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Gelöscht 60940
Gast
Ihr zu sagen, dass er bereit wäre Therapie zu machen...sollte er nur sagen, wenn er es mit der Therapie tatsächlich ernst meint und dies auch selber möchte.
Wenn sich jemand fies und verletzend zum geliebten Beziehungspartner verhält, dann hat es vermutlich mit einer nicht einfachen Kindheit zu tun.
Diese Beziehung fortzusetzen wäre nur fair, wenn er tatsächlich bereit ist sein Verhalten zu ihr zu verändern.
Das ist natürlich eine Ansichtssache, grundsätzlich bin ich da eher der Meinung, dass man eine Therapie für sich tun sollte und nicht weil man eine Beziehung halten möchte. Ob und wie jemand durch Kindheitstraumata an einer Beziehungsstörung leidet kann man nur aus der Luft greifen.
Bin da eher der Meinung sowas erst für sich zu behalten. Man kann immernoch auf die Person zugehen, nachdem eine Zeit vergangen ist und schauen inwieweit man zueinander steht und wie man sich noch einmal neu begegnen kann. In dieser Zeit kann man eine Therapie machen. Aber es als Prämisse für einen erneuten Beziehungserfolg sehe ich als bedenklich.
Dass er aber natürlich über eine Verhaltensänderung nachdenken sollte, damit eine Fortführung der Beziehung möglich ist, da gebe ich dir Recht. Nur sind hier Taten immer lauter als Worte und es zeigt sich erst nach einigen Monaten wie ernst diese Worte eigentlich sind, das heißt wenn Normailität eingekehrt ist und die Dramaturgie abgeflacht ist.
Vorallem in stressigen Situationen und dem möglichen Verlust neigt man dazu mehr zu versprechen als realistisch umsetzbar ist. Da würde ich beiden raten sich eine Weile voneinander zu distanzieren und mit klarem Verstand und klaren Worten darüber zu sprechen. Ansonsten artet es zu solchen Extremsituationen aus wie bei dem Streit von beiden, in welchem er ihr mitteilte wieder vergeben zu sein.
Ich denke also nicht, dass es sinnvoll ist jemandem zu sagen "Ich mache eine Therapie für dich." sondern es zu machen, für sich persönlich ohne Worte, wenn man das Gefühl hat, dass das eigene Verhalten schädlich ist und dann mit neuen Taten aufeinander zuzugehen. Somit setzt man die Therapie nicht in das Beziehungsmodell, sondern man kann es abgegrenzt davon machen, sich mit seinem eigenen Verhalten auseinandersetzen und nicht direkt mit dramatischen Worten sagen "Jetzt ist alles anders." - eine Therapie benötigt vorallem Zeit, Zeit für sich selbst.