE psychologische Falle schlecht hin. Denn sie verhindert dass ein Mensch sich persönlich weiter entwickeln kann. Man verbleibt also ewig auf dem Niveau eines Kindes, welches Eltern durch Lehrer und später dann durch den Staat ersetzt, sich aber nie emanzipiert und selbst Verantwortung übernimmt.
In meinem Augen sollte man sich nie auf die Schuldfrage konzentrieren sondern auf die Frage was man selber aktiv verbessern kann wenn man mit irgendwas unzufrieden ist. Ich habe auch selbst die Erfahrung gemacht, dass dies anfangs schmerzhaft ist, aber langfristig ist es weit schlimmer nichts zu tun.

Und so ein unmoralischer Mensch möchte man natürlich nicht sein. Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber so kann man sich auch selbst auf Misserfolg programmieren. Vera F. Birkenbihl hat dazu ja auch einiges gemacht, z.B. dass das Wort "wuchern" in der Bibel positiv besetzt ist. Man solle mit seinem von Gott gegebenen Talent (gab auch eine Währung die so genannt wurde, nicht ohne Grund) wuchern, auf dass man, wenn man nach dem Tod wieder vor Gott steht, vorweisen kann was man Zeit seines Lebens aus diesem Geschenk gemacht hat.
Außer natürlich man möchte auf die Frage von Gott, was man denn damit gemacht habe, antworten: "Nix, hier hast deinen ***** zurück"
Birkenbihl ist ja leider bereits verstorben. Ihre Seminare, die man auch auf Youtube sehen kann, waren immer fantastisch.

Und die Reduzierung von Sozialleistung, also die Möglichkeit auf Kosten derer die einen anderen Weg gegangen sind, und ja ggf. auch einen leichteren Weg, stellt diesen Lebensweg und damit das eigene Selbstbild, natürlich infrage. Entsprechend hält man, aus dieser Perspektive, diese Leistungen vermutlich sogar für einen berechtigten Anspruch, weil einem der Erfolg (angeblich) vorenthalten wurde, und die eigene Lebensweise die moralisch überlegene ist/sei.
Zumindest erkläre ich mir so auch den Zuspruch zu Degrowth und ähnlichem. Den anderen soll es gefälligst auch schlecht gehen. Zumindest kommt es bei mir so an. Siehe damals den Thread zum Thema "neid".
In deinem verlinkten Video wurde ja schon der Kontext zu Narzissmus aufgestellt. Ich glaube, dies eint linke und rechte Rassisten: Beide sind irgendwie mit sich selber unzufrieden und schöpfen eine Art Genugtuung daraus, wenn es Anderen auch schlecht geht. Vielleicht aus dem Gedanken heraus nicht Schuld an seiner Situation zu sein, wenn es allen anderen genauso geht.

Mein Hauptansatzpunkt um Menschen zu erreichen bleibt dabei der wirtschaftliche Aspekt, da die fehlgeleitete Kritik am bösen kapitalistischen System ja mit den Verwerfungen des Fiat-Geldsystems aka Geldsozialismus einen durchaus wahren Kern hat. Und weil Geld jeden angeht und jeden ständig betrifft, so meine Erfahrung, kann man die Leute dort noch am ehesten abholen.
Nur der Schritt dass weniger Sozialismus und mehr Marktwirtschaft die Lösung wäre, der scheint dann oft zu groß zu sein. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:
Mehr Sozialleistungen => mehr Steuern => weniger Produktivität => höhere Preise => mehr Sozialleistungen...
So lief es ja seit mehr als 30 Jahren, aber die andere Richtung ginge halt auch.

Nur scheinen die Leute bei "Steuersenkung" immer nur zu hören "Reiche noch reicher machen", an diesem Filter scheint es kein Vorbeikommen zu gehen. Denn alle Darlegungen wie Marktwirtschaft funktionieren würden ja den Willen voraussetzen diese Zusammenhänge auch verstehen zu wollen.
Aber da ist man ja schon längst in der FDP-Schublade (oder Schlimmeres), egal was man noch sagt.
Das Spiel wirst du aber in keinem linksgeprägten Raum gewinnen, weil dort Klassendenken vorherrscht. Bist du einmal in eine "pro Reiche" Ecke eingeordnet, hast du in diesem Klassendenken verloren.
Ich finde es fast amüsant wenn ich gegen Subventionen oder die Rettung von Unternehmen plädiere und Leute mich dann verwundert fragen "Warum? Du bist doch sonst immer für Reiche!"
Nein, ich bin für freie Marktwirtschaft und freie Marktwirtschaft kennt keine Klassen. Unternehmen sollen gute Profite machen wenn sie erfolgreich sind und sollen pleite gehen wenn sie schlecht sind.

Es gibt nicht "die" bösen. Es gibt nicht "die" bösen Reichen, die bösen Ausländer, die bösen Arbeitslosen, die bösen Unternehmer ..... Das alles ist linker oder rechter Rassismus bzw. blockierendes Klassendenken.

Es funktioniert aber auf rechts und linker Seite gleichermaßen gut. So wie die rechten Stimmen gegen Ausländer hinter sich versammeln, so versammeln Linke Stimmen gegen Unternehmer, Vermieter und alles was als Klassenfeind erkannt wird hinter sich.
 

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